Medien

Deutsch mit Trapattoni

Kein wirkliches ICT-Thema, ausser dass man dazu diesen Film ab Youtube zeigen muss:

Giovanni Trapattonis für meine Generation unvergessene Pressekonferenz eignet sich bestens für den Deutsch-Unterricht. Erprobt habe ich dies bereits mehrmals in der 5./6. Klasse, aber auch in Deutsch-Stützkursen an der Berufsschule. Anhand der Fehler lässt sich die Grammatik aufzeigen, aber auch Unterschiede zu anderen Sprachen: Zum Beispiel, dass im Deutschen das Adjektiv immer vor dem Nomen steht und nicht, wie z.B. auf Italienisch, auch hinter das Nomen gestellt werden kann – nicht «eine Flasche leer», sondern eben «eine leere Flasche». Auch das Thema Haupt- und Nebensätze habe ich im Berufsschul-Stützkurs so schon behandelt. Potential dafür sehe ich auch für den Unterricht in DaZ (Deutsch als Zweitsprache).

Hier noch das Arbeitsblatt dazu.

Ich habe fertig.

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Auf Satellitenjagd

Ob die moderne Kommunikationstechnik mehr Segnungen oder mehr Schattenseiten mit sich bringt, darüber lässt sich streiten. Einige Dinge sind aber schlicht zu faszinierend, um die Technik wieder hergeben zu wollen.

Mein neues Steckenpferd ist die Himmelsbeobachtung. Nicht nur das Tracken von von Verkehrsflugzeugen mit Apps wie Plane Finder, sondern neuerdings vor allem das Aufspüren von Satelliten in der Morgen- oder Abenddämmerung. Es ist unglaublich, wie viele künstliche Himmelskörper sich allmorgendlich und -abendlich am Himmel tummeln, sei es das Heer von Satelliten oder abgetrennte Raketenstufen, die zum Teil vor 40 und mehr Jahren in die Umlaufbahn geschossen wurden und bis heute dort herumkreisen. Viele davon sind von blossem Auge sichtbar, wenn man genau weiss, wann sie wo auftauchen (wobei mir unser abgelegener Wohnort verhältnismässig gute äussere Bedingungen für die Himmelsbeobachtung bietet).

Allabendliches Himmelsereignis: Der Vorbeiflug der ISS

Die International Space Station ISS – bei klarem Himmel praktisch täglich von Auge gut sichtbar. (Bild: Wikimedia)

Die International Space Station ISS – bei klarem Himmel praktisch täglich von Auge gut sichtbar. (Bild: Wikimedia)

Ein fast allabendliches Ereignis – klarer Himmel natürlich vorausgesetzt – ist für mich der Vorbeiflug der ISS geworden. Sie ist an den meisten Morgen und Abenden zu sehen; manchmal aufgrund ihrer Erdumlaufzeit von 93 Minuten auch zweimal. Als ich sie das erste Mal sah war ich absolut fasziniert und fragte mich auch, wie sie mir in all den Jahren überhaupt entgehen konnte. Ist sie präsent, ist sie nach dem Mond das hellste Objekt am Sternenhimmel und unterscheidet sich nicht nur durch ihr ruhiges Licht, sondern auch durch ihre Flugbahn klar von – natürlich ebenfalls präsenten – Verkehrsflugzeugen. Wenn sie in ihrem ruhigen, goldenen Licht über einem vorbeizieht und bald darauf erlischt, wenn sie in den Erdschatten eintaucht, hat das etwas sehr Anmutiges.

Spektakuläre Iridium-Flares

Mit Aluminium beschichteter Iridium-Satellit: Reflektiert er das Sonnenlicht auf die Erdoberfläche, kann man dies als spektakuläres Himmelsereignis beobachten – wenn man weiss wann. (Bild: Wikimedia)

Mit Aluminium beschichteter Iridium-Satellit: Reflektiert er das Sonnenlicht auf die Erdoberfläche, kann man dies als spektakuläres Himmelsereignis beobachten – wenn man weiss wann. (Bild: Wikimedia)

Weitere sehr effektvolle Erscheinungen sind die sogenannten Iridium Flares. Sie stammen von den Iridium Satelliten und sind so hell, dass sie manchmal sogar am Taghimmel zu sehen sind. Verursacht werden sie von den insgesamt 66 gleichnamigen Kommunikationssatelliten, deren Oberfläche mit Aluminium beschichtet ist und deshalb das Sonnenlicht besonders hell auf die Erdoberfläche reflektieren. Die ausserordentlich spektakulären Ereignisse dauern nur 5–20 Sekunden, weshalb man genau wissen muss, wann sie wo auftauchen.

Kein Ereignis verpassen mit der richtigen App

Womit wir wieder bei den Segnungen moderner Kommunikationstechnik angelangt wären. Heute muss man keine dicken Bücher mit hunderten von Tabellen kaufen und diese interpretieren, um die ISS oder einen Iridium Flare beobachten zu können. Es genügt eine kleine Smartphone-App für nur wenige Franken. Drei davon habe ich ausprobiert und bin schliesslich bei Sky Guide hängengeblieben. Sie zeigt mir nicht nur jedes sichtbare und unsichtbare Himmelsobjekt an, sondern lässt auch Erinnerungen einrichten, die mich auf gut sichtbare Satellitenvorbeiflüge hinweisen. Ausserdem enthält sie Informationen zu zahllosen Himmelsobjekten wie Planeten, Sternen und Galaxien. Allein deswegen finde ich die App die paar Franken wert.

Beinahe-Kreuzung zweier künstlicher Satelliten am heutigen Abend: die ISS und der "Earth Radiation Budget Satellite" der NASA, dargestellt durch die App SkyGuide.

Kreuzung zweier künstlicher Satelliten am heutigen Abend: die ISS und der Earth Radiation Budget Satellite der NASA, dargestellt und vorausgesagt durch die App Sky Guide.

 

Eines der wichtigsten Lernziele: Medienkompetenz

Bild: CC alogenius (Flickr)

Bild: CC algogenius (Flickr)

Immer wieder mal wird man – ob man will oder nicht – mit dem Thema Medienkompetenz konfrontiert. Aktuell führe ich gerade eine Diskussion in einem Social Network, wo ich mir zu dem Thema wieder mal Gedanken mache.

Dies ist kein recherchierter oder mit Quellen abgeglichener Blogpost, sondern ich stelle hier lediglich dar, was Medienkompetenz für mich bedeutet.

Wer medienkompetent ist, ist nicht nur in der Lage, sich bei verschiedenen, gegensätzlichen Quellen zu informieren, sondern erkennt vielmehr sogar die Notwendigkeit darin, eine Information von einer Seite immer auch mit einer Zweitmeinung von anderer Seite zu vergleichen, die durchaus auch widersprüchlich sein kann. Wer medienkompetent ist, weiss auch mit solchen Widersprüchlichkeiten umzugehen.

Zur Medienkompetenz gehört für mich somit:

  • das bewusste Konsultieren verschiedenster, sich durchaus auch widersprechender Quellen;
  • das Abgleichen und Einordnen widersprüchlicher Informationen;
  • die Gewichtung dieser Informationen;
  • Die Information einer Quelle nicht einfach zu glauben, ohne sie vorher mit einer möglichst gegensätzlichen Quelle verglichen zu haben;
  • die abschliessende individuelle Einschätzung, wie glaubwürdig eine bestimmte Information ist, wobei diese Einschätzung stets eine momentane ist. Sie kann und soll sich entsprechend anpassen, wenn neue Informationen vorliegen.

Indizien für die Abwesenheit von Medienkompetenz sind:

  • eine Quelle für unglaubwürdig zu halten, nur weil eine andere Quelle dies behauptet;
  • eine Quelle für unglaubwürdig zu halten, weil sie eine Position vertritt, die der eigenen widerspricht;
  • Urteile zu einem Thema zu bilden, ohne sich sachlich damit auseinandergesetzt zu haben;
  • jede Form von Lagerdenken

Je medienkompetenter die Öffentlichkeit, desto schwieriger wird es für Parteien jeglicher Couleur, propagandistische Erfolge zu erzielen. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Weltlage ist für mich Medienkompetenz eines der wichtigsten schulischen Lernziele überhaupt.

Gratis-Karten für den Schulunterricht bei d-maps.com

Für den Realien-Unterricht brauche ich immer wieder mal Karten. Bis anhin hab ich das meist so gemacht wie der gewöhnliche Internet-DAU: Auf Google und dann Bildersuche. Sicher, so findet man auch was, irgendwann vielleicht auch in akzeptabler Qualität und möglicherweise gar ohne Copyright.

Bei einem der so gefundenen Bilder war unten eine URL vermerkt: www.d-maps.com. Sie fiel mir schon länger auf, aber da ich an einen kommerziellen Anbieter dachte habe ich sie nie ausprobiert – bis heute. Ich hätte es schon viel früher tun sollen: Unter d-maps.com gibts Karten in bester Qualität und in Hülle und Fülle. Für mein aktuelles Realien-Thema Thurgau finde hier Thurgau-Karten mit Städten, Gemeinden, Bezirken, Flüssen und nach vielen weiteren Kriterien angepasst. Der Dienst beschränkt sich aber nicht auf die Schweiz, sondern bietet Karten von allen Weltgegenden.

Ich bin begeistert und wundere mich, dass ich nicht schon viel früher darauf gestossen bin.

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Ganz ohne Nutzungsrechte gehts allerdings auch bei d-maps nicht:

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Deutsch In Schrieft Und Sprache!!!

Deutsch In Schrieft Und Sprache

Immer wieder höre ich im Schulalltag, dass die Schüler besser wieder richtig schreiben lernen, statt sich mit Zeugs wie diesem Internet zu beschäftigen. Dazu antworte ich jeweils: Beides ist wichtig, weil beides im Leben sowie im späteren Berufsalltag der Kinder gebraucht wird. Medienkompetenz brauchte der Transportunternehmer, um sein Inserat erfolgreich auf die Online-Stellenbörse raufzuladen. Doch ich räume ein, dass hinsichtlich seiner Kompetenzen in Rechtschreibung und Grammatik wohl noch Nachbesserungspotenzial besteht.

Bild der Woche: Instagram

Friends Graffity

Spam und Bots waren schon lange ein Ärgernis auf Instagram, um nicht zu sagen „Instaspam„. Nun endlich hat Instagram reagiert und – nicht ohne vorherige Ankündigung – ein paar Millionen Bots gelöscht, was überfällig war. Das hat dazu geführt, dass Instagram-Nutzer über Nacht einige Follower verloren, oder je nach (vermeintlicher) Popularität eben ein paar Millionen. Nicht richtige Follower, sondern imaginäre Follower; eben Bots, deren Daseinszweck einzig und allein darin bestand, die Followerzahlen anderer Nutzer aufzublähen. Also keine Menschen aus Fleisch und Blut, die anderen Nutzern gefolgt waren, weil sie deren Bilder so toll fanden.

Die Massnahme war überfällig. Dennoch hat sie bei etlichen Usern zu Proteststürmen geführt. Lieber mehr falsche „Fans“ als weniger echte; Hauptsache der Follower-Count ist möglichst aufgebläht. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Mein Instagram-Account ist übrigens seit einigen Monaten ziemlich verwaist. Stattdessen hab ich dafür Flickr wiederentdeckt. Nicht dass ich dort besonders aktiv wäre, aber die Community ist interessant und die Qualität der Bilder hoch.

Bevormundung durch die Wоrdpress-Sprachpolizei

Wоrdpress – eine Internet-Plattform zum Hosten von Blogs, auf der auch dieser iScoutblog produziert wird – hat eine je nach Sichtweise lustige, seltsame oder nervende Angewohnheit: Schreibt man den Namen „Wоrdpress“ in irgend einen Blogpost, so wird aus dem Wort automatisch „WordPress“ mit Binnenmajuskel, so wie die Firma WоrdPress™ ihren Namen gerne geschrieben sieht. Ich persönlich finde solcherlei Bevormundung eher nervend als lustig.

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Wie ich es trotzdem geschafft habe, „Wоrdpress“ zu schreiben? Ganz einfach: Ich schreibe „Wrdpress„, schalte meine Tastatur auf kyrillische Schrift um (also zum Beispiel auf Russisch) und füge zwischen dem W und den r ein kyrillisches о hinzu – voilà.

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Werbung auf Wоrdpress

Vor einigen Wochen erhielt ich Post von einem ICT-Blogger. In einer E-Mail schickte er mir dieses Bild – ein Screenshot von einem Beitrag dieses Blogs

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und fragte:

Bringt diese Werbung wirklich so viel Geld, dass es sich lohnt, diese Bilder auf dem Blog zu haben? 😉

Er meinte weiter, dass diese Werbung nicht so ganz zum Inhalt dieses Blogs passen würde, was ich natürlich auch so sehe.

Ich bin mir bewusst, dass Wоrdpress Werbeanzeigen auf dieses Blog schaltet, nur sehe ich beim Editieren der Beitrage nicht, welche Werbung es sein wird. Und Geld verdiene ich keines mit dieser Werbung – diese wird von Wоrdpress eingeblendet, weil ich den Dienst gratis nutze. Ungeachtet des Inhalts finde ich Werbung eigentlich immer störend, aber nicht so sehr, dass ich dafür jährlich 30 $ für das No-ads-Upgrade bei Wоrdpress zahlen würde.

Bin den Werbungen auf deinem Bild übrigens kurz nachgegangen. Sie führen zu keinem Inhalt, der in irgend einer Form „bedenklicher“ wäre als das, was man jeden Tag auch z.B. auf „20 Minuten“ sieht. Das unten rechts im Bild ist übrigens eine Musikerin.
Nachtrag: Wenn ich diesen Beitrag besuche, merke ich, dass meine AdBlock-Extension (auf Safari) ganze Arbeit leistet: Sie filtert sogar das Bild zu diesem Blogpost raus, bei dem es sich ja tatsächlich auch um eine Werbung handelt. Wer bei diesem Beitrag das Bild nicht sieht und es gerne anschauen möchte, deaktiviere bitte kurz seinen Werbeblocker.

Emojis: Mehr als eine Spielerei

Mailbox-App mit Emojis

Mailbox-App auf dem Mac mit Emojis.

Ich mag Emojis. In Mails oder SMS finde ich sie zwar durchaus entbehrlich (bei zurückhaltender Anwendung nett, bei übertriebener eher nervend), doch in meiner persönlichen Arbeitsorganisation sind sie mittlerweile ein fester Bestandteil. Dies weil sie bunt und auffallend sind. Als visueller und im Grunde genommen organisierter Mensch (jedenfalls in Computerdingen; in meinem Arbeitszimmer siehts zuweilen anders aus) mag ich es, Dinge auf den ersten Blick zu erfassen. Und hierbei sind mir Emojis sehr hilfreich.

