Mein Blog-Artikel „Gratis surfen im Schulnetz?“ ist mittlerweile auch in „Bildung Schweiz“, dem Publikationsheft des Dachverbands Schweizerischer Lehrerinnen und Lehrer, erschienen.
Gratis surfen im Schulnetz
An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.
Erich Kästner
Stell dir vor, du bist der Verwalter eines Schulhauses. Im oberen Stock des Schulhauses gibt es eine Wohnung, die während einigen Monaten leer gestanden ist, nun aber einen neuen Mieter hat. Leider ist in der Wohnung die Dusche kaputt. Weil die Reparatur der Dusche ein bisschen Geld kosten würde, hat jemand auf dem Schulbüro die glorreiche Idee, dass der neue Mieter ja einfach die Duschen der Turnhallengarderobe benutzen kann. Dazu braucht er natürlich einen Schulhausschlüssel.
Doch in dem fiktiven Schulhaus gibt es nicht nur sanitäre Installationen, sondern es stehen und liegen auch Dinge rum wie teure Computer oder vertrauliche Schüler- und Personalakten, vielleicht auch mal private Wertgegenstände einer Lehrperson. Diese sind zwar in Schulzimmern eingeschlossen, welche aber mit einfachen Türschlössern versehen sind, die mit einem simplen Dietrich, den sich jeder technisch halbwegs Begabte in wenigen Minuten selber zusammenbiegen kann, geöffnet werden können. Doch nicht nur das: Es stellt sich heraus, dass der Schulhausschlüssel, den dem Mieter überreicht werden soll, auch noch zu anderen Schulhäusern im ganzen Kanton passt.
Nun sollst du, auf Auftrag von oben, dem neuen, völlig unbekannten Mieter also den Schulhausschlüssel überreichen. Weil du ein ernsthaftes Sicherheitsproblem erkennst, welches nicht nur das eigene Schulhaus betrifft, willst du das nicht tun. Von „oben“ heisst es: „Wir übernehmen die Verantwortung“. Doch weil schliesslich noch andere Schulhäuser ein potentielles Sicherheitsproblem haben, weigerst du dich weiterhin standhaft, so lange, bis es ultimativ heisst: „Bis heute Mittag hast du dem Mieter den Schlüssel überreicht“.
Würdest du also dem Mieter den Schlüssel geben?
Genau mit einer solchen Forderung sah ich mich letzte Woche konfrontiert. Natürlich nicht exakt der gleichen, sondern auf einer anderen Ebene: In die Schulhauswohnung war ein neuer Mieter eingezogen. Leider hatte die Wohnung keinen Internet-Anschluss eingerichtet. Nun sollte ich dem Mieter das WLAN-Passwort mitteilen, damit er über unser Schulnetz einen Internetzugang hat.
Was den Leuten auf der Schulbüro nicht klar war (und auch nach eingehenden Erläuterungen nicht einleuchten wollte): Unser Schulhaus hat, wie die meisten anderen, keinen Internetzugang wie ein gewöhnlicher Haushalt, sondern ist in das Wide Area Network des kantonalen Schulnetzes eingebunden. Die Chefs dieses Netzwerkes sitzen also nicht in meiner Schulgemeinde, sondern beim Kanton. Niemand in meiner Schulverwaltung ist berechtigt, mich zu beauftragen, einem Unbefugten Zugang ins Schulnetz zu verschaffen. So habe ich die Weitergabe des WLAN-Passwortes rundweg verweigert, was in einen relativ heftigen Streit mit einer Vorgesetzten mündete. Erst nach folgender Antwort von kantonaler Seite hatte ich Ruhe:
An der Freigabe eines WLAN-Passworts kann euch grundsätzlich niemand hindern, so lange es nicht um das Schulnetz geht – alle Risiken für euch als Schule inklusive.
Was aber nicht geht und von Swisscom klar kommuniziert wird – PPPSiN ist ein Angebot ausschliesslich für Schulen und die schulische Nutzung. Eine Nutzung für Privatpersonen ist nicht erlaubt.
