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AppStore: Bei Missbrauch ist fertig mit Rückgaberecht

Vor gut zwei Wochen habe ich noch geschrieben, wie erstaunlich einfach es ist, im AppStore eine App wieder zurückzugeben. Dass dies manche Zeitgenossen auch zu missbräuchlichen Rückgaben einlädt – z.B. ein Spiel kaufen, zwei Wochen lang spielen und dann wieder rückerstatten lassen – hat man auch bei Apple mit einkalkuliert, wie ich auf Caschys Blog erfuhr. Wer zu viele Apps zurückgibt, wird eines Tages bei einem App-Kauf darauf hingewiesen, dass er die App nur kaufen und runterladen kann, wenn er auf sein Rückgaberecht – das er der EU-Gesetzgebung zu verdanken hat – ausdrücklich verzichtet.

No refunds beyond this point

No refunds beyond this point! (Bild: CC Ben Husmann / Flickr)

 

Versehentlich eingekauft

Problem meldenKürzlich habe ich in Apples Appstore wieder mal eingekauft. Kaum hatte ich auf „Kaufen“ geklickt und mein Passwort eingegeben fiel mir ein dass ich die gleiche Software vor einiger Zeit schon mal beim Hersteller direkt bezogen hatte. Mist – 15 Franken doppelt ausgegeben.

Es war reiner Zufall, dass ich wenige Tage später auf diesen Artikel im ipboneblog.de stiess. Gekaufte Apps kann man also zurückgeben? Wusste ich gar nicht.

Bildschirmfoto 2014-12-31 um 09.12.52

Unter der URL https://reportaproblem.apple.com erscheinen nach Anmeldung sämtliche Käufe, die man je bei Apple getätigt hat. Drückt man rechts neben den Kauf auf „Problem melden“, kann man dieses im Menu „Problem auswählen“ angeben. In meinem Fall wählte ich „Artikel versehentlich gekauft“. Apple will dann noch, dass man selber einige Worte dazu schreibt, was ich brav tat.

Dann ging alles sehr schnell: Ich kriegte eine Bestätigung, dass die Rücknahme erfolgt sei und mir den Kaufbetrag zurückerstattet werde. Voilà! Kundenservice vom Feinsten (den ich mir von Apple nicht immer gewohnt bin).

Update 18.1.15: Grenzenlos ist Apples Geduld mit missbräuchlichen Rückgaben allerdings nicht.

 

Emojis: Mehr als eine Spielerei

Mailbox-App mit Emojis

Mailbox-App auf dem Mac mit Emojis.

Ich mag Emojis. In Mails oder SMS finde ich sie zwar durchaus entbehrlich (bei zurückhaltender Anwendung nett, bei übertriebener eher nervend), doch in meiner persönlichen Arbeitsorganisation sind sie mittlerweile ein fester Bestandteil. Dies weil sie bunt und auffallend sind. Als visueller und im Grunde genommen organisierter Mensch (jedenfalls in Computerdingen; in meinem Arbeitszimmer siehts zuweilen anders aus) mag ich es, Dinge auf den ersten Blick zu erfassen. Und hierbei sind mir Emojis sehr hilfreich.

Während mich die neue Google Inbox zumindest in ihrer Beta-Phase noch nicht wirklich überzeugt, bin ich von der Mailbox App seit längerem schwer angetan. Als Jünger von David Allen und Anhänger des Zero Inbox Prinzips ermöglicht es mir die App, meinen Mail-Posteingang in wenigen Handstreichen leerzufegen und die Dinge so zu sortieren, dass mir der Überblick darüber gewahrt bleibt und ich sicher bin, dass auch nichts vergessen geht. Dass es sie Mailbox App nun seit wenigen Wochen auch für den Mac gibt (als Beta-Version), bedeutet für mich, dass ich mich der Perfektion meines Workflows annähere.

Und was haben nun die Emojis damit zu tun?

Mailbox App iPhone

Mailbox-App mit Emojis auf dem iPhone.