Während mich die neue Google Inbox zumindest in ihrer Beta-Phase noch nicht wirklich überzeugt, bin ich von der Mailbox App seit längerem schwer angetan. Als Jünger von David Allen und Anhänger des Zero Inbox Prinzips ermöglicht es mir die App, meinen Mail-Posteingang in wenigen Handstreichen leerzufegen und die Dinge so zu sortieren, dass mir der Überblick darüber gewahrt bleibt und ich sicher bin, dass auch nichts vergessen geht. Dass es sie Mailbox App nun seit wenigen Wochen auch für den Mac gibt (als Beta-Version), bedeutet für mich, dass ich mich der Perfektion meines Workflows annähere.

Und was haben nun die Emojis damit zu tun?

Mailbox App iPhone

Mailbox-App mit Emojis auf dem iPhone.

Weil sie bunt und auffallend sind erlauben sie mir einen prägnanten Überblick über meine Pendenzen. und ergänzen die Symbole der Mailbox-App in einer für mich sinnvollen Weise. Der Einsatz von Emojis beschränkt sich bei mir nicht auf die Mailbox, sondern auch auf andere Instrumente meiner Arbeitsorganisation wie etwa OmniFocus.

Da Emojis nicht für den Zweck erfunden wurden, zu dem ich sie verwende, wünsche mir noch viele weitere Emojis. Nicht noch mehr Smilies und Herzchen (von denen hat es nun definitiv genug), sondern solche, die für meine Arbeitsorganisation besser von Nutzen wären.

Emojis

Wie die Art des Medienkonsums das Weltbild beeinflusst

Von Daniele Ganser gibt es die höchst interessante Aufzeichnung einer Vorlesung an der Universität Basel zu 9/11, die ich in ihrer vollen Länge von 89 Minuten jedem empfehlen möchte, der sich aufrichtig über die Hintergründe zu diesem Thema interessiert.

In der abschliessenden Fragerunde (Video unten) äussert sich Ganser kurz zur Rolle der Medien in Sachen 9/11 und darüber, wie seine Studenten im Alter von 18–25 Jahren zu ganz anderen Schlussfolgerungen kommen als ihre Eltern. Den Grund sieht er darin, dass die beiden Generationen unterschiedliche Medien konsumieren. Während die Eltern traditionelle Medien wie etwa die NZZ oder die Tagesschau bevorzugten, informiere sich die junge Generation fast ausschliesslich im Internet (ab Minute 1:03). Die Eltern-Generation hege daher kaum Zweifel an der offiziellen, von der US-Regierung verbreiteten Surprise-Theorie, während die Jüngeren zu alternativen Erklärungsmodellen hin tendierten.

Als heute Morgen fast das Internet kaputt war

Heute fiel bei „Schulen ans Internet“ die Google-Suche aus. Das ist nicht lustig. Lustig sind aber manche Reaktionen betroffener Lehrpersonen und Schüler.

Ein kurzes Verlaufsprotokoll des heutigen Tages:

  • 7:00 Uhr: Ich arbeite seit 30 Minuten normal mit Internet, ohne etwas Besonderes zu bemerken. Eine Kollegin kommt: „Das Internet geht nicht!“. Ich vermute erst eine lose Kabelverbindung – zu Unrecht. Doch die Google-Website auf ihrem PC lädt tatsächlich nicht. Nach dem Aufruf einer anderen Website ist der Fall schnell klar, und ich schreibe einen Tweet an den Swisscom-Support.
  • 8 Uhr: Ein Schüler, nachdem ich ihn darauf aufmerksam machte, dass Google heute Morgen nicht funktioniert: „Hä? Aber wie komme ich denn zu Antolin ohne Google?“ Es folgt ein Crashkurs in Sachen ICT-Standards M02 und im erweiterten Sinne von M17.
  • 8:30 Uhr: Da ich es versäumt habe, das Team über den Google-Ausfall zu informieren, trudeln die ersten Fehlermeldungen ein: „Das Internet geht nicht!“ – abgeschickt per E-Mail vom Arbeitsplatz. (Ja, genau.)
  • 16 Uhr: Google-Suche funktioniert immer noch nicht. Ob die Ursache bei Swisscoms ZScaler-Hack liegt, ist mir bis dato unbekannt.

Zufrieden mit Apple – aus Gründen

Apple-Kunden

Über diese Karikatur, die anlässlich des Verkaufsstarts des iPhone 6 die Runde machte, musste ich lachen. Denn auch als an sich sehr zufriedener Apple-Kunde ist mir das sektenartige Gebaren des Konzerns zuweilen auch zuwider. Allerdings kann man auch alles übertreiben – auch den irrationalen Hass auf eine Firma.

Die legendären Apple-Keynotes, welche ich seit vielen Jahren gespannt und wenn möglich live verfolge, polarisieren. Wie viel Apple mit seinen übersteigert euphorischen Auftritten, das uns Europäern grundsätzlich suspekt ist, selber dazu beiträgt, sei dahingestellt. Jedenfalls scheint es keine neutralen Meinungen zu Apple zu geben: Entweder man liebt Apple (oder wenigstens seine Produkte), oder man hasst diesen Konzern abgrundtief – dies fiel mir in der letzten Keynote von Cook & Co besonders auf. Während man die rituellen Apple-Keynotes jahrelang ungestört mit Gleichgesinnten in den Sozialen Medien verfolgen und sich gegenseitig austauschen konnte, war ich diesmal vor allem damit beschäftigt, die vielen Hater-Posts zu überlesen. Wie können sich Leute so über Produkte aufregen, die sie ohnehin nicht kaufen wollen? Ich bin noch daran, dies zu verstehen zu versuchen.

Ich werde in den nächsten Monaten nicht in den Apple Store pilgern; weder für das iPhone 6 noch für die Apple Watch. Mit meinem iPhone 5S bin ich noch immer mehr als zufrieden, und das Nachfolgemodell bietet mir keine Verbesserungen, für die sich der Kauf eines so teuren Produktes lohnen würde. Am interessantesten wäre allenfalls der NFC-Chip, doch auch erst dann, wenn auch in Läden und Warenhäusern die entsprechende Infrastruktur ausreichend zur Verfügung steht. Hinsichtlich des grösseren Bildschirms des iPhone 6 bin ich noch skeptisch, und ein 6 Plus kommt für mich ohnehin nicht in Frage. Was die Apple Watch betrifft, finde ich das Design langweilig und das Produkt interessant, weiss aber als alter Apple-Hase vor allem auch, dass man nie die erste Generation eines Apple-Produkts kaufen sollte.

Was das iPhone und auch den Mac betrifft, werde ich Apple für absehbare Zeit treu bleiben. Auch wenn ich mich hin und wieder mal über einen nicht funktionierenden Mac ärgern muss, kenne ich keine Produkte, die so rund und aufeinander abgestimmt laufen. Die gegenseitige Abgestimmtheit der Apple-Geräte (das Konzept heisst „Continuity“) finde ich denn auch die weitaus interessanteste Neuerung, die Apple in den letzten Monaten vorgestellt hat. Als Beta-Tester von OS X Yosemite schätze ich die Magie, auf einem iPhone eine E-Mail beginnen und auf dem Mac nahtlos weiter schreiben zu können, bereits jetzt. Auch wenn mir auf dem iPhone eine Seite zu klein wird, kann ich schnell zum Mac wechseln und dort die geöffnete Website praktisch mit einem Tastendruck (cmd-Tab) öffnen.

Während Windows es allmählich geschafft hat, sich nach jahrelangen Versuchen krampfhaft von XP zu entledigen (XP 2001 erschienen 2001 und wird von vielen Windows-Usern immer noch für das beste Windows aller Zeiten gehalten), entwickelt Apple sein OS X und iOS kontinuierlich weiter und bringt im Jahreszyklus Updates des Betriebssystems, die oftmals weit mehr sind als ein bisschen Produktpflege. Für mich ist Apples Innovationskraft ungebrochen.

Wir sind wütend!

Eine der wenigen Sternstunden in der Diskussion um die Ukraine-Krise: Der ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses erklärt im ZDF, warum die «Beweise» für eine angebliche russische Invasion in der Ukraine wohl gefälscht sind (ab Minute 4:52).


Medienkompetenz ist eine Fähigkeit, die – wie in diesen Tagen so offensichtlich wie selten zuvor – je länger je wichtiger wird. Um die vielen Informationen, die uns das Internet bereitstellt, nach Qualität und Relevanz abzuwägen braucht es viel kritisches Urteilsvermögen sowie Wissen und Erfahrung. Früher nahm die Bezahlpresse die Funktion des «Torwächters» ein: Aus der Fülle von Informationen, die ihr zugetragen wurden (und dem gewöhnlichen Medienkonsumenten gar nicht zugänglich waren) wählte sie aus, überprüfte Informationen auf ihre Richtigkeit und stellte bei wichtigen Storys auch eigene Recherchen an, wobei gut vernetzte Journalisten auf Informanten ihres Vertrauens zurückgreifen konnten.

Wenn die Torwächter schlafen, wird kritisches Urteilsvermögen umso wichtiger

Die Bezahlmedien sind de facto zu Gratismedien mutiert und haben sich selber das Zertifikat «Qualitätsmedien» verliehen. Entgegen der Selbstbeweihräucherung nehmen sie die Torwächterfunktion immer noch in Anspruch, aber immer seltener wahr. Was uns dieser Tage in Sachen Berichterstattung aus der Ukraine zugemutet wird spricht halbwegs informierten Zeitgenossen Hohn. So kommentiert der Infosperber heute:

Wem darf man in der ganzen Sache noch glauben?
Wahrscheinlich niemandem. Und schon gar nicht den Medien.

Es drängt sich der Eindruck auf, die publizierten Berichte werden der Presse direkt von Rasmussens Redenschreiber diktiert. Die Ukraine-Korrespondenten der „Qualitätsmedien“ sitzen in Wien, Berlin, bestenfalls in Moskau, aber nicht in Kiew oder Sewastopol und schon gar nicht in Donezk oder Luhansk. Schuldfragen werden als geklärt betrachtet, wo noch kaum gesichertes Wissen vorliegt, wie etwa beim Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs MH17, bei dem die Publikation des Untersuchungsberichtes von klandestinen Kreisen verzögert wird und – wie man uns schon mal vorab mitteilt – auf die Veröffentlichung von existierenden Stimmenrekorder-Aufnahmen verzichtet werden wird. Als «gesicherte Information» galten auch zwei russische «Invasionen», die sich beide Male als plumpe Fälschungsversuche entpuppten.

Der Journalismus ist kaputt

Die Liste journalistischer Fehlleistungen und Nachlässigkeiten ist lange und eklatant. In manchen Bereichen mag der traditionelle Journalismus noch funktionieren, wie etwa in der Inlandberichterstattung bei der Aufdeckung der Drahtzieher in der Causa Geri Müller, und selbst beim Thema Ukraine gibt es Lichtblicke: So stammt obiger Link zu den (skandalösen) Verschleierungsversuchen zum Untersuchungsbericht verweist auf einen Artikel der deutschen Welt. Der über dem Artikel eingebettete Diskussionsausschnitt stammt aus der Diskussionssendung von Maybrit Illner, und ebenfalls beim ZDF ist die Sendung «Die Anstalt» schon durch wohltuend kritische Betrachtungen der Ukraine-Krise aufgefallen.

Leider sind diese Lichtblicke seltene Ausnahmen im Propagandalärm, den die Massenmedien mangels schlafenden oder entlassenden Torwächtern ungefiltert auf uns hereinprasseln lassen. Gerade in der Ukraine-Krise mit ihren beängstigenden potentiellen Folgen sollte uns dies nicht einfach egal sein.

Und warum steht jetzt dies alles auf dem iScout Blog? Weil Medienkompetenz ein unumstrittener Teil unseres Bildungsauftrags ist. So heisst es im aktuellen Thurgauer Lehrplan für die Primar- sowie für die Sekundarschule:

Die Volksschule unterstützt die Schülerinnen und Schüler in einem überlegten Konsumverhalten, sinnvoller Freizeitgestaltung und kritischer Auseinandersetzung mit den Massenmedien. Sie fördert dabei insbesondere die Eigenaktivität.

… und wer den Schülern einen kritischen Umgang mit den (Massen-)Medien vermitteln will sollte selber über einen solchen verfügen.

Wirklich wütend

Unzufrieden mit den Medien war vor bald drei Jahren am österreichischen Fernsehen auch Roland Düringer, der den Zuschauern in einer dreiminütigen Schimpftirade mitteilte, worauf er alles wütend ist – ab Minute 2:50 kommt auch das (österreichische) Schulsystem dran.

Der Film, der an Kritik nichts enthält, was bei uns in den 80er-Jahren nicht auch ein Niklaus Meienberg hätte sagen dürfen, wurde mittlerweile offenbar vom ORF entfernt und «zur Ausstrahlung gesperrt», was bei den Österreichern im Netz nun für Empörung sorgt. Recht so!

Och Mama…!

Einen Film, der mir vorgestern von einer Kollegin zugeschickt wurde, zeigte ich gleichentags noch am Elternabend. Vielleicht wars mutig, weil sich einige hätten angesprochen fühlen können, doch das passierte nicht. Es wurde herzlich gelacht, und ich konnte danach noch ein paar Sachen zum Thema Hausaufgaben erklären.

Eine gewisse Aktualität hat auch dieser Film aus der gleichen Reihe, der sich dem Thema „Frühes Fremdsprachen-Lernen“ widmet. Wie der erste zeigt er in überspitzter Form eine Problematik auf: Nämlich die, dass „je früher, desto“ besser beim Lernen von Fremdsprachen nicht stimmt, wenn das Lernen nicht immersiv vonstatten geht.

Ja, Medienkompetenz ist wichtig

Die Aargauer Grünen liefern heute ein gelungenes Beispiel, warum Medienkompetenz wichtig ist. Und ich meine jetzt nicht den amtierenden Badener Stadtpräsidenten, sondern den Verantwortlichen für den Parteiauftritt auf Twitter.

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 Vielleicht wäre der untere Tweet nie abgeschickt worden, wären die Betreiber während ihrer Schulzeit in den Genuss des Fachbereichs „Medienbildung“ gekommen, wie es der Lehrplan 21 vorsieht (dessen Einführung im Kanton Aargau soeben um ein paar Jahre zurückgestellt wurde. Dies allerdings nicht unbegründet – Konsolidierung kann im Bildungswesen gegenwärtig auch nicht schaden.)

Fundstücke aus dem Internet: Die Attosekunde

Das eine oder andere Thema zum Bloggen fällt mir zum Schulanfang ja schon ein:

  • … der mehrstündige Aufwand, den man als Admin von drei Schulhäusern hat, bis alle Logins auf den Schulhaus-Servern und LehrerOffice-Zuteilungen wieder einigermassen ordnungsgemäss eingerichtet sind
  • … die Arbeit, welche das Abräumen aller PCs vor und Wiederaufstellen derselben nach den Sommerferien erfordert (je nach Schulhaus mit iMacs oder Laptops eine Frage von Minuten, mit Tower-PCs, die erstaunlicherweise immer noch nicht verschwunden sind, eine von Stunden)
  • … oder, privat, mein (gar nicht so) altes MacBook, das seit vielen Monaten seine WLAN-Dienste nur sehr launisch erfüllt (noch kein Techniker konnte mir bislang sagen warum) und das Steve Jobs‘ enthusiastisches „It just works!“ wie blanker Hohn klingen lässt.