Das Problem liegt meines Erachtens darin, dass es an unseren Schulen im IT-Bereich sehr wenige wirklich qualifizierte Leute gibt, sprich Informatiker mit einer entsprechenden grundlegenden Ausbildung. Dafür gibt es viele Freaks und Power-User, die auch ein bisschen was von der Computern und Netzwerken verstehen, deren Wissen allerdings an Grenzen stösst (also solche wie mich). Manche sind sich der Begrenztheit ihres technischen Horizontes bewusst, andere offenbar weniger (wobei ich mich natürlich zu ersteren zähle
). Und dann gibt es auch noch die, welche überhaupt keine Ahnung davon haben, sich aber manchmal schulintern an vorgesetzter Stelle befinden.
Natürlich hätte ich das WLAN-Passwort auch einfach weitergeben können. Ich hätte mir so wieder mal einigen Ärger erspart, und passiert wäre wahrscheinlich überhaupt nichts. Genauso wie wahrscheinlich überhaupt nichts passieren würde, wenn man einem Wohnungsmieter den Schulhausschlüssel in die Hand drückt, damit er in der Turnhallengarderobe duschen kann. Aber eben, nur „wahrscheinlich“: Denn wer weiss denn schon so genau, ob der Mieter vielleicht nicht auch noch ein paar Kollegen die Schulhaus-Infrastruktur mitbenützen lässt, oder ob womöglich ohne Wissen des Mieters Unbekannte ins Schulhaus reingehen, während die Türe offen steht…?
Ob „Befehl von oben“ oder nicht: Welcher Schulhausverwalter, der noch ganz bei Trost ist, würde bei so einem Unfug mitmachen?
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Gastbeitrag bei Direkte Demokratie zu Kirchenglocken
Bild: CC Flickr Ponte1112
Auch wenn Politik im Schulzimmer definitiv nichts zu suchen hat, so hat man als Lehrer ja trotzdem seine politischen Ansichten, macht man sich seine alltäglichen Gedanken über die Gesellschaft oder schlägt sich hin und wieder mit profanen Ärgernissen über die lieben Miterdenbewohner rum.
Nachdem ich mich in die Diskussion über einen Beitrag zum Thema Völkerrecht vs. Volksrechte eingeschaltet hatte, fragte mich Ronnie Grob von Direkte Demokratie vor ein paar Wochen, ob ich mal einen Gastbeitrag für seinen Blog schreiben will. Das hab ich nun gemacht und mich dabei dem ewigen Thema Kirchenglocken angenommen.
Seit wir vor wenigen Monaten in den abgelegenen Weiler Oberheimen umgezogen sind, ist Glöckengeläut für uns zum Glück kein Thema mehr. Nur bei Südwetterlage hören wir manchmal ganz leise aus weiter Ferne die Kirchenglocken von Lenggenwil. So finde ich Kirchenglocken richtig schön.
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Das iPad – ein Fun-Tool

Da mein Bruder sich aus den USA zwei iPads hat zukommen lassen, gehöre ich nun zu den Privilegierten, die dieses Gerät schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in der Schweiz haben ausprobieren können. Obwohl ich selber privat als auch beruflich nur auf Apple-Geräten arbeite, war ich im Vorfeld des ganzen Hypes um dieses neue Produkt eher skeptisch: Ein Fun-Tool, aber nicht zum Arbeiten geeignet, sagte ich mir. Viele teilten im Vorfeld diese Meinung, doch nach den ersten Testberichten wurden viele iPad-Skeptiker bekehrt und waren voll des Lobes für das Produkt. Ich war also gespannt.
Nun, nach ein paar wenigen Tagen des Ausprobierens sehe ich mich bestätigt: Das iPad ist ein Fun-Tool.
Bestechend und ganz Apple-like ist die Technik: Überwältigend toll; ein Erlebnis. Erstaunlich schnell, zuverlässig, auf das Notwendige beschränkt (nein, auf weniger als das Notwendige, aber das ist ein anderes Thema), einfach schön, ihn in der Hand zu halten.
Geradezu ideal ist das iPad um im Web zu surfen. Den Google Reader durchzuarbeiten hat noch nie so viel Spass gemacht. Ein nicht zu bestreitender Nachteil ist gegenwärtig das Fehlen von Flash: Persönlich habe ich Flash noch nie gemocht, doch viele Angebote sind einfach noch nicht bereit für das iPad, weil sie nach wie vor auf Flash setzen. So habe ich zum Beispiel Jon Stewarts Daily Show schmerzlich vermisst. Da davon auszugehen ist, dass – nicht zuletzt wegen des iPads – letztlich mehr oder weniger alle Anbieter von Web-Inhalten auf HTML5 setzen werden, wird sich das Problem von selber erledigen. Bis das soweit ist, wird man beim Surfen mit dem iPad aber immer wieder auf Grenzen stossen.