Weil sie bunt und auffallend sind erlauben sie mir einen prägnanten Überblick über meine Pendenzen. und ergänzen die Symbole der Mailbox-App in einer für mich sinnvollen Weise. Der Einsatz von Emojis beschränkt sich bei mir nicht auf die Mailbox, sondern auch auf andere Instrumente meiner Arbeitsorganisation wie etwa OmniFocus.

Da Emojis nicht für den Zweck erfunden wurden, zu dem ich sie verwende, wünsche mir noch viele weitere Emojis. Nicht noch mehr Smilies und Herzchen (von denen hat es nun definitiv genug), sondern solche, die für meine Arbeitsorganisation besser von Nutzen wären.

Emojis

Als heute Morgen fast das Internet kaputt war

Heute fiel bei „Schulen ans Internet“ die Google-Suche aus. Das ist nicht lustig. Lustig sind aber manche Reaktionen betroffener Lehrpersonen und Schüler.

Ein kurzes Verlaufsprotokoll des heutigen Tages:

  • 7:00 Uhr: Ich arbeite seit 30 Minuten normal mit Internet, ohne etwas Besonderes zu bemerken. Eine Kollegin kommt: „Das Internet geht nicht!“. Ich vermute erst eine lose Kabelverbindung – zu Unrecht. Doch die Google-Website auf ihrem PC lädt tatsächlich nicht. Nach dem Aufruf einer anderen Website ist der Fall schnell klar, und ich schreibe einen Tweet an den Swisscom-Support.
  • 8 Uhr: Ein Schüler, nachdem ich ihn darauf aufmerksam machte, dass Google heute Morgen nicht funktioniert: „Hä? Aber wie komme ich denn zu Antolin ohne Google?“ Es folgt ein Crashkurs in Sachen ICT-Standards M02 und im erweiterten Sinne von M17.
  • 8:30 Uhr: Da ich es versäumt habe, das Team über den Google-Ausfall zu informieren, trudeln die ersten Fehlermeldungen ein: „Das Internet geht nicht!“ – abgeschickt per E-Mail vom Arbeitsplatz. (Ja, genau.)
  • 16 Uhr: Google-Suche funktioniert immer noch nicht. Ob die Ursache bei Swisscoms ZScaler-Hack liegt, ist mir bis dato unbekannt.

Danke fürs Vertrauen

Ich habs gern, wenn die Arbeit unbürokratisch vonstatten geht. Doch manche „Supportanfragen“ lassen mich hin und wieder doch über ein Fehlermeldeformular nachdenken.

MacBook mit Fehlermeldung: «Bitte mal anschauen».

MacBook mit Fehlermeldung: «Bitte mal anschauen».

Da das MacBook normal startete und keinerlei auf den ersten Blick ersichtlichen Probleme aufwies, sage ich nur: Danke für das leider ungerechtfertigte Vertrauen in meine hellseherischen Fähigkeiten. 🙂

Neulich, beim Medienzentrum der PH Thurgau

Ich muss es vorweg sagen: Das Medien- und Didaktikzentrum der PH Thurgau in Kreuzlingen, kurz MDZ, bietet einen hervorragenden Service: Studenten und Lehrpersonen können hier kostenfrei und reichlich Material für den Schulunterricht ausleihen. Ich schätze es, dass es diesen Service gibt und dass ich jederzeit auf ihn zurückgreifen kann, falls es mir zu einem Thema mal an Material fehlt.

Das Corpus Delicti: Mein Benutzerausweis des MDZ, mit sichtbaren Abnützungsspuren durch jahrelanges vergebliches Herumtragen im Portemonnaie.

Das Corpus Delicti: Mein Benutzerausweis des MDZ, mit sichtbaren Abnützungsspuren durch jahrelanges praktisch gebrauchsloses Herumtragen im Portemonnaie.

