Auf Satellitenjagd

Ob die moderne Kommunikationstechnik mehr Segnungen oder mehr Schattenseiten mit sich bringt, darüber lässt sich streiten. Einige Dinge sind aber schlicht zu faszinierend, um die Technik wieder hergeben zu wollen.

Mein neues Steckenpferd ist die Himmelsbeobachtung. Nicht nur das Tracken von von Verkehrsflugzeugen mit Apps wie Plane Finder, sondern neuerdings vor allem das Aufspüren von Satelliten in der Morgen- oder Abenddämmerung. Es ist unglaublich, wie viele künstliche Himmelskörper sich allmorgendlich und -abendlich am Himmel tummeln, sei es das Heer von Satelliten oder abgetrennte Raketenstufen, die zum Teil vor 40 und mehr Jahren in die Umlaufbahn geschossen wurden und bis heute dort herumkreisen. Viele davon sind von blossem Auge sichtbar, wenn man genau weiss, wann sie wo auftauchen (wobei mir unser abgelegener Wohnort verhältnismässig gute äussere Bedingungen für die Himmelsbeobachtung bietet).

Allabendliches Himmelsereignis: Der Vorbeiflug der ISS

Die International Space Station ISS – bei klarem Himmel praktisch täglich von Auge gut sichtbar. (Bild: Wikimedia)

Die International Space Station ISS – bei klarem Himmel praktisch täglich von Auge gut sichtbar. (Bild: Wikimedia)

Ein fast allabendliches Ereignis – klarer Himmel natürlich vorausgesetzt – ist für mich der Vorbeiflug der ISS geworden. Sie ist an den meisten Morgen und Abenden zu sehen; manchmal aufgrund ihrer Erdumlaufzeit von 93 Minuten auch zweimal. Als ich sie das erste Mal sah war ich absolut fasziniert und fragte mich auch, wie sie mir in all den Jahren überhaupt entgehen konnte. Ist sie präsent, ist sie nach dem Mond das hellste Objekt am Sternenhimmel und unterscheidet sich nicht nur durch ihr ruhiges Licht, sondern auch durch ihre Flugbahn klar von – natürlich ebenfalls präsenten – Verkehrsflugzeugen. Wenn sie in ihrem ruhigen, goldenen Licht über einem vorbeizieht und bald darauf erlischt, wenn sie in den Erdschatten eintaucht, hat das etwas sehr Anmutiges.

Spektakuläre Iridium-Flares

Mit Aluminium beschichteter Iridium-Satellit: Reflektiert er das Sonnenlicht auf die Erdoberfläche, kann man dies als spektakuläres Himmelsereignis beobachten – wenn man weiss wann. (Bild: Wikimedia)

Mit Aluminium beschichteter Iridium-Satellit: Reflektiert er das Sonnenlicht auf die Erdoberfläche, kann man dies als spektakuläres Himmelsereignis beobachten – wenn man weiss wann. (Bild: Wikimedia)

Weitere sehr effektvolle Erscheinungen sind die sogenannten Iridium Flares. Sie stammen von den Iridium Satelliten und sind so hell, dass sie manchmal sogar am Taghimmel zu sehen sind. Verursacht werden sie von den insgesamt 66 gleichnamigen Kommunikationssatelliten, deren Oberfläche mit Aluminium beschichtet ist und deshalb das Sonnenlicht besonders hell auf die Erdoberfläche reflektieren. Die ausserordentlich spektakulären Ereignisse dauern nur 5–20 Sekunden, weshalb man genau wissen muss, wann sie wo auftauchen.

Kein Ereignis verpassen mit der richtigen App

Womit wir wieder bei den Segnungen moderner Kommunikationstechnik angelangt wären. Heute muss man keine dicken Bücher mit hunderten von Tabellen kaufen und diese interpretieren, um die ISS oder einen Iridium Flare beobachten zu können. Es genügt eine kleine Smartphone-App für nur wenige Franken. Drei davon habe ich ausprobiert und bin schliesslich bei Sky Guide hängengeblieben. Sie zeigt mir nicht nur jedes sichtbare und unsichtbare Himmelsobjekt an, sondern lässt auch Erinnerungen einrichten, die mich auf gut sichtbare Satellitenvorbeiflüge hinweisen. Ausserdem enthält sie Informationen zu zahllosen Himmelsobjekten wie Planeten, Sternen und Galaxien. Allein deswegen finde ich die App die paar Franken wert.

Beinahe-Kreuzung zweier künstlicher Satelliten am heutigen Abend: die ISS und der "Earth Radiation Budget Satellite" der NASA, dargestellt durch die App SkyGuide.

Kreuzung zweier künstlicher Satelliten am heutigen Abend: die ISS und der Earth Radiation Budget Satellite der NASA, dargestellt und vorausgesagt durch die App Sky Guide.

 

Eines der wichtigsten Lernziele: Medienkompetenz

Bild: CC alogenius (Flickr)

Bild: CC algogenius (Flickr)

Immer wieder mal wird man – ob man will oder nicht – mit dem Thema Medienkompetenz konfrontiert. Aktuell führe ich gerade eine Diskussion in einem Social Network, wo ich mir zu dem Thema wieder mal Gedanken mache.

Dies ist kein recherchierter oder mit Quellen abgeglichener Blogpost, sondern ich stelle hier lediglich dar, was Medienkompetenz für mich bedeutet.

Wer medienkompetent ist, ist nicht nur in der Lage, sich bei verschiedenen, gegensätzlichen Quellen zu informieren, sondern erkennt vielmehr sogar die Notwendigkeit darin, eine Information von einer Seite immer auch mit einer Zweitmeinung von anderer Seite zu vergleichen, die durchaus auch widersprüchlich sein kann. Wer medienkompetent ist, weiss auch mit solchen Widersprüchlichkeiten umzugehen.

Zur Medienkompetenz gehört für mich somit:

  • das bewusste Konsultieren verschiedenster, sich durchaus auch widersprechender Quellen;
  • das Abgleichen und Einordnen widersprüchlicher Informationen;
  • die Gewichtung dieser Informationen;
  • Die Information einer Quelle nicht einfach zu glauben, ohne sie vorher mit einer möglichst gegensätzlichen Quelle verglichen zu haben;
  • die abschliessende individuelle Einschätzung, wie glaubwürdig eine bestimmte Information ist, wobei diese Einschätzung stets eine momentane ist. Sie kann und soll sich entsprechend anpassen, wenn neue Informationen vorliegen.

Indizien für die Abwesenheit von Medienkompetenz sind:

  • eine Quelle für unglaubwürdig zu halten, nur weil eine andere Quelle dies behauptet;
  • eine Quelle für unglaubwürdig zu halten, weil sie eine Position vertritt, die der eigenen widerspricht;
  • Urteile zu einem Thema zu bilden, ohne sich sachlich damit auseinandergesetzt zu haben;
  • jede Form von Lagerdenken

Je medienkompetenter die Öffentlichkeit, desto schwieriger wird es für Parteien jeglicher Couleur, propagandistische Erfolge zu erzielen. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Weltlage ist für mich Medienkompetenz eines der wichtigsten schulischen Lernziele überhaupt.

Adapter für Nano-SIM: Schlecht beraten vom Swisscom-Telefonsupport

Nach vielen Jahren der Treue wechsle ich mein Handy-Abo von der Swisscom zu Salt. Nein, ich bin kein Schnäppchenjäger. Jahrelang bin ich der Swisscom trotz gegenüber der Konkurrenz wesentlich teureren Tarifen treu geblieben; auch aufgrund des guten Supports, den ich bei der Swisscom immer schätzte. Doch 100 oder 40 Franken im Monat sind doch mehr als ein kleiner ein Unterschied, weshalb ich Salt eine Chance gebe.

Nano- und Micro-SIM

Nano- und Micro-SIM

Doch Thema dieses Blogposts soll benannter Swisscom-Support sein: Da ich meine gegenwärtige Swisscom-Nummer weiterhin behalten, diese fortan aber auf meinem alten iPhone 4 mit einem Prepaid-Abo nutzen möchte, benötige ich dazu eine Micro-SIM, im Gegensatz zu meinem aktuellen Gerät, das mit einer Nano-SIM läuft.

Beim Telefonsupport von Swisscom möchte ich also eine Micro-SIM bestellen. Davon wird mir abgeraten; stattdessen empfiehlt mir die durchaus nette Mitarbeiterin, im Swisscom-Shop vorbeizugehen und einen Adapter für meine Nano-SIM zu holen. Den genauen Wortlaut des Gesprächs weiss ich nicht mehr, doch beendete ich das Gespräch im Glauben, dass mir eine neue SIM-Karte in Rechnung gestellt würde. Ich hatte jedoch auch nicht explizit nachgefragt.

Gestern Nachmittag stand ich also im Swisscom-Shop und bat die Verkäuferin um den gewünschten Adapter. Diesen hatte sie denn auch schnell zur Hand (Verkaufspreis: 4.90 Franken; geschätzter Wert: höchstens 30 Rp.). Ins Gerät einsetzen musste ich ihn allerdings selber, denn die Verkäufern sagte mir, dass es ihnen ausdrücklich untersagt sei, solches selbst zu tun. Grund: Die Nano-SIM in den Adapter zu legen ist schon eine ziemliche Frickelei. Zudem fällt die Nano-SIM auch bei minimalsten Erschütterungen sehr leicht wieder aus dem kleinen Rahmen heraus. Wenns dumm läuft, kann es passieren, dass sie dies innerhalb des Geräts tut. Die Folge in einem solchen Fall: Es ist nicht mehr möglich, die SIM aus dem Gerät zu entfernen, ohne dieses auseinanderzunehmen, was bei iPhones bekanntlich nicht so einfach geht. Das Gerät wird somit für die Telefonie unbrauchbar, und weder von Apple noch von Swisscom kann der Kunde mit Support rechnen, wenn ihm dies passiert.

Ob ich denn nicht besser doch eine neue Micro-SIM beziehe, fragte ich daraufhin. Ja klar!, meinte die Verkäuferin. Kostenpunkt: 0 Franken.

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Adapter für die Nano-SIM: Vom Swisscom-Telefonsupport empfohlen, im Swisscom-Shop verkauft. Kann schlimmstenfalls das Gerät zum Telefonieren unbrauchbar machen.

Das fand ich nun aber doch interessant! Weshalb empfiehlt mir der Swisscom-Telefonsupport denn eine solche Lösung, mit der ich mein Gerät kaputtmachen kann und die vom Gerätehersteller nicht unterstützt wird? Die Leute vom Telefonsupport stünden halt nicht selber im Laden, wenn ein Gerät kaputtgeht, antwortete die Verkäuferin sinngemäss, und liess durchblicken, dass sie sich nicht zum ersten Mal über diese Praxis ärgert.

Mein altes iPhone 4 läuft jetzt mit der neuen SIM wieder reibungslos (auf iOS 6, dafür aber noch mit einem Jailbreak, wie ich mit Freuden feststellte). Ich werde es in erster Linie als Dashcam im Auto verwenden, und ab und zu für Telefon und SMS, wenns denn unvermeidlich ist.