Wenn ich mit dem iPad arbeiten will, ist es schnell vorbei mit meiner Begeisterung. Ich brauche nicht lange um merken, dass meine Skepsis vollumfänglich berechtigt war. Punkto Bedienung überzeugt das Mailprogramm zwar absolut, und auch mit der virtuellen Tastatur habe ich wesentlich weniger Mühe als befürchtet, und die weitaus mehr hinderliche als nützliche Autokorrektur lässt sich ja zum Glück ausschalten. Dann aber ist es fertig mit praktisch: Ich kriege ein Mail mit einem Anhang, den ich gerne auf meiner Dropbox ablegen würde – Fehlanzeige. Was bedeutet, dass ich das Mail später auf dem MacBook wieder werde aufmachen müssen. Zum Lesen von Mails genügt das iPad, doch danach ist Schluss. Das gleiche Problem auch bei der Handhabung von Dokumenten: Zwar bietet Apple iWork-Programme auch für den iPad an, doch was bringt es, wenn es danach so umständlich ist, die Dokumente sinnvoll auf einem Dateisystem abzulegen? Für die einen mag dies eine vernachlässigbare Komforteinbusse sein; für mich ist es ein ausschlaggebender Grund, weshalb für mich das iPad als Arbeitsgerät nicht in Frage kommt.
Dennoch habe ich in den letzten Tagen sehr viel Zeit mit dem iPad verbracht: Das Ding ist schlicht zu schön, um es einfach so auf dem Tisch liegen zu lassen. Eine freie Minute, und ich surfe wieder mit dem iPad, checke meine RSS-Feeds, gehe auf Nachrichtenseiten, die ich vor eben gerade 15 Minuten abgegrast habe, spiele ein bisschen Solitaire, wer kennt das nicht. Fazit: Mein ohnehin schon grosses Zeitpensum, das ich dem Computer widme, erhöht sich noch einmal drastisch, jedoch ohne dass ein effektiver Nutzen daraus entsteht. Der Suchtfaktor beim iPad ist enorm, und ich bin in unserem Haus nicht der einzige, dem das nicht gefällt.
Darum fliegt das iPad wieder aus meiner Wohnung raus. Danke Dani, dass ich es mal testen durfte.
Nachtrag:
Das war vor neun Monaten. Ich gebe es zu: Mittlerweile hat das iPad wieder Einzug gehalten. Um abends noch kurz via Reeder den Newsfeed durchzuklicken, schnell Facebook und allenfalls Twitter zu checken und für die rudimentäre Bearbeitung von E-Mails ist es tatsächlich sehr gut zu gebrauchen. Ich warte aber noch immer auf ein Tablett, dass sich auch für kleinere Büroarbeiten eignet und ein Minimum an Dateiverwaltung bietet.
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Apple? Das waren doch früher mal die Guten…
Wenn Apple so weitermacht, werden sie in 5 Jahren das Image haben, das Microsoft vor 10 Jahren hatte (was ich bedauern würde, da ich meinen Mac nach wie vor mit nichts anderem tauschen möchte).
Und wiederum… wer Steve Jobs’ Biografie ein wenig kennt, weiss, dass sich auch diese Geschichte nahtlos darin einfügen lässt.
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Wir faulen Lehrer
Immer mal wieder wird der Vergleich der Schule mit der Privatwirtschaft bemüht. Jeder Politiker, der zeigen will, dass er tief im Innern schon auch irgendwie ein harter Kerl ist, bemüht in der Bildungspolitik den Vergleich mit den Lehrern und den angeblich weniger verwöhnten Angestellten aus der Privatwirtschaft.