Allerdings brauche ich den Service auch eher selten. Und so habe ich auch meinen MDZ-Benutzerausweis irgendwann aus meinem Portemonnaie entfernt, zusammen mit etlichen anderen Kärtchen, die ich ebenfalls (fast) nie brauche, wie Krankenkassen-, Autoversicherungs-, Personalausweis- usw.- Kärtchen. Ich trage nämlich auch so noch mehr als genug Kärtchen mit mir herum: Mein Zweitberuf erfordert es, dass ich nicht weniger als drei Fahrausweise bei mir habe, ausserdem benutze ich regelmässig zwei Maestro-Bankkarten sowie eine weitere Kreditkarte, dann kommen noch mein Halbtax-Abo, meine Tank-Karte und meine ID hinzu. Man rechne: Wenn nun jede Karte ca. 0,8 mm dick ist, machen diese allein mein Portemonnaie um gut 7 mm dicker. Als ich noch alle anderen Karten mit mir herumtrug waren es mehr als 10 mm. So habe ich mein Portemonnaie – und mich – einmal von allen überflüssigen Kärtchen befreit. Auch mein MDZ-Benutzerausweis fristet seither sein Dasein zu Hause in einer Schublade.

Manchmal entscheide ich spontan, nach Schulschluss noch schnell im MDZ vorbeizugehen. Oder, zugegeben, ich denke am Morgen zu Hause noch nicht daran, dass ich abends vielleicht im MDZ noch was abhole. In beiden Fällen tauche ich dann ohne Karte am Schalter auf. Für das MDZ aber an sich kein Problem; jedenfalls kein technisches. Ich kenne meine vierstellige Mitgliednummer, und die Bibliothekarin kann meine Identität mit einem der vielen Ausweise, die ich ja bei mir habe, problemlos überprüfen. Da die MDZ-Karte kein Passfoto hat, müsste die Überprüfung via Personalausweis sogar sicherer sein.

Allerdings hat man sich beim MDZ offenbar entschieden, seine Kundschaft zu erziehen. Ich bin mir Rückfragen im belehrenden Ton bereits gewohnt, doch ich letzte Woche erlebt habe, machte mich – wie es auf Mundart so schön heisst – putzig.

Die Bibliothekarin im Studentenalter war kurz davor, mir die Herausgabe der reservierten Gegenstände zu verweigern. Dabei schlug sie einen Tonfall an, mit dem jeder Lehrling, den man auf die Kundschaft loslässt, sei es im KV, als Coiffeuse oder als Velomech, die Lehrstelle innert weniger Wochen los wäre. Eine höflich, aber bestimmt geäusserte Vorwarnung, dass ich den Laden umgehend verlassen würde, wenn sie diese Diskussion ernsthaft so mit mir weiterführen wolle, setzte ich kurz darauf in die Tat um.

Am nächsten Morgen schrieb ich eine E-Mail ans MDZ, um den Vorfall zu schildern, und bekam sogleich eine nette und ausführliche Antwort. Obwohl mir die Antwortende mitteilte, schon alle möglichen Alternativen zur Plastikkarte geprüft zu haben, bedankte sie sich höflich für meine unten genannten Anregungen, die man „wie alles, was der Verbesserung unseres Services dienen könnte, gern entgegennehme und prüfen werde.“ Mal schaun…

Wie gesagt, ich schätze das Angebot des MDZ. Noch viel besser wäre der Service, wenn sich das MDZ eines Tages entscheiden sollte, mit einem technisch moderneren Buchungssystem zu beglücken. Etwa einem Strichcode, den ich mittels Bilddatei auf dem Smartphone mitführen könnte, oder, so wie es die Migros mit dem Cumulus-Code macht, mit einer Klebetikette im Portemonnaie. So würde ich mich auch beim MDZ jederzeit gerne bei einer hoffentlich netten Bibliothekarin ausweisen.