Stattdessen blogge ich lieber über die Attosekunde:

KcGw8YFAwesome! 🙂

Wo man hinschaut alles Nazis

Eine der beständigsten Konstanten im Internet ist Godwin’s Law, das besagt:

Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit den Nazis oder Hitler dem Wert Eins an. (As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.)

Wie schnell manche Leute mit Nazi-Vergleichen um sich werfen, zeigte sich wieder mal schön an der Fussball-WM – und wenns um die Deutschen geht, ist die Versuchung zu absurden Nazi-Vergleichen offenbar besonders gross:

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(Diese Grafik macht derzeit auf Twitter die Runde; die ursprüngliche Quelle konnte ich nicht eruieren.)

Godwin’s Law ist nur eines von zahlreichen Usenet-Laws, die sich im Verlauf von wenigen Jahrzehnten Diskussionskultur im Internet entwickelt haben. Gemäss gängigem Verständnis handelt es sich bei diesen «nicht um Gesetze im Sinne von Verordnungen und Vorschriften, sondern um Gesetze im Sinne von Naturgesetzen! Sie wurden also nicht erlassen, sondern entdeckt.» (bruhaha.de)

Vorbildliche Stadtpolizei Zürich

Wow! Der Stadtpolizei Zürich werden via Twitter Mängel an einer Baustelle gemeldet. Konkret ging es darum, dass die Baustelle für Fussgänger nicht sicher war; dies an einer Stelle, an der offenbar oft Kindergärtler vorbeigehen. Nach einer kurzen Rückfrage ebenfalls auf Twitter am gleichen Tag sind die Mängel zwei Tage später behoben.

So effizient können soziale Medien sein, wenn sie auch von Amtsstellen genutzt werden.

Der Blick – ein Porno-Heftli?

Wie weit an Schulen Internet-Content gefiltert werden soll, war bereits in der Diskussion um das Aufbrechen von sinnvollen Sicherheitsmechanismen durch die Swisscom Gegenstand der Debatte. Kürzlich staunte ich aber nicht schlecht, als ich einen auf meinem Twitter-Feed verlinkten Blick-Artikel lesen wollte und auf meinem iPhone statt des Artikels die folgende Meldung erschien:

Der Blick – ein Porno-Heftli?

Beim Blick selber nahm man es, nachdem ich die Pornografie-Warnung getwittert hatte, mit Humor:

Auch bei Swisscom hat man auf meine Meldung hin sofort reagiert und den Blick umgehend wieder von der Schmuddel-Filterliste genommen – jedenfalls im Kanton Thurgau. Wie das andernorts aussieht weiss ich nicht. Als ich vor zwei Jahren im Kanton Zürich unterrichtete stellte ich fest, dass der Blick im Schul-Internet nicht aufrufbar war und dort vom Filter geblockt wurde. An die genaue Filter-Kategorie erinnere ich mich nicht, aber es war wohl nicht „Pornografie“.

Es ist grundsätzlich richtig, dass das Internet in unseren Schulstuben nicht ungefiltert zugänglich ist. Allerdings stellt sich wie überall die Frage nach der Verhältnismässigkeit, sei es bei den Methoden oder bei der Art des gefilterten Inhalts. Als einer, der die Jugendzeit in den in vieler Hinsicht wesentlich liberaleren 80er-Jahren unbeschadet überstanden hat finde ich es richtig, dass man den Blick auch in der Schule ungefiltert lesen darf, selbst wenn es einem dort passieren kann, auch mal auf ein wenig sehr zurückhaltend präsentierte Nacktheit zu stossen. So viel sollte uns unsere verfassungsmässig garantierte Meinungs- und Informationsfreiheit wert sein, ebenso wie wir auch unserer Jugend so viel Vertrauen entgegen bringen sollten, jeglichen von Blick präsentierten Inhalt verarbeiten zu können.

Gratis? Von wegen.

Wer noch immer dem Irrtum aufliegt, Dienste wie Google oder Facebook seien gratis zu haben, dem sei dieses Video, auf das ich gestern über den Twitter-Kanal von Kim Dotcom gestossen bin, wärmstens empfohlen:

Und da wir auch namhaften Unternehmen wie Yahoo nicht trauen dürfen, unsere Bedürfnisse und Rechte ernst zu nehmen, dienen die von der Werbeindustrie verpönten AdBlocker nicht nur dazu, lästige Werbung auszublenden, sondern erhöhen, sozusagen als sehr erwünschter Nebeneffekt, gleichzeitig auch unseren Schutz vor Datenklau und unsere Computersicherheit.

Darum meint auch Matthias Leisi völlig zu Recht:

 

Arbeitsblätter für Grundfertigkeiten, leicht gemacht

Wer hat sich kürzlich wieder beklagt, im Unterricht stünden einfach zu wenige Arbeitsblätter zur Verfügung? Dem Mann, der Frau kann geholfen werden:

Unter www.grundschulstoff.de gibts zahlreiche Vorlagen für Arbeitsblätter zum selber Machen. Angeboten werden Grundfertigkeiten in Deutsch und Mathematik, aber auch für Englisch und Realien (Mensch und Umwelt) finden sich ein paar Sachen.

Obwohl die Site aus Deutschland stammt, gibt es vereinzelte Vorlagen, die für den Schweizer Schulunterricht nicht so interessant sind  – wobei es natürlich in der Schweiz nicht untersagt ist, im Geografieunterricht Deutschland zu behandeln und die Schüler auch mal die deutschen Bundesländer und ihre Hauptstädte lernen zu lassen. 😉 Doch hat man sich bei Grundschulstoff.de in anderen Bereichen die Mühe gemacht, auch für den Schweizer Unterricht kompatibel zu sein: So ist etwa beim Arbeitsblatt für die schriftliche Multiplikation eine Funktion implementiert, mit der sich die Rechnungen so gestalten lassen, wie es in der Schweiz gelehrt wird, nämlich mit dem kleineren Faktor auf der linken Seite.

Schriftliche Multiplikation bis 1.000: Das Arbeitsblatt lässt sich auch so generieren, dass es für den Schweizer Schulunterricht passt. (Bildschirmaufnahme von grundschulstoff.de)

Schriftliche Multiplikation bis 1.000: Das Arbeitsblatt lässt sich auch so generieren, dass es für den Schweizer Schulunterricht passt.

Darauf gestossen bin ich über den Newsletter von Educanet, der seinerseits wiederum auf den Zentralschweizer Bildungsserver zebis.ch verweist, wo es noch andere interessante Werkzeuge für den Unterricht gibt.

Fliegen mit Google Earth

Google Earth ist nicht nur ein lustiger Zeitvertreib, sondern auch ein sehr hilfreiches Tool für verschiedenste denkbare Anwendungen.

Ein Schüler-Musical, das wir in wenigen Wochen aufführen werden (am 17. Mai in der Schwärzi-Halle in Altnau) heisst „Musig-Gschichtä us dä Schwiiz“. Die Rahmengeschichte ist eine Busreise an verschiedenste Orte in der Schweiz, und so suchten wir nach Möglichkeiten, wie wir diese kurzen Reisen darstellen können. Da zur Bühnenkulisse auch eine grosse Leinwand gehört, mit denen wir einzelne Szenen bebildern, kam ich auf die Idee, mit Google etwas zu machen. Heraus kam der folgende Kameraflug:

Noch immer liesse sich vieles perfektionieren, doch bis es so weit war, musste ich sehr viel üben, ausprobieren, anpassen, verbessern.

Meine ersten Versuche machte ich nicht mit Google Earth, sondern mit Google Maps. Zunächst erstellte ich auf Google Maps einfache Routen und verfolgte sie mit der 3D-Ansicht. Das Resultat war nicht umwerfend: Abgesehen vom störenden „Pfeil“ (eher ein umgekehrter roter Regentropfen), der dauernd an der Stelle des „Reisenden“ und somit in der Bildmitte bleibt, ist die Bewegung auch ruckelig. So suchte ich nach Möglichkeiten auf Google Earth – und wurde fündig. Wie man zum fertigen Film kommt, dazu gilt das Sprichwort „Viele Wege führen nach Rom“.

Bevor ich genauer schildere, wie ich meinen Kameraflug erstellt habe, sollte ich noch erwähnen, dass ich diese auf einem Mac gemacht habe. Dies ist darum von Bedeutung, weil der Mac als Bordmittel den Quicktime Player mitbringt, inklusive der Funktion, Bildschirmaufnahmen machen zu können. Benutzer anderer Betriebssysteme müssen sich nach einem gleichwertigen Tool umschauen, es sei denn, sie leisten sich Google Earth Pro, bei dem man solche Kamerafahrten als Filmdatei exportieren kann. Mit einem Kaufpreis von 399 $ ist diese Software aber wohl eher nicht für den Heimanwender gedacht.

Um meinen Kameraflug von Altnau nach Glarus zu erstellen ging ich folgendermassen vor:

  1. In Google Earth über die Funktion „Route berechnen“ (oben links unter dem Suchfeld) erst mal die Route von Altnau nach Glarus eingeben. Diese Route brauche ich später nicht mehr, aber sie ist hilfreich bei den folgenden Schritten.
  2. In die Vogelperspektive gehen, so dass die gesamte Route direkt von oben ersichtlich ist
  3. Über die Funktion „Pfad erstellen“, entweder über die Menufunktion Hinzufügen > Pfad“ oder über das folgende Symbol:  Bildschirmfoto 2014-04-20 um 09.58.08
  4. Den Pfad im entsprechenden Feld benennen. Vor dem Schliessen können jetzt auf der Karte die einzelnen Punkte des Pfads ausgewählt werden. Am besten bleibt man nahe bei der Route; damit die Fahrt anschliessend aber nicht zu unruhig wird empfiehlt es sich, nicht gleich bei jeder kleinen Kurve einen Pfadpunkt zu setzen. Sind alle Punkte gesetzt, kann man das Fenster wieder schliessen.
  5. Wer den blauen Strich der Route nicht auf dem Film haben will, kann jetzt die Route schliessen, indem er auf das „X“ unterhalb der Routenangaben klickt.
  6. Damit man nicht wie eine Maus direkt auf dem Asphalt bzw. durch das Gras kriecht und auch Kamerawinkel und Fluggeschwindigkeit einigermassen stimmen, müssen bei Google Earth noch gewisse Einstellungen vorgenommen werden. Hier gilt es zu experimentieren; für meinen Flug habe ich folgende Einstellungen vorgenommen:Pfad-Einstellungen auf Google Earth

Die Route ist nun fertig und kann nun abgeflogen werden. Die Funktion dazu ist eher versteckt: Man startet den Flug, indem den neu erstellten Pfad in der linken Seitenleiste auswählt und danach auf das Start-Symbol klickt:

Start

 

 

Es empfiehlt sich, die Route vor der Bildschirmaufnahme ausreichend oft und auch ausreichend langsam abzufliegen: Die Google-Earth-Kamera fliegt nämlich schneller, als das Programm die Bilddaten in den Cache-Speicher laden kann. Fliegt man zu schnell darüber, sieht man statt Häuser und Felder nur braune und grüne Pixel. So sollte man beim ersten Flug alle paar Sekunden einmal die Pause-Taste drücken, um Google Earth genug Zeit zu geben, die Grafiken in den Speicher zu laden. Sind sie einmal drin, bleiben sie auch dort, und Google Earth ist nun bereit für die Bildschirmaufnahme.

Die Bildschirmaufnahme selber machte ich wie oben erwähnt mit dem Quicktime Player (Befehl „Neue Bildschirmaufnahme“, im sich öffnenden Fenster den roten Knopf drücken, mit der Maus den Bildschirmbereich auswählen und „Aufnahme starten“ drücken).

Perfektionisten seien gewarnt: Zum Verfeinern gibts endlose Möglichkeiten. Um einen schön abgerundeten Flug zu erstellen, habe ich vor und nach dem Flug jeweils eine Ortsmarkierung erstellt. So stellte ich sicher, dass das Anfangs- sowie das Schlussbild des Films genau so aussieht, wie ich mir das vorstelle. Für die Bildschirmaufnahme bedeutet dies volle Konzentration, damit man nicht versehentlich mit der Maus über den Bereich der Bildschirmaufnahme fliegt sowie verhindert, dass Google Earth ein gemeines, gelbes Popup-Fensterchen öffnet, das dann in die Bildschirmaufnahme hineinragt, wenn man die Maus über den falschen Punkt bewegt.

Nun gilt es üben, üben, üben. Für unser Musical habe ich mehrere solche Kameraflüge erstellt. Während ich für den ersten deutlich mehr als eine Stunde brauchte, bis alles einigermassen meinen Vorstellungen entsprach, ging der Prozess schon beim zweiten wesentlich flotter von der Hand.

Billig und effizient Fremdsprachen lernen

Letzte Woche stiess ich auf folgenden Tweet von Martin Weigert:

In relativ jungen Jahren – kurz nach Abschluss meiner Lehre – lebte ich ein halbes Jahr lang in Kanada und bereiste dieses Land auch für mehrere Monate. Schon damals fiel mir auf, was auch im Zeit-Artikel explizit erwähnt wird, nämlich wie gut namentlich Skandinavier und Holländer Englisch sprachen. Als ich die Frage nach dem Grund dafür einem Norweger stellte, antwortete dieser, natürlich lernten Sie in der Schule auch Englisch, aber ihre Fertigkeiten in dieser Sprache hätten sie in erster Linie deswegen, weil in Norwegen (wie auch in den anderen genannten Ländern) sämtliche Filme in Fernsehen und Kino im Originalton gezeigt würden. Für diese bevölkerungsmässig kleinen Sprachgruppen lohnte es sich nicht, Synchronfassungen zu produzieren, weshalb man sich auf Untertitel beschränkt.

Mein subjektiver Eindruck wird nun auch wissenschaftlich untermauert. So beruft sich der Zeit-Artikel auf eine von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Studie mit der Feststellung:

Deutschland gehört wie Frankreich, Italien und Österreich [und die Schweiz – Anm. iScoutblog] zur Gruppe der Länder, in denen die Synchronisation vorherrscht. In Ländern, in denen besonders gut Englisch gesprochen wird wie den Niederlanden, in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Estland wird der Untertitelung der Vorzug gegeben.

Schon damals – lange vor Beginn meiner Karriere als Primarlehrer – vertrat ich die politisch nicht opportune Meinung, man könne auf Englisch in der Volksschule (damals bei uns erst ab der Sekundarschule) verzichten, wenn man stattdessen englischsprachige Filme in der Originalfassung ausstrahlen würde.