Vor drei Jahren bin ich als Spätzünder in den Lehrerberuf umgestiegen. Zuvor habe ich sie 20 Jahre lang kennengelernt, die Privatwirtschaft. Nach einer Mechanikerlehre habe ich vier Jahre lang in meinem angelernten Beruf gearbeitet; hauptsächlich im Werkzeugbau meines Vaters, dazwischen ein halbes Jahr in Kanada. Dann beschritt ich die klassische Karriere von einem, der den Beruf verfehlt hatte (die Oberstufe fühlte sich zu meiner Zeit noch nicht wirklich für die Berufswahl ihrer Schüler zuständig): Ich schob im Tessin in einer Grossbäckerei während der Nachtschicht Brötchen aufs Fliessband. Längere Zeit fuhr ich Taxi und lernte so Weinfelden und Winterthur zu allen Tag- und Nachtzeiten kennen. Später stieg ich in den lokalen Journalismus ein und arbeitete während sieben Jahren in den Redaktionen verschiedener Zeitungen in der damals noch vielfältigen Thurgauer Zeitungslandschaft, doch die meiste Zeit war ich freischaffend tätig (also selbständig) und bot meine Schreibdienste eben diesen Redaktionen an.
Kurz: Wenn es um die Privatwirtschaft geht, kann ich auch ein bisschen mitreden. Und wenn ich heute zurückblicke, merke ich vor allem: Zeit meines Lebens habe ich wohl nie so intensiv gearbeitet wie heute als Primarlehrer in einer Mittelstufenabteilung. Und rund um mich herum sehe ich in erster Linie Kolleginnen und Kollegen, die ihre Arbeit mit vorbildlichem Fleiss, Integrität und viel Idealismus erledigen. Angestellte, die sich mit ihrem Betrieb, der Schule, identifizieren und mitdenken. Die Lehrerschaft hätte es längst verdient, endlich von den längst überholten Vorurteilen der „faulen Lehrer“ mit all ihren Beigaben („13 Wochen Ferien“, „freie Nachmittage“, „nur 29 Lektionen pro Woche“, „was machst du eigentlich, wenn die Schule fertig ist?“) befreit und laut und deutlich rehabilitiert zu werden. Vor einem grossen Teil der Leute, die in der Privatwirtschaft tätig sind, brauchen wir uns punkto Arbeitsleistung jedenfalls nicht zu verstecken. Dennoch sind die alten Klischees kaum totzukriegen. Doch an diesem Umstand wirklich nur die anderen schuld?
Ein Beispiel: Als ich bei einer Wochenzeitung arbeitete, hatten wir jeden Mittwoch Redaktionsschluss. Diese Tage waren jeweils recht intensiv. Kein Mensch im Verlag wäre auf die Idee gekommen, einem Redaktionsmitglied an einem Mittwoch einen Termin aufzubürden. Am Mittwoch? Bei Redaktionsschluss? Unmöglich!
So etwas wie eine Art „Redaktionsschluss“ habe ich an meiner gegenwärtigen Stelle auch: Den Abschluss meiner Wochenplanung, den ich jeden Dienstag Nachmittag erledige. Um 12 Uhr, nach einem vollen Schulmorgen mit fünf Lektionen, gibts eine kurze Mittagsverpflegung. Danach wird zwischen 30 und 60 Minuten lang die Tagesration Schüleraufgaben korrigiert (im Dreiklassensystem ist dies während des Unterrichts nur selten möglich), und dann gehts los. Abhängig von Arbeitspensum und persönlicher Tagesform ist mein Tagwerk irgendwann zwischen 17 und 19 Uhr vollbracht.
Kürzlich sollte ich an eben einem solchen Dienstag einen Termin für ein Elterngespräch einschieben. „Geht nicht“, sagte ich, „dann arbeite ich an meiner Wochenplanung.“ – „Aber du bist doch da. Dann kannst du ja auch einen Termin abmachen.“ – „Nein, kann ich eben nicht.“ – „Aber wenn du doch da bist…!“ – „Ja, ich bin schon da. Aber ich habe keine Zeit! Ich arbeite an der Wochenplanung!“. Als es darauf hiess „Also manchmal ist es schon ein wenig schwierig mit dir…!“, sagte ich erst mal nichts mehr.
Da wären sie wieder, die alten Klischees: „Was machst du eigentlich, wenn die Schule fertig ist?“ Antwort: Ich arbeite! Und ganz besonders am Dienstag Nachmittag intensiv und konzentriert, mehrere Stunden hintereinander praktisch ohne Unterbruch. Da ist nicht unbedingt Zeit, noch kurzfristig einen Termin reinzuschieben. Warum ist das eigentlich so schwierig zu vermitteln?