Meine neue Nummer von Salt bleibt streng geheim, und ich werde sie lediglich für Logins verwenden, die ein SMS benötigen. Denn ich habe das Abo nicht wegen des Telefonierens gelöst; ein reines Datenabo hätte mir durchaus ausgereicht. Ein solches habe ich nun, mit unlimitiertem Datenvolumen und jederzeit maximal verfügbarer Geschwindigkeit, für 40 Fr. im Monat (man vergleiche das mal mit den Swisscom-Tarifen).

Zu Hause ist der Salt-Empfang zwar reichlich dürftig, aber das macht nichts, da ich WLAN habe und ohnehin nicht mit dem Handy telefonieren will. Dafür jedoch: Kann ich mit 4G ins Salt-Netz, schlägt die Geschwindigkeit jene unseres Swisscom-Festnetzanschlusses, die max. 2.4 Mbit/s aufweist, um Welten.

Auf Sonnenfinsternis-Exkursion

Sonnenfinsternis

Einsetzende Sonnenfinsternis, fotografiert durch Rettungsfolie mit der Handy-Kamera.

Ich gebe zu, ich habe sie auch fast verpennt – die Sonnenfinsternis. Obwohl ich diese kosmischen Ereignisse faszinierend finde: So fuhr ich am 11. August 1999 nach Süddeutschland, um dort der totalen Sonnenfinsternis beiwohnen zu können, was eines der eindrücklichsten Ereignisse meines Lebens war. Auch reisten Regula und ich für die ringförmige Sonnenfinsternis vom 3. Oktober 2005 nach Ciudad Rodrigo in Spanien. Doch das Ereignis vom letzten Freitag hätte ich mit meiner Klasse tatsächlich fast verpasst.

Der glückliche Zufall wollte es aber, dass ich für den 20. März seit langem eine Exkursion geplant hatte: Wir gingen auf Geocaching-Tour. Erst Mitte letzter Woche wurde mir bewusst, dass unsere Exkursion genau auf die Sonnenfinsternis fällt; der Zeitpunkt hätte also nicht günstiger liegen können. Doch es gab noch ein Problem: Woher so schnell noch Brillen für die Sonnenfinsternis nehmen? Die Sonne mittels selbstgebastelter Linse zu projizieren wäre eine Möglichkeit gewesen. Ein Lehrer-Kollege von Regula hatte dann einen noch besseren Tipp: Eine Rettungsfolie, von der wir zu Hause zufällig noch eine hatten. Dreifach gefaltet bot diese den klaren und sicheren Blick auf die abgedeckte Sonne.

Wanderung bei partieller Sonnenfinsternis

Auf Wanderung während des Höhepunkts der Sonnenfinsternis: Das spezielle bleierne Licht ist auf dem Foto nicht erkennbar; ebenso wenig wie die eingesetzte Kälte.

Das fast perfekte Wetter (nur die Bergsicht war wegen Dunst leider eingeschränkt) und das zufällig ebenfalls perfekte Timing machten diese partielle Sonnenfinsternis zum Erlebnis. Wir standen mitten in einer Waldlichtung, als das spezielle bleierne Licht, das an Sonnenfinsternissen herrscht, auch von den Kindern staunend wahrgenommen wurde. Beim der maximalen Abdeckung der Sonne kurz nach 10:30 Uhr wanderten wir durch ein Hügeltal und realisierten, dass es spürbar kälter war als noch eine Stunde zuvor – ebenfalls eine Begleiterscheinung der Sonnenfinsternis.

Dass dieses sehr spezielle und seltene Naturphänomen auch für die Kinder zum unvergesslichen Ereignis wurde, da war auch viel Glück im Spiel. Doch vor allem hatten wir auch keine panik-schürenden und erlebnisfeindlichen Vorgaben von oben herab, so wie andernorts. (Hätte ich keine „Brillen“ mehr organisieren können, hätten wir die Exkursion deswegen nicht verschoben. Eine Sonnenfinsternis ist auch ohne Brille allein schon wegen des speziellen Lichtes ein Ereignis. Und ich habe auch Vertrauen in meine 5./6.-Klässler, dass sie nach entsprechenden Vorwarnungen – die ich am Vortag natürlich erteilt hatte – nicht direkt in die Sonne blicken, wenn sie sich der möglichen Konsquenzen bewusst sind.)

Auf die nächste partielle Sonnenfinsternis in der Schweiz vom Mittwoch, 12. August 2026 werde ich hoffentlich schulisch besser vorbereitet sein – wenn ich mir nicht gleich Urlaub nehme und nach Spanien fahre, um dort die totale Sonnenfinsternis zu beobachten.

Gratis-Karten für den Schulunterricht bei d-maps.com

Für den Realien-Unterricht brauche ich immer wieder mal Karten. Bis anhin hab ich das meist so gemacht wie der gewöhnliche Internet-DAU: Auf Google und dann Bildersuche. Sicher, so findet man auch was, irgendwann vielleicht auch in akzeptabler Qualität und möglicherweise gar ohne Copyright.

Bei einem der so gefundenen Bilder war unten eine URL vermerkt: www.d-maps.com. Sie fiel mir schon länger auf, aber da ich an einen kommerziellen Anbieter dachte habe ich sie nie ausprobiert – bis heute. Ich hätte es schon viel früher tun sollen: Unter d-maps.com gibts Karten in bester Qualität und in Hülle und Fülle. Für mein aktuelles Realien-Thema Thurgau finde hier Thurgau-Karten mit Städten, Gemeinden, Bezirken, Flüssen und nach vielen weiteren Kriterien angepasst. Der Dienst beschränkt sich aber nicht auf die Schweiz, sondern bietet Karten von allen Weltgegenden.

Ich bin begeistert und wundere mich, dass ich nicht schon viel früher darauf gestossen bin.

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Ganz ohne Nutzungsrechte gehts allerdings auch bei d-maps nicht:

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Bing macht aus Engländern Deutsche

Seit Kurzem ist die Bing-Übersetzung zurück auf Twitter. Doch man sollte sich nicht allzu sehr auf sie verlassen:

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Im russischen Originaltext ist die Rede von „Englischen Söldnern in Mariupol“. Bing macht aus den englischen Söldnern kurzerhand deutsche.

 

AppStore: Bei Missbrauch ist fertig mit Rückgaberecht

Vor gut zwei Wochen habe ich noch geschrieben, wie erstaunlich einfach es ist, im AppStore eine App wieder zurückzugeben. Dass dies manche Zeitgenossen auch zu missbräuchlichen Rückgaben einlädt – z.B. ein Spiel kaufen, zwei Wochen lang spielen und dann wieder rückerstatten lassen – hat man auch bei Apple mit einkalkuliert, wie ich auf Caschys Blog erfuhr. Wer zu viele Apps zurückgibt, wird eines Tages bei einem App-Kauf darauf hingewiesen, dass er die App nur kaufen und runterladen kann, wenn er auf sein Rückgaberecht – das er der EU-Gesetzgebung zu verdanken hat – ausdrücklich verzichtet.

No refunds beyond this point

No refunds beyond this point! (Bild: CC Ben Husmann / Flickr)

 

Deutsch In Schrieft Und Sprache!!!

Deutsch In Schrieft Und Sprache

Immer wieder höre ich im Schulalltag, dass die Schüler besser wieder richtig schreiben lernen, statt sich mit Zeugs wie diesem Internet zu beschäftigen. Dazu antworte ich jeweils: Beides ist wichtig, weil beides im Leben sowie im späteren Berufsalltag der Kinder gebraucht wird. Medienkompetenz brauchte der Transportunternehmer, um sein Inserat erfolgreich auf die Online-Stellenbörse raufzuladen. Doch ich räume ein, dass hinsichtlich seiner Kompetenzen in Rechtschreibung und Grammatik wohl noch Nachbesserungspotenzial besteht.

Versehentlich eingekauft

Problem meldenKürzlich habe ich in Apples Appstore wieder mal eingekauft. Kaum hatte ich auf „Kaufen“ geklickt und mein Passwort eingegeben fiel mir ein dass ich die gleiche Software vor einiger Zeit schon mal beim Hersteller direkt bezogen hatte. Mist – 15 Franken doppelt ausgegeben.

Es war reiner Zufall, dass ich wenige Tage später auf diesen Artikel im ipboneblog.de stiess. Gekaufte Apps kann man also zurückgeben? Wusste ich gar nicht.

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Unter der URL https://reportaproblem.apple.com erscheinen nach Anmeldung sämtliche Käufe, die man je bei Apple getätigt hat. Drückt man rechts neben den Kauf auf „Problem melden“, kann man dieses im Menu „Problem auswählen“ angeben. In meinem Fall wählte ich „Artikel versehentlich gekauft“. Apple will dann noch, dass man selber einige Worte dazu schreibt, was ich brav tat.

Dann ging alles sehr schnell: Ich kriegte eine Bestätigung, dass die Rücknahme erfolgt sei und mir den Kaufbetrag zurückerstattet werde. Voilà! Kundenservice vom Feinsten (den ich mir von Apple nicht immer gewohnt bin).

Update 18.1.15: Grenzenlos ist Apples Geduld mit missbräuchlichen Rückgaben allerdings nicht.

 

Bild der Woche: Instagram

Friends Graffity

Spam und Bots waren schon lange ein Ärgernis auf Instagram, um nicht zu sagen „Instaspam„. Nun endlich hat Instagram reagiert und – nicht ohne vorherige Ankündigung – ein paar Millionen Bots gelöscht, was überfällig war. Das hat dazu geführt, dass Instagram-Nutzer über Nacht einige Follower verloren, oder je nach (vermeintlicher) Popularität eben ein paar Millionen. Nicht richtige Follower, sondern imaginäre Follower; eben Bots, deren Daseinszweck einzig und allein darin bestand, die Followerzahlen anderer Nutzer aufzublähen. Also keine Menschen aus Fleisch und Blut, die anderen Nutzern gefolgt waren, weil sie deren Bilder so toll fanden.

Die Massnahme war überfällig. Dennoch hat sie bei etlichen Usern zu Proteststürmen geführt. Lieber mehr falsche „Fans“ als weniger echte; Hauptsache der Follower-Count ist möglichst aufgebläht. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Mein Instagram-Account ist übrigens seit einigen Monaten ziemlich verwaist. Stattdessen hab ich dafür Flickr wiederentdeckt. Nicht dass ich dort besonders aktiv wäre, aber die Community ist interessant und die Qualität der Bilder hoch.

90 Minuten Autofahrt für fünf Minuten Problemlösung

Weil der Dock-Connector an meinem iPhone kaum mehr Kontakt herstellte und ich Gefahr lief, mein iPhone irgendwann gar nicht mehr aufladen zu können, besuchte ich heute den Apple Store im Glatt-Zentrum in Wallisellen.

Apple Store im Glatt-Zentum

Gemütlicher Samstag-Vormittag-Kaffee vor dem Apple Store im Glatt-Zentrum.

Pünktlich zur Ladenöffnung um 9 Uhr war ich dort. Um 9:02 kam dann eine nette Apple-Store-Mitarbeiterin, fremdsprachiger Akzent (östlich?), wohl etwa 30 Jahre alt. Nicht die Art Person, der man auf Anhieb sein iPhone in Reparatur geben würde, aber das ist natürlich ein übles Klischee. Da ich meinen Besuch via Internet angemeldet und dabei auch mein Problem kurz geschildert hatte, brachte sie auch schon ein Dock-Kabel mit und stellte auf Anhieb fest, dass es gar nicht ganz ins Dock reinpasste, was mir selber gar nicht aufgefallen war. Sie hatte auch schon ein kleines Tool dabei, mit dem sie sogleich eine rund 1 Zentimeter lange Staubmaus aus dem kleinen Dock-Anschluss herauszog.