Fundstücke aus dem Internet: Die Attosekunde

Das eine oder andere Thema zum Bloggen fällt mir zum Schulanfang ja schon ein:

  • … der mehrstündige Aufwand, den man als Admin von drei Schulhäusern hat, bis alle Logins auf den Schulhaus-Servern und LehrerOffice-Zuteilungen wieder einigermassen ordnungsgemäss eingerichtet sind
  • … die Arbeit, welche das Abräumen aller PCs vor und Wiederaufstellen derselben nach den Sommerferien erfordert (je nach Schulhaus mit iMacs oder Laptops eine Frage von Minuten, mit Tower-PCs, die erstaunlicherweise immer noch nicht verschwunden sind, eine von Stunden)
  • … oder, privat, mein (gar nicht so) altes MacBook, das seit vielen Monaten seine WLAN-Dienste nur sehr launisch erfüllt (noch kein Techniker konnte mir bislang sagen warum) und das Steve Jobs‘ enthusiastisches „It just works!“ wie blanker Hohn klingen lässt.

Stattdessen blogge ich lieber über die Attosekunde:

KcGw8YFAwesome! 🙂

Weshalb das Aufbrechen von HTTPS-Verbindungen durch die Swisscom problematisch ist

Via Martin Steiger bin ich auf dieses Dokument (PDF-Download) des Informatikers Rainer Meier gestossen, in welchem in einfacher Sprache erklärt wird, wie Swisscom via die Firma ZScaler verschlüsselten Datenverkehr innerhalb des Schulnetzes aufknackt und warum dies problematisch ist.

Unter anderem erklärt Rainer Meier:

«Solche Angriffe werden üblicherweise von dritten vorgenommen, um an die übermittelten Daten zu gelangen, und sind illegal. Aber auch Firmen setzen solche Systeme ein um die verschlüsselten Daten vom und zum Internet analysieren zu können. Die Betroffenen müssen hier aber informiert werden und üblicherweise dem Einsatz solcher Systeme zustimmen (meistens über Mitarbeiter-Vereinbarungen geregelt). Da ein solches System die Privatsphäre sowie Sicherheit der übertragenen Daten gefährdet, sollten sich die Mitarbeiter bewusst sein, dass ihre Daten dadurch von dritten gelesen werden können.» [Hervorhebung durch iScoutblog]

 Die entsprechende Information der Mitarbeiter (sprich Lehrpersonen, Schulleiter u.a.) ist im Fall Swisscom/ZScaler definitiv nicht ausreichend erfolgt. Ich habe jedenfalls in keiner Weise meine Zustimmung dazu gegeben noch irgend eine entsprechende Mitarbeiter-Vereinbarung unterzeichnen müssen, und ich weiss auch von keiner Schule, in der so etwas erfolgt wäre.

Des weiteren mahnt Rainer Meier, skeptisch zu bleiben:

 Wer seiner Firma hier voll vertraut sollte trotzdem skeptisch sein, denn durch die aufgebrochene Verschlüsselung ist es für den Benutzer auch unmöglich, weitere Manipulationen zu erkennen. Beispielsweise wenn die Firmen-Systeme ebenfalls von dritten manipuliert wurden oder die Firma selbst Opfer seines solchen MITM-Angriffs wurde:

Bild: Rainer Meier

Bild: Rainer Meier

Es geht auch ohne WLAN – irgendwie

Im letzten Blogpost habe ich darüber gejammert, dass ich im damals noch bevorstehenden Skilager eine Woche lang ohne WLAN auskommen muss.

Es wurde ein durchzogenes Lager: Wetter super, Piste super, Kinder untereinander super, Leiter untereinander ebenfalls super. Ab Dienstag wurden wir aber von der gefürchteten Magen-Darm-Grippe heimgesucht. Fast drei Viertel der Kinder wurden im Verlauf des Lagers krank. Für uns Leiter bedeutete dies nächtelanges Kotzkübel-Leeren und für mich als Hauschef (der nicht auf die Piste ging) obendrein viele Arztbesuche: Wir hatten auch noch zwei Skiunfälle, einen unerwarteten Allergieausbruch, einen Herpes-Ausbruch am Auge, eine Blasenentzündung, die allesamt ärztlich behandelt werden mussten, und entsprechend zahlreiche Elternkontakte.