"Dr. House" alias "House, M.D." – in der deutschen Synchronfassung kaum auszuhalten für den, der die Originalfassung kennt. Bild: http://mbti-of-fictional-characters.tumblr.com

„Dr. House“ alias „House, M.D.“ – in der deutschen Synchronfassung kaum auszuhalten für den, der die Originalfassung kennt. Bild: http://mbti-of-fictional-characters.tumblr.com

Schüler schauen sich bestimmte Filme ja oft weit mehr als nur einmal an. Diesen gebe ich dann jeweils den Tipp, ihre Lieblingsfilme spätestens ab dem dritten Mal in Englisch zu schauen. Da sie die Handlung ja bereits kennen, würden sie nichts verpassen, darüber hinaus aber – und davon bin ich überzeugt – sehr viel für ihre Englisch-Kompetenzen tun. Leider tun das dann aber doch nur die allerwenigsten. Sie finden ihre Lieblingsfilme in der Synchronfassung offenbar besser, oder aber sie wollen nicht auch noch in ihrer Freizeit von dem mühseligen Fremdsprachen-Unterricht belästigt werden. Denn mühselig ist dieser – ob auf Französisch oder Englisch – für sehr viele von Ihnen. Die frühen Fremdsprachen sind, entgegen aller Versprechungen von Politikern und Bildungsdirektoren, längst zu knallharten Leistungsfächern „avanciert“.

Das ist schade – in vielerlei Hinsicht. Nicht zuletzt auch deswegen, weil Filme in ihren Synchronfassungen sehr viel von der Qualität ihres Originals einbüssen.

Weshalb das Aufbrechen von HTTPS-Verbindungen durch die Swisscom problematisch ist

Via Martin Steiger bin ich auf dieses Dokument (PDF-Download) des Informatikers Rainer Meier gestossen, in welchem in einfacher Sprache erklärt wird, wie Swisscom via die Firma ZScaler verschlüsselten Datenverkehr innerhalb des Schulnetzes aufknackt und warum dies problematisch ist.

Unter anderem erklärt Rainer Meier:

«Solche Angriffe werden üblicherweise von dritten vorgenommen, um an die übermittelten Daten zu gelangen, und sind illegal. Aber auch Firmen setzen solche Systeme ein um die verschlüsselten Daten vom und zum Internet analysieren zu können. Die Betroffenen müssen hier aber informiert werden und üblicherweise dem Einsatz solcher Systeme zustimmen (meistens über Mitarbeiter-Vereinbarungen geregelt). Da ein solches System die Privatsphäre sowie Sicherheit der übertragenen Daten gefährdet, sollten sich die Mitarbeiter bewusst sein, dass ihre Daten dadurch von dritten gelesen werden können.» [Hervorhebung durch iScoutblog]

 Die entsprechende Information der Mitarbeiter (sprich Lehrpersonen, Schulleiter u.a.) ist im Fall Swisscom/ZScaler definitiv nicht ausreichend erfolgt. Ich habe jedenfalls in keiner Weise meine Zustimmung dazu gegeben noch irgend eine entsprechende Mitarbeiter-Vereinbarung unterzeichnen müssen, und ich weiss auch von keiner Schule, in der so etwas erfolgt wäre.

Des weiteren mahnt Rainer Meier, skeptisch zu bleiben:

 Wer seiner Firma hier voll vertraut sollte trotzdem skeptisch sein, denn durch die aufgebrochene Verschlüsselung ist es für den Benutzer auch unmöglich, weitere Manipulationen zu erkennen. Beispielsweise wenn die Firmen-Systeme ebenfalls von dritten manipuliert wurden oder die Firma selbst Opfer seines solchen MITM-Angriffs wurde:

Bild: Rainer Meier

Bild: Rainer Meier

Qualitätspresse, Aprilscherze und andere Hoaxes: „Es ist kompliziert“

Dieses Video macht in den Newsseiten der (selbsternannten) Qualitätspresse die Runde:

Hier wird angeblich ein Skydiver beinahe von einem Meteoriten getroffen und hat auch noch das Glück, diesen rein zufällig mit seiner Helmkamera filmen zu können. Darauf gestossen bin ich via Watson News auf Twitter.

Bin ich wirklich der einzige, der hier an einen verspäteten Aprilscherz denkt?

Es wäre nicht das erste täuschend echte Video, das auf Newsseiten als „ernsthafte“ Meldung kursiert, bevor es als Fälschung entlarvt wird. Vor gut einem Jahr machte das unten stehende Video die Runde, in dem ein Kleinkind in einem Park in Montréal von einem Adler geschnappt und ein paar Meter weit weggetragen wird.

Kurz darauf entpuppte sich das Video – das nicht im Zeitraum des 1. April erschien – als täuschend echt gelungenes Resultat eines Filmprojekts von Studenten. Auch dieser Clip machte zunächst die Runde in der „Qualitätspresse“, bevor „Recherchen“ ergaben, dass es sich um einen Fake handelt. Die deutsche „Welt“ hatte wenigstens die Grösse, den Originalbeitrag (mit einem entsprechenden Nachtrag, was legitim ist) weiterhin im Netz zu lassen, während andernorts der Originalbeitrag stillschweigend wieder verschwand. Auf gewissen Seiten ist der Beitrag bis heute weiterhin als „wahre Geschichte“ nachzulesen, ohne Hinweise auf den Fake.

Wenn ich die beiden Clips vergleiche, erscheint mir die Geschichte mit dem Meteorit noch weit unrealistischer als die mit dem Baby in Montréal. Ob wir demnächst weitere Details über den ominösen Meteoriten erfahren werden? Wir bleiben dran. 😉

ICT-Lektüre für die Frühlingsferien

Als Lehrperson geniesst man ja das Privileg, alle paar Wochen wieder in den Genuss von unterrichstfreier Zeit zu kommen (wenngleich diese Zeit längst nicht immer auch arbeitsfrei sein muss). Wer sein persönliches Wissen in Sachen ICT auf unterhaltsame Weise bereichern möchte, für den gibt es auch spannende Literatur, bei der nicht unbedingt das technische Wissen erweitert wird, sondern vielmehr die Möglichkeiten vor Augen geführt werden, mit denen ICT die Welt, in der wir leben, beeinflusst und auch in naher Zukunft weiter verändern wird. Erwähnt seien hier etwa die Klassiker von Daniel Suarez, Daemon und Darknet, aber auch das folgende Buch:

Unterhaltsame Hängematten-Literatur: Andreas Eschbachs Roman "Ein König für Deutschland".

Unterhaltsame und äusserst lehrreiche Hängematten-Literatur: Andreas Eschbachs Roman „Ein König für Deutschland“.

Das frühlingshafte Wetter diesem Wochenende habe ich dazu genutzt, Andreas Eschbachs Roman „Ein König für Deutschland“ zu Ende zu lesen. Von Anfang bis zum Schluss habe ich mich bei dieser Lektüre bestens unterhalten. Wie ein talentierter Programmierer ein Programm entwickelt, mit dem unbemerkt Wahlmaschinen manipuliert werden können, und es dann eine kleine Gruppe von Gamern und Polit-Aktivisten tatsächlich schafft, die Manipulationen dazu zu nutzen, einen biederen Lehrer, der als Anwärter auf den Königsthron kandidiert, tatsächlich zum Wahlsieger zu küren – dies wird auf erschreckend glaubhafte Weise erzählt, ebenso wie in den ersten Kapiteln tatsächlich passierte Ereignisse der beiden letzten amerikanischen Präsidentschaftswahlen in den Roman eingeflechtet sind, die einen an der Rechtmässigkeit des (amerikanischen) demokratischen Systems zweifeln lassen können. Verschwörungstheorien? Vielleicht. Wobei ich ja der Meinung bin, dass man seit 9/11 den Begriff „Verschwörungstheorie“ nicht mehr verwenden sollte, aber das ist ein anderes Thema.

Während in vielen Ländern Wahlmaschinen längst weit verbreitet im Einsatz sind, dürfte Eschbachs Schreckensszenario in der Schweiz in absehbarer Zeit nicht Realität werden: Hierzulande wird immer noch von Hand gezählt, und auch E-Voting wird hoffentlich nicht eingeführt werden bevor auch die letzten Zweifel an der Transparenz und Glaubwürdigkeit dieses technischen Verfahrens ausgeräumt sind. Nach Andreas Eschbachs Lektüre muss man hinsichtlich der Einführung von E-Voting zum Schluss kommen: Hoffentlich gar nie!

Spielerisch Medienkompetenz erlernen

Ein kleines Highlight in meinem iScout-Jahreskalender ist für mich jeweils der Kadervernetzungstag in Wil. In lockerer Atmosphäre trifft man sich unter Gleichgesinnten, erhält Inputs zu ICT und Social Media an der Schule, kann untereinander ein bisschen fachsimpeln und sich austauschen. Ich habe einem interessanten Referat von Philippe Wampfler zugehört (mit dem ich auf Twitter auch schon die eine oder andere Diskussion führte), habe das Potential von Lego Mindstorms erahnen können und habe vom Projekt der Multimedianer erfahren, das ich auch noch genauer unter die Lupe nehmen werde. Auch von diesem Kadervernetzungstag kann ich also einiges mitnehmen, sei es als Bereicherung des eigenen Wissens, aber auch konkret für den Schulunterricht:

Zu den ICT-Standards, den wir an Thurgauer Schulen erfüllen müssen, gehören in der Mittelstufe unter anderem:

  • MS04: Die S kennen und beachten bei der Nutzung digitaler Kommunikationsmedien die entsprechenden Umgangsformen und Regeln.
  • MS05: Die S wenden die Regeln für den sorgfältigen Umgang mit eigenen und fremden Daten an.
  • MS15: Die S halten sich an Verhaltensregeln zur sicheren Onlinekommunikation und gehen angemessen mit virtuellen Identitäten um.

Wie man spielerisch mit der Klasse einen verantwortungsvollen Umgang mit Sozialen Plattformen erlernen kann, habe ich im Workshop von Claudia Bucheli erfahren, die an der Oberstufe Sternmatt in Baar ihren Schülerinnen und Schülern den Umgang mit Social Media lehrt. Ihr Spiel Faceboom – das Spiel zur Medienkompetenz steht auf ihrer Website mediobaar.ch gratis zum Download zur Verfügung. Es ist für die Oberstufe konzipiert, bietet aber genug Material, dass einiges davon auch schon in der 6. Klasse eingesetzt werden kann.

Karte aus dem Spiel "Faceboom"

Karte aus dem Spiel „Faceboom“ – http://www.mediobaar.ch/faceboom

Es geht auch ohne WLAN – irgendwie

Im letzten Blogpost habe ich darüber gejammert, dass ich im damals noch bevorstehenden Skilager eine Woche lang ohne WLAN auskommen muss.

Es wurde ein durchzogenes Lager: Wetter super, Piste super, Kinder untereinander super, Leiter untereinander ebenfalls super. Ab Dienstag wurden wir aber von der gefürchteten Magen-Darm-Grippe heimgesucht. Fast drei Viertel der Kinder wurden im Verlauf des Lagers krank. Für uns Leiter bedeutete dies nächtelanges Kotzkübel-Leeren und für mich als Hauschef (der nicht auf die Piste ging) obendrein viele Arztbesuche: Wir hatten auch noch zwei Skiunfälle, einen unerwarteten Allergieausbruch, einen Herpes-Ausbruch am Auge, eine Blasenentzündung, die allesamt ärztlich behandelt werden mussten, und entsprechend zahlreiche Elternkontakte.

Die Bilanz der Lagerwoche schlug sich auch in meiner Handy-Rechnung nieder: Rund 250 MB Datenvolumen alleine während der Lagerwoche, wovon ein Teil sicher auf privaten Gebrauch zurückzuführen war; der grösste Teil aber fiel wohl auf das Suchen von Telefonnummern, das Herunterladen von Karten zum Aufsuchen von diversen Arztpraxen und Apotheken, das Googeln diverser skilagerbezogener Informationen, vom Wetter über bis zu den Betriebszeiten der Bergbahnen.

Wie wir diese Woche ganz ohne Internet überstanden hätten? Keine Ahnung. Irgendwie wärs schon gegangen. Alles wäre einfach sehr viel mühsamer und zeitaufwendiger gewesen.

Ich bleibe dabei, dass WLAN auch in einer Skilagerhütte allmählich zum Standard gehören sollte, schliesslich ist man auch im Lager nicht weniger auf Informationen aus dem Internet angewiesen als in anderen Lebens- und Berufssituationen. Dabei geht es nicht nur um die Kosten auf der Handyrechnung (die mir von meiner Schulgemeinde zurückerstattet werden), sondern auch darum, dass es extrem mühsam ist, wichtige Informationen aus dem Netz über 3G oder gar EDGE auf den kleinen Handybildschirm zu holen und man doch gerne einfach mal sein Laptop in ein komfortables WLAN reingehängt hätte.

Unsere Lagerwoche war streng und hatte ihre Schattenseiten, doch sie war auch schön: Bei den meisten Kindern dauerte die Grippewelle zum Glück nur einen Tag, was bedeutete, dass sie die übrigen Tage bei schönstem Wetter auf der Skipiste voll geniessen konnten.

Und wir haben auch sehr aufmerksame Eltern, die uns für unsere Arbeit im Skilager – die ja auch unter normalen Umständen doch ein wenig anstrengender ist als während einer gewöhnlichen Schulwoche – mit einem grosszügig befrachteten Geschenkkorb danken. Vielen Dank zurück! 🙂

Früchtekorb

Eine Woche ohne WLAN

no-wifi-sleep-hibernate-windows8Morgen reisen wir ab ins Skilager nach Flumserberg. 44 43 Kinder, 3 Lehrpersonen, 4 Leiterinnen und Leiter. Selber werde ich kaum auf die Piste kommen, denn ich bin der Hüttenchef, der sich um (hoffentlich keine oder möglichst wenige) bettlägerige Kinder kümmert, tagsüber Einkäufe und organisatorische Aufgaben erledigt, zentrale Ansprechperson nach innen und aussen ist.

Wenn ich einen Traktor habe, brauche ich kein Auto

Eine besondere Herausforderung ist, dass ich das ohne WLAN werde tun müssen. E-Mails – es werden nicht wenige sein – werde ich also über mein Smartphone beantworten müssen, jegliche Informationen wie Wetter- oder Schneebericht übers Handy abrufen (mit begrenztem und für diesem Monat fast aufgebrauchtem Datenvolumen). Geht ja auch, irgendwie. Ich brauch ja auch kein Auto, um in die Stadt zu fahren, wenn ich einen Traktor habe.

Ich staune immer wieder von neuem, dass ein anständiger Internetzugang noch längst nicht überall eine Selbstverständlichkeit ist, insbesondere dort, wo man ihn sehr gut brauchen könnte.

Die Angst vor Excel-Tabellen

excel-word

Gefühlte 95 Prozent benutzen Microsoft Word, um Texte zu schreiben. Dagegen ist nichts einzuwenden; schliesslich ist Word eine ausgereifte Textverarbeitungssoftware mit sehr vielen Funktionen und Werkzeugen, von Inhaltsverzeichnissen über Fussnoten bis zum Erstellen von Serienbriefen.

Geht es um die reine Bearbeitung von Tabellen, benutzen gefühlte 94 Prozent ebenfalls Word – und das finde ich schon weniger verständlich.

Natürlich kann ich auch mit Word ein bisschen Tabellen machen – aber warum sollte ich, wenn ich auch Excel habe?

Die Tabellenfunktion von Word ist ziemlich rudimentär und dafür gedacht und konzipiert, in Textdokumenten einfache Tabellen einzufügen. Wer mit umfangreicheren und etwas komplexeren Tabellen hantieren möchte, stösst bei Word schnell mal an Grenzen, zumal Word-Tabellen in gewissen Situationen ein eher seltsames und unausgereiftes Verhalten an den Tag legen.

Leider sind die wenigsten Leute mit dem Umgang von Excel vertraut. Wer zum ersten Mal ein leeres Excel-Dokument aufmacht sieht zunächst einmal eine Wüste von leeren Feldern vor sich, die zudem standardmässig nicht in der Seitenlayout-Ansicht angezeigt werden. Viele wissen mit diesem Anblick offenbar nichts anzufangen, so dass sie nicht mehr auf die Idee kommen, wieder einmal ein leeres Excel-Dokument zu öffnen. Das wird wohl der Grund sein, warum sehr viele Leute gewohnheitsmässig zu Word greifen, selbst wenn sie eine reine Tabelle erstellen.

Dabei ist der Umgang mit Excel-Tabellen nicht grundsätzlich schwieriger als in Word, sondern nur ein bisschen anders. Weil es sich bei Excel um ein reines Tabellenbearbeitungsprogramm handelt, ist er in vieler Hinsicht sogar logischer und stringenter. Und vor allem bietet Excel naheliegenderweise weit mehr Tabellenfunktionen als Word.

„Der Umgang mit der Word-Tabelle hat sich bewährt“

Dass Excel – wie jedes Programm – ein wenig Angewöhnung braucht, ist klar. Doch ist diese Herausforderung offenbar so schwierig und unzumutbar, dass mir nahegelegt wurde, Praktikanten von der Pädagogischen Maturitätsschule ihre Tabellen weiterhin mit Word ausfüllen zu lassen und sie doch bitte nicht mit Excel-Tabellen zu überfordern. Dabei spreche ich von pfannenfertig bereitgestellten Dokumenten, die ich den Studenten zur Verfügung stelle und die sie nur ausfüllen müssen. Offenbar zu viel der Herausforderung. Zudem habe sich die alte Word-Tabelle bewährt.

Achso. Schön. Für mich hat sich der Umgang mit besagtem Word-Formular überhaupt nicht bewährt, aber mich hat bislang ja auch noch niemand danach gefragt.

Niemand streitet ab, dass zum Bildungsauftrag der Schule je länger je mehr auch ICT-Kompetenzen gehören. Auch beim Lehrplan 21 geht es klar in diese Richtung, was grundsätzlich nicht kritisiert wird, im Gegenteil: Etliche Kantone fordern gar, dass der Bereich „ICT und Medien“ noch mehr gestärkt wird als vorgesehen und dafür Zeitgefässe geschaffen werden sollen. Zu diesen Kantonen gehört auch der Thurgau. Bei der Ausbildung der Lehrkräfte wäre ein guter Punkt, schon mal damit anzufangen.

Die Krux mit den Passwörtern

Darf ich jetzt das folgende Bild posten, obwohl es unanständige Wörter enthält und ich meinen Blog als „jugendfrei“ deklariert habe? Ich riskiers: 😉

BewAi4sIUAEN0pvDieses Bild ist mir kürzlich irgendwo auf Twitter begegnet, und es bringt ein Problem an den Tag, mit dem wir uns alle immer wieder rumschlagen. Es kursieren viele Tricks und Vorschläge, wie sich einigermassen sichere Passwörter generieren lassen, die man sich hoffentlich auch noch merken kann – eine Patentlösung gibt es nicht. Es ist letztlich immer ein Abwägen zwischen Sicherheit und Praxistauglichkeit.

Selber halte ich es mit den Passwörtern so:

  • Ich benutze 1Password. Ein extrem hilfreiches Tool, mit dem ich stets all meine Passwörter einigermassen sicher und stets zuverlässig zur Hand habe. Es ist nicht ganz billig, doch habe ich den Kauf noch nie bereut. Es gibt Freeware-Alternativen wie KeePass oder LastPass, die ich aber selber nicht ausprobiert habe.

Bei der Wahl der Passwörter halte ich es pragmatisch. Ich unterscheide zwischen unwichtigen, wichtigen und sehr wichtigen Logins:

  • Unwichtige Logins sind solche, bei denen ich nichts von mir preisgebe und die ich oft anonym oder mit Fakenamen verwende. Dies ist z.B. bei Diensten wie Supportforen der Fall, bei denen ich gar kein eigenes Login will, die aber eins erfordern, wenn man z.B. einen Anhang zu einem Beitrag runterladen möchte. Auch Angebote wie Cineman zählen für mich zu den unwichtigen Logins. Da erlaube ich mir durchaus auch Passwörter wie 123456 (sofern vom Anbieter überhaupt akzeptiert) weil ich mir diese leicht merken kann und es mir völlig egal ist, wenn jemand sich zu diesen Logins Zugang verschafft.
  • Wichtige Logins: Dazu gehören Social Networks, also Twitter oder Tumblr (auch Facebook, dessen Account ich seit geraumer Zeit deaktiviert habe), mein Ricardo-Account und alle Konten, bei denen ich einkaufe. Auch das WordPress-Konto, mit dem ich diesen Blog schreibe, gehört dazu. Da wäre es mir nun wirklich nicht mehr egal, wenn sich jemand Fremder unter meinem Namen einloggen könnte. Hier benutze ich Passwörter, die nach heutigem Standard als sicher gelten (also mehr als 8 Zeichen, Gross- und Kleinbuchstaben, auch Sonderzeichen). Sie sind sich untereinander auch schon mal ähnlich oder sogar gleich.
  • Sehr wichtige Logins habe ich bewusst ganz wenige. Dazu zählt in erster Linie mein E-Mail-Account, aber z.B. auch mein Dropbox-Zugang. Hier habe ich für jedes Konto ein Passwort, das sich von allen anderen Passwörtern komplett unterscheidet.

Auch wenn ich in Schulhausteams bei jeder Gelegenheit sage, wie wichtig es ist, mindestens den Mailaccount mit einem wirklich sicheren Passwort zu versehen, erlebe ich es immer wieder, wie mir Kolleginnen – obwohl ich nie nach privaten Passwörtern frage! – mir bei privaten Support-Diensten bereitwillig und ungefragt ihr Mail-Passwort mitteilen, das dann oft auch noch so lautet wie z.B. der Vorname des Ehemannes. Oder ich kriege private Laptops in die Hand gedrückt, die mit keinem Benutzerpasswort versehen sind und ohne Anmeldepasswort direkt in den User-Account starten, wo sich dank im Browser gespeicherten Passwörtern auch problemlos das Web-Interface des privaten Mailaccounts öffnen lässt.

Peinlich, wenn der Chef so eine Mail erhält

Wer jedoch schon mal im Freundeskreis erlebt hat, was passiert, wenn sich Kriminelle Zugang zum privaten Mailaccount verschaffen, wünscht sich das niemandem – nicht sich selbst und vor allem auch nicht seinem eigenen Bekanntenkreis inklusive Freunden und Vorgesetzten. Nicht nur, dass sich jemand mit E-Mail-Zugang in der Regel fast alle übrigen Logins einfach rausfischen kann (wenn es sich um die Mailadresse handelt, die bei der Anmeldung bei den betreffenden Konten hinterlegt wurde), vom eigenen Mailacount werden dann auch noch ans ganze Adressbuch Mails verschickt wie

„Hallo Vorname – ich bin in London und mir ist das ganze Gepäck gestohlen worden, inklusiv Brieftasche und Reisepass. Kannst du mir bitte aushelfen?! Zahle bitte möglichst bald 1000 Fr. auf Konto Nr. xx.xxxxxx.xx ein. Ich werde dir das Geld ganz sicher wieder zurückzahlen – Vielen Dank und liebe Grüsse Vorname und Name des Mailkontoinhabers inkl. Signatur mit vollständiger Privatadresse

Peinlich, wenn der Chef von mir so ein Mail kriegt? Würde ich auch meinen. Schon gar nicht zu reden davon, wenn jemand das Geld wirklich eingezahlt hat und es nun wieder zurückfordert. Ein solches Szenario ist keineswegs unwahrscheinlich.

Mit wenig Aufwand ein vernünftiges Mass an Sicherheit

Man kanns nicht oft genug sagen: Zumindest für die eigene Mailadresse ist ein sicheres Passwort zwingend nötig, und wers wirklich sicher haben will, sollte auch eine Zwei-Schritt-Verifizierung in Erwägung ziehen. Und PCs oder sogar Laptops, die ohne Passwort direkt ins Benutzerkonto aufstarten, sind ein No-Go.

Und wissen muss man auch: Es wäre seit Edward Snowdens Enthüllungen vermessen, von hundertprozentiger Sicherheit zu sprechen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass sich neben der NSA auch noch Kleinkriminelle Zugang zu den eigenen Daten verschaffen, lässt sich mit relativ wenig Aufwand signifikant verringern.

Schweizer Schulen im Internet: Paranoia hier, blindes Vertrauen dort

Google Security

Google: Gundsätzlich sicherer geworden, an Schweizer Schulen aber unsicherer.

Angefangen hatte alles damit, als Google damit begann, sämtlichen Suchverkehr mit https zu verschlüsseln. An sich eine sehr sinnvolle Sache, die grundsätzlich mehr Sicherheit bringt für alle, die sich via Google im Netz bewegen.

An unseren Schulen hat leider die Massnahme das Gegenteil bewirkt. Schuld daran ist auch eine Portion Paranoia seitens Swisscom sowie Gleichgültigkeit oder Ahnungslosigkeit der meisten Benutzer.

Was genau ist passiert?

  • Google verschlüsselt sämtlichen Suchverkehr, was bedeutet, dass die Swisscom im Rahmen ihres Programms „Schulen ans Internet“ nicht mehr mitlesen kann.
  • Wenn die Swisscom nicht mehr mitlesen kann, kann sie den Google-Suchverkehr nicht mehr filtern und auch die Google Privatsphären-Einstellungen nicht mehr beeinflussen. Das könnte zur Folge haben, dass z.B. ein Schulkind auf einer Google-Bildersuche mal auf ein Bildchen trifft, das es eigentlich nicht sehen sollte. (Was den Link hinter dem Bildchen betrifft wäre der Swisscom-Filter nach wie vor wirksam.)
  • Weil ein solches Szenario offenbar so schlimm wäre, dass zu dessen Verhinderung sämtlicher Internet-Verkehr um jeden Preis gefiltert werden muss, greift Swisscom zu Brachialmethoden (die, wie mir gesagt wurde, auch bei privaten Firmen nicht ganz unüblich seien): Die Verschlüsselung der Suchanfrage wird mit Hacker-Methoden, einer so genannten Man-In-The-Middle-Attacke, ausgehebelt und die unverschlüsselte Suchanfrage über eine amerikanische Firma namens ZScaler weitergeleitet, wo sie gefiltert werden kann.
  • Um die Sicherheitsvorkehrungen von Google zu umgehen, arbeitet Swisscom bzw. ZScaler mit gefälschten Zertifikaten. Diese können bei jeder Suchanfrage vom User weggeklickt werden, oder aber der IT-Verantwortliche der Schule installiert die gefälschten Zertifikate als Root-Zertifikate, so dass der User (darunter nicht nur Schüler, sondern auch Lehrpersonen) ahnungslos bleiben und nicht merken, dass ihre Daten, die sie über Google senden (dazu gehören z.B. auch Login-Daten für Gmail-Accounts) unverschlüsselt über potentiell unsichere Server weitergeleitet werden.
Gefälschtes ZScaler-Zertifikat

Der Browser warnt zu Recht vor dem gefälschten Zertifikat. An den meisten Schweizer Schulen wird dieses aber standardmässig gutgeheissen.

Unterschiedliche Massstäbe punkto Sicherheit

Wenn es um Cloud-Dienste wie Dropbox an Schulen geht, geht die grosse Sicherheitsdiskussion los, weil Dropbox den Datenverkehr zwar verschlüsselt weiterleitet, die Daten selber dann aber auf den Dropbox-Servern unverschlüsselt rumliegen. Geht es um Dienste wie Office 365, fürchtet man juristische Diskussionen, weil die Daten dann nicht mehr auf Schweizer Servern liegen, sondern auf amerikanischen und somit nicht mehr schweizerischer Rechtssprechung unterliegen (weshalb z.B. die Kantone Solothurn und Luzern ihre Schule offiziell vor der Nutzung von Office 365 warnen). Update: Mittlerweile erfüllt Office 365 nach Angaben von Microsoft sämtliche Anforderungen des schweizerischen Datenschützers.

Wenn Swisscom mit Hacker-Methoden verschlüsselten Datenverkehr knackt und diesen über amerikanische Server weiterleitet, ohne zuvor die betroffenen Schulgemeinden hinreichend informiert zu haben, passiert abgesehen von ein paar kaum beachteten Pressetexten – so gut wie nichts. Löbliche Ausnahme ist der Kanton Basel Stadt: Dort heisst es:

«Uns ist die Integrität der Verschlüsselung wichtiger als vermeintlicher Jugendschutz, den man auch auf anderen Wegen erreichen kann»

„Irgendwo fängt Vertrauen an“

Auf das Problem angesprochen, hat mir unser Informatiker geantwortet: «Irgendwo fängt das Vertrauen an». Damit hat er natürlich auch recht. Unserem Provider müssen wir schicksalsergeben ein grosses Mass an Vertrauen entgegenbringen, sonst können wir das mit dem Internet von Anfang an sein lassen. Trotzdem stört es mich, dass diese Massnahme, von Swisscom notrecht-artig umgesetzt (die Praxis, sämtlichen Verkehr über https zu leiten, wurde von Google nicht angekündigt), an unseren Schulen absolut diskussionslos eingeführt wurde.

Nachdem ich gemerkt habe, dass das niemanden wirklich interessiert, hab ich mich diesem Schicksal gefügt. Nun beginne ich trotzdem, meine Dokumente, die ich bislang auf Google Drive abgelegt habe, auf Skydrive umzuziehen, aus dem einfachen Grund, dass Google Drive seit der Umleitung der Daten über ZScaler nicht mehr richtig funktioniert. Nun hoffe ich, dass es Microsoft in nächster Zeit nicht Google gleichtut.

Update 10. Januar 2014, 10:30 Uhr

Es ist nicht so, dass es keine Alternativen zum Man-In-The-Middle-Angriff gäbe. Google hat an diese Bedürfnisse der Schulen gedacht und pfannenfertige Lösungen bereitgestellt.  Warum Swisscom sich trotzdem für einen derart massiven Eingriff in Sicherheit und Datenschutz entschieden hat, ist mir ein Rätsel.

tl;dr

Google sorgt für mehr Sicherheit, was Swisscom dazu veranlasst, das Internet für die Schulen unsicherer zu machen, um weiterhin alle Daten filtern zu können. Das interessiert aber so gut wie niemanden.