Ich ärgerte mich über mich selber: Dass Verunreinigungen im Dock-Anschluss der Grund des Problems sein könnten, hätte ich auch selber in Erwägung ziehen können, aber da ich das Problem fälschlicherweise an einem anderen Ort vermutet hatte, dachte ich überhaupt nicht an sowas. Die Apple-Mitarbeiterin tröstete mich und meinte, ich hätte dies nicht unbedingt selber erkennen können. Das Problem sei übrigens ein relativ häufiges: Wird der Dock Connector aus irgend einem Grund etwas feucht – beispielsweise, weil man das Gerät im Regen benutzt – sammelt sich dort Staub an und verstopft nach und nach die Anschlussbuchse. Dann testete sie noch kurz, ob sich das iPhone wieder aufladen lässt, was es problemlos tat.

Um 9:07 Uhr verliess ich den Apfel-Laden auch schon wieder. 90 Minuten Auto fahren für eine fünfminütige «Reparatur». Aber mit Babajeza im Glatt-Zentrum anschliessend einen Kaffee zu trinken war auch schön. Ausserdem machten wir auf dem Heimweg noch einen gemütlichen Verwandtschafts-Überraschungsbesuch in Brütten. Auch eine Möglichkeit, einen freien Samstag Vormittag zu verbringen – gar nicht mal die schlechteste. Und das Ziel dieses Vormittags, nämlich am Mittag wieder ein funktionierendes iPhone in der Tasche zu haben, habe ich ja schliesslich auch erreicht.

Bevormundung durch die Wоrdpress-Sprachpolizei

Wоrdpress – eine Internet-Plattform zum Hosten von Blogs, auf der auch dieser iScoutblog produziert wird – hat eine je nach Sichtweise lustige, seltsame oder nervende Angewohnheit: Schreibt man den Namen „Wоrdpress“ in irgend einen Blogpost, so wird aus dem Wort automatisch „WordPress“ mit Binnenmajuskel, so wie die Firma WоrdPress™ ihren Namen gerne geschrieben sieht. Ich persönlich finde solcherlei Bevormundung eher nervend als lustig.

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Wie ich es trotzdem geschafft habe, „Wоrdpress“ zu schreiben? Ganz einfach: Ich schreibe „Wrdpress„, schalte meine Tastatur auf kyrillische Schrift um (also zum Beispiel auf Russisch) und füge zwischen dem W und den r ein kyrillisches о hinzu – voilà.

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Werbung auf Wоrdpress

Vor einigen Wochen erhielt ich Post von einem ICT-Blogger. In einer E-Mail schickte er mir dieses Bild – ein Screenshot von einem Beitrag dieses Blogs

Werbung

und fragte:

Bringt diese Werbung wirklich so viel Geld, dass es sich lohnt, diese Bilder auf dem Blog zu haben?😉

Er meinte weiter, dass diese Werbung nicht so ganz zum Inhalt dieses Blogs passen würde, was ich natürlich auch so sehe.

Ich bin mir bewusst, dass Wоrdpress Werbeanzeigen auf dieses Blog schaltet, nur sehe ich beim Editieren der Beitrage nicht, welche Werbung es sein wird. Und Geld verdiene ich keines mit dieser Werbung – diese wird von Wоrdpress eingeblendet, weil ich den Dienst gratis nutze. Ungeachtet des Inhalts finde ich Werbung eigentlich immer störend, aber nicht so sehr, dass ich dafür jährlich 30 $ für das No-ads-Upgrade bei Wоrdpress zahlen würde.

Bin den Werbungen auf deinem Bild übrigens kurz nachgegangen. Sie führen zu keinem Inhalt, der in irgend einer Form „bedenklicher“ wäre als das, was man jeden Tag auch z.B. auf „20 Minuten“ sieht. Das unten rechts im Bild ist übrigens eine Musikerin.
Nachtrag: Wenn ich diesen Beitrag besuche, merke ich, dass meine AdBlock-Extension (auf Safari) ganze Arbeit leistet: Sie filtert sogar das Bild zu diesem Blogpost raus, bei dem es sich ja tatsächlich auch um eine Werbung handelt. Wer bei diesem Beitrag das Bild nicht sieht und es gerne anschauen möchte, deaktiviere bitte kurz seinen Werbeblocker.

Emojis: Mehr als eine Spielerei

Mailbox-App mit Emojis

Mailbox-App auf dem Mac mit Emojis.

Ich mag Emojis. In Mails oder SMS finde ich sie zwar durchaus entbehrlich (bei zurückhaltender Anwendung nett, bei übertriebener eher nervend), doch in meiner persönlichen Arbeitsorganisation sind sie mittlerweile ein fester Bestandteil. Dies weil sie bunt und auffallend sind. Als visueller und im Grunde genommen organisierter Mensch (jedenfalls in Computerdingen; in meinem Arbeitszimmer siehts zuweilen anders aus) mag ich es, Dinge auf den ersten Blick zu erfassen. Und hierbei sind mir Emojis sehr hilfreich.

Während mich die neue Google Inbox zumindest in ihrer Beta-Phase noch nicht wirklich überzeugt, bin ich von der Mailbox App seit längerem schwer angetan. Als Jünger von David Allen und Anhänger des Zero Inbox Prinzips ermöglicht es mir die App, meinen Mail-Posteingang in wenigen Handstreichen leerzufegen und die Dinge so zu sortieren, dass mir der Überblick darüber gewahrt bleibt und ich sicher bin, dass auch nichts vergessen geht. Dass es sie Mailbox App nun seit wenigen Wochen auch für den Mac gibt (als Beta-Version), bedeutet für mich, dass ich mich der Perfektion meines Workflows annähere.

Und was haben nun die Emojis damit zu tun?

Mailbox App iPhone

Mailbox-App mit Emojis auf dem iPhone.

Weil sie bunt und auffallend sind erlauben sie mir einen prägnanten Überblick über meine Pendenzen. und ergänzen die Symbole der Mailbox-App in einer für mich sinnvollen Weise. Der Einsatz von Emojis beschränkt sich bei mir nicht auf die Mailbox, sondern auch auf andere Instrumente meiner Arbeitsorganisation wie etwa OmniFocus.

Da Emojis nicht für den Zweck erfunden wurden, zu dem ich sie verwende, wünsche mir noch viele weitere Emojis. Nicht noch mehr Smilies und Herzchen (von denen hat es nun definitiv genug), sondern solche, die für meine Arbeitsorganisation besser von Nutzen wären.

Emojis

Wie die Art des Medienkonsums das Weltbild beeinflusst

Von Daniele Ganser gibt es die höchst interessante Aufzeichnung einer Vorlesung an der Universität Basel zu 9/11, die ich in ihrer vollen Länge von 89 Minuten jedem empfehlen möchte, der sich aufrichtig über die Hintergründe zu diesem Thema interessiert.

In der abschliessenden Fragerunde (Video unten) äussert sich Ganser kurz zur Rolle der Medien in Sachen 9/11 und darüber, wie seine Studenten im Alter von 18–25 Jahren zu ganz anderen Schlussfolgerungen kommen als ihre Eltern. Den Grund sieht er darin, dass die beiden Generationen unterschiedliche Medien konsumieren. Während die Eltern traditionelle Medien wie etwa die NZZ oder die Tagesschau bevorzugten, informiere sich die junge Generation fast ausschliesslich im Internet (ab Minute 1:03). Die Eltern-Generation hege daher kaum Zweifel an der offiziellen, von der US-Regierung verbreiteten Surprise-Theorie, während die Jüngeren zu alternativen Erklärungsmodellen hin tendierten.

Schriftart für Legastheniker

Zufällig traf ich beim Konfigurieren meiner Instapaper-App auf die Schriftart OpenDyslexic.

opendyslexic

OpenDyslexic wurde speziell für Legastheniker entwickelt. Wie die Schrift diesen helfen kann, können die Entwickler am besten selber erklären:

OpenDyslexic ist eine Schriftart, die speziell für legasthene Menschen entwickelt wurde. Manche legasthene Menschen haben Schwierigkeiten, die Richtung der Buchstaben zu unterscheiden oder es scheint ihnen, dass die Buchstaben nicht an ihrem Platz bleiben, sondern hin und her springen. In OpenDyslexic sind die Buchstaben unten etwas dicker. Durch dieses Gewicht kommt es zu keinem Umdrehen oder Verwechseln der Buchstaben mehr. Jeder Buchstabe hat seine eindeutige Form. So lässt sich z.B. aus einem “b” durch Spiegelung kein “d” erzeugen. Auch stehen die Buchstaben etwas weiter auseinander, was Studien zufolge für legasthene Menschen sehr hilfreich ist.

Die Schriftart gibts gratis zum Download und lässt sich nicht nur auf dem Computer installieren, sondern für die Browser Chrome und Safari auch als Browser-Addon hinzufügen, sodass auch der Inhalt von Internet-Seiten mit OpenDyslexic angezeigt wird.

So sieht das dann auf Safari aus (inklusive Darstellungsfehler im oberen Menu, zurückzuführen auf die grössere Breite der Schriftart):

Bildschirmfoto 2014-10-25 um 08.41.08

Im Vergleich dazu die Standard-Ansicht:

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„Wer wird Millionär“ fürs Schulzimmer

Screenshot von "Who wants to be a winner". Dass es auf Englisch daherkommt und mit dem Dollar als Währung ist kein Problem, weil sich die PowerPoint-Vorlage beliebig bearbeiten lässt.

Screenshot von „Who Wants to be a winner“. Dass es auf Englisch daherkommt und mit dem Dollar als Währung ist kein Problem, weil sich die PowerPoint-Vorlage beliebig bearbeiten lässt.

„Wer wird Millionär“ ist nicht nur eine bekannte Fernsehsendung, sondern auch ein beliebtes Spiel für Kinder, das auch von Lehrpersonen geschätzt wird; sei es um ein Thema zu vertiefen oder einfach nur, um mit der Klasse ein Quiz zu machen, etwa vor den Ferien.

Im Internet gibt es verschiedene kostenlose Möglichkeiten, an dieses Spiel zu kommen (das, wohl aus rechtlichen Gründen, unter unterschiedlichen Namen angeboten wird). Direkt bei RTL kann man „Wer ist Millionär“ online spielen; allerdings nur mit vorgegebenen Fragen, die für Kinder oft zu schwierig sind.

Eine Kollegin hat mich auf das kostenlose Programm „Wer wird Quillionär“ aufmerksam gemacht, das mir einen guten Eindruck macht, zumal man die Fragen und Antworten auch selber erstellen kann und ausserdem zu verschiedenen Themen bereits vorgefertigte Spiele runterladen und einbinden kann. Für manche ein Problem: Läuft leider nur auf Windows.

Dem gegenüber wird das Spiel „Who Wants to be a Winner“ von Mark E. Damon als PowerPoint-Vorlage angeboten, ist somit universell einsetzbar und kann beliebig angepasst werden. Ab dem Mittelstufen-Alter übrigens auch dazu geeignet, von Kindern eigene Quiz erstellen zu lassen.