Die Bilanz der Lagerwoche schlug sich auch in meiner Handy-Rechnung nieder: Rund 250 MB Datenvolumen alleine während der Lagerwoche, wovon ein Teil sicher auf privaten Gebrauch zurückzuführen war; der grösste Teil aber fiel wohl auf das Suchen von Telefonnummern, das Herunterladen von Karten zum Aufsuchen von diversen Arztpraxen und Apotheken, das Googeln diverser skilagerbezogener Informationen, vom Wetter über bis zu den Betriebszeiten der Bergbahnen.

Wie wir diese Woche ganz ohne Internet überstanden hätten? Keine Ahnung. Irgendwie wärs schon gegangen. Alles wäre einfach sehr viel mühsamer und zeitaufwendiger gewesen.

Ich bleibe dabei, dass WLAN auch in einer Skilagerhütte allmählich zum Standard gehören sollte, schliesslich ist man auch im Lager nicht weniger auf Informationen aus dem Internet angewiesen als in anderen Lebens- und Berufssituationen. Dabei geht es nicht nur um die Kosten auf der Handyrechnung (die mir von meiner Schulgemeinde zurückerstattet werden), sondern auch darum, dass es extrem mühsam ist, wichtige Informationen aus dem Netz über 3G oder gar EDGE auf den kleinen Handybildschirm zu holen und man doch gerne einfach mal sein Laptop in ein komfortables WLAN reingehängt hätte.

Unsere Lagerwoche war streng und hatte ihre Schattenseiten, doch sie war auch schön: Bei den meisten Kindern dauerte die Grippewelle zum Glück nur einen Tag, was bedeutete, dass sie die übrigen Tage bei schönstem Wetter auf der Skipiste voll geniessen konnten.

Und wir haben auch sehr aufmerksame Eltern, die uns für unsere Arbeit im Skilager – die ja auch unter normalen Umständen doch ein wenig anstrengender ist als während einer gewöhnlichen Schulwoche – mit einem grosszügig befrachteten Geschenkkorb danken. Vielen Dank zurück! 🙂

Früchtekorb

Schweizer Schulen im Internet: Paranoia hier, blindes Vertrauen dort

Google Security

Google: Gundsätzlich sicherer geworden, an Schweizer Schulen aber unsicherer.

Angefangen hatte alles damit, als Google damit begann, sämtlichen Suchverkehr mit https zu verschlüsseln. An sich eine sehr sinnvolle Sache, die grundsätzlich mehr Sicherheit bringt für alle, die sich via Google im Netz bewegen.

An unseren Schulen hat leider die Massnahme das Gegenteil bewirkt. Schuld daran ist auch eine Portion Paranoia seitens Swisscom sowie Gleichgültigkeit oder Ahnungslosigkeit der meisten Benutzer.

Was genau ist passiert?