Das nächste Mal könnte ich ja was über die Wichtigkeit eines reibungslosen Workflow schreiben und dessen positive Auswirkungen auf die Effizienz, Schonung der Ressourcen und die Steigerung der allgemeinen Mitarbeiterzufriedenheit. Ganz zu schweigen vom vielleicht noch wichtigeren Flow, den die Psychologie definiert hat. Grundlegende Dinge, deren Wichtigkeit man in der Privatwirtschaft längst erkannt hat – jedenfalls in den guten Firmen.
P.S. Und was mache ich eigentlich an den übrigen unterrichtsfreien Nachmittagen? Dazu vielleicht das übernächste Mal mehr.
Eingeordnet unter Schule
Kleider machen Lehrer? Wenns so einfach wäre…
In ihrer heutigen Online-Ausgabe behauptet die NZZ, dass gut gekleidete Lehrer die besseren Lehrer seien. Um dem Artikel einen Anstrich von Seriosität zu verleihen, wurden auch noch ein paar Didaktikerinnen sowie der Präsident des LCH befragt.
Schon einmal erzählte das Schwesterblatt der NZZ, die NZZ am Sonntag, ihren Lesern einen ähnlichen Unsinn. Diese tat es wenigstens an dem Ort, wo ein solcher Artikel hingehört: In der Rubrik „Stil“. Denn um nichts anderes als um Stilfragen geht es bei dieser Thematik, und die erwähnten Artikel können keine ernstzunehmenden Beiträge für die Bildungsdebatte sein. Mir sind jedenfalls keine wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt, welche belegen, dass die Kleidung einer Lehrperson den Lernerfolg ihrer Schüler beeinflusst (und falls es sie doch gibt, bitte darauf hinweisen; danke.)
Was auffällt ist, dass in beiden Artikeln einfach mal frisch drauflos behauptet wird, ohne Belege zu liefern. Was jedoch nachweislich den Lernerfolg positiv beeinflusst, sind in erster Linie die Fähigkeit eines Lehrers, zu seinen Schülern eine Beziehung aufzubauen, sowie dessen Authentizität. Fehlt letztere, wird dies von den Schülern sehr schnell bemerkt. Besitzt eine Lehrperson eine natürliche Autorität wird sie von den Kindern auch respektiert; Kleidung hin oder her.
Natürlich soll für eine Lehrperson auch gelten, was für die Schüler gilt. In erster Linie soll die Kleidung nicht sexuell anzüglich sein. Doch wenn eine Lehrperson sich im „Schlabberlook“ am wohlsten fühlt, ist sie womöglich erfolgreicher als wenn man sie gegen ihren Willen einem Konformitätszwang unterwirft.
Fazit: Man kann an Schulen schon Dresscodes für Lehrpersonen einführen. Aber wenn, sollte man dies nicht unter dem Aspekt des Lernens verkaufen.
Eingeordnet unter Didaktik, Unterricht
Kinder im Medienzeitalter – Beitrag von Radio DRS
Je länger je mehr werden Lehrpersonen – und nicht nur iScouts – mit der Frage „Kinder und Medien“ konfrontiert. Vor allem, wer in der Primarschule etwas intensiver mit Computern im Schulzimmer arbeitet, vielleicht sogar im Internet, hat bei manchen Eltern schnell Erklärungsbedarf.
Antworten auf viele Fragen liefert dieser Beitrag von Radio DRS.
Geniale Time Machine

Manchmal hat man auch viel Glück im Leben. Etliche Wochen lang hatte ich mein MacBook nicht mehr an die externe Festplatte angeschlossen und somit auch kein Time-Machine-Backup gemacht. (Fahrlässig, ich weiss.) Gestern Vormittag dachte ich, es sei wieder mal Zeit, und die Festplatte ratterte dann doch einige Stunden, bis das Backup fertiggestellt war.
Ein paar Stunden später dann der totale Absturz des Betriebssystems. Selbstverursacht, ganz klar. Man sollte eben nicht in Systemdateien rumfummeln, wenn man nicht genau weiss, was man tut. Es begann damit, dass alle geöffneten Programme noch normal funktionierten, doch konnte ich kein einziges neues Programm mehr aufstarten – nicht einmal die Softwareaktualisierung. Da blieb nur ein Neustart, doch beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass nach so einem Fehler möglicherweise das ganze System nicht mehr aufstartet, und genau so war es dann.
Zu Glück hatte ich ja mein taufrisches Backup: Also System-DVD rein, Festplatte mit Time-Machine-Backup anstöpseln, und mit drei oder vier Mausklicks das Backup aufspielen. Dauerte höchstens fünf Minuten, um den Prozess in Gang zu setzen. Danach meldete mir das System, dass es nun viereinhalb Stunden alleine arbeiten werde, und ich ging ins Bett. Am nächsten Morgen war alles wieder da, genau so wie vorher.
Alles? Alles!
Hat mich nicht kürzlich wieder mal jemand gefragt, warum ich schon vor vielen Jahren auf Mac umgestiegen bin?
Eingeordnet unter Mac
Google Wave: Müssen wir das kennen?
Mal ehrlich: Wer von uns hat gewusst, dass es E-Mails schon seit bald 40 Jahren gibt?
Bei Google hat man sich die Frage gestellt: Wie würde E-Mail aussehen, wenn es heute erfunden würde?, und präsentiert nun Google Wave. Richtige Begeisterungsstürme sind unter den 100’000 glücklichen Testusern aber noch nicht ausgebrochen.
Müssen wir uns als Anwender im Allgemeinen und als iScouts im Besonderen schon mal etwas näher mit Google Wave befassen, oder ist diese Idee zum Scheitern verurteilt, einfach weil das menschliche Hirn im Gegensatz zum Computer nur ein begrenztes Mass an Informationen aufnehmen kann?
Wie Google Wave aussieht und wie es funktionieren soll, ist hier in einem kleine Werbefilmchen von Google dargestellt:
Und wo die Grenzen von Google Wave liegen könnten, sehen wir hier:
Eingeordnet unter Administration, Internet, Medien, Software
Ritalin mal aus einer anderen Optik
Was passiert, wenn ein Erwachsener ohne ADS Ritalin schluckt? Das steht heute in einem lesenswerten Artikel im Tages Anzeiger Magazin.
Spiele für den Unterricht
Bin beim Suchen auf diesen empfehlenswerten Link gestossen:

Spiele für den Unterricht
Die Seite enthält eine umfangreiche und sehr gut strukturierte und dokumentierte Spielesammlung für alle möglichen Situationen in und ausserhalb der Schule: fürs Schulzimmer, die Turnhalle oder Feld und Wald, Kennenlernspiele oder Spiele für Mobbing-Interventionen oder einfach nur zum Überbrücken von Zeit.
Eingeordnet unter Internet, Links, Unterricht
Twitter: Massenhaft Belangloses, aber auch sehr Ernsthaftes
So weit wie in den USA sind wir bei uns noch nicht, doch eine konservative Partei aus Übersee ist offenbar dran, in Sachen moderne Kommunikationsmittel den Anschluss zu verlieren. Fast alle – bis auf einen Senator älteren Kalibers aus Iowa.
Doch ich muss zugeben, dass sich mir der Sinn von Twitter bislang auch noch nicht ganz erschlossen hat. Auf hundert belanglose Twits kommt vielleicht mal einer, der mich wirklich interessiert, doch in der Regel ist es dann etwas, worauf ich kurze Zeit später in einem Blog sowieso gestossen wäre.
Doch bei einem ganz aktuellen Anlass spielt Twitter offenbar eine wichtige Rolle: Bei http://twitter.com/IranElection findet man quasi in Echtzeit Nachrichten aus dem Iran; die Twits tropfen da dieser Tage im Sekundentakt rein. Gestern Abend vor einer erneuten grossen Demonstration in Teheran überboten sich die Nachrichten an Dramatik. Allerdings sind diese Beiträge mit Vorsicht zu geniessen, denn es ist davon auszugehen, dass auch die Staatspropaganda mittwittert.
Politiker und das Problem Internet
Der obige kurze Film bezieht sich zwar auf Deutschland, dennoch ist es erschreckend, wie wenig Entscheidungsträger über die Sache, über die sie Gesetze verabschieden, überhaupt wissen. (Brigitte Zypries zum Beispiel, die nicht weiss, was ein Browser ist, ist derzeit an der Ausarbeitung eines Gesetzes beteiligt, mit dem die Vorratsdatenspeicherung von persönlichen Daten unbescholtener Bürger eingeführt werden soll.)
Vielleicht dreht ja jemand von uns mal mit seiner Klasse einen solchen Film über unsere eigenen Volksvertreter? Damit es nicht auch bei uns noch so weit kommt:
Eingeordnet unter Allgemein
Zukunft mit Internet
Wie die Zukunft der Medien im Internet angegangen werden könnte, und was die althergebrachten Institutionen alles in Bewegung setzen, um sich ihr zu verschliessen. Auch den einen oder anderen iScout könnte vielleicht dieser lesenswerte Beitrag bei Carta interessieren.
Schulgetwitter
Eine Lehrerin in Schottland hat über Twitter Nachrichten aus der Schule und über die Schule verschickt. Mit ein wenig Recherche findet man auch ein paar Auszüge aus ihrem Mini-Blog:
- Had S3 period 6 for last two years…don’t know who least wants to do anything, them or me
- Have three Asperger’s boys in S1 class – never a dull moment! Always offer an interesting take on things
- The thought of having some of my S4 beyond exam time doesn’t bear thinking about – for them as well as me I suspect
- Depute came in while I was logging on
Die Angelegenheit wird nun polizeilich untersucht, zumal in Schottland für Lehrpersonen während der Arbeit allein schon die Nutzung von sozialen Netzwerken (dazu gehört im übrigen auch Facebook) verboten ist. Wie der Tages Anzeiger schreibt, wird bezüglich möglichen Disziplinarmassnahmen ausschlaggebend sein, ob die Lehrerin negativ über namentlich genannte Schüler getwittert hat.
Regieren mit dem Internet
Wie heute unter anderem dem St. Galler Tagblatt zu entnehmen ist, setzt Barack Obama mit seinem Open Government auch im Internet neue Massstäbe.
Wie lange wird es wohl dauern, bis unser Bundesrat einen vergleichbaren Bürgerservice bietet? Werden es nur Jahre sein, oder müssen wir eher mit Jahrzehnten rechnen?
Von unseren Bundesräten gibt es gegenwärtig nur einen, der – mittels Blog – mit dem Volk im Dialog steht, und das ist Moritz Leuenberger. Ich persönlich lese seine Einträge gerne. Sie sind meistens recht sozialkritisch (wie von einem Sozialdemokraten nicht anders zu erwarten), oft aber auch sehr unterhaltsam.
Eingeordnet unter Internet
Chat mit der Nigeria Connection
Ein ebenso unterhaltsamer wie lehrreicher Beitrag im Tages Anzeiger über Gefahren im Internet und wie man ihnen begegnen kann. (Nicht vorbehaltlos zur Nachahmung empfohlen, da nicht ganz ungefährlich)
Mein Lieblingskommentar zum Artikel stammt von einem gewissen „Andi Matata“ (wohl ein Pseudonym):
Was dieser (weise) Nigerianer uns voraus hat; „er weiss, das jeden Tag ein Depp auf dieser Welt aufsteht, der Geldgeil und blöd ist“, das finde ich rationelles und professionelles Geld verdienen.
Vom Zynismus mal abgesehen, hat er im empfindlichsten Punkt leider recht: Der Grund, warum Spam überhaupt funktioniert, liegt darin, dass unter 100’000 Spam-Empfängern todsicher einer darauf antwortet und eine Packung Viagra bestellt. Und nur wegen diesen Deppen dürfen wir übrigen 99’999 Internet-User täglich unsere Ration Spam aus der Mailbox löschen. Und genau darum funktionieren auch die Methoden der Nigeria Connection.
Nachtrag: Wie ich Kathizas Link entnehme, war die von mit aus dem Bauch heraus geschätzte Zahl von 1/100’000 erfolgreichen Spam-Mails krass untertrieben:
US-Wissenschaftler haben aufdeckt, wieviel sich mit dem illegalen Versand von Werbe-E-Mails oder gefälschten Nachrichten verdienen lässt. Demnach „arbeiten“ Spammer recht profitabel auch wenn nur eine von 12,5 Millionen Spam-Mails erfolgreich ist.
Danke, Kathiza.
Eingeordnet unter Internet
Ich hätte gerne den Fis
Habe einen Videoclip von Bodo Wartke bei den Links zur Schule hinzugefügt: ein Beitrag zur Zwölftonmusik.
Viel Spass!
Eingeordnet unter Schule