Als heute Morgen fast das Internet kaputt war

Heute fiel bei „Schulen ans Internet“ die Google-Suche aus. Das ist nicht lustig. Lustig sind aber manche Reaktionen betroffener Lehrpersonen und Schüler.

Ein kurzes Verlaufsprotokoll des heutigen Tages:

  • 7:00 Uhr: Ich arbeite seit 30 Minuten normal mit Internet, ohne etwas Besonderes zu bemerken. Eine Kollegin kommt: „Das Internet geht nicht!“. Ich vermute erst eine lose Kabelverbindung – zu Unrecht. Doch die Google-Website auf ihrem PC lädt tatsächlich nicht. Nach dem Aufruf einer anderen Website ist der Fall schnell klar, und ich schreibe einen Tweet an den Swisscom-Support.
  • 8 Uhr: Ein Schüler, nachdem ich ihn darauf aufmerksam machte, dass Google heute Morgen nicht funktioniert: „Hä? Aber wie komme ich denn zu Antolin ohne Google?“ Es folgt ein Crashkurs in Sachen ICT-Standards M02 und im erweiterten Sinne von M17.
  • 8:30 Uhr: Da ich es versäumt habe, das Team über den Google-Ausfall zu informieren, trudeln die ersten Fehlermeldungen ein: „Das Internet geht nicht!“ – abgeschickt per E-Mail vom Arbeitsplatz. (Ja, genau.)
  • 16 Uhr: Google-Suche funktioniert immer noch nicht. Ob die Ursache bei Swisscoms ZScaler-Hack liegt, ist mir bis dato unbekannt.

Zufrieden mit Apple – aus Gründen

Apple-Kunden

Über diese Karikatur, die anlässlich des Verkaufsstarts des iPhone 6 die Runde machte, musste ich lachen. Denn auch als an sich sehr zufriedener Apple-Kunde ist mir das sektenartige Gebaren des Konzerns zuweilen auch zuwider. Allerdings kann man auch alles übertreiben – auch den irrationalen Hass auf eine Firma.

Die legendären Apple-Keynotes, welche ich seit vielen Jahren gespannt und wenn möglich live verfolge, polarisieren. Wie viel Apple mit seinen übersteigert euphorischen Auftritten, das uns Europäern grundsätzlich suspekt ist, selber dazu beiträgt, sei dahingestellt. Jedenfalls scheint es keine neutralen Meinungen zu Apple zu geben: Entweder man liebt Apple (oder wenigstens seine Produkte), oder man hasst diesen Konzern abgrundtief – dies fiel mir in der letzten Keynote von Cook & Co besonders auf. Während man die rituellen Apple-Keynotes jahrelang ungestört mit Gleichgesinnten in den Sozialen Medien verfolgen und sich gegenseitig austauschen konnte, war ich diesmal vor allem damit beschäftigt, die vielen Hater-Posts zu überlesen. Wie können sich Leute so über Produkte aufregen, die sie ohnehin nicht kaufen wollen? Ich bin noch daran, dies zu verstehen zu versuchen.

Ich werde in den nächsten Monaten nicht in den Apple Store pilgern; weder für das iPhone 6 noch für die Apple Watch. Mit meinem iPhone 5S bin ich noch immer mehr als zufrieden, und das Nachfolgemodell bietet mir keine Verbesserungen, für die sich der Kauf eines so teuren Produktes lohnen würde. Am interessantesten wäre allenfalls der NFC-Chip, doch auch erst dann, wenn auch in Läden und Warenhäusern die entsprechende Infrastruktur ausreichend zur Verfügung steht. Hinsichtlich des grösseren Bildschirms des iPhone 6 bin ich noch skeptisch, und ein 6 Plus kommt für mich ohnehin nicht in Frage. Was die Apple Watch betrifft, finde ich das Design langweilig und das Produkt interessant, weiss aber als alter Apple-Hase vor allem auch, dass man nie die erste Generation eines Apple-Produkts kaufen sollte.

Was das iPhone und auch den Mac betrifft, werde ich Apple für absehbare Zeit treu bleiben. Auch wenn ich mich hin und wieder mal über einen nicht funktionierenden Mac ärgern muss, kenne ich keine Produkte, die so rund und aufeinander abgestimmt laufen. Die gegenseitige Abgestimmtheit der Apple-Geräte (das Konzept heisst „Continuity“) finde ich denn auch die weitaus interessanteste Neuerung, die Apple in den letzten Monaten vorgestellt hat. Als Beta-Tester von OS X Yosemite schätze ich die Magie, auf einem iPhone eine E-Mail beginnen und auf dem Mac nahtlos weiter schreiben zu können, bereits jetzt. Auch wenn mir auf dem iPhone eine Seite zu klein wird, kann ich schnell zum Mac wechseln und dort die geöffnete Website praktisch mit einem Tastendruck (cmd-Tab) öffnen.

Während Windows es allmählich geschafft hat, sich nach jahrelangen Versuchen krampfhaft von XP zu entledigen (XP 2001 erschienen 2001 und wird von vielen Windows-Usern immer noch für das beste Windows aller Zeiten gehalten), entwickelt Apple sein OS X und iOS kontinuierlich weiter und bringt im Jahreszyklus Updates des Betriebssystems, die oftmals weit mehr sind als ein bisschen Produktpflege. Für mich ist Apples Innovationskraft ungebrochen.

Danke fürs Vertrauen

Ich habs gern, wenn die Arbeit unbürokratisch vonstatten geht. Doch manche „Supportanfragen“ lassen mich hin und wieder doch über ein Fehlermeldeformular nachdenken.

MacBook mit Fehlermeldung: «Bitte mal anschauen».

MacBook mit Fehlermeldung: «Bitte mal anschauen».

Da das MacBook normal startete und keinerlei auf den ersten Blick ersichtlichen Probleme aufwies, sage ich nur: Danke für das leider ungerechtfertigte Vertrauen in meine hellseherischen Fähigkeiten.🙂

Neulich, beim Medienzentrum der PH Thurgau

Ich muss es vorweg sagen: Das Medien- und Didaktikzentrum der PH Thurgau in Kreuzlingen, kurz MDZ, bietet einen hervorragenden Service: Studenten und Lehrpersonen können hier kostenfrei und reichlich Material für den Schulunterricht ausleihen. Ich schätze es, dass es diesen Service gibt und dass ich jederzeit auf ihn zurückgreifen kann, falls es mir zu einem Thema mal an Material fehlt.

Das Corpus Delicti: Mein Benutzerausweis des MDZ, mit sichtbaren Abnützungsspuren durch jahrelanges vergebliches Herumtragen im Portemonnaie.

Das Corpus Delicti: Mein Benutzerausweis des MDZ, mit sichtbaren Abnützungsspuren durch jahrelanges praktisch gebrauchsloses Herumtragen im Portemonnaie.

Allerdings brauche ich den Service auch eher selten. Und so habe ich auch meinen MDZ-Benutzerausweis irgendwann aus meinem Portemonnaie entfernt, zusammen mit etlichen anderen Kärtchen, die ich ebenfalls (fast) nie brauche, wie Krankenkassen-, Autoversicherungs-, Personalausweis- usw.- Kärtchen. Ich trage nämlich auch so noch mehr als genug Kärtchen mit mir herum: Mein Zweitberuf erfordert es, dass ich nicht weniger als drei Fahrausweise bei mir habe, ausserdem benutze ich regelmässig zwei Maestro-Bankkarten sowie eine weitere Kreditkarte, dann kommen noch mein Halbtax-Abo, meine Tank-Karte und meine ID hinzu. Man rechne: Wenn nun jede Karte ca. 0,8 mm dick ist, machen diese allein mein Portemonnaie um gut 7 mm dicker. Als ich noch alle anderen Karten mit mir herumtrug waren es mehr als 10 mm. So habe ich mein Portemonnaie – und mich – einmal von allen überflüssigen Kärtchen befreit. Auch mein MDZ-Benutzerausweis fristet seither sein Dasein zu Hause in einer Schublade.

Manchmal entscheide ich spontan, nach Schulschluss noch schnell im MDZ vorbeizugehen. Oder, zugegeben, ich denke am Morgen zu Hause noch nicht daran, dass ich abends vielleicht im MDZ noch was abhole. In beiden Fällen tauche ich dann ohne Karte am Schalter auf. Für das MDZ aber an sich kein Problem; jedenfalls kein technisches. Ich kenne meine vierstellige Mitgliednummer, und die Bibliothekarin kann meine Identität mit einem der vielen Ausweise, die ich ja bei mir habe, problemlos überprüfen. Da die MDZ-Karte kein Passfoto hat, müsste die Überprüfung via Personalausweis sogar sicherer sein.

Allerdings hat man sich beim MDZ offenbar entschieden, seine Kundschaft zu erziehen. Ich bin mir Rückfragen im belehrenden Ton bereits gewohnt, doch ich letzte Woche erlebt habe, machte mich – wie es auf Mundart so schön heisst – putzig.

Die Bibliothekarin im Studentenalter war kurz davor, mir die Herausgabe der reservierten Gegenstände zu verweigern. Dabei schlug sie einen Tonfall an, mit dem jeder Lehrling, den man auf die Kundschaft loslässt, sei es im KV, als Coiffeuse oder als Velomech, die Lehrstelle innert weniger Wochen los wäre. Eine höflich, aber bestimmt geäusserte Vorwarnung, dass ich den Laden umgehend verlassen würde, wenn sie diese Diskussion ernsthaft so mit mir weiterführen wolle, setzte ich kurz darauf in die Tat um.

Am nächsten Morgen schrieb ich eine E-Mail ans MDZ, um den Vorfall zu schildern, und bekam sogleich eine nette und ausführliche Antwort. Obwohl mir die Antwortende mitteilte, schon alle möglichen Alternativen zur Plastikkarte geprüft zu haben, bedankte sie sich höflich für meine unten genannten Anregungen, die man „wie alles, was der Verbesserung unseres Services dienen könnte, gern entgegennehme und prüfen werde.“ Mal schaun…

Wie gesagt, ich schätze das Angebot des MDZ. Noch viel besser wäre der Service, wenn sich das MDZ eines Tages entscheiden sollte, mit einem technisch moderneren Buchungssystem zu beglücken. Etwa einem Strichcode, den ich mittels Bilddatei auf dem Smartphone mitführen könnte, oder, so wie es die Migros mit dem Cumulus-Code macht, mit einer Klebetikette im Portemonnaie. So würde ich mich auch beim MDZ jederzeit gerne bei einer hoffentlich netten Bibliothekarin ausweisen.

Wir sind wütend!

Eine der wenigen Sternstunden in der Diskussion um die Ukraine-Krise: Der ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses erklärt im ZDF, warum die «Beweise» für eine angebliche russische Invasion in der Ukraine wohl gefälscht sind (ab Minute 4:52).