  • Google verschlüsselt sämtlichen Suchverkehr, was bedeutet, dass die Swisscom im Rahmen ihres Programms „Schulen ans Internet“ nicht mehr mitlesen kann.
  • Wenn die Swisscom nicht mehr mitlesen kann, kann sie den Google-Suchverkehr nicht mehr filtern und auch die Google Privatsphären-Einstellungen nicht mehr beeinflussen. Das könnte zur Folge haben, dass z.B. ein Schulkind auf einer Google-Bildersuche mal auf ein Bildchen trifft, das es eigentlich nicht sehen sollte. (Was den Link hinter dem Bildchen betrifft wäre der Swisscom-Filter nach wie vor wirksam.)
  • Weil ein solches Szenario offenbar so schlimm wäre, dass zu dessen Verhinderung sämtlicher Internet-Verkehr um jeden Preis gefiltert werden muss, greift Swisscom zu Brachialmethoden (die, wie mir gesagt wurde, auch bei privaten Firmen nicht ganz unüblich seien): Die Verschlüsselung der Suchanfrage wird mit Hacker-Methoden, einer so genannten Man-In-The-Middle-Attacke, ausgehebelt und die unverschlüsselte Suchanfrage über eine amerikanische Firma namens ZScaler weitergeleitet, wo sie gefiltert werden kann.
  • Um die Sicherheitsvorkehrungen von Google zu umgehen, arbeitet Swisscom bzw. ZScaler mit gefälschten Zertifikaten. Diese können bei jeder Suchanfrage vom User weggeklickt werden, oder aber der IT-Verantwortliche der Schule installiert die gefälschten Zertifikate als Root-Zertifikate, so dass der User (darunter nicht nur Schüler, sondern auch Lehrpersonen) ahnungslos bleiben und nicht merken, dass ihre Daten, die sie über Google senden (dazu gehören z.B. auch Login-Daten für Gmail-Accounts) unverschlüsselt über potentiell unsichere Server weitergeleitet werden.
Gefälschtes ZScaler-Zertifikat

Der Browser warnt zu Recht vor dem gefälschten Zertifikat. An den meisten Schweizer Schulen wird dieses aber standardmässig gutgeheissen.

Unterschiedliche Massstäbe punkto Sicherheit

Wenn es um Cloud-Dienste wie Dropbox an Schulen geht, geht die grosse Sicherheitsdiskussion los, weil Dropbox den Datenverkehr zwar verschlüsselt weiterleitet, die Daten selber dann aber auf den Dropbox-Servern unverschlüsselt rumliegen. Geht es um Dienste wie Office 365, fürchtet man juristische Diskussionen, weil die Daten dann nicht mehr auf Schweizer Servern liegen, sondern auf amerikanischen und somit nicht mehr schweizerischer Rechtssprechung unterliegen (weshalb z.B. die Kantone Solothurn und Luzern ihre Schule offiziell vor der Nutzung von Office 365 warnen). Update: Mittlerweile erfüllt Office 365 nach Angaben von Microsoft sämtliche Anforderungen des schweizerischen Datenschützers.

Wenn Swisscom mit Hacker-Methoden verschlüsselten Datenverkehr knackt und diesen über amerikanische Server weiterleitet, ohne zuvor die betroffenen Schulgemeinden hinreichend informiert zu haben, passiert abgesehen von ein paar kaum beachteten Pressetexten – so gut wie nichts. Löbliche Ausnahme ist der Kanton Basel Stadt: Dort heisst es:

«Uns ist die Integrität der Verschlüsselung wichtiger als vermeintlicher Jugendschutz, den man auch auf anderen Wegen erreichen kann»

„Irgendwo fängt Vertrauen an“

Auf das Problem angesprochen, hat mir unser Informatiker geantwortet: «Irgendwo fängt das Vertrauen an». Damit hat er natürlich auch recht. Unserem Provider müssen wir schicksalsergeben ein grosses Mass an Vertrauen entgegenbringen, sonst können wir das mit dem Internet von Anfang an sein lassen. Trotzdem stört es mich, dass diese Massnahme, von Swisscom notrecht-artig umgesetzt (die Praxis, sämtlichen Verkehr über https zu leiten, wurde von Google nicht angekündigt), an unseren Schulen absolut diskussionslos eingeführt wurde.

Nachdem ich gemerkt habe, dass das niemanden wirklich interessiert, hab ich mich diesem Schicksal gefügt. Nun beginne ich trotzdem, meine Dokumente, die ich bislang auf Google Drive abgelegt habe, auf Skydrive umzuziehen, aus dem einfachen Grund, dass Google Drive seit der Umleitung der Daten über ZScaler nicht mehr richtig funktioniert. Nun hoffe ich, dass es Microsoft in nächster Zeit nicht Google gleichtut.