Auf Ricardo verkauft – NICHT

ricardo.chRicardo ist einer der vielen praktischen Dienste in den unendlichen Weiten des www, den ich bislang wenig genutzt habe. Gekauft habe ich dort noch die etwas, verkauft bislang nur wenig. Dabei haben wir durch unseren Hauskauf in Oberheimen auch unzählige Gegenstände miterworben, die sich für einen Verkauf auf Ricardo eignen, so auch rund 1 t Holzkohle, welche im alten Schopf neben dem Wohnhaus rumlag und von Regulas Sohn Linus in harter Arbeit mit der Schaufel in Säcke abgefüllt wurde. Zum Heizen können wir sie nicht brauchen, da wir eine Holzheizung haben (wie schon in unserem alten Haus in Wuppenau) , und auch zum Grillieren brauchen wir Holz und keine Kohle.

atika-brennholzspalter-11-n

Atika Brennholzspalter 11 N:
Zuerst für 700 Fr. gewollt, dann verschmäht.

Doch schreibe ich diesen Beitrag nicht wegen der Kohle, sondern wegen dem Holzspalter meines Vaters, den ich vor kurzem auf Ricardo verkauft habe. Besser gesagt verkaufen wollte. Nein, verkauft habe. Eigentlich…

Der Neupreis des Geräts beträgt über 1000 Franken. Da das Gerät, insbesondere der dazugehörende Benzinmotor, praktisch neuwertig ist, fand ich es fair, den Brennholzspalter für 400 Franken (mit Erhöhungsschritten von 20 Fr.) einzustellen und den „Sofort kaufen“-Preis auf 700 Fr. festzusetzen. Die Auktion lief dann auch gut an. Schnell meldete sich der erste interessierte Käufer, dann ein zweiter. Die beiden überboten sich gegenseitig, und schon bald lag der Kaufpreis bei 500 Fr. Gleich darauf wurde die Auktion auch schon durch einen Dritten beendet, der sich entschied, den Brennholzspalter für 700 Fr. für sofort zu kaufen.

Ein erstes Kontaktgespräch verlief denn auch positiv; der Käufer aus dem Kanton Graubünden wollte den Holzspalter schon bald bei uns abholen kommen. Dann am nächsten Tag aber die Meinungsänderung: Er könne das Gerät unmöglich für 700 Fr. kaufen: Ein Kollege habe ihm gesagt, dass es in der Landi (angeblich) ebenbürtige Geräte für 800 Fr. gebe, die dann aber 5 Jahre Garantie hätten. Ich bestand aber auf den Abschluss des Geschäftes (zu dem er sich auch rechtlich verpflichtet hatte), denn schliesslich war mein Verkaufsangebot von A-Z transparent, und ausserdem hatte er ja auch die für mich sehr gut laufende Auktion beendet.

In die Enge getrieben stellte er mir darauf Rückfragen wie: „Ihr Brennholzspalter war doch schon mal auf Ricardo. Warum wurde er eigentlich vorher nicht gekauft?“ (stimmt nicht; ich hatte Brennholzspalter zuvor noch nicht auf Ricardo gestellt). Ich wollte ihm so weit entgegenkommen, als ich mich bereit erklärte, das Gerät zu ihm zu fahren (er hatte sich durch den Kauf auch zum Abholen verpflichtet), aber das wollte er auch nicht. Als ich nochmals betonte, dass ich auf den Verkaufsabschluss bestehen würde, fragte er zurück, ob ich denn vorhabe, gerichtlich gegen ihn vorzugehen. Das sicher nicht, entgegnete ich, aber eine E-Mail an den Ricardo-Kundendienst wäre mir die Sache dann schon noch wert.

Sein Entgegenkommens-Angebot bestand schliesslich darin, als er sich bereit erklärte, meine Abschlussgebühren zu übernehmen, die mir von Ricardo verrechnet werden, wobei er vermutlich nicht wusste, dass diese rund einen Franken betragen. Ich entgegnete darauf, dass ich bei einer Überweisung von 100 Fr. auf mein Konto einverstanden wäre, die Sache zu belassen. Damit war er dann einverstanden. Die 100 Fr. habe ich heute erhalten, worauf ich mich anständig bedankt und ihm dabei auch ein gutes neues Jahr gewünscht habe (was ich ehrlich meinte).

Hoffentlich gehen meine künftigen Auktionen auf Ricardo runder über die Bühne. Zur Zeit im Angebot:

Falls jemand Interesse hat: Die Auktion läuft.

tl;dr – Auktionen auf Ricardo können mitunter auch anstrengend sein. Und braucht jemand zufälligerweise noch eine Tonne Steinkohle?

kohle-vermutlich-steinkohle

Richtig doodeln

DoodleLogo

Sehr viele Dinge im Internet sind gratis, was schön ist. Viele dieser Dinge werden kostenpflichtig, wenn man ein bisschen mehr als nur die Grundfunktionen brauchen will, was verständlich ist. Ein Angebot, das ich mir in der Premium-Version leiste, ist Doodle. Dafür zahle ich im Jahr 39 Franken.

Der Hauptgrund, dass ich mir diesen Luxus leiste (so wahnsinnig viele Termine muss nämlich gar nicht über Doodle organisieren) liegt in der vollständigen Integration der Google-Kalender. Ich nutze intensiv verschiedene Google-Kalender, weil ich mindestens drei getrennte Arbeitsbereiche habe, in denen ich separate Kalender führe. Wenn ich nun einen Termin via Doodle organisieren muss, sei er von mir selber erstellt oder von jemand anderem – kann ich diesen dem jeweiligen Kalender zuordnen. Doodle reserviert mir dann dort vorsorglich alle möglichen Termine, bei denen ich selber „Ja“ angewählt habe. Eine äusserst praktische Sache, die mir auch ein bisschen Geld wert ist.

Die Integration in den Google-Kalender funktioniert auch ohne Premium-Konto. Die Einschränkung liegt darin, dass Doodle-Termine nur in den Hauptkalender eingetragen werden können. Und natürlich werden neben dem Google-Kalender auch noch andere unterstützt.

1. Bei der Terminfindung kann meine Google-Kalender direkt ein- oder ausblenden, und so habe ich die direkte Übersicht, wann ein Termin frei ist oder nicht.

 

Doodle1

2. Daraufhin erscheinen sämtliche Termine, die ich bei Doodle mit „Ja“ angegeben habe, direkt im Google-Kalender.

Doodle2

Nun gibt es immer wieder unwissende Doodle-Administratoren, die beschränken sich darauf, den Termin zu bestimmen und dann alle Eingeladenen mit einer einfachen E-Mail zu benachrichtigen. Für sie ist die Sache nachher abgeschlossen. Für mich nicht. Denn während die immer noch offene Umfrage auf Ewigkeit im Doodle-Nirwana ihre Nichtexistenz fristet, darf ich nun alle Termine, welche mir Doodle netterweise in den Kalender eingetragen hat und im Namen den Anhang „[Doodle-provisorisch]“ tragen, von Hand löschen und den festgesetzten Termin ebenfalls von Hand noch anständig benennen. Ich gebe zu, dass ich mich dann jeweils ein bisschen aufrege.

Denn eigentlich hat man bei Doodle die Sache gut durchdacht: Der endgültige Termin lässt sich vom Administrator mittels Häkchen festlegen, worauf Doodle dann automatisch alle überflüssigen Terminreservationen löscht und den festgesetzten Termin richtig benennt.

Doodle5

3. Nachdem Doodle aufgeräumt hat, sieht auch mein Google-Kalender wieder übersichtlich aus.

Doodle3

Bitte, liebe Doodle-Gelegenheitsadminstratoren, schliesst doch eröffnete Umfragen jeweils auch noch korrekt ab. Ich bin sicher nicht der einzige, der euch dafür dankbar ist. 🙂

Geocaching mit einer Schulklasse

Geocaching_logo

Dass Geocaching auch für Schulklassen geeignet sein kann, wird derzeit in verschiedenen Lehrerfortbildungskursen angepriesen. Vor zwei Jahren habe ich selber mal mit einer 6. Klasse eine Geocaching-Exkursion durchgeführt.

Die ganze Technik, die hinter Geocaching steckt, bietet schon viel Stoff zum Vermitteln im Voraus. Die meisten Kinder kennen das Navigationsgerät im Auto ihrer Eltern, doch die Technik dahinter dürften die wenigsten verstehen. Natürlich ist es ein hochkomplexer Vorgang, bis die Position des Autos über das GPS ermittelt und auf dem Navi-Bildschirm dargestellt wird, doch die Prinzipien dahinter sind verhältnismässig einfach und auch einer Mittelstufenklasse zu vermitteln. Zum Ermitteln der Position im freien Feld verwendet die Geocaching-Software bzw. das Gerät, auf dem sie installiert ist (ob ein gewöhnliches Smartphone oder ein spezielles GPS-Gerät) das Prinzip der Triangulation – das selbe geometrische Prinzip, mit dem seit Jahrhunderten Landkarten erstellt werden.

Wie Triangulation funktioniert, wird in einem knapp zehnminütigen Film der „Sendung mit der Maus“ kindgerecht erklärt:

Wer statt einen Film zu zeigen lieber die Kinder selber Hand anlegt, kann auch auf die Wiese gehen und mit Stecken und Schnur dem Prinzip der Triangulation auf den Grund gehen.

Worauf man bei der Umsetzung achten muss

Hat man die theoretischen Grundlagen erarbeitet, gehts an die Praxis, und da gilt es einige Dinge zu berücksichtigen:

Rein theoretisch braucht man kein GPS-Gerät, um einen Geocache zu loggen. Für jeden Geocache finden sich im Internet die exakten Koordinaten, und diese könnte man nun auf herkömmliche Weise auf einer (sehr genauen!) Landkarte eintragen. Ist der Cache gefunden, trägt man sich von Hand dort ein; geloggt werden kann der Cache auch zu Hause wieder am Computer. Aber so macht die Sache ja irgendwie nicht richtig Spass. 😉

Richtig Spass macht die Suche, wenn man mit dem GPS-Gerät raus aufs Feld geht und sich so dem Cache nähert – und da fängt das erste Problem an: Geocaching ist im Prinzip gratis, doch wer die Geocaching-App auf seinem Smartphone installieren will, muss dafür 10 Franken hinblättern. Natürlich wollen dann alle Kinder diese App haben – hier gilt es deutlich darauf hinzuweisen, dass kein Kind verpflichtet ist, diese App zu kaufen und jedes Kind den Cache ohne diese App loggen kann. Wie es letztlich organisiert wird, dass die Kinder zumindest in Gruppen auch mit einem eigenen Gerät einen Cache finden können, darin liegt somit eine Schwierigkeit.

In meinem Geocaching-Ausflug gingen wir gemeinsam auf Wanderung, auf der wir fünf Caches in meiner Wohnumgebung hoben, die ich alle bestens kannte. Ich teilte die Klasse in fünf Gruppen ein, wobei jede mit mindestens einem GPS-fähigen Gerät (in unserem Fall allesamt Smartphones mit der Geocaching-App) ausgerüstet war. So konnte ich die Gruppen so einteilen, dass in fast jeder bereits ein Gerät vorhanden war, und wo nicht, vertraute ich der Gruppe zum Finden des Caches mein persönliches Handy an. Bei jedem Cache durfte eine andere Gruppe vorausgehen, um den versteckten Cache zu finden.

Welche und wie viele Caches an einer Exkursion gehoben werden sollen, gilt es zu rekognoszieren. Wichtig scheint mir, dass man neben den üblichen Exkursionsvorbereitungen die Caches auch im Vorfeld selber hebt, denn manchmal ist ein Cache auch unauffindbar oder nicht zu heben, etwa weil er z.B. auf einem hohen Baum versteckt ist oder grad wieder mal von nichtwissenden Muggles entfernt wurde.

Ist dies getan und die Route ausgearbeitet, steht einer schönen Wanderung oder einem interessanten Ausflug in eine Stadt nichts mehr im Weg.

Geocaches sind oft an sehr originellen Orten versteckt, wobei einige Cacher versuchen, sich an Originalität gegenseitig zu überbieten. Ein zweifellos sehr phantasievolles Versteck hatte ein deutscher Geocacher gefunden, der seinen Cache in einer Schleuse versteckt und damit einen Bombenalarm ausgelöst hatte.

Thurgauer Schulen: Paradigmenwechsel in Sachen ICT

Diesen Freitag besuchte ich das Bildungsforum Romanshorn. Es war in vieler Hinsicht eine sehr aufschlussreiche Veranstaltung, an der grösstenteils die „Neuen Medien“ im Vordergrund standen. Da ich zu diesem Thema in letzter Zeit doch ziemlich viele Referate gehört habe und mich auch persönlich auf dem Laufenden halte, erwartete ich nicht, allzu viel Neues zu erfahren, doch da sollte ich mich täuschen. Nachträglichen Eindruck gemacht haben mir das Referat des Zukunftsforschers Georges T. Roos und der Auftritt von André Stern, der, in Frankreich aufgewachsen, Zeit seines Lebens nie eine Schule besucht hat und von seinen Eltern auch nicht beschult wurde, deswegen aber trotzdem ganz und gar nicht auf den Kopf gefallen ist. (Und während man so dachte, dass sowas in der Schweiz sicher nicht möglich sei, holte Moderator Kurt Aeschbacher noch eine im Saal anwesende Schweizer Jugendliche auf die Bühne, die bis vor kurzem weder eine Volksschule besuchte noch beschult wurde, nun aber ans Euregio Gymnasium in Romanshorn geht und gegenwärtig noch nicht weiss, ob sie danach Physik studieren oder Blumenbinderin werden soll).

ICT an der Schule

Bildbearbeitung mit einer Primarschulklasse: Der Thurgau vertritt nun die Position, dass der bisher vertretene rein integrative Ansatz nicht für alle ICT-Ziele ausreicht.

An dieser Stelle aber den Inhalt des Bildungsforums zu besprechen führte zu weit. Ich möchte hier vor allem noch eine weitere Aussage erwähnen, die eher nebenbei fiel, die jedoch für unseren Schulalltag in den nächsten Jahren Konsequenzen haben wird.

Abschied vom rein integrativen Ansatz

So erklärte der Amtschef des Thurgauer Amtes für Volksschule Walter Berger, dass es zu überlegen gilt, was in der ICT integrativ eingeführt werden kann und in welchen Bereichen spezielle Gefässe geschaffen werden müssen. Und an anderer Stelle plädierte Thomas Merz, Medienexperte und Prorektor der PH Thurgau, dafür, künftig ICT durch speziell dafür ausgebildete Lehrpersonen unterrichten zu lassen.

Ich weiss nicht, ob dies schon zuvor kommuniziert wurde, doch ich jedenfalls habe eine solche Aussage Seitens des Thurgauer Amtes für Volksschule gestern zum ersten Mal gehört, denn bislang lautete die Position des AV: „Es gibt kein neues Fach ICT“.  Nun bedeutet „Gefässe schaffen“ noch nicht zwingend, damit auch gleich ein neues Fach in die Stundentafel einzuführen, doch man räumt ein, dass es nicht genügt, die Kinder im Regelunterricht nebenbei auch noch etwas am PC arbeiten zu lassen. Über die überfällige Erkenntnis kann man sich freuen oder sich andererseits daran stören, dass nun wieder mal mit Salamitaktik nach anfänglicher Beschwichtigung der Lehrerschaft durch die Hintertür ein neues Fach eingeführt wird, wobei jedoch solche Diskussionen hinsichtlich des Lehrplans 21 müssig sind.

Persönlich habe ich mich über die Aussage gefreut, weil sie meine Position bestätigt. Wenn man bisher mit Kantonsverantwortlichen über die Problematik gesprochen hat, dass gewisse Bereiche den Schulkindern einfach nicht rein integrativ zu vermitteln sind, erntete man bislang nur ein vielsagendes Lächeln. Man wusste das natürlich sehr wohl, durfte aber aufgrund des kantonalen Paradigmas nichts anderes sagen. Nun ist man also im Thurgau in der Realität angekommen.

P.S. Die Schaffung eines eigenen Fachs ICT ist erst recht unumgänglich, sollten die viel zu hoch gegriffenen ICT-Ziele im Lehrplan 21 auch tatsächlich umgesetzt probiert werden.

Präsentationen mit Prezi

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PowerPoint habe ich schon viele Jahre nicht mehr gebraucht – als Macianer verwendete ich dafür Keynote. Bisher. Doch das könnte sich ändern, seit ich Prezi entdeckt habe. Darauf gestossen bin ich durch einen Digital-Podcast von Radio Stadtfilter. Dass es ein Tool wie Prezi gibt war mir schon länger bekannt, doch der Podcast machte mich gwundrig, es einmal auszuprobieren, und ich habe es nicht bereut.

Prezi ändert die Art und Weise, wie man sich Präsentationen gewohnt ist, von Grund auf. Anstatt Folien zu erstellen, die meistens aus Auflistungen bestehen und hin und wieder mal aus ein bisschen Text, gestaltet man mit Prezi im Prinzip ein Plakat, durch das sich der Betrachter dann durch Zoomen und Drehen hindurchbewegt. Der Effekt ist verblüffend (vermutlich auch deswegen, weil er noch recht ungewohnt ist), und das Erstellen einer „Prezi“ erstaunlich einfach – so einfach, dass es durchaus auch Kindern im Mittelstufen-Alter zugemutet werden kann.

Ein kleines Ärgernis habe ich jedoch beim Schreiben dieses Blogposts entdeckt: Prezis sollten sich im Prinzip – so wie z.B. Youtube-Filme – in Webseiten einbinden lassen. Funktioniert aber bei Word press nicht so ohne weiteres. Schade! Habe deshalb von meiner ersten Prezi ein Bildschirmfoto gemacht und dieses direkt mit der Prezi-Website verlinkt.

Kinderleichte Wetten zum Nachmachen

Richard Wiseman ist Leiter der Psychologie-Abteilung an einer englischen Universität, der sich unter anderem dem Paranormalen verschrieben hat. Zu weltweiter Bekanntheit gebracht hat es der ehemalige professionelle Zauberkünstler durch seinen Blog, in dem er auf interessante Phänomene hinweist oder knifflige Rätsel stellt.

Regelmässig veröffentlicht Wiseman auch Kurzvideos unter dem Titel 10 bets you will always win. Diese sind gespickt von Schalk, Raffinesse und britischem Humor. Und: Die Wetten sind so kinderleicht nachzumachen, dass sie sich auch für für die Primarschule eignen. Wie amerikanische Kinder auf Wisemans nicht immer ganz redliche Tricks reagierten, wird in diesem unterhaltsamen Video gezeigt:

Wisemans Videos bieten also Stoff für die Primarschule; neben Englisch und Physik (Realien) gerade auch im Bereich ICT. Die Filme sind so einfach gemacht, dass sie sich in einem Projekt gut auch von Kindern nachfilmen lassen sollten.

 

Schweizer Landeskarten: Schön, dass es sie auch online gibt

Wer auf dem Strassenweg möglichst komfortabel und effizient nach – sagen wir – Bern fahren muss und dabei einen Traktor oder einen Mercedes zur Verfügung hat, der nimmt in aller Regel den Mercedes. Wenn es darum geht, online auf Karten eine Gegend zu erkundschaften – etwa für eine Klassenwanderung – und dabei auf hochwertiges Kartenmaterial angewiesen ist, so nehmen viele das Äquivalent des Traktors – sie nehmen Google Maps.

Google Maps oder die Karten von Swisstopo – wenns ums Detail geht, ist der Sieger klar.

Google Maps oder die Karten von Swisstopo – wenns ums Detail geht, ist der Sieger klar.

Nichts gegen Google Maps. Ich verwende es auch oft und gerne, zum Beispiel wenn ich via Street View eine fremde Stadt auskundschafte oder die Distanz von hier nach Murmansk wissen möchte. Wenn es aber um Feld- und Wanderwege in der Region geht, sprich um die Planung einer Schulwanderung, ist Google Maps so untauglich wie ein Traktor für eine Autofahrt quer durch die Schweiz.

Selbst viele Schweizer Lehrpersonen scheinen nicht mehr zu wissen, dass die Karten der Schweizer Landestopografie, auf neudeutsch Swisstopo, weltweit einen erstklassigen Ruf geniessen, seit die «Dufourkarte» 1855 an der Weltausstellung in Paris mit der goldenen Ehrenmedaille ausgezeichnet wurde. Ihre Präzision, aber auch ihre Ästhetik waren für die damaligen Verhältnisse einzigartig. Ihre Qualität und ihren Weltruf konnten die Schweizer Landeskarten bis zum heutigen Tag erhalten. Und das beste: Sie sind auch online gratis abrufbar.

In die Karten von Swisstopo habe ich volles Vertrauen und plane, wenn es nicht gerade im Hochgebirge ist, ohne rekognoszieren vor Ort auch einen Klassenwanderung ohne Weiters allein mit dieser Karte, in der selbst jeder freistehende Baum punktgenau eingezeichnet ist. Die Landeskarten sind für mich (Jg. 1968) so urtümlich schweizerisch wie der Gotthard, Bundeshaus und SBB. Kein Ausflug in die Berge mit der Grossmutter, keine Schulwanderung, in der die örtliche 1:25’000er-Landeskarte nicht dabei gewesen wäre. Schön, dass es sie heute auch online gibt!

Ausschnitt aus der Dufourkarte, ca. 1860 (Bild: ETHeritage – blogs.ethz.ch)

………

Wir würfeln uns ein Passwort

Darüber, was ein sicheres Passwort ist, gibt es im Internet ausreichend Hinweise und Tipps. Die wichtigsten:

  • Ein sicheres Passwort besteht nicht nur aus Zahlen oder nur aus Buchstaben, sondern aus einer Kombination von Zahlen sowie Gross- und Kleinbuchstaben. Können auch noch Sonderzeichen hinzugefügt werden, wird das Passwort dadurch noch einmal deutlich sicherer.
  • Eine Länge von acht Zeichen ist das Minimum für ein einigermassen sicheres Passwort.
Zumindest die wichtigsten Kennwörter – etwa das Passwort für das E-Mail-Konto oder für 1Password sollten sicher und gut merkbar sein.

Zumindest die wichtigsten Kennwörter – etwa das Passwort für das E-Mail-Konto oder für 1Password – sollten sicher und gut merkbar sein.

Doch ein sehr wichtiger Punkt geht oft vergessen: Ein Passwort ist nur dann sicher, wenn ich es mir auch merken kann. So wäre etwa xeWq)&F7p!( nach den oben genannten Kriterien eine gute Wahl, doch da es sich sehr schlecht einprägen lässt und die Gefahr gross ist, dass ich es nicht mehr reproduzieren kann (ein Passwort sollte ja schliesslich auch nicht unverschlüsselt auf der Festplatte gespeichert werden), ist es als Passwort dennoch ungeeignet.

Von Agile Bits, dem Hersteller von 1Password, gibt es einen Artikel, in dem die wichtigsten Kriterien für ein sicheres, aber doch relativ gut merkbares Passwort erklärt werden.

In dem Blogpost wird daran erinnert, dass ein Passwort zudem auch eine zufällige Abfolge Zeichen oder Wörtern darstellen muss, da es sonst von Hacker-Software schnell geknackt werden kann. So kann ich zum Beispiel aus folgendem gut merkbaren Satz Meine 2 Katzen heissen Miezi und Fredi das Passwort M2KhM&F erstellen. Scheint auf den ersten Blick ein sehr sicheres Passwort zu sein, doch da die Programmierer von Hacker-Software auch die Entstehung solcher Passwörter mit einkalkulieren und auf entsprechende Kombinationen vorbereitet sind, wäre es vermutlich ebenfalls schnell geknackt.

Die Buchstabenreihenfolge muss also rein zufällig sein – und damit kommt Diceware ins Spiel: Diceware sind Listen von hunderten beliebiger Wörter, denen ein kurzer Zahlencode vorangeht, der ausschliesslich die Ziffern von 1-6 enthält. Ein Auszug aus der deutschen Diceware-Liste sieht zum Beispiel so aus:

63553 vor
63554 vorab
63555 voran
63556 voraus
63561 vorbau
63562 vordem
63563 vorfall
63564 vorher

Der Trick ist nun, dass ich mir eine Reihenfolge von Wörtern würfle. Gemäss obiger Liste entspräche also die Würfelreihenfolge 6-3-5-6-1 dem Wort vorbau. Nun „erwürfle“ ich mir also fünf oder sechs Wörter aus der Diceware-Liste. Daraus könnte dann zum Beispiel die Wortreihenfolge woelbt-Chaos-Pfund-jung-sofern entstehen. Macht absolut keinen Sinn – und soll es ja auch nicht. Was ich erhalten habe ist jedoch eine auf rein zufälliger Grundlage generierte Liste von Wörtern, die ich relativ gut auswendig lernen kann.

Dennoch erscheint das Passwort immer noch nicht allzu sicher, da es ja keine Sonderzeichen enthält. Nun kann ich aber ohne Weiteres noch das Passwort mit meinen beiden Katzen vorne anhängen, und mein Passwort würde lauten: M2KhM&Fwoelbt-Chaos-Pfund-jung-sofern.

Doch auch bei einem solchen Passwort besteht die Gefahr, dass es vergessen wird; insbesondere wenn man es in der Anfangsphase nicht oft verwenden muss. Unter Voraussetzung der Verhältnismässigkeit sieht Agile Bits ein relativ geringes Sicherheitsrisiko, wenn man das Passwort von Hand auf einen Zettel schreibt und diesen z.B. im Portemonnaie aufbewahrt, bis man das Passwort genügende Male auf dem Computer eingegeben hat, dass man es sich sicher einprägen konnte. Dann kann man den Zettel vernichten.

Und schliesslich noch ein Tipp speziell für Deutschschweizer: Beim Diceware-Prinzip könnte sich unser Dialekt noch als zusätzlicher Vorteil erweisen, da unsere Dialektwörter wohl kaum je auf irgend einer Diceware-Liste auftauchen werden. Ich würfle also so lange, bis ich ausschliesslich Wörter habe, welche im Dialekt anders geschrieben werden als auf Hochdeutsch. Kommt also beim Würfeln die Wortkombination Tausch-Laune-gewinnt-schade-Biene heraus, so verwende ich für mein Passwort Tuusch-Luune-gwuennt-schaad-Bienli. Unschlagbar.

Computerkenntnisse von Kindern werden überschätzt

Wenn vor 20 Jahren 5 Prozent der Leute einen Computer zu Hause hatten, waren 95 Prozent von ihnen auch technisch versiert. Wenn heute 95 Prozent einen Computer haben, sind wohl noch rund 5 Prozent von ihnen technisch versiert.

Marc Scott

Computer werden immer anwenderfreundlicher. Spätestens als Apple im Januar 2007 das erste iPhone vorstellte brach die Zeit an, in der hochkomplexe Computer auch von Kindergärtnern bedient werden können. Das war nicht immer so: Zu meiner Jugendzeit brauchte ich noch rudimentäre Basic-Kenntnisse, um auf dem Commodore 64 meines Bruders ein Programm überhaupt zum Laufen zu bringen.

C64SuperspieleCover

Bild: Wikipedia

Es gehörte zur Selbstverständlichkeit, dass man sich zwischen den Spielen auch etwas näher mit Basic beschäftigte. Ein Höhepunkt war es, das selber geschriebene Programm fehlerfrei zum Laufen gebracht zu haben, und bestand dies nur darin, einen Punkt über den Bildschirm wandern zu lassen oder sogar eine einfache, selbstkreierte Pixelfigur. Basic lernen konnte man auch, indem man für einmal keine Raubkopien von Spielen laufen liess, sondern ganz legal in der Buchhandlung einen Wälzer von Data Becker kaufte und an regnerischen Sonntag Nachmittagen Spiele im Basic-Quellcode abtippte. Wenn nach ungezählten Stunden die Tipparbeit zu Ende war, kam, bevor das Programm endlich lief, die unvermeidliche Fehlersuche (auch genannt Troubleshooting), was fast noch einmal so lange dauerte.

Soviel zur Computer-Nostalgie.

eudora-mail-warningWeitere Generationen von Jugendlichen folgten. Die Kinder meiner Frau machten später die Erfahrung, dass es höchstes drei Wochen dauerte, bis ein Windows 95 hoffnungslos hinüber war, wenn man keinen Virenscanner installiert hatte und jeden Systemhinweis, jede Warnung ungesehen mit „OK“ quittierte, nur damit das sich auf welchen Wegen auch immer beschaffte Spiel möglichst schnell lief. Doch das machte nichts, weil schon irgend ein Erwachsener in der Nähe war, der für sie das Windows wieder neu aufsetzte. Aus pädagogischer Sicht ein klarer Fehler, weil ich die Kinder so um die wertvolle Erfahrung brachte, sich selber mit der die Installation des Windows-Betriebssystem auseinandersetzen zu müssen, und weil sie nicht damit konfrontiert waren, die Konsequenzen ihres Tuns selber zu tragen.

„Kinder sind am Computer sehr versiert“ – Wirklich?

In einem langen, sehr lesenswerten Artikel schreibt Marc Scott, wie die Computer-Skills von Kindern überschätzt werden von Erwachsenen, denen es ebenfalls an Computer-Skills fehlt.

Kinder und Jugendliche sind in der Handhabung am Computer sehr schnell, wodurch es scheint, dass sie sehr versiert mit einem Computer umgehen können. Das ist aber nur auf den ersten Blick so: Wenn man genauer hinschaut, so sieht man: Fehlermeldungen und Warnungen werden ungelesen weggeklickt. Oft haben sie keine Ahnung von Dateistruktur. Sie speichern in wochenlanger Arbeit erstellte Dokumente ausschliesslich auf einem Memory Stick ab und ziehen diesen furchtlos aus dem Computer aus, ohne ihn vorher auszuwerfen. Wenn jemand am Computer das LAN-Kabel ausgesteckt hat heisst es „Das Internet geht nicht mehr“.

Kinder sind aber auch sehr gut am Computer. Sie lernen am Computer das, was sie wirklich wollen und brauchen, auf effiziente Weise, indem sie ohne Hemmungen einfach ausprobieren – gar nicht anders, wie sie in der physischen Welt lernen. Was sie am Computer effektiv tun wollen, erreichen sie zielorientiert, indem sie nicht nur einfach ausprobieren, sondern auch wissen, wo sie nachfragen können, sei es bei ihren Kollegen – natürlich via Internet – oder bei Freund Google.

Nicht technik-, aber ziemlich medienkompetent

Kinder wissen zwar nicht, wie ein Computer funktioniert oder wie das Internet aufgebaut ist, doch sie finden sich darin bestens zurecht, genauso wie viele Erwachsene auch nicht wissen, wie ein Otto-Motor funktioniert, aber trotzdem Auto fahren können. Kindern muss man nicht erklären, was ein Link im Internet ist. Ihnen ist bekannt, dass ein Facebook-Konto erst ab dem Alter von 13 Jahren eröffnet werden darf, sie wissen aber auch, dass diese Einschränkung auf lächerlich einfache Weise zu umgehen ist. Sie können auf Facebook problemlos ein Youtube-Video posten. Sie können auch recht bald selbständig PowerPoint-Präsentationen erstellen. Als Jugendliche wissen sie, wie sich gewisse Einschränkungen des Betriebssystems auch ohne Admin-Rechte umgehen lassen, und sie können über Filesharing Dateien austauschen.

Das alles hat unbestritten eine Qualität: Sie heisst Medienkompetenz. Diese ist durchaus teilweise vorhanden, aber definitiv auch noch entwicklungsbedürftig. Und hier sind wir Erwachsenen gefragt; Lehrpersonen und Eltern gleichermassen. Voraussetzung ist allerdings, dass wir selber diese Kompetenz mitbringen.

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WLAN-Router von Apple: Muss ich wissen, was das ist? (Bild: Wikipedia)

Marc Scott beklagt nicht nur die überschätzten Computerfähigkeiten von Kindern, sondern ist auch besorgt über jene vieler Erwachsener. Als iScout kann ich davon manchmal ein Liedchen singen. Kürzlich war in einem Bereich eines Schulhauses das WLAN ausgefallen. Ich fragte eine betroffene Kollegin, wo in ihrem Zimmer der Router stehe. „Ach, ich weiss nicht, was ein Router ist“, sagte sie mit einem Unterton, der signalisierte, dass es sie auch nicht interessierte, was ein Router ist. Sie wollte einfach wieder Internet haben.

Ich brauchte nicht lange, um den Router zu finden und wieder einzustecken.

***

Auf Google+ hat Stefan Werner einen Kommentar hinterlassen, den ich gerne hier anfügen möchte:

Genau das, was ich bei meinen Kindern auch feststelle. „Ihre“ Anwendungen bedienen sie so schnell, dass ich keine Chance habe, mitzuhalten. Bei Rennspielen und so hängen sie mich problemlos ab. Bei Minecraft verstehe ich nichtmal genau, was sie machen.

Aber wenn sie einen Minecraft-Mod installieren wollen, dann muss Papa wieder ran. Und meine zaghaften Versuche, ihnen mit „AntMe“ oder einfachen Basic-Dialekten irgendeine Programmierbegeisterung beizubringen, waren nie so erfolgreich.

Ich glaube, die Computer sind einfach zu komplex geworden. Man muss eine extrem steile Lernkurve bewältigen, um von Null auf ein heutiges System zu kommen. Damit ist ein Kind einfach überfordert. Wir hatten es damals einfacher: Beim C64 kannte ich jedes Byte mit Vornamen und es gab die berühmten kommentierten ROM-Listings von DataBecker. Es war wirklich möglich, dem Computer beim Arbeiten zuzusehen, und man verstand, was er warum tat.

Heute tut er einfach magische Dinge, die nicht unbedingt logisch oder nachvollziehbar sind.

Viel mehr Leistung für viel weniger Geld

Swisscom: Ein bisschen jammern und mit der Kündigung drohen lohnt sich.

Swisscom: Ein bisschen jammern und mit der Kündigung drohen lohnt sich.

Ich war nie ein Schnäppchenjäger. Zwar lebe ich preisbewusst, aber immer nach Aktionen rumzuschauen oder nach dem günstigsten Angebot, ist mir wesensfremd. Aus diesem Grund bin ich seit Jahren zufriedener Swisscom-Kunde. Auch wenn andere Anbieter zuweilen etwas günstigere Angebote haben mögen, haben mich ein paar Franken im Monat nie zu einem Wechsel veranlasst. Dies auch deswegen, weil ich mit dem Swisscom-Kundendienst sehr zufrieden bin und man von Kunden der Konkurrenz zuweilen andere Geschichten hört.

Letzte Woche ist es mir aber doch passiert: Ich ging an einem Orange-Shop vorbei und wurde auf ein zeitlich beschränktes Angebot aufmerksam: Dieses beinhaltete unter anderem unbegrenzte Gratis-SMS (was mich noch kalt liess, weil ich so gut wie nie SMS schreibe), vor allem aber 1 GB Internet-Daten pro Monat, und das alles für eine Monatsgebühr von 25 Franken. (Oder warens sogar 20 Franken? Ich weiss es nicht mehr sicher. ) Zum damaligen Zeitpunkt bezahlte ich bei Swisscom monatlich 25 Fr. für eine Datenmenge von 100 MB.

Das überzeugte mich dann doch. Als Kunde, der mit seinem Handy nicht nur keine SMS schreibt, sondern auch fast nie telefoniert, dafür aber gerne grössere Mengen von Daten transferiert, gibt es für mich bei Swisscom kein wirklich geeignetes Abonnement. Das Angebot von Orange veranlasste mich tatsächlich, mich für einen Anbieterwechsel zu entscheiden.

Ich ging am nächsten Tag ins Orange-Geschäft. Dazu ein kleiner Tipp für angehende Lehrlinge: Nachdem man sich im Laden vermeintlich klar ausgedrückt hat, die Verkäuferin dann aber widerspricht, um dann meine Aussagen inhaltlich fast exakt zu wiederholen, fördern Sätze wie „Also jetzt weiss ich auch nicht mehr, was sie eigentlich wollen“ nicht gerade die Kundenbindung. Trotzdem war ich bereit, mein neues Orange-Abo abzuschliessen. Dann kam mir aber noch die Frage in den Sinn, ob ich meinen SIM-Lock bei meinem aktuellen, mit dem Swisscom-Abo vergünstigt bezogenen iPhone so einfach aufheben kann. (Ja, kann ich, wie ich mittlerweile weiss).

Da die Motivation der Verkäuferin, mit mir dieses Abo abzuschliessen, nicht gerade enthusiastisch war, erklärte ich, dass ich erst mal mit dem Swisscom-Support diese noch nicht ganz unbedeutende Frage kläre und dann wieder komme, um das Abo fertig abzuschliessen. Das hatte ich auch vor, ehrlich, dann aber das:

Wer nicht feilscht, ist blöd

Die sehr freundliche Mitarbeiterin beim Swisscom-Kundendienst beantwortete zunächst meine Frage nach dem SIM-Lock dahingehend, dass dies problemlos gehe. Als ich dann zur Kündigung des Swisscom-Abos schreitete, wollte sie von mir noch meine Beweggründe wissen. Ich sagte, dass ich mit Swisscom sehr zufrieden sei, die Swisscom aber leider nicht das passende Abo für mich habe, im Gegensatz zur Konkurrenz. Und jetzt kommts:

Zahlte ich bislang 25 Fr. monatlich für 100 MB Daten (wobei ein SMS 20 Rp. kostete und ein Anruf 70 Rp.), so wurden mir von Swisscom 250 MB Daten mit 50 Gratis-SMS pro Monat angeboten, und zwar für 19 Fr. im Monat. Oder anders gesagt: Ich krieg jetzt das Swisscom „liberty primo“ zu einem Drittel des normalerweise angebotenen Preises, und das mindestens auf zwei Jahre hinaus. Unter Androhung der Abo-Kündigung erhalte ich nun also plötzlich wesentlich mehr Leistung für wesentlich weniger Geld.

Ich weiss nicht so recht, wie schrecklich ich mich nun über meinen neuen Swisscom-Vertrag freuen soll. Letztich bedeutet es ja vor allem, dass ich in all den Jahren zuvor für mein Abo viel zu viel bezahlt habe.

Erfolgreiche Kündigungsdrohung: Das "liberty primo" erhalte ich nun für 19 Franken statt für 29.

Erfolgreiche Kündigungsdrohung: Das „liberty primo“ erhalte ich nun für 19 Franken statt für 29.

Ab welchem Alter ist ein Passwort sinnvoll?

Sicherheit und Datenschutz ist ein Thema, um das wir nicht herumkommen, wenn wir in der Schule ICT vermitteln sollen. So heisst ein ICT-Standard des Kantons Thurgau für die Unterstufe: Die Schülerinnen und Schüler gehen mit Passwörtern verantwortungsvoll um.

Doch ist es überhaupt sinnvoll, dieses Thema bereits in der Unterstufe aufzugreifen? Denn…

In der Praxis sieht der Umgang mit Passwörtern an Schulen in etwa so aus:

An vielen Schulen arbeiten die Kinder bereits ab der 1. Klasse gelegentlich an Computern. Dazu müssen sie sich am Computer vorher einloggen. Die wenigsten Kinder können in diesem Alter nur schon ihren Namen korrekt eintippen. Ein Passwort überfordert sie total. Da somit die Lehrperson die Kinder am Computer einloggt, braucht es „Passwörter“, welche sich diese sich merken kann, ohne für jedes Kind einzeln in einer Liste nachschauen zu müssen. Warum also nicht gleich den Vornamen oder die Initialen als Passwort nehmen? Ist doch praktisch – und vor allem praktikabel. Irgendwann ab der 2. Klasse ist das Eintippen des eigenen Namens für die meisten kein Problem mehr – ein Passwort, dass diesen Namen verdient, aber schon, und zwar noch für eine ganze Weile. Darum bleibt man vorerst bei dem Passwort, dass sich die Lehrperson für jedes Kind merken kann

Doch mit einem „Passwort“, das nicht nur die Lehrperson weiss, sondern auch von sämtlichen Mitschülern leicht erraten werden kann, führt man das Prinzip des Passworts ad absurdum und vermittelt ein völlig falsches Konzept von dem, was ein Passwort eigentlich sein sollte.

Dabei lässt sich fragen, ob Kinder bis zur Unterstufe überhaupt Daten auf einem Schulcomputer haben, die passwortgeschützt sein müssen. Auch mit Datenvandalismus seitens von Mitschülern ist in diesem Alter noch kaum zu rechnen. Ganz abgesehen davon, ob es überhaupt stufengerecht ist, in der Unterstufe bereits Konzept und Sicherheit von Passwörtern zu diskutieren. Sowas ist meines Erachtens erst etwa ab der 4. oder 5. Klasse sinnvoll (und spätestens ab der 6. Klasse auch notwendig).

Aus diesem Grund habe ich an der Schule, an der ich als iScout tätig bin, die Anmeldepasswörter für die Unterstüfler abgeschafft. Weil die Serversoftware für die Anmeldung zwingend ein Passwort verlangt, sich aber bereits mit einem einstelligen zufrieden gibt, habe ich bei allen Erst- und Zweitklässlern einen Leerschlag als Passwort eingerichtet. Auf diese Weise werden die Nerven von Lehrperson und Kindern geschont, und ausserdem wird so weit als möglich vermieden, ein falsches Passwort-Konzept zu vermitteln. Wenn dann ein paar Schuljahre später sich die Mittelstufen-Lehrperson dem Thema annimmt und mit der Klasse über den Zweck und die Sicherheit von Passwörtern spricht, können sich die Kinder selber ihr eigenes Passwort geben. Auch auf die Gefahr hin, dass sie dieses am nächsten Tag schon wieder vergessen haben.

Darf eine Lehrperson politisch sein?

Um meine persönliche Antwort auf diese Frage gleich vorwegzunehmen: Ich meine ganz klar ja!

Soziale Netzwerke: Darf sich eine Lehrperson im Internet noch politisch äussern?

Soziale Netzwerke: Darf sich eine Lehrperson im Internet politisch äussern?

Doch das sehen nicht alle so. An einem Referat am diesjährlgen Kadervernetzungstag in Wil empfahl ein Mitarbeiter des Thurgauer Amts für Volksschule uns Lehrpersonen, sich auch privat im Internet möglichst nicht politisch zu äussern. Diese Aussage hat mich damals sehr gestört. Kann es wirklich sein, dass ich als Bürger meine politische Meinung nicht mehr kundtun soll, nur weil mein Arbeitgeber zufällig eine Primarschule ist?

Andreas von Gunten widmet sich auf seinem Blog ebendieser Frage. Ausgehend von einer Rüge, die ein SRF-Journalist von seinem Chefredaktor für eine private politische Äusserung auf Twitter erhielt, hinterfragt von Gunten diese Vorgehensweise kritisch und weitet sie gleichzeitig auf weitere Berufsfelder wie Behördenmitarbeiter, Angestellte von grösseren Unternehmen, die unter einer gewissen öffentlichen Beobachtung stehen, und eben auch Lehrpersonen aus. → Eine Rüge wegen Twitter, die nicht nur Journalisten betrifft

Keine „Maske des Haltungslosen“

Andreas von Gunten kommt dabei zum Schluss:

Ich bin der Meinung, (…) dass es zur moralischen Bildung des Menschen gehört, möglichst oft mit anderen Meinungen auch zu kontroversen Themen konfrontiert zu werden. Weiterhin muss es so sein, dass Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Ansichten zusammenarbeiten und zusammenleben können müssen. Dass sollte aber nicht dadurch erreicht werden, indem der eigentliche Mensch, hinter einer „Maske des Haltungslosen“ verschwindet, sondern dadurch, dass gegenseitiger Respekt bei gleichzeitiger Kritikfähigkeit gelebt wird.

Nur weil ich Lehrer bin, brauche ich deswegen nicht gleich meine politischen Einstellungen unter den Tisch zu kehren. Klar ist, dass ich mich mit politischen Äusserungen zurückzuhalten habe, wenn ich in meiner Funktion als Lehrperson auftrete. Doch auch wenn es zuweilen heisst, Primarlehrer sei ein Beruf, an dem es keinen Feierabend gebe: Wenn ich am Abend das Schulzimmer abschliesse und nach Hause gehe, bin ich nicht mehr in erster Linie Lehrer, sondern Privatmensch mit staatsbürgerlichen Rechten. Und zu diesen gehört selbstverständlich auch die Meinungsäusserungsfreiheit.