Medienkompetenz ist eine Fähigkeit, die – wie in diesen Tagen so offensichtlich wie selten zuvor – je länger je wichtiger wird. Um die vielen Informationen, die uns das Internet bereitstellt, nach Qualität und Relevanz abzuwägen braucht es viel kritisches Urteilsvermögen sowie Wissen und Erfahrung. Früher nahm die Bezahlpresse die Funktion des «Torwächters» ein: Aus der Fülle von Informationen, die ihr zugetragen wurden (und dem gewöhnlichen Medienkonsumenten gar nicht zugänglich waren) wählte sie aus, überprüfte Informationen auf ihre Richtigkeit und stellte bei wichtigen Storys auch eigene Recherchen an, wobei gut vernetzte Journalisten auf Informanten ihres Vertrauens zurückgreifen konnten.

Wenn die Torwächter schlafen, wird kritisches Urteilsvermögen umso wichtiger

Die Bezahlmedien sind de facto zu Gratismedien mutiert und haben sich selber das Zertifikat «Qualitätsmedien» verliehen. Entgegen der Selbstbeweihräucherung nehmen sie die Torwächterfunktion immer noch in Anspruch, aber immer seltener wahr. Was uns dieser Tage in Sachen Berichterstattung aus der Ukraine zugemutet wird spricht halbwegs informierten Zeitgenossen Hohn. So kommentiert der Infosperber heute:

Wem darf man in der ganzen Sache noch glauben?
Wahrscheinlich niemandem. Und schon gar nicht den Medien.

Es drängt sich der Eindruck auf, die publizierten Berichte werden der Presse direkt von Rasmussens Redenschreiber diktiert. Die Ukraine-Korrespondenten der „Qualitätsmedien“ sitzen in Wien, Berlin, bestenfalls in Moskau, aber nicht in Kiew oder Sewastopol und schon gar nicht in Donezk oder Luhansk. Schuldfragen werden als geklärt betrachtet, wo noch kaum gesichertes Wissen vorliegt, wie etwa beim Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs MH17, bei dem die Publikation des Untersuchungsberichtes von klandestinen Kreisen verzögert wird und – wie man uns schon mal vorab mitteilt – auf die Veröffentlichung von existierenden Stimmenrekorder-Aufnahmen verzichtet werden wird. Als «gesicherte Information» galten auch zwei russische «Invasionen», die sich beide Male als plumpe Fälschungsversuche entpuppten.

Der Journalismus ist kaputt

Die Liste journalistischer Fehlleistungen und Nachlässigkeiten ist lange und eklatant. In manchen Bereichen mag der traditionelle Journalismus noch funktionieren, wie etwa in der Inlandberichterstattung bei der Aufdeckung der Drahtzieher in der Causa Geri Müller, und selbst beim Thema Ukraine gibt es Lichtblicke: So stammt obiger Link zu den (skandalösen) Verschleierungsversuchen zum Untersuchungsbericht verweist auf einen Artikel der deutschen Welt. Der über dem Artikel eingebettete Diskussionsausschnitt stammt aus der Diskussionssendung von Maybrit Illner, und ebenfalls beim ZDF ist die Sendung «Die Anstalt» schon durch wohltuend kritische Betrachtungen der Ukraine-Krise aufgefallen.

Leider sind diese Lichtblicke seltene Ausnahmen im Propagandalärm, den die Massenmedien mangels schlafenden oder entlassenden Torwächtern ungefiltert auf uns hereinprasseln lassen. Gerade in der Ukraine-Krise mit ihren beängstigenden potentiellen Folgen sollte uns dies nicht einfach egal sein.

Und warum steht jetzt dies alles auf dem iScout Blog? Weil Medienkompetenz ein unumstrittener Teil unseres Bildungsauftrags ist. So heisst es im aktuellen Thurgauer Lehrplan für die Primar- sowie für die Sekundarschule:

Die Volksschule unterstützt die Schülerinnen und Schüler in einem überlegten Konsumverhalten, sinnvoller Freizeitgestaltung und kritischer Auseinandersetzung mit den Massenmedien. Sie fördert dabei insbesondere die Eigenaktivität.

… und wer den Schülern einen kritischen Umgang mit den (Massen-)Medien vermitteln will sollte selber über einen solchen verfügen.

Wirklich wütend

Unzufrieden mit den Medien war vor bald drei Jahren am österreichischen Fernsehen auch Roland Düringer, der den Zuschauern in einer dreiminütigen Schimpftirade mitteilte, worauf er alles wütend ist – ab Minute 2:50 kommt auch das (österreichische) Schulsystem dran.

Der Film, der an Kritik nichts enthält, was bei uns in den 80er-Jahren nicht auch ein Niklaus Meienberg hätte sagen dürfen, wurde mittlerweile offenbar vom ORF entfernt und «zur Ausstrahlung gesperrt», was bei den Österreichern im Netz nun für Empörung sorgt. Recht so!

Och Mama…!

Einen Film, der mir vorgestern von einer Kollegin zugeschickt wurde, zeigte ich gleichentags noch am Elternabend. Vielleicht wars mutig, weil sich einige hätten angesprochen fühlen können, doch das passierte nicht. Es wurde herzlich gelacht, und ich konnte danach noch ein paar Sachen zum Thema Hausaufgaben erklären.

Eine gewisse Aktualität hat auch dieser Film aus der gleichen Reihe, der sich dem Thema „Frühes Fremdsprachen-Lernen“ widmet. Wie der erste zeigt er in überspitzter Form eine Problematik auf: Nämlich die, dass „je früher, desto“ besser beim Lernen von Fremdsprachen nicht stimmt, wenn das Lernen nicht immersiv vonstatten geht.

Ja, Medienkompetenz ist wichtig

Die Aargauer Grünen liefern heute ein gelungenes Beispiel, warum Medienkompetenz wichtig ist. Und ich meine jetzt nicht den amtierenden Badener Stadtpräsidenten, sondern den Verantwortlichen für den Parteiauftritt auf Twitter.

Bildschirmfoto 2014-08-17 um 14.53.16

 Vielleicht wäre der untere Tweet nie abgeschickt worden, wären die Betreiber während ihrer Schulzeit in den Genuss des Fachbereichs „Medienbildung“ gekommen, wie es der Lehrplan 21 vorsieht (dessen Einführung im Kanton Aargau soeben um ein paar Jahre zurückgestellt wurde. Dies allerdings nicht unbegründet – Konsolidierung kann im Bildungswesen gegenwärtig auch nicht schaden.)

Fundstücke aus dem Internet: Die Attosekunde

Das eine oder andere Thema zum Bloggen fällt mir zum Schulanfang ja schon ein:

  • … der mehrstündige Aufwand, den man als Admin von drei Schulhäusern hat, bis alle Logins auf den Schulhaus-Servern und LehrerOffice-Zuteilungen wieder einigermassen ordnungsgemäss eingerichtet sind
  • … die Arbeit, welche das Abräumen aller PCs vor und Wiederaufstellen derselben nach den Sommerferien erfordert (je nach Schulhaus mit iMacs oder Laptops eine Frage von Minuten, mit Tower-PCs, die erstaunlicherweise immer noch nicht verschwunden sind, eine von Stunden)
  • … oder, privat, mein (gar nicht so) altes MacBook, das seit vielen Monaten seine WLAN-Dienste nur sehr launisch erfüllt (noch kein Techniker konnte mir bislang sagen warum) und das Steve Jobs‘ enthusiastisches „It just works!“ wie blanker Hohn klingen lässt.

Stattdessen blogge ich lieber über die Attosekunde:

KcGw8YFAwesome!🙂

Hilfe!!!

Gestern fand ich von einer Bekannten folgende E-Mail in meinem Postfach:

Hilfe

Natürlich stammt die Mail nicht von ihr selbst. Nein, ihr Mailkonto wurde auch nicht gehackt. Vielmehr verschafften sich Unbekannte irgendwie Zugang zu ihrem Mailpasswort.

Wer seine Freunde, Bekannte, Vorgesetzte und Geschäftskollegen vor solchen Mails bewahren möchte, sollte hinsichtlich Passwörtern als allermindeste Vorsichtsmassnahmen diese Regeln beachten:

  • Das Passwort selbst sollte einigermassen sicher sein (mindestens 8 Zeichen, worunter auch Zahlen sowie Gross- und Kleinbuchstaben
  • Das Passwort sollte von niemandem erraten werden können und sollte somit weder Namen von Kindern, Haustieren, Ferienzielen noch Geburtstagsdaten usw. enthalten.
  • Mit der Anzahl Logins, die wie alle haben, ist es nahezu unmöglich, für jede Anmeldung ein komplett eigenes Passwort zu haben. Doch da das E-Mail-Konto in der Regel das wichtigste Login ist, das man hat, sollte man zumindest für dieses ein Passwort verwenden, das sich von allen anderen Passwörtern klar unterscheidet.

Natürlich schützen auch diese Tipps nicht hundertprozentig vor einem Passwortklau (ich möchte auch nicht ausschliessen, das mir sowas selber mal passiert), doch sie verringern die Wahrscheinlichkeit zu so einem Ärgernis schon beträchtlich.

Tipps zu sicheren Passwörtern gibts z.B. hier.

Ebenfalls zu empfehlen sind Passwort-Manager. Auch von diesen gibts verschiedene; ich selber bin sehr zufrieden mit 1password.)

Nachtrag: Wie ich von Felix Rauch auf Google+ aufmerksam gemacht wurde, ist selbstverständlich die zweistufige Authentifizierung, wie sie z.B. Google oder auch Dropbox anbieten, eine sehr sichere Methode des Schutzes von Konten. Da einem wie beim E-Banking nach der Anmeldung mit dem Passwort zusätzlich ein SMS-Code zugeschickt wird ist es auch nicht allzu tragisch wenn man ein Passwort hat, das die Sicherheitskriterien nicht ganz erfüllt.

 

Wo man hinschaut alles Nazis

Eine der beständigsten Konstanten im Internet ist Godwin’s Law, das besagt:

Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit den Nazis oder Hitler dem Wert Eins an. (As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.)

Wie schnell manche Leute mit Nazi-Vergleichen um sich werfen, zeigte sich wieder mal schön an der Fussball-WM – und wenns um die Deutschen geht, ist die Versuchung zu absurden Nazi-Vergleichen offenbar besonders gross:

BrNhiVpCIAEvhTH

(Diese Grafik macht derzeit auf Twitter die Runde; die ursprüngliche Quelle konnte ich nicht eruieren.)

Godwin’s Law ist nur eines von zahlreichen Usenet-Laws, die sich im Verlauf von wenigen Jahrzehnten Diskussionskultur im Internet entwickelt haben. Gemäss gängigem Verständnis handelt es sich bei diesen «nicht um Gesetze im Sinne von Verordnungen und Vorschriften, sondern um Gesetze im Sinne von Naturgesetzen! Sie wurden also nicht erlassen, sondern entdeckt.» (bruhaha.de)

Vorbildliche Stadtpolizei Zürich

Wow! Der Stadtpolizei Zürich werden via Twitter Mängel an einer Baustelle gemeldet. Konkret ging es darum, dass die Baustelle für Fussgänger nicht sicher war; dies an einer Stelle, an der offenbar oft Kindergärtler vorbeigehen. Nach einer kurzen Rückfrage ebenfalls auf Twitter am gleichen Tag sind die Mängel zwei Tage später behoben.

So effizient können soziale Medien sein, wenn sie auch von Amtsstellen genutzt werden.

Apple: Kulanz ersetzt keine Garantieleistung

Mac, it just works – von wegen. Natürlich haben auch Macs hin und wieder mal Macken.

Eine ziemlich ärgerliche habe ich vor ein paar Wochen erlebt: Mein relativ neuer, noch unter Garantie stehender iMac legte beim Aufstarten immer mal wieder eine Pause ein. Erst waren es rund 5 Minuten, das nächste Mal bereits gestoppte 18 Minuten, später dann locker eine dreiviertel Stunde. Während dieser Zeit erschien beim Start im Verbose Mode die Meldung

 pci pause: SDXC

"pci pause" beim Aufstarten

Anschliessend setzte der Mac den Bootvorgang fort als ob nichts weiter passiert wäre. Bei Apple User Deutschland auf Google+ habe ich mein Problem geschildert. Dort wies mich Kai Thomford darauf hin, dass das Problem vermutlich mit dem SD-Karten-Slot zu tun hat; weiterhelfen konnte mir aber leider trotzdem niemand. Also brachte ich den Mac in die Reparatur, denn schliesslich hatte ich ja noch Garantie auf das Gerät. Beim Apple Reseller wurde dann das Mac OS neu installiert. (Dies hätte ich zwar auch selber tun können, doch bis zu jenem Zeitpunkt hoffte ich noch, ich würde um diese Massnahme herumkommen.)

Was die Ursache für diesen Fehler war konnten auch die Techniker beim Apple Reseller nicht herausfinden. Damit habe ich kein Problem. Weniger Verständnis habe ich allerdings für den Standpunkt von Apple: Wenn ein Fehler mit den Apple Servicetools nicht eruiert werden kann, hat der Kunde auch keinen Anspruch auf Garantie. 

344.jpgWie bitte?!

Dass ich die (teure) Neuinstallation des Betriebssystems nicht selber berappen musste habe ich nicht Apple zu verdanken, sondern meinem Apple Reseller, der mir die Reparatur trotzdem kostenfrei ausgeführt hat (ohne von Apple dafür entschädigt zu werden). Der Techniker meinte zwar, dass Apple sich vermutlich ebenfalls kulant gezeigt hätte, wenn ich das Gerät in einem Apple Store vorbeigebracht hätte.

Doch das reicht nicht: Der nächste Apple Store ist für mich in Wallisellen oder Zürich, also im besten Fall 45 Minuten mit dem Auto oder fast 90 Minuten mit Auto und Zug. Ich habe nie in Zürich zu tun, also hätte mich alleine das Erscheinen im Apple Store erneut Stunden gekostet. Und Kulanz ist zwar nett, allerdings hat man auch keinen Anspruch darauf. Ich bin aber klar der Meinung, dass ich Anspruch auf eine kostenlose Reparatur habe, wenn mein Apple-Gerät innerhalb der Garantiefrist von sich aus kaputt geht. Ob Apple die Ursache für den Fehler eruieren kann oder nicht, ist dabei vollkommen irrelevant.

Der Blick – ein Porno-Heftli?

Wie weit an Schulen Internet-Content gefiltert werden soll, war bereits in der Diskussion um das Aufbrechen von sinnvollen Sicherheitsmechanismen durch die Swisscom Gegenstand der Debatte. Kürzlich staunte ich aber nicht schlecht, als ich einen auf meinem Twitter-Feed verlinkten Blick-Artikel lesen wollte und auf meinem iPhone statt des Artikels die folgende Meldung erschien:

Der Blick – ein Porno-Heftli?

Beim Blick selber nahm man es, nachdem ich die Pornografie-Warnung getwittert hatte, mit Humor:

Auch bei Swisscom hat man auf meine Meldung hin sofort reagiert und den Blick umgehend wieder von der Schmuddel-Filterliste genommen – jedenfalls im Kanton Thurgau. Wie das andernorts aussieht weiss ich nicht. Als ich vor zwei Jahren im Kanton Zürich unterrichtete stellte ich fest, dass der Blick im Schul-Internet nicht aufrufbar war und dort vom Filter geblockt wurde. An die genaue Filter-Kategorie erinnere ich mich nicht, aber es war wohl nicht „Pornografie“.

Es ist grundsätzlich richtig, dass das Internet in unseren Schulstuben nicht ungefiltert zugänglich ist. Allerdings stellt sich wie überall die Frage nach der Verhältnismässigkeit, sei es bei den Methoden oder bei der Art des gefilterten Inhalts. Als einer, der die Jugendzeit in den in vieler Hinsicht wesentlich liberaleren 80er-Jahren unbeschadet überstanden hat finde ich es richtig, dass man den Blick auch in der Schule ungefiltert lesen darf, selbst wenn es einem dort passieren kann, auch mal auf ein wenig sehr zurückhaltend präsentierte Nacktheit zu stossen. So viel sollte uns unsere verfassungsmässig garantierte Meinungs- und Informationsfreiheit wert sein, ebenso wie wir auch unserer Jugend so viel Vertrauen entgegen bringen sollten, jeglichen von Blick präsentierten Inhalt verarbeiten zu können.

Kindererziehung 2.0

musical-ps-altnau-plakatDie letzte Woche war unsere Klasse mit den letzten, intensiven Vorbereitungen für ein Musical beschäftigt, das wir am vergangenen Wochenende aufgeführt haben. Die Aufführung wurde – ich denke, das darf ich hier so sagen – ein voller Erfolg. Dies vor allem auch deswegen, weil die intrinsische Motivation der Kinder für dieses Projekt zu 100 Prozent vorhanden war. Wenn Schule immer so wäre, so sein könnte, würde sie allen Beteiligten jeden Tag Spass machen, und es bräuchte keine Strafsysteme für nicht gemachte Hausaufgaben.

Leider sind solche Situationen im Schulunterricht – vorsichtig ausgedrückt – doch eher Ausnahme. Vielleicht gibt es vereinzelte Genies von Lehrpersonen, die es schaffen, die intrinsische Motivation der Kinder zu wecken, das Präteritum zu beherrschen, das Französisch-Vokabular zu erweitern oder den Prozess der schriftlichen Division zu verstehen – mir ist dies bislang leider noch nicht gelungen. Damit die Hausaufgaben jeden Tag pünktlich abgegeben werden, braucht es eine Dosis extrinsischer Motivation – bei vereinzelten Kindern eine ziemlich hohe Dosis. Hier ein Vorschlag für Eltern, wie sich eine solche Dosis verabreichen lässt:

ihr-wollte-das-heutige-wlan-passwort

Dem wäre anzufügen: 4. Hausaufgaben machen

Meditieren mit dem iMac

Ich arbeite gern mit dem Mac und möchte ihn gegen nichts anderes tauschen – immer noch, und trotz allem. Denn seit Montag ist das Aufstarten meines iMacs in der Schule eine Tortur. Die Meldung „pci pause: SDXC“ deutet darauf hin, dass der SD-Karten-Slot irgend ein Problem hat, das für ihn so schlimm ist, dass er jeden Bootvorgang 30 bis 60 Minuten lang pausieren lässt. Danach wird das Aufstarten fortgesetzt, als ob nichts weiter geschehen wäre.
Normalerweise wäre dieses Problem nicht mal allzu schlimm; ich muss den Mac ja nicht jeden Abend runterfahren. Doch das Problem taucht ausgerechnet in der Woche auf, in der wir intensiv für unser Musical üben und ich den iMac täglich an mehreren verschiedenen Orten einsetze. Wenn da ein normales Aufstarten 45 Minuten dauert, können während des Intensiv-Meditationstrainings, während dem man auf den Boot-Screen starrt, durchaus Phantasien aufkommen, die jenem durchaus sehr interessanten Video ähnlich sind, auf das ich heute Abend rein zufällig (ehrlich!) gestossen bin.

Gratis? Von wegen.

Wer noch immer dem Irrtum aufliegt, Dienste wie Google oder Facebook seien gratis zu haben, dem sei dieses Video, auf das ich gestern über den Twitter-Kanal von Kim Dotcom gestossen bin, wärmstens empfohlen:

Und da wir auch namhaften Unternehmen wie Yahoo nicht trauen dürfen, unsere Bedürfnisse und Rechte ernst zu nehmen, dienen die von der Werbeindustrie verpönten AdBlocker nicht nur dazu, lästige Werbung auszublenden, sondern erhöhen, sozusagen als sehr erwünschter Nebeneffekt, gleichzeitig auch unseren Schutz vor Datenklau und unsere Computersicherheit.

Darum meint auch Matthias Leisi völlig zu Recht:

 

Arbeitsblätter für Grundfertigkeiten, leicht gemacht

Wer hat sich kürzlich wieder beklagt, im Unterricht stünden einfach zu wenige Arbeitsblätter zur Verfügung? Dem Mann, der Frau kann geholfen werden:

Unter www.grundschulstoff.de gibts zahlreiche Vorlagen für Arbeitsblätter zum selber Machen. Angeboten werden Grundfertigkeiten in Deutsch und Mathematik, aber auch für Englisch und Realien (Mensch und Umwelt) finden sich ein paar Sachen.

Obwohl die Site aus Deutschland stammt, gibt es vereinzelte Vorlagen, die für den Schweizer Schulunterricht nicht so interessant sind  – wobei es natürlich in der Schweiz nicht untersagt ist, im Geografieunterricht Deutschland zu behandeln und die Schüler auch mal die deutschen Bundesländer und ihre Hauptstädte lernen zu lassen.😉 Doch hat man sich bei Grundschulstoff.de in anderen Bereichen die Mühe gemacht, auch für den Schweizer Unterricht kompatibel zu sein: So ist etwa beim Arbeitsblatt für die schriftliche Multiplikation eine Funktion implementiert, mit der sich die Rechnungen so gestalten lassen, wie es in der Schweiz gelehrt wird, nämlich mit dem kleineren Faktor auf der linken Seite.

Schriftliche Multiplikation bis 1.000: Das Arbeitsblatt lässt sich auch so generieren, dass es für den Schweizer Schulunterricht passt. (Bildschirmaufnahme von grundschulstoff.de)

Schriftliche Multiplikation bis 1.000: Das Arbeitsblatt lässt sich auch so generieren, dass es für den Schweizer Schulunterricht passt.

Darauf gestossen bin ich über den Newsletter von Educanet, der seinerseits wiederum auf den Zentralschweizer Bildungsserver zebis.ch verweist, wo es noch andere interessante Werkzeuge für den Unterricht gibt.

Fliegen mit Google Earth

Google Earth ist nicht nur ein lustiger Zeitvertreib, sondern auch ein sehr hilfreiches Tool für verschiedenste denkbare Anwendungen.

Ein Schüler-Musical, das wir in wenigen Wochen aufführen werden (am 17. Mai in der Schwärzi-Halle in Altnau) heisst „Musig-Gschichtä us dä Schwiiz“. Die Rahmengeschichte ist eine Busreise an verschiedenste Orte in der Schweiz, und so suchten wir nach Möglichkeiten, wie wir diese kurzen Reisen darstellen können. Da zur Bühnenkulisse auch eine grosse Leinwand gehört, mit denen wir einzelne Szenen bebildern, kam ich auf die Idee, mit Google etwas zu machen. Heraus kam der folgende Kameraflug:

Noch immer liesse sich vieles perfektionieren, doch bis es so weit war, musste ich sehr viel üben, ausprobieren, anpassen, verbessern.

Meine ersten Versuche machte ich nicht mit Google Earth, sondern mit Google Maps. Zunächst erstellte ich auf Google Maps einfache Routen und verfolgte sie mit der 3D-Ansicht. Das Resultat war nicht umwerfend: Abgesehen vom störenden „Pfeil“ (eher ein umgekehrter roter Regentropfen), der dauernd an der Stelle des „Reisenden“ und somit in der Bildmitte bleibt, ist die Bewegung auch ruckelig. So suchte ich nach Möglichkeiten auf Google Earth – und wurde fündig. Wie man zum fertigen Film kommt, dazu gilt das Sprichwort „Viele Wege führen nach Rom“.

Bevor ich genauer schildere, wie ich meinen Kameraflug erstellt habe, sollte ich noch erwähnen, dass ich diese auf einem Mac gemacht habe. Dies ist darum von Bedeutung, weil der Mac als Bordmittel den Quicktime Player mitbringt, inklusive der Funktion, Bildschirmaufnahmen machen zu können. Benutzer anderer Betriebssysteme müssen sich nach einem gleichwertigen Tool umschauen, es sei denn, sie leisten sich Google Earth Pro, bei dem man solche Kamerafahrten als Filmdatei exportieren kann. Mit einem Kaufpreis von 399 $ ist diese Software aber wohl eher nicht für den Heimanwender gedacht.

Um meinen Kameraflug von Altnau nach Glarus zu erstellen ging ich folgendermassen vor:

  1. In Google Earth über die Funktion „Route berechnen“ (oben links unter dem Suchfeld) erst mal die Route von Altnau nach Glarus eingeben. Diese Route brauche ich später nicht mehr, aber sie ist hilfreich bei den folgenden Schritten.
  2. In die Vogelperspektive gehen, so dass die gesamte Route direkt von oben ersichtlich ist
  3. Über die Funktion „Pfad erstellen“, entweder über die Menufunktion Hinzufügen > Pfad“ oder über das folgende Symbol:  Bildschirmfoto 2014-04-20 um 09.58.08
  4. Den Pfad im entsprechenden Feld benennen. Vor dem Schliessen können jetzt auf der Karte die einzelnen Punkte des Pfads ausgewählt werden. Am besten bleibt man nahe bei der Route; damit die Fahrt anschliessend aber nicht zu unruhig wird empfiehlt es sich, nicht gleich bei jeder kleinen Kurve einen Pfadpunkt zu setzen. Sind alle Punkte gesetzt, kann man das Fenster wieder schliessen.
  5. Wer den blauen Strich der Route nicht auf dem Film haben will, kann jetzt die Route schliessen, indem er auf das „X“ unterhalb der Routenangaben klickt.
  6. Damit man nicht wie eine Maus direkt auf dem Asphalt bzw. durch das Gras kriecht und auch Kamerawinkel und Fluggeschwindigkeit einigermassen stimmen, müssen bei Google Earth noch gewisse Einstellungen vorgenommen werden. Hier gilt es zu experimentieren; für meinen Flug habe ich folgende Einstellungen vorgenommen:Pfad-Einstellungen auf Google Earth

Die Route ist nun fertig und kann nun abgeflogen werden. Die Funktion dazu ist eher versteckt: Man startet den Flug, indem den neu erstellten Pfad in der linken Seitenleiste auswählt und danach auf das Start-Symbol klickt:

Start

 

 

Es empfiehlt sich, die Route vor der Bildschirmaufnahme ausreichend oft und auch ausreichend langsam abzufliegen: Die Google-Earth-Kamera fliegt nämlich schneller, als das Programm die Bilddaten in den Cache-Speicher laden kann. Fliegt man zu schnell darüber, sieht man statt Häuser und Felder nur braune und grüne Pixel. So sollte man beim ersten Flug alle paar Sekunden einmal die Pause-Taste drücken, um Google Earth genug Zeit zu geben, die Grafiken in den Speicher zu laden. Sind sie einmal drin, bleiben sie auch dort, und Google Earth ist nun bereit für die Bildschirmaufnahme.

Die Bildschirmaufnahme selber machte ich wie oben erwähnt mit dem Quicktime Player (Befehl „Neue Bildschirmaufnahme“, im sich öffnenden Fenster den roten Knopf drücken, mit der Maus den Bildschirmbereich auswählen und „Aufnahme starten“ drücken).

Perfektionisten seien gewarnt: Zum Verfeinern gibts endlose Möglichkeiten. Um einen schön abgerundeten Flug zu erstellen, habe ich vor und nach dem Flug jeweils eine Ortsmarkierung erstellt. So stellte ich sicher, dass das Anfangs- sowie das Schlussbild des Films genau so aussieht, wie ich mir das vorstelle. Für die Bildschirmaufnahme bedeutet dies volle Konzentration, damit man nicht versehentlich mit der Maus über den Bereich der Bildschirmaufnahme fliegt sowie verhindert, dass Google Earth ein gemeines, gelbes Popup-Fensterchen öffnet, das dann in die Bildschirmaufnahme hineinragt, wenn man die Maus über den falschen Punkt bewegt.

Nun gilt es üben, üben, üben. Für unser Musical habe ich mehrere solche Kameraflüge erstellt. Während ich für den ersten deutlich mehr als eine Stunde brauchte, bis alles einigermassen meinen Vorstellungen entsprach, ging der Prozess schon beim zweiten wesentlich flotter von der Hand.

Billig und effizient Fremdsprachen lernen

Letzte Woche stiess ich auf folgenden Tweet von Martin Weigert:

In relativ jungen Jahren – kurz nach Abschluss meiner Lehre – lebte ich ein halbes Jahr lang in Kanada und bereiste dieses Land auch für mehrere Monate. Schon damals fiel mir auf, was auch im Zeit-Artikel explizit erwähnt wird, nämlich wie gut namentlich Skandinavier und Holländer Englisch sprachen. Als ich die Frage nach dem Grund dafür einem Norweger stellte, antwortete dieser, natürlich lernten Sie in der Schule auch Englisch, aber ihre Fertigkeiten in dieser Sprache hätten sie in erster Linie deswegen, weil in Norwegen (wie auch in den anderen genannten Ländern) sämtliche Filme in Fernsehen und Kino im Originalton gezeigt würden. Für diese bevölkerungsmässig kleinen Sprachgruppen lohnte es sich nicht, Synchronfassungen zu produzieren, weshalb man sich auf Untertitel beschränkt.

Mein subjektiver Eindruck wird nun auch wissenschaftlich untermauert. So beruft sich der Zeit-Artikel auf eine von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Studie mit der Feststellung:

Deutschland gehört wie Frankreich, Italien und Österreich [und die Schweiz – Anm. iScoutblog] zur Gruppe der Länder, in denen die Synchronisation vorherrscht. In Ländern, in denen besonders gut Englisch gesprochen wird wie den Niederlanden, in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Estland wird der Untertitelung der Vorzug gegeben.

Schon damals – lange vor Beginn meiner Karriere als Primarlehrer – vertrat ich die politisch nicht opportune Meinung, man könne auf Englisch in der Volksschule (damals bei uns erst ab der Sekundarschule) verzichten, wenn man stattdessen englischsprachige Filme in der Originalfassung ausstrahlen würde.

"Dr. House" alias "House, M.D." – in der deutschen Synchronfassung kaum auszuhalten für den, der die Originalfassung kennt. Bild: http://mbti-of-fictional-characters.tumblr.com

„Dr. House“ alias „House, M.D.“ – in der deutschen Synchronfassung kaum auszuhalten für den, der die Originalfassung kennt. Bild: http://mbti-of-fictional-characters.tumblr.com

Schüler schauen sich bestimmte Filme ja oft weit mehr als nur einmal an. Diesen gebe ich dann jeweils den Tipp, ihre Lieblingsfilme spätestens ab dem dritten Mal in Englisch zu schauen. Da sie die Handlung ja bereits kennen, würden sie nichts verpassen, darüber hinaus aber – und davon bin ich überzeugt – sehr viel für ihre Englisch-Kompetenzen tun. Leider tun das dann aber doch nur die allerwenigsten. Sie finden ihre Lieblingsfilme in der Synchronfassung offenbar besser, oder aber sie wollen nicht auch noch in ihrer Freizeit von dem mühseligen Fremdsprachen-Unterricht belästigt werden. Denn mühselig ist dieser – ob auf Französisch oder Englisch – für sehr viele von Ihnen. Die frühen Fremdsprachen sind, entgegen aller Versprechungen von Politikern und Bildungsdirektoren, längst zu knallharten Leistungsfächern „avanciert“.

Das ist schade – in vielerlei Hinsicht. Nicht zuletzt auch deswegen, weil Filme in ihren Synchronfassungen sehr viel von der Qualität ihres Originals einbüssen.

Weshalb das Aufbrechen von HTTPS-Verbindungen durch die Swisscom problematisch ist

Via Martin Steiger bin ich auf dieses Dokument (PDF-Download) des Informatikers Rainer Meier gestossen, in welchem in einfacher Sprache erklärt wird, wie Swisscom via die Firma ZScaler verschlüsselten Datenverkehr innerhalb des Schulnetzes aufknackt und warum dies problematisch ist.

Unter anderem erklärt Rainer Meier:

«Solche Angriffe werden üblicherweise von dritten vorgenommen, um an die übermittelten Daten zu gelangen, und sind illegal. Aber auch Firmen setzen solche Systeme ein um die verschlüsselten Daten vom und zum Internet analysieren zu können. Die Betroffenen müssen hier aber informiert werden und üblicherweise dem Einsatz solcher Systeme zustimmen (meistens über Mitarbeiter-Vereinbarungen geregelt). Da ein solches System die Privatsphäre sowie Sicherheit der übertragenen Daten gefährdet, sollten sich die Mitarbeiter bewusst sein, dass ihre Daten dadurch von dritten gelesen werden können.» [Hervorhebung durch iScoutblog]

 Die entsprechende Information der Mitarbeiter (sprich Lehrpersonen, Schulleiter u.a.) ist im Fall Swisscom/ZScaler definitiv nicht ausreichend erfolgt. Ich habe jedenfalls in keiner Weise meine Zustimmung dazu gegeben noch irgend eine entsprechende Mitarbeiter-Vereinbarung unterzeichnen müssen, und ich weiss auch von keiner Schule, in der so etwas erfolgt wäre.

Des weiteren mahnt Rainer Meier, skeptisch zu bleiben:

 Wer seiner Firma hier voll vertraut sollte trotzdem skeptisch sein, denn durch die aufgebrochene Verschlüsselung ist es für den Benutzer auch unmöglich, weitere Manipulationen zu erkennen. Beispielsweise wenn die Firmen-Systeme ebenfalls von dritten manipuliert wurden oder die Firma selbst Opfer seines solchen MITM-Angriffs wurde:

Bild: Rainer Meier

Bild: Rainer Meier

Selbständigkeit kann nur lernen, wer auch Gelegenheit dazu hat

Als ich den Blogpost „Kinder-Überwachung: Die letzte Meile ist geschlossen“ schrieb, dachte ich mir, das mit den Überwachungs-Apps sei’s nun aber gewesen mit der lückenlosen Kontrolle über Tätigkeit und Kontrolle von Kindern. Doch wie ich heute im Mamablog erfuhr, gibts auch dafür noch eine Steigerung: So gibt es offenbar Privatschulen, welche ihre Schützlinge mit einer Smart-Card ausrüsten:

„Die Smart-Card ist ein Schülerausweis mit Foto, der registriert, wann der Schüler die Schule oder das Klassenzimmer betritt. Die Karte vermerkt zudem, wann und was das Schulkind zu Mittag gegessen hat und wie viel es dafür ausgegeben hat. Der Ausweis ermöglicht den Zugang zur Schulbibliothek und dient zur Kontrolle, wo sich das Kind auf dem Schulgelände befindet – schon im Schulbus oder noch in der Turnhalle?“ – Mamablog

Kürzlich hatte ich mit einer Lehrerkollegin eine Diskussion über eine Schülerin, die ohne Wissen, geschweige denn Erlaubnis ihrer Eltern an einem schulfreien Nachmittag nach Konstanz fuhr. Wie sie diesen verbracht hatte wissen wir nicht und soll hier auch nicht Thema sein. Ich erinnere mich nur, dass es für mich (Jg. 1968) als Kind nie ein Thema war, solcherlei Ausflüge alleine unternehmen zu dürfen.

Hauptstrasse in Tobel TG: Auch wenn auf diesem Bild grad kein Auto zu sehen ist schon seit Jahrzehnten eine stark befahrene Durchgangsstrasse.

Blick vom Primarschulhaus auf die Hauptstrasse in Tobel TG: Auch wenn auf diesem Bild grad kein Auto zu sehen ist schon seit Jahrzehnten eine stark befahrene Durchgangsstrasse.
(Bild: tobel-taegerschen.ch)

Oft fuhr ich alleine oder mit Kollegen in die Stadt, in jüngerem Alter mit dem Zug, ab der 4. Klasse auch mal mit dem Fahrrad. Darüber hatte meine Lehrerkollegin dann doch etwas gestaunt. Dabei war es bei meinen Eltern nie ein Thema, dass dies zu gefährlich gewesen wäre . War es auch nicht, obwohl die Hauptstrasse von Tobel nach Wil schon damals eine stark befahrene Verkehrsachse war. Nur einmal verbot mir mein Vater am Mittagstisch, die 7 Kilometer nach Wil mit dem Velo zu fahren: Es hatte damals frisch geschneit und die Strassen waren wegen dem geräumten Schnee verengt, weswegen er diese Velofahrt für zu gefährlich hielt. Da nützte es auch nichts, dass mein Schulkollege die Erlaubnis seiner Eltern gehabt hatte. Nun denn, fuhren wir halt wieder mal mit dem Zug.

Rückblickend bin ich immer noch dankbar für meine Kindheit ohne überfürsorgliche Eltern, die auch Vertrauen in die Selbständigkeit ihrer Kinder hatten (weswegen wir diese auch früh erlernen konnten). Ich bin überzeugt, dass eine Kindheit ohne Überwachungs-Apps und Smart-Cards eine qualitativ bessere ist.

In Erinnerung gerufen sei hier noch einmal das Bild, welches ich letzten Januar bereits einmal gepostet hatte:

How far a child is allowed to walk on their own, then vs. now

Qualitätspresse, Aprilscherze und andere Hoaxes: „Es ist kompliziert“

Dieses Video macht in den Newsseiten der (selbsternannten) Qualitätspresse die Runde:

Hier wird angeblich ein Skydiver beinahe von einem Meteoriten getroffen und hat auch noch das Glück, diesen rein zufällig mit seiner Helmkamera filmen zu können. Darauf gestossen bin ich via Watson News auf Twitter.

Bin ich wirklich der einzige, der hier an einen verspäteten Aprilscherz denkt?

Es wäre nicht das erste täuschend echte Video, das auf Newsseiten als „ernsthafte“ Meldung kursiert, bevor es als Fälschung entlarvt wird. Vor gut einem Jahr machte das unten stehende Video die Runde, in dem ein Kleinkind in einem Park in Montréal von einem Adler geschnappt und ein paar Meter weit weggetragen wird.

Kurz darauf entpuppte sich das Video – das nicht im Zeitraum des 1. April erschien – als täuschend echt gelungenes Resultat eines Filmprojekts von Studenten. Auch dieser Clip machte zunächst die Runde in der „Qualitätspresse“, bevor „Recherchen“ ergaben, dass es sich um einen Fake handelt. Die deutsche „Welt“ hatte wenigstens die Grösse, den Originalbeitrag (mit einem entsprechenden Nachtrag, was legitim ist) weiterhin im Netz zu lassen, während andernorts der Originalbeitrag stillschweigend wieder verschwand. Auf gewissen Seiten ist der Beitrag bis heute weiterhin als „wahre Geschichte“ nachzulesen, ohne Hinweise auf den Fake.

Wenn ich die beiden Clips vergleiche, erscheint mir die Geschichte mit dem Meteorit noch weit unrealistischer als die mit dem Baby in Montréal. Ob wir demnächst weitere Details über den ominösen Meteoriten erfahren werden? Wir bleiben dran.😉

Zeitumstellung: Alle halbe Jahre das gleiche Geklön

Nun haben wir unsere Uhren wieder eine Stunde vorgestellt, und ich freue mich bereits im Frühling und noch bis spät in den Herbst auf lange, helle Abende.

Diese Freude teilen nicht alle: Seit einiger Zeit werden die Social Networks (jedenfalls die, auf denen ich mich aufhalte) alle halbe Jahre geflutet mit Protesten gegen die Umstellung der Uhren. Was denn Leute: Findet ihr die langen Abende im Sommer denn nicht schön? Und was habt ihr davon, wenn es im Sommer bereits um 4 Uhr hell wird? Der einzige Protest gegen die Sommerzeit, den ich für halbwegs gerechtfertigt halte ist der der Astronomen, die nun im Sommer etwas länger warten müssen, bis die Sterne hell genug sind. Ansonsten gibts für mich kaum haltbare Argumente dagegen. Auch die Uhren im Winter nicht mehr zurückstellen und das ganze Jahr auf Sommerzeit lassen wäre keine Alternative. Wer will schon, dass es Winter erst gegen 9 Uhr langsam hell wird?

Ich erinnere mich gut an die Einführung der Sommerzeit 1981 – und ich erinnere mich auch an das Jahr davor, als die Schweiz sich wieder mal den Sonderfall probte und als Zeitinsel mitten in Europa die Uhren nicht umstellte. Gingen wir rüber nach Konstanz, mussten wir damals die Uhren umstellen, und bei grenzüberschreitenden Zugfahrten musste man den Fahrplan sehr genau studieren, zumal damals nicht notwendigerweise jede Stunde ein Zug fahren musste. Damals kam der Widerstand von konservativer Seite, unter anderem von den Bauern, die fürchteten, die Zeitumstellung könnte ihre Kühe im Stall total verwirren. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Kühe weniger Mühe mit der Zeitumstellung hatten als die Bauern selber.

Hat automatisch umstestellt: Die Systemuhr auf meinem iMac.

Hat automatisch umstestellt: Uhr auf meinem iMac.

Was bleibt, ist das alljährliche Ritual der Umstellen der Uhren. Auch das entschärft sich durch die billig gewordenen Funkuhren langsam (wobei ich mich frage, warum eigentlich nicht längst im hinterletzten Backofenuhr eine solche installiert ist). Nicht immer klappt die Technik allerdings wie gewünscht: Ist es ein Zufall, dass ich Widerstand gegen die Zeitumstellung immer wieder seitens von Apple-Jüngern feststelle? [Klammer auf] Man kann über Apple schon staunen: Einerseits bietet mein iPhone Dinge wie einen genialen Push-Service, der über alle Apps hinweg absolut perfekt klappt, was mich immer wieder zum Staunen bringt, andererseits bringt Apple vermeintlich einfache Dinge wie die Zeitumstellung, aber auch das reibungslose Funktionieren von WLAN, einfach nicht auf die Reihe. [Klammer wieder geschlossen]

Wie auch immer: Gestern habe ich unsere Backofenuhr umgestellt, heute Abend muss ich noch die Uhr in meinem Auto eine Stunde vorstellen. Und dann steht meiner ungetrübten Vorfreude auf eine lange Frühlings-, Sommer- und Herbstzeit mit hellen Abenden nichts mehr im Weg.🙂

ICT-Lektüre für die Frühlingsferien

Als Lehrperson geniesst man ja das Privileg, alle paar Wochen wieder in den Genuss von unterrichstfreier Zeit zu kommen (wenngleich diese Zeit längst nicht immer auch arbeitsfrei sein muss). Wer sein persönliches Wissen in Sachen ICT auf unterhaltsame Weise bereichern möchte, für den gibt es auch spannende Literatur, bei der nicht unbedingt das technische Wissen erweitert wird, sondern vielmehr die Möglichkeiten vor Augen geführt werden, mit denen ICT die Welt, in der wir leben, beeinflusst und auch in naher Zukunft weiter verändern wird. Erwähnt seien hier etwa die Klassiker von Daniel Suarez, Daemon und Darknet, aber auch das folgende Buch:

Unterhaltsame Hängematten-Literatur: Andreas Eschbachs Roman "Ein König für Deutschland".

Unterhaltsame und äusserst lehrreiche Hängematten-Literatur: Andreas Eschbachs Roman „Ein König für Deutschland“.

Das frühlingshafte Wetter diesem Wochenende habe ich dazu genutzt, Andreas Eschbachs Roman „Ein König für Deutschland“ zu Ende zu lesen. Von Anfang bis zum Schluss habe ich mich bei dieser Lektüre bestens unterhalten. Wie ein talentierter Programmierer ein Programm entwickelt, mit dem unbemerkt Wahlmaschinen manipuliert werden können, und es dann eine kleine Gruppe von Gamern und Polit-Aktivisten tatsächlich schafft, die Manipulationen dazu zu nutzen, einen biederen Lehrer, der als Anwärter auf den Königsthron kandidiert, tatsächlich zum Wahlsieger zu küren – dies wird auf erschreckend glaubhafte Weise erzählt, ebenso wie in den ersten Kapiteln tatsächlich passierte Ereignisse der beiden letzten amerikanischen Präsidentschaftswahlen in den Roman eingeflechtet sind, die einen an der Rechtmässigkeit des (amerikanischen) demokratischen Systems zweifeln lassen können. Verschwörungstheorien? Vielleicht. Wobei ich ja der Meinung bin, dass man seit 9/11 den Begriff „Verschwörungstheorie“ nicht mehr verwenden sollte, aber das ist ein anderes Thema.

Während in vielen Ländern Wahlmaschinen längst weit verbreitet im Einsatz sind, dürfte Eschbachs Schreckensszenario in der Schweiz in absehbarer Zeit nicht Realität werden: Hierzulande wird immer noch von Hand gezählt, und auch E-Voting wird hoffentlich nicht eingeführt werden bevor auch die letzten Zweifel an der Transparenz und Glaubwürdigkeit dieses technischen Verfahrens ausgeräumt sind. Nach Andreas Eschbachs Lektüre muss man hinsichtlich der Einführung von E-Voting zum Schluss kommen: Hoffentlich gar nie!