Update 10. Januar 2014, 10:30 Uhr

Es ist nicht so, dass es keine Alternativen zum Man-In-The-Middle-Angriff gäbe. Google hat an diese Bedürfnisse der Schulen gedacht und pfannenfertige Lösungen bereitgestellt.  Warum Swisscom sich trotzdem für einen derart massiven Eingriff in Sicherheit und Datenschutz entschieden hat, ist mir ein Rätsel.

tl;dr

Google sorgt für mehr Sicherheit, was Swisscom dazu veranlasst, das Internet für die Schulen unsicherer zu machen, um weiterhin alle Daten filtern zu können. Das interessiert aber so gut wie niemanden.

Richtig doodeln

DoodleLogo

Sehr viele Dinge im Internet sind gratis, was schön ist. Viele dieser Dinge werden kostenpflichtig, wenn man ein bisschen mehr als nur die Grundfunktionen brauchen will, was verständlich ist. Ein Angebot, das ich mir in der Premium-Version leiste, ist Doodle. Dafür zahle ich im Jahr 39 Franken.

Der Hauptgrund, dass ich mir diesen Luxus leiste (so wahnsinnig viele Termine muss nämlich gar nicht über Doodle organisieren) liegt in der vollständigen Integration der Google-Kalender. Ich nutze intensiv verschiedene Google-Kalender, weil ich mindestens drei getrennte Arbeitsbereiche habe, in denen ich separate Kalender führe. Wenn ich nun einen Termin via Doodle organisieren muss, sei er von mir selber erstellt oder von jemand anderem – kann ich diesen dem jeweiligen Kalender zuordnen. Doodle reserviert mir dann dort vorsorglich alle möglichen Termine, bei denen ich selber „Ja“ angewählt habe. Eine äusserst praktische Sache, die mir auch ein bisschen Geld wert ist.

Die Integration in den Google-Kalender funktioniert auch ohne Premium-Konto. Die Einschränkung liegt darin, dass Doodle-Termine nur in den Hauptkalender eingetragen werden können. Und natürlich werden neben dem Google-Kalender auch noch andere unterstützt.

1. Bei der Terminfindung kann meine Google-Kalender direkt ein- oder ausblenden, und so habe ich die direkte Übersicht, wann ein Termin frei ist oder nicht.

 

Doodle1

2. Daraufhin erscheinen sämtliche Termine, die ich bei Doodle mit „Ja“ angegeben habe, direkt im Google-Kalender.

Doodle2

Nun gibt es immer wieder unwissende Doodle-Administratoren, die beschränken sich darauf, den Termin zu bestimmen und dann alle Eingeladenen mit einer einfachen E-Mail zu benachrichtigen. Für sie ist die Sache nachher abgeschlossen. Für mich nicht. Denn während die immer noch offene Umfrage auf Ewigkeit im Doodle-Nirwana ihre Nichtexistenz fristet, darf ich nun alle Termine, welche mir Doodle netterweise in den Kalender eingetragen hat und im Namen den Anhang „[Doodle-provisorisch]“ tragen, von Hand löschen und den festgesetzten Termin ebenfalls von Hand noch anständig benennen. Ich gebe zu, dass ich mich dann jeweils ein bisschen aufrege.

Denn eigentlich hat man bei Doodle die Sache gut durchdacht: Der endgültige Termin lässt sich vom Administrator mittels Häkchen festlegen, worauf Doodle dann automatisch alle überflüssigen Terminreservationen löscht und den festgesetzten Termin richtig benennt.

Doodle5

3. Nachdem Doodle aufgeräumt hat, sieht auch mein Google-Kalender wieder übersichtlich aus.

Doodle3

Bitte, liebe Doodle-Gelegenheitsadminstratoren, schliesst doch eröffnete Umfragen jeweils auch noch korrekt ab. Ich bin sicher nicht der einzige, der euch dafür dankbar ist. 🙂

Zeitumstellung: Es ist kompliziert

zeit-gadgetIch hoffe, dass nun alle die Zeit wieder umgestellt haben.

Damit meine ich nicht nur die Leser dieses Beitrags, sondern auch die von mir betreuten PCs in den Schulhäusern. Dies sollte allerdings reibungslos geschehen, den deren Systemzeit wird permanent über einen Timeserver abgeglichen. Dies klappt dann auch gut und zuverlässig – meistens.

Nun hatten wir in einem Schulhaus auf einen Timeserver zurückgegriffen, der vor einigen Monaten abgestellt wurde. Am Anfang merkt man davon als Anwender noch gar nichts, schliesslich läuft die Uhr des PCs ja auch von selber weiter, einfach nicht mehr so genau. Die Systemzeit der betreffenden PCs wird durch den Server abgeglichen, und da der Server selber nicht mehr auf eine genaue Zeitangabe zurückgreifen kann, gingen in dem Schulhaus die Zeiten sämtlicher PCs nach ein paar Monaten fast 15 Minuten nach. Das ist an sich für den Anwender in der Regel noch kein richtiges Problem; höchstens etwas lästig.

Zum echten Problem wird es dann, wenn man ein Programm starten will, das partout auf eine korrekte Systemzeit insistiert, ansonsten es sich weigert zu starten. Ein solches Programm ist zum Beispiel Dybuster. Dybuster speichert die Daten der Anwender auf einem zentralen Server im Internet. Wenn die lokale Systemzeit nicht mehr genau stimmt, wird die Software davon offenbar so irritiert, dass sie mit dem Problem nicht mehr umgehen kann. Jedenfalls verweigert Dybuster in einem solchen Fall rundweg den Start und bricht nach einer entsprechenden Fehlermeldung ab. Arbeitet der Anwender auf einem PC, dessen Zeit von einem lokalen Server abgeglichen wird (eben zum Beispiel von einem Schulhaus-Server), kann er nur noch den Administrator benachrichtigen.

Die Antwort des zu Hilfe gerufenen Technikers:

Der Server sollte so eingerichtet sein, dass er sich die Zeit über das Internet von einem Timeserver holt (NTP). Das lässt sich in der Registry bewerkstelligen. Gleichzeitig kommen und gehen die Timeserver – einem, den ich lange Zeit vertraut hatte, war der der ETH Zürich.
Wenn nun euer Server die Zeit hier abholt – schlecht. Wenn die Uhrzeit zwischen Server und Clients zu stark auseinandergeht, können sich die Clients gar nicht mehr am Server anmelden (Kerberos) – ich glaube die Differenz liegt um die 300 Sekunden.
Im Login-Skript der Clients ist üblicherweise ein Befehl enthalten, die Zeit des Servers zu übernehmen (#set time), gerade um die Kerberos-Geschichte in den Griff zu kriegen. Doch sollte der Server tatsächlich über eine falsche Zeit verfügen, wird diese tatsächlich von den Clients übernommen.
Der kurzer Rede langer Sinn – ich muss mir das vor Ort ansehen können.

Oder zusammengefasst: „Es ist kompliziert“. Danke Remo fürs Flicken! 😉

Google Wave: Müssen wir das kennen?

Mal ehrlich: Wer von uns hat gewusst, dass es E-Mails schon seit bald 40 Jahren gibt?

Bei Google hat man sich die Frage gestellt: Wie würde E-Mail aussehen, wenn es heute erfunden würde?, und präsentiert nun Google Wave. Richtige Begeisterungsstürme sind unter den 100’000 glücklichen Testusern aber noch nicht ausgebrochen.

Müssen wir uns als Anwender im Allgemeinen und als iScouts im Besonderen schon mal etwas näher mit Google Wave befassen, oder ist diese Idee zum Scheitern verurteilt, einfach weil das menschliche Hirn im Gegensatz zum Computer nur ein begrenztes Mass an Informationen aufnehmen kann?

Wie Google Wave aussieht und wie es funktionieren soll, ist hier in einem kleine Werbefilmchen von Google dargestellt:

Und wo die Grenzen von Google Wave liegen könnten, sehen wir hier: