Zeitumstellung: Alle halbe Jahre das gleiche Geklön

Nun haben wir unsere Uhren wieder eine Stunde vorgestellt, und ich freue mich bereits im Frühling und noch bis spät in den Herbst auf lange, helle Abende.

Diese Freude teilen nicht alle: Seit einiger Zeit werden die Social Networks (jedenfalls die, auf denen ich mich aufhalte) alle halbe Jahre geflutet mit Protesten gegen die Umstellung der Uhren. Was denn Leute: Findet ihr die langen Abende im Sommer denn nicht schön? Und was habt ihr davon, wenn es im Sommer bereits um 4 Uhr hell wird? Der einzige Protest gegen die Sommerzeit, den ich für halbwegs gerechtfertigt halte ist der der Astronomen, die nun im Sommer etwas länger warten müssen, bis die Sterne hell genug sind. Ansonsten gibts für mich kaum haltbare Argumente dagegen. Auch die Uhren im Winter nicht mehr zurückstellen und das ganze Jahr auf Sommerzeit lassen wäre keine Alternative. Wer will schon, dass es Winter erst gegen 9 Uhr langsam hell wird?

Ich erinnere mich gut an die Einführung der Sommerzeit 1981 – und ich erinnere mich auch an das Jahr davor, als die Schweiz sich wieder mal den Sonderfall probte und als Zeitinsel mitten in Europa die Uhren nicht umstellte. Gingen wir rüber nach Konstanz, mussten wir damals die Uhren umstellen, und bei grenzüberschreitenden Zugfahrten musste man den Fahrplan sehr genau studieren, zumal damals nicht notwendigerweise jede Stunde ein Zug fahren musste. Damals kam der Widerstand von konservativer Seite, unter anderem von den Bauern, die fürchteten, die Zeitumstellung könnte ihre Kühe im Stall total verwirren. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Kühe weniger Mühe mit der Zeitumstellung hatten als die Bauern selber.

Hat automatisch umstestellt: Die Systemuhr auf meinem iMac.

Hat automatisch umstestellt: Uhr auf meinem iMac.

Was bleibt, ist das alljährliche Ritual der Umstellen der Uhren. Auch das entschärft sich durch die billig gewordenen Funkuhren langsam (wobei ich mich frage, warum eigentlich nicht längst im hinterletzten Backofenuhr eine solche installiert ist). Nicht immer klappt die Technik allerdings wie gewünscht: Ist es ein Zufall, dass ich Widerstand gegen die Zeitumstellung immer wieder seitens von Apple-Jüngern feststelle? [Klammer auf] Man kann über Apple schon staunen: Einerseits bietet mein iPhone Dinge wie einen genialen Push-Service, der über alle Apps hinweg absolut perfekt klappt, was mich immer wieder zum Staunen bringt, andererseits bringt Apple vermeintlich einfache Dinge wie die Zeitumstellung, aber auch das reibungslose Funktionieren von WLAN, einfach nicht auf die Reihe. [Klammer wieder geschlossen]

Wie auch immer: Gestern habe ich unsere Backofenuhr umgestellt, heute Abend muss ich noch die Uhr in meinem Auto eine Stunde vorstellen. Und dann steht meiner ungetrübten Vorfreude auf eine lange Frühlings-, Sommer- und Herbstzeit mit hellen Abenden nichts mehr im Weg. 🙂

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ICT-Lektüre für die Frühlingsferien

Als Lehrperson geniesst man ja das Privileg, alle paar Wochen wieder in den Genuss von unterrichstfreier Zeit zu kommen (wenngleich diese Zeit längst nicht immer auch arbeitsfrei sein muss). Wer sein persönliches Wissen in Sachen ICT auf unterhaltsame Weise bereichern möchte, für den gibt es auch spannende Literatur, bei der nicht unbedingt das technische Wissen erweitert wird, sondern vielmehr die Möglichkeiten vor Augen geführt werden, mit denen ICT die Welt, in der wir leben, beeinflusst und auch in naher Zukunft weiter verändern wird. Erwähnt seien hier etwa die Klassiker von Daniel Suarez, Daemon und Darknet, aber auch das folgende Buch:

Unterhaltsame Hängematten-Literatur: Andreas Eschbachs Roman "Ein König für Deutschland".

Unterhaltsame und äusserst lehrreiche Hängematten-Literatur: Andreas Eschbachs Roman „Ein König für Deutschland“.

Das frühlingshafte Wetter diesem Wochenende habe ich dazu genutzt, Andreas Eschbachs Roman „Ein König für Deutschland“ zu Ende zu lesen. Von Anfang bis zum Schluss habe ich mich bei dieser Lektüre bestens unterhalten. Wie ein talentierter Programmierer ein Programm entwickelt, mit dem unbemerkt Wahlmaschinen manipuliert werden können, und es dann eine kleine Gruppe von Gamern und Polit-Aktivisten tatsächlich schafft, die Manipulationen dazu zu nutzen, einen biederen Lehrer, der als Anwärter auf den Königsthron kandidiert, tatsächlich zum Wahlsieger zu küren – dies wird auf erschreckend glaubhafte Weise erzählt, ebenso wie in den ersten Kapiteln tatsächlich passierte Ereignisse der beiden letzten amerikanischen Präsidentschaftswahlen in den Roman eingeflechtet sind, die einen an der Rechtmässigkeit des (amerikanischen) demokratischen Systems zweifeln lassen können. Verschwörungstheorien? Vielleicht. Wobei ich ja der Meinung bin, dass man seit 9/11 den Begriff „Verschwörungstheorie“ nicht mehr verwenden sollte, aber das ist ein anderes Thema.

Während in vielen Ländern Wahlmaschinen längst weit verbreitet im Einsatz sind, dürfte Eschbachs Schreckensszenario in der Schweiz in absehbarer Zeit nicht Realität werden: Hierzulande wird immer noch von Hand gezählt, und auch E-Voting wird hoffentlich nicht eingeführt werden bevor auch die letzten Zweifel an der Transparenz und Glaubwürdigkeit dieses technischen Verfahrens ausgeräumt sind. Nach Andreas Eschbachs Lektüre muss man hinsichtlich der Einführung von E-Voting zum Schluss kommen: Hoffentlich gar nie!

Fitness mit dem Smartphone

Schrittzähler

Zwei als Schrittzähler sehr brauchbare Apps fürs iPhone: Moves (links) und Argus.

Elektronische Gadgets verleiten zum Rumhängen. Stimmt. Ebenso richtig ist aber, dass sie zum Training der persönlichen Fitness motivieren können.

Seit ein paar Wochen habe ich auf meinem iPhone einen Schrittzähler installiert. Dieser läuft diskret im Hintergrund und zählt jeden Schritt, den ich mache, solange ich mein Gerät mit mir trage. Ich sagte schon immer, dass Lehrer kein gänzlich ungesunder Beruf ist, weil man doch fast den ganzen Tag auf den Beinen steht und dabei auch viel rumläuft. Dass ich aber an einem durchschnittlichen Arbeitstag allein schon im Schulhaus locker mal 7000 Schritte und mehr mache, hat mich dann doch überrascht. Da genügt am Abend noch ein kleiner Spaziergang, um auf die empfohlenen 10’000 Schritte zu kommen – wobei ich leider doch zugeben muss, dass es dazu dann trotz schönster Wohnlage leider nicht immer reicht. Etwas disziplinierter ist da meine Frau: Seit sie ihren ebenfalls auf ihrem iPhone installierten Schrittzähler mit sich trägt, vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht auf ihr Soll von 10’000 Schritten kommt. Meinen im Gegensatz dazu bescheidene Anzahl von durchschnittlichen 6000 Schritten ist dagegen noch steigerungsfähig.

Wer fürs iPhone im AppStore Schrittzähler sucht, wird sehr sofort fündig. Ich habe einige davon ausprobiert und zwei davon auf meinem iPhone installiert gelassen:

Argus: Ein nettes, kostenloses Programm, das den Anspruch hat, nicht nur die Schritte zu zählen, sondern gleich auch noch den ganzen Fitness- und Kalorienhaushalt zu managen. Ich benutze es im Moment lediglich als Schrittzähler. Erstaunlicherweise lässt bei Argus die Akkulaufzeit trotz ständiger Aufzeichnung nicht spürbar nach.

Moves: Diese App kostet 3 Franken, zählt dabei aber nicht nur die Schritte, sondern zeichnet das gesamte Bewegungsprofil auf. Wer hinsichtlich Datenschutz damit ein Problem hat, sollte also die Finger von dieser App lassen. Wer mit diesem Umstand insofern keine Probleme hat als er weiss, dass jede Telecom-Firma solche Bewegungsprofile auch ohne solche Apps problemlos erstellen können, dem bietet Moves interessantes Datenmaterial, wenn man z.B. mal wissen will, welche Reiseroute man in seinen letzten Ferien genau genommen hat. Moves braucht dazu einen fast ständig aktiven Ortungssensor, mit der Folge, dass der gesteigerte Akkuverbrauch sehr deutlich ins Gewicht fällt.

Wenn man auf dem Gerät verschiedene Schrittzähler installiert hat, sieht man auch, wie es um die Genauigkeit dieser kleinen Helfer bestellt ist: Bei einer Zahl von rund 5000 Schritten können die beiden Apps schon mal um 300 Schritte voneinander abweichen. Für mich ist das aber als grober Überblick über meine körperliche Tagesaktivität ausreichend genau.

Spielerisch Medienkompetenz erlernen

Ein kleines Highlight in meinem iScout-Jahreskalender ist für mich jeweils der Kadervernetzungstag in Wil. In lockerer Atmosphäre trifft man sich unter Gleichgesinnten, erhält Inputs zu ICT und Social Media an der Schule, kann untereinander ein bisschen fachsimpeln und sich austauschen. Ich habe einem interessanten Referat von Philippe Wampfler zugehört (mit dem ich auf Twitter auch schon die eine oder andere Diskussion führte), habe das Potential von Lego Mindstorms erahnen können und habe vom Projekt der Multimedianer erfahren, das ich auch noch genauer unter die Lupe nehmen werde. Auch von diesem Kadervernetzungstag kann ich also einiges mitnehmen, sei es als Bereicherung des eigenen Wissens, aber auch konkret für den Schulunterricht:

Zu den ICT-Standards, den wir an Thurgauer Schulen erfüllen müssen, gehören in der Mittelstufe unter anderem:

  • MS04: Die S kennen und beachten bei der Nutzung digitaler Kommunikationsmedien die entsprechenden Umgangsformen und Regeln.
  • MS05: Die S wenden die Regeln für den sorgfältigen Umgang mit eigenen und fremden Daten an.
  • MS15: Die S halten sich an Verhaltensregeln zur sicheren Onlinekommunikation und gehen angemessen mit virtuellen Identitäten um.

Wie man spielerisch mit der Klasse einen verantwortungsvollen Umgang mit Sozialen Plattformen erlernen kann, habe ich im Workshop von Claudia Bucheli erfahren, die an der Oberstufe Sternmatt in Baar ihren Schülerinnen und Schülern den Umgang mit Social Media lehrt. Ihr Spiel Faceboom – das Spiel zur Medienkompetenz steht auf ihrer Website mediobaar.ch gratis zum Download zur Verfügung. Es ist für die Oberstufe konzipiert, bietet aber genug Material, dass einiges davon auch schon in der 6. Klasse eingesetzt werden kann.

Karte aus dem Spiel "Faceboom"

Karte aus dem Spiel „Faceboom“ – http://www.mediobaar.ch/faceboom

Es geht auch ohne WLAN – irgendwie

Im letzten Blogpost habe ich darüber gejammert, dass ich im damals noch bevorstehenden Skilager eine Woche lang ohne WLAN auskommen muss.

Es wurde ein durchzogenes Lager: Wetter super, Piste super, Kinder untereinander super, Leiter untereinander ebenfalls super. Ab Dienstag wurden wir aber von der gefürchteten Magen-Darm-Grippe heimgesucht. Fast drei Viertel der Kinder wurden im Verlauf des Lagers krank. Für uns Leiter bedeutete dies nächtelanges Kotzkübel-Leeren und für mich als Hauschef (der nicht auf die Piste ging) obendrein viele Arztbesuche: Wir hatten auch noch zwei Skiunfälle, einen unerwarteten Allergieausbruch, einen Herpes-Ausbruch am Auge, eine Blasenentzündung, die allesamt ärztlich behandelt werden mussten, und entsprechend zahlreiche Elternkontakte.

Die Bilanz der Lagerwoche schlug sich auch in meiner Handy-Rechnung nieder: Rund 250 MB Datenvolumen alleine während der Lagerwoche, wovon ein Teil sicher auf privaten Gebrauch zurückzuführen war; der grösste Teil aber fiel wohl auf das Suchen von Telefonnummern, das Herunterladen von Karten zum Aufsuchen von diversen Arztpraxen und Apotheken, das Googeln diverser skilagerbezogener Informationen, vom Wetter über bis zu den Betriebszeiten der Bergbahnen.

Wie wir diese Woche ganz ohne Internet überstanden hätten? Keine Ahnung. Irgendwie wärs schon gegangen. Alles wäre einfach sehr viel mühsamer und zeitaufwendiger gewesen.

Ich bleibe dabei, dass WLAN auch in einer Skilagerhütte allmählich zum Standard gehören sollte, schliesslich ist man auch im Lager nicht weniger auf Informationen aus dem Internet angewiesen als in anderen Lebens- und Berufssituationen. Dabei geht es nicht nur um die Kosten auf der Handyrechnung (die mir von meiner Schulgemeinde zurückerstattet werden), sondern auch darum, dass es extrem mühsam ist, wichtige Informationen aus dem Netz über 3G oder gar EDGE auf den kleinen Handybildschirm zu holen und man doch gerne einfach mal sein Laptop in ein komfortables WLAN reingehängt hätte.

Unsere Lagerwoche war streng und hatte ihre Schattenseiten, doch sie war auch schön: Bei den meisten Kindern dauerte die Grippewelle zum Glück nur einen Tag, was bedeutete, dass sie die übrigen Tage bei schönstem Wetter auf der Skipiste voll geniessen konnten.

Und wir haben auch sehr aufmerksame Eltern, die uns für unsere Arbeit im Skilager – die ja auch unter normalen Umständen doch ein wenig anstrengender ist als während einer gewöhnlichen Schulwoche – mit einem grosszügig befrachteten Geschenkkorb danken. Vielen Dank zurück! 🙂

Früchtekorb

Eine Woche ohne WLAN

no-wifi-sleep-hibernate-windows8Morgen reisen wir ab ins Skilager nach Flumserberg. 44 43 Kinder, 3 Lehrpersonen, 4 Leiterinnen und Leiter. Selber werde ich kaum auf die Piste kommen, denn ich bin der Hüttenchef, der sich um (hoffentlich keine oder möglichst wenige) bettlägerige Kinder kümmert, tagsüber Einkäufe und organisatorische Aufgaben erledigt, zentrale Ansprechperson nach innen und aussen ist.

Wenn ich einen Traktor habe, brauche ich kein Auto

Eine besondere Herausforderung ist, dass ich das ohne WLAN werde tun müssen. E-Mails – es werden nicht wenige sein – werde ich also über mein Smartphone beantworten müssen, jegliche Informationen wie Wetter- oder Schneebericht übers Handy abrufen (mit begrenztem und für diesem Monat fast aufgebrauchtem Datenvolumen). Geht ja auch, irgendwie. Ich brauch ja auch kein Auto, um in die Stadt zu fahren, wenn ich einen Traktor habe.

Ich staune immer wieder von neuem, dass ein anständiger Internetzugang noch längst nicht überall eine Selbstverständlichkeit ist, insbesondere dort, wo man ihn sehr gut brauchen könnte.

Bildung Schweiz über Swisscom und das Aushebeln von SSL-Verschlüsselungen

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe seines Publikationsorgans Bildung Schweiz auf einer Seite dem Thema Aufknacken der SSL-Verschlüsselung durch Swisscom an Schweizer Schulen. Im Artikel darf auch ich freundlicherweise ein paar Worte zum Thema sagen.

Filtern ja – aber wie? | Bildung Schweiz 02|2014

Im Artikel werden die nicht nur meiner Ansicht nach problematischen Aspekte dieses Vorgehens der Swisscom angesprochen. Doch sind meine Hoffnungen, dass die Praxis der Swisscom letztlich durch die Kantone (denn auf dieser Ebene muss es geschehen) unterbunden wird, recht begrenzt. Die meisten Leute, die ich kenne, fühlen sich nicht betroffen, obwohl sie es oftmals sind – insbesondere wenn sie Google-Dienste wie Gmail benutzen oder gar mit ihren persönlichen Geräten innerhalb des Netzes von SAI arbeiten. Es ist anzunehmen, dass auch viele die Problematik nicht verstehen, und die kompetenten Leute auf der Entscheidungsebene finden das Thema offenbar zu wenig wichtig.

Als löbliche Ausnahme ist, wie bereits in einem früheren Blogpost erwähnt, der Kanton Basel Stadt: «Aktuell stellt für uns das Aufbrechen einer https-Verbindung ein No-Go dar», wird Thomas Grossenbacher, Co-Leiter der Fachstelle ICT und Medien des Erziehungsdepartements Basel Stadt, im Bildung-Schweiz-Artikel zitiert. Und weiter: «Deshalb haben wir unsere DNS-Server so konfiguriert, dass alle Google-Suchanfragen von https- auf das http-Protokoll umgeleitet werden. So funktioniert die bestehende Filterung der Swisscom, das ZScaler-Zertifikat ist hinfällig.»

Eine Lösung, welche keine SSL-Verschlüsselungen aushebelt, ist also problemlos möglich. Man muss sie nur umsetzen wollen.

Google stellt entsprechende Lösungen zur Verfügung. Umso mehr ist es mir unverständlich, weshalb Swisscom diesen Weg wählt und die allermeisten Kantone dies widerspruchslos dulden.

Der LCH-Artikel ist sehr sachlich geschrieben und um formelle Neutralität bemüht. Für sich alleine wird er leider nichts bewirken. Wünschenswert wäre aus meiner Sicht eine klare Stellungnahme mit entsprechenden Forderungen seitens von LCH an Swisscom und die Kantone und den kantonalen Lehrerverbänden (in meinem Fall wäre das Bildung Thurgau).

Die Angst vor Excel-Tabellen

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Gefühlte 95 Prozent benutzen Microsoft Word, um Texte zu schreiben. Dagegen ist nichts einzuwenden; schliesslich ist Word eine ausgereifte Textverarbeitungssoftware mit sehr vielen Funktionen und Werkzeugen, von Inhaltsverzeichnissen über Fussnoten bis zum Erstellen von Serienbriefen.

Geht es um die reine Bearbeitung von Tabellen, benutzen gefühlte 94 Prozent ebenfalls Word – und das finde ich schon weniger verständlich.

Natürlich kann ich auch mit Word ein bisschen Tabellen machen – aber warum sollte ich, wenn ich auch Excel habe?

Die Tabellenfunktion von Word ist ziemlich rudimentär und dafür gedacht und konzipiert, in Textdokumenten einfache Tabellen einzufügen. Wer mit umfangreicheren und etwas komplexeren Tabellen hantieren möchte, stösst bei Word schnell mal an Grenzen, zumal Word-Tabellen in gewissen Situationen ein eher seltsames und unausgereiftes Verhalten an den Tag legen.

Leider sind die wenigsten Leute mit dem Umgang von Excel vertraut. Wer zum ersten Mal ein leeres Excel-Dokument aufmacht sieht zunächst einmal eine Wüste von leeren Feldern vor sich, die zudem standardmässig nicht in der Seitenlayout-Ansicht angezeigt werden. Viele wissen mit diesem Anblick offenbar nichts anzufangen, so dass sie nicht mehr auf die Idee kommen, wieder einmal ein leeres Excel-Dokument zu öffnen. Das wird wohl der Grund sein, warum sehr viele Leute gewohnheitsmässig zu Word greifen, selbst wenn sie eine reine Tabelle erstellen.

Dabei ist der Umgang mit Excel-Tabellen nicht grundsätzlich schwieriger als in Word, sondern nur ein bisschen anders. Weil es sich bei Excel um ein reines Tabellenbearbeitungsprogramm handelt, ist er in vieler Hinsicht sogar logischer und stringenter. Und vor allem bietet Excel naheliegenderweise weit mehr Tabellenfunktionen als Word.

„Der Umgang mit der Word-Tabelle hat sich bewährt“

Dass Excel – wie jedes Programm – ein wenig Angewöhnung braucht, ist klar. Doch ist diese Herausforderung offenbar so schwierig und unzumutbar, dass mir nahegelegt wurde, Praktikanten von der Pädagogischen Maturitätsschule ihre Tabellen weiterhin mit Word ausfüllen zu lassen und sie doch bitte nicht mit Excel-Tabellen zu überfordern. Dabei spreche ich von pfannenfertig bereitgestellten Dokumenten, die ich den Studenten zur Verfügung stelle und die sie nur ausfüllen müssen. Offenbar zu viel der Herausforderung. Zudem habe sich die alte Word-Tabelle bewährt.

Achso. Schön. Für mich hat sich der Umgang mit besagtem Word-Formular überhaupt nicht bewährt, aber mich hat bislang ja auch noch niemand danach gefragt.

Niemand streitet ab, dass zum Bildungsauftrag der Schule je länger je mehr auch ICT-Kompetenzen gehören. Auch beim Lehrplan 21 geht es klar in diese Richtung, was grundsätzlich nicht kritisiert wird, im Gegenteil: Etliche Kantone fordern gar, dass der Bereich „ICT und Medien“ noch mehr gestärkt wird als vorgesehen und dafür Zeitgefässe geschaffen werden sollen. Zu diesen Kantonen gehört auch der Thurgau. Bei der Ausbildung der Lehrkräfte wäre ein guter Punkt, schon mal damit anzufangen.

Die Krux mit den Passwörtern

Darf ich jetzt das folgende Bild posten, obwohl es unanständige Wörter enthält und ich meinen Blog als „jugendfrei“ deklariert habe? Ich riskiers: 😉

BewAi4sIUAEN0pvDieses Bild ist mir kürzlich irgendwo auf Twitter begegnet, und es bringt ein Problem an den Tag, mit dem wir uns alle immer wieder rumschlagen. Es kursieren viele Tricks und Vorschläge, wie sich einigermassen sichere Passwörter generieren lassen, die man sich hoffentlich auch noch merken kann – eine Patentlösung gibt es nicht. Es ist letztlich immer ein Abwägen zwischen Sicherheit und Praxistauglichkeit.

Selber halte ich es mit den Passwörtern so:

  • Ich benutze 1Password. Ein extrem hilfreiches Tool, mit dem ich stets all meine Passwörter einigermassen sicher und stets zuverlässig zur Hand habe. Es ist nicht ganz billig, doch habe ich den Kauf noch nie bereut. Es gibt Freeware-Alternativen wie KeePass oder LastPass, die ich aber selber nicht ausprobiert habe.

Bei der Wahl der Passwörter halte ich es pragmatisch. Ich unterscheide zwischen unwichtigen, wichtigen und sehr wichtigen Logins:

  • Unwichtige Logins sind solche, bei denen ich nichts von mir preisgebe und die ich oft anonym oder mit Fakenamen verwende. Dies ist z.B. bei Diensten wie Supportforen der Fall, bei denen ich gar kein eigenes Login will, die aber eins erfordern, wenn man z.B. einen Anhang zu einem Beitrag runterladen möchte. Auch Angebote wie Cineman zählen für mich zu den unwichtigen Logins. Da erlaube ich mir durchaus auch Passwörter wie 123456 (sofern vom Anbieter überhaupt akzeptiert) weil ich mir diese leicht merken kann und es mir völlig egal ist, wenn jemand sich zu diesen Logins Zugang verschafft.
  • Wichtige Logins: Dazu gehören Social Networks, also Twitter oder Tumblr (auch Facebook, dessen Account ich seit geraumer Zeit deaktiviert habe), mein Ricardo-Account und alle Konten, bei denen ich einkaufe. Auch das WordPress-Konto, mit dem ich diesen Blog schreibe, gehört dazu. Da wäre es mir nun wirklich nicht mehr egal, wenn sich jemand Fremder unter meinem Namen einloggen könnte. Hier benutze ich Passwörter, die nach heutigem Standard als sicher gelten (also mehr als 8 Zeichen, Gross- und Kleinbuchstaben, auch Sonderzeichen). Sie sind sich untereinander auch schon mal ähnlich oder sogar gleich.
  • Sehr wichtige Logins habe ich bewusst ganz wenige. Dazu zählt in erster Linie mein E-Mail-Account, aber z.B. auch mein Dropbox-Zugang. Hier habe ich für jedes Konto ein Passwort, das sich von allen anderen Passwörtern komplett unterscheidet.

Auch wenn ich in Schulhausteams bei jeder Gelegenheit sage, wie wichtig es ist, mindestens den Mailaccount mit einem wirklich sicheren Passwort zu versehen, erlebe ich es immer wieder, wie mir Kolleginnen – obwohl ich nie nach privaten Passwörtern frage! – mir bei privaten Support-Diensten bereitwillig und ungefragt ihr Mail-Passwort mitteilen, das dann oft auch noch so lautet wie z.B. der Vorname des Ehemannes. Oder ich kriege private Laptops in die Hand gedrückt, die mit keinem Benutzerpasswort versehen sind und ohne Anmeldepasswort direkt in den User-Account starten, wo sich dank im Browser gespeicherten Passwörtern auch problemlos das Web-Interface des privaten Mailaccounts öffnen lässt.

Peinlich, wenn der Chef so eine Mail erhält

Wer jedoch schon mal im Freundeskreis erlebt hat, was passiert, wenn sich Kriminelle Zugang zum privaten Mailaccount verschaffen, wünscht sich das niemandem – nicht sich selbst und vor allem auch nicht seinem eigenen Bekanntenkreis inklusive Freunden und Vorgesetzten. Nicht nur, dass sich jemand mit E-Mail-Zugang in der Regel fast alle übrigen Logins einfach rausfischen kann (wenn es sich um die Mailadresse handelt, die bei der Anmeldung bei den betreffenden Konten hinterlegt wurde), vom eigenen Mailacount werden dann auch noch ans ganze Adressbuch Mails verschickt wie

„Hallo Vorname – ich bin in London und mir ist das ganze Gepäck gestohlen worden, inklusiv Brieftasche und Reisepass. Kannst du mir bitte aushelfen?! Zahle bitte möglichst bald 1000 Fr. auf Konto Nr. xx.xxxxxx.xx ein. Ich werde dir das Geld ganz sicher wieder zurückzahlen – Vielen Dank und liebe Grüsse Vorname und Name des Mailkontoinhabers inkl. Signatur mit vollständiger Privatadresse

Peinlich, wenn der Chef von mir so ein Mail kriegt? Würde ich auch meinen. Schon gar nicht zu reden davon, wenn jemand das Geld wirklich eingezahlt hat und es nun wieder zurückfordert. Ein solches Szenario ist keineswegs unwahrscheinlich.

Mit wenig Aufwand ein vernünftiges Mass an Sicherheit

Man kanns nicht oft genug sagen: Zumindest für die eigene Mailadresse ist ein sicheres Passwort zwingend nötig, und wers wirklich sicher haben will, sollte auch eine Zwei-Schritt-Verifizierung in Erwägung ziehen. Und PCs oder sogar Laptops, die ohne Passwort direkt ins Benutzerkonto aufstarten, sind ein No-Go.

Und wissen muss man auch: Es wäre seit Edward Snowdens Enthüllungen vermessen, von hundertprozentiger Sicherheit zu sprechen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass sich neben der NSA auch noch Kleinkriminelle Zugang zu den eigenen Daten verschaffen, lässt sich mit relativ wenig Aufwand signifikant verringern.

Die Welt wird kleiner

How far a child is allowed to walk on their own, then vs. now

Auf Philippe Wampflers Tumblr-Blog bin ich auf dieses Bild gestossen. Es zeigt die Bewegungsrayons eines heute im Norden Englands lebenden achtjährigen Kindes und dessen Vorfahren dreier Generationen, als diese im gleichen Alter waren.

Wie weit soll sich ein achtjähriges Kind alleine vom Wohnhaus entfernen dürfen?

Wie waren unsere Bewegungsrayons in diesem Alter?

Wie sieht es bei den heutigen Kindern bei uns aus?

Ist ein eingeschränkter Bewegungsraum für die Sicherheit des Kindes notwendig?

Oder hindert er es an seiner Entwicklung?

Ist unsere Welt so gefährlich geworden?

Warum wundern wir uns noch, wenn Kinder Nachmittage lang vor der Gamekonsole sitzen?

Fragen über Fragen.

Zeit für einen kleinen Neustart

mac-os-retro-bombWenn Kolleginnen und Kollegen wieder mal über die Computer schimpfen, schlüpfe ich meist reflexartig in die Rolle desjenigen, der die tollen technischen Errungenschaften unserer schönen neuen Welt anpreist und verteidigt und auch mal um etwas Nachsicht gegenüber der komplexen Technik wirbt.

Aber manchmal ists ja wirklich ein Ärger, wenn das Computerzeugs nicht so tut, wie uns versprochen wird, und wenn ich einfach nur arbeiten will, fehlt auch mir gern die Geduld, mich mit Troubleshooting rumzuschlagen. Und in letzter Zeit ist es so ziemlich vieles, was bei mir grad nicht läuft.

  • Der  grösste Frust ist für mich immer noch, was Swisscom mit unserem Schulnetz verbrochen hat. Abgesehen von allen Sicherheitsbedenken laufen auf meinem Mac im Schulzimmer viele Sachen nicht richtig – genauer gesagt, alles was mit Google zu tun hat. Google Drive hab ich schon mal aufs Abstellgleis gestellt, aber auch mein Gmail und mein Google-Kalender verhalten sich launisch. Und fast am schlimmsten: Auch alle Google-Anmeldungen funktionieren nicht.(1) Das bedeutet, dass ich weder mein Feedly lesen noch auf meinen Flickr-Account zugreifen noch einen Termin über Doodle organisieren kann – jedenfalls nicht ohne einen tollkühnen „Workaround“: Bin ich im Schulnetz, benutze für alle Google-Dienste eine alte Programmversion von Firefox, die etwas mehr Toleranz gegenüber dem gefälschten ZScaler-Zertifikat zeigt als mein Safari oder Chrome. Ich hatte Firefox zuvor während vielen Monaten nicht mehr verwendet und hüte mich jetzt, das eigentlich dringend notwendige Update zu machen. Sicherheit geht anders.
    Kann natürlich schon sein, dass bei mir etwas nicht richtig eingerichtet ist (wobei ich im Moment nicht wüsste was) und der Swisscom-Vertreter hat mir auch schon seine Hilfe angeboten, mein Problem via Fernzugriff zu lösen. Das ist nett, doch braucht das alles wieder ziemlich viel Zeit, die ich im Moment lieber in den Schulunterricht investieren würde als in ein Problem, das ich nicht verursacht habe.

Bildschirmfoto 2014-01-18 um 17.26.51Auch an anderen Orten läuft die Technik nicht so, wie sie sollte. Vor Kurzem habe ich bei meinem privaten MacBook den Festplattenspeicher verdoppelt, indem ich die SSD ausgetauscht habe. Statt dass ich, wie es mir vom Informatiker empfohlen wurde, von meiner alten Festplatte ein Image erstellt und dieses später auf die neue Platte geklont habe, bin ich den Empfehlungen des Herstellers gefolgt und habe die Daten über TimeMachine-Backup wieder aufgespielt. Das Wichtigste: Die Daten sind alle wieder da, und das System läuft auch fast wieder rund – ausser…

  • das WLAN, das sich nun erst einige Minuten nach der Anmeldung mit dem Netzwerk verbindet, und auch das nicht immer. Manchmal muss ich es deaktivieren und wieder aktivieren, dann gehts meistens. Mit fix zugeteilter IP-Adresse scheints ein bisschen weniger instabil zu funktionieren. Eine Lösung habe ich bislang trotz intensivem Googeln noch nicht gefunden.
  • Auch mein zuvor sauber lizenziertes Microsoft Office 2011 hat sich verabschiedet. Es verlangt nun bei jedem Start penetrant nach dem Lizenzschlüssel, den ich leider verlegt habe. Mehr als ärgerlich! (Aber warum habe ich solcherlei Probleme immer nur mit Microsoft?)

… und doch noch ein kleiner Erfolg

Über all diese Kleinigkeiten ärgere ich mich jedes Mal, wenn ich einen meiner Computer hochfahre. Doch es geschehen noch Zeichen und Wunder: Als ich für diesen Blogbeitrag den Screenshot des Eingabefensters für Office 2011 machen wollte, in dem es nach dem Lizenzschlüssel verlangt, ist mir Excel wider jegliches Erwarten anstandslos gestartet. Einer meiner „Reparaturversuche“ scheint mit etwas zeitlicher Verzögerung doch erfolgreich gewesen zu sein. Wie genau ich das angestellt habe, bleibt hier mein Geheimnis – nur so viel: Weil ich für Office 2011 rechtmässig eine Lizenz erworben habe und besitze, habe ich kein schlechtes Gewissen.

Mein Tag hat sich trotz Nebel gerade wieder etwas erhellt. Zeit für einen Neustart, dann geht alles wieder besser. Schönes Wochenende allerseits.

bomb_mac

(1) Nachtrag 27.1.14 Dass die aufgezählten Google-Dienste mit dem ZScaler-Zertifikat nicht funktionieren, kann durchaus auch bei mir liegen; z.B. an einem nicht ganz korrekt installierten Zertifikat. Ich finde, dass ich mich trotzdem darüber ärgern darf, weil die aus technischer Sicht völlig unnötige Swisscom-„Lösung“ viel Ärger und Mehraufwand mit sich bringt, den ich nicht verursacht habe. Zudem habe ich auf meinem privaten Rechner, den ich sehr oft auch für die Schule brauche, das ZScaler-Zertifikat bewusst wieder deinstalliert. Das heisst, dass ich auf diesem Gerät auf sämtliche Google-Dienste verzichten muss, wenn ich damit im Swisscom-Schulnetz bin.

Die Antwort auf solcherlei Probleme von Swisscom: «Bring your own device» ist kein Bestandteil des SAI-Vertrags. Danke, Swisscom.

Schweizer Schulen im Internet: Paranoia hier, blindes Vertrauen dort

Google Security

Google: Gundsätzlich sicherer geworden, an Schweizer Schulen aber unsicherer.

Angefangen hatte alles damit, als Google damit begann, sämtlichen Suchverkehr mit https zu verschlüsseln. An sich eine sehr sinnvolle Sache, die grundsätzlich mehr Sicherheit bringt für alle, die sich via Google im Netz bewegen.

An unseren Schulen hat leider die Massnahme das Gegenteil bewirkt. Schuld daran ist auch eine Portion Paranoia seitens Swisscom sowie Gleichgültigkeit oder Ahnungslosigkeit der meisten Benutzer.

Was genau ist passiert?

  • Google verschlüsselt sämtlichen Suchverkehr, was bedeutet, dass die Swisscom im Rahmen ihres Programms „Schulen ans Internet“ nicht mehr mitlesen kann.
  • Wenn die Swisscom nicht mehr mitlesen kann, kann sie den Google-Suchverkehr nicht mehr filtern und auch die Google Privatsphären-Einstellungen nicht mehr beeinflussen. Das könnte zur Folge haben, dass z.B. ein Schulkind auf einer Google-Bildersuche mal auf ein Bildchen trifft, das es eigentlich nicht sehen sollte. (Was den Link hinter dem Bildchen betrifft wäre der Swisscom-Filter nach wie vor wirksam.)
  • Weil ein solches Szenario offenbar so schlimm wäre, dass zu dessen Verhinderung sämtlicher Internet-Verkehr um jeden Preis gefiltert werden muss, greift Swisscom zu Brachialmethoden (die, wie mir gesagt wurde, auch bei privaten Firmen nicht ganz unüblich seien): Die Verschlüsselung der Suchanfrage wird mit Hacker-Methoden, einer so genannten Man-In-The-Middle-Attacke, ausgehebelt und die unverschlüsselte Suchanfrage über eine amerikanische Firma namens ZScaler weitergeleitet, wo sie gefiltert werden kann.
  • Um die Sicherheitsvorkehrungen von Google zu umgehen, arbeitet Swisscom bzw. ZScaler mit gefälschten Zertifikaten. Diese können bei jeder Suchanfrage vom User weggeklickt werden, oder aber der IT-Verantwortliche der Schule installiert die gefälschten Zertifikate als Root-Zertifikate, so dass der User (darunter nicht nur Schüler, sondern auch Lehrpersonen) ahnungslos bleiben und nicht merken, dass ihre Daten, die sie über Google senden (dazu gehören z.B. auch Login-Daten für Gmail-Accounts) unverschlüsselt über potentiell unsichere Server weitergeleitet werden.
Gefälschtes ZScaler-Zertifikat

Der Browser warnt zu Recht vor dem gefälschten Zertifikat. An den meisten Schweizer Schulen wird dieses aber standardmässig gutgeheissen.

Unterschiedliche Massstäbe punkto Sicherheit

Wenn es um Cloud-Dienste wie Dropbox an Schulen geht, geht die grosse Sicherheitsdiskussion los, weil Dropbox den Datenverkehr zwar verschlüsselt weiterleitet, die Daten selber dann aber auf den Dropbox-Servern unverschlüsselt rumliegen. Geht es um Dienste wie Office 365, fürchtet man juristische Diskussionen, weil die Daten dann nicht mehr auf Schweizer Servern liegen, sondern auf amerikanischen und somit nicht mehr schweizerischer Rechtssprechung unterliegen (weshalb z.B. die Kantone Solothurn und Luzern ihre Schule offiziell vor der Nutzung von Office 365 warnen). Update: Mittlerweile erfüllt Office 365 nach Angaben von Microsoft sämtliche Anforderungen des schweizerischen Datenschützers.

Wenn Swisscom mit Hacker-Methoden verschlüsselten Datenverkehr knackt und diesen über amerikanische Server weiterleitet, ohne zuvor die betroffenen Schulgemeinden hinreichend informiert zu haben, passiert abgesehen von ein paar kaum beachteten Pressetexten – so gut wie nichts. Löbliche Ausnahme ist der Kanton Basel Stadt: Dort heisst es:

«Uns ist die Integrität der Verschlüsselung wichtiger als vermeintlicher Jugendschutz, den man auch auf anderen Wegen erreichen kann»

„Irgendwo fängt Vertrauen an“

Auf das Problem angesprochen, hat mir unser Informatiker geantwortet: «Irgendwo fängt das Vertrauen an». Damit hat er natürlich auch recht. Unserem Provider müssen wir schicksalsergeben ein grosses Mass an Vertrauen entgegenbringen, sonst können wir das mit dem Internet von Anfang an sein lassen. Trotzdem stört es mich, dass diese Massnahme, von Swisscom notrecht-artig umgesetzt (die Praxis, sämtlichen Verkehr über https zu leiten, wurde von Google nicht angekündigt), an unseren Schulen absolut diskussionslos eingeführt wurde.

Nachdem ich gemerkt habe, dass das niemanden wirklich interessiert, hab ich mich diesem Schicksal gefügt. Nun beginne ich trotzdem, meine Dokumente, die ich bislang auf Google Drive abgelegt habe, auf Skydrive umzuziehen, aus dem einfachen Grund, dass Google Drive seit der Umleitung der Daten über ZScaler nicht mehr richtig funktioniert. Nun hoffe ich, dass es Microsoft in nächster Zeit nicht Google gleichtut.

Update 10. Januar 2014, 10:30 Uhr

Es ist nicht so, dass es keine Alternativen zum Man-In-The-Middle-Angriff gäbe. Google hat an diese Bedürfnisse der Schulen gedacht und pfannenfertige Lösungen bereitgestellt.  Warum Swisscom sich trotzdem für einen derart massiven Eingriff in Sicherheit und Datenschutz entschieden hat, ist mir ein Rätsel.

tl;dr

Google sorgt für mehr Sicherheit, was Swisscom dazu veranlasst, das Internet für die Schulen unsicherer zu machen, um weiterhin alle Daten filtern zu können. Das interessiert aber so gut wie niemanden.

Auf Ricardo verkauft – NICHT

ricardo.chRicardo ist einer der vielen praktischen Dienste in den unendlichen Weiten des www, den ich bislang wenig genutzt habe. Gekauft habe ich dort noch die etwas, verkauft bislang nur wenig. Dabei haben wir durch unseren Hauskauf in Oberheimen auch unzählige Gegenstände miterworben, die sich für einen Verkauf auf Ricardo eignen, so auch rund 1 t Holzkohle, welche im alten Schopf neben dem Wohnhaus rumlag und von Regulas Sohn Linus in harter Arbeit mit der Schaufel in Säcke abgefüllt wurde. Zum Heizen können wir sie nicht brauchen, da wir eine Holzheizung haben (wie schon in unserem alten Haus in Wuppenau) , und auch zum Grillieren brauchen wir Holz und keine Kohle.

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Atika Brennholzspalter 11 N:
Zuerst für 700 Fr. gewollt, dann verschmäht.

Doch schreibe ich diesen Beitrag nicht wegen der Kohle, sondern wegen dem Holzspalter meines Vaters, den ich vor kurzem auf Ricardo verkauft habe. Besser gesagt verkaufen wollte. Nein, verkauft habe. Eigentlich…

Der Neupreis des Geräts beträgt über 1000 Franken. Da das Gerät, insbesondere der dazugehörende Benzinmotor, praktisch neuwertig ist, fand ich es fair, den Brennholzspalter für 400 Franken (mit Erhöhungsschritten von 20 Fr.) einzustellen und den „Sofort kaufen“-Preis auf 700 Fr. festzusetzen. Die Auktion lief dann auch gut an. Schnell meldete sich der erste interessierte Käufer, dann ein zweiter. Die beiden überboten sich gegenseitig, und schon bald lag der Kaufpreis bei 500 Fr. Gleich darauf wurde die Auktion auch schon durch einen Dritten beendet, der sich entschied, den Brennholzspalter für 700 Fr. für sofort zu kaufen.

Ein erstes Kontaktgespräch verlief denn auch positiv; der Käufer aus dem Kanton Graubünden wollte den Holzspalter schon bald bei uns abholen kommen. Dann am nächsten Tag aber die Meinungsänderung: Er könne das Gerät unmöglich für 700 Fr. kaufen: Ein Kollege habe ihm gesagt, dass es in der Landi (angeblich) ebenbürtige Geräte für 800 Fr. gebe, die dann aber 5 Jahre Garantie hätten. Ich bestand aber auf den Abschluss des Geschäftes (zu dem er sich auch rechtlich verpflichtet hatte), denn schliesslich war mein Verkaufsangebot von A-Z transparent, und ausserdem hatte er ja auch die für mich sehr gut laufende Auktion beendet.

In die Enge getrieben stellte er mir darauf Rückfragen wie: „Ihr Brennholzspalter war doch schon mal auf Ricardo. Warum wurde er eigentlich vorher nicht gekauft?“ (stimmt nicht; ich hatte Brennholzspalter zuvor noch nicht auf Ricardo gestellt). Ich wollte ihm so weit entgegenkommen, als ich mich bereit erklärte, das Gerät zu ihm zu fahren (er hatte sich durch den Kauf auch zum Abholen verpflichtet), aber das wollte er auch nicht. Als ich nochmals betonte, dass ich auf den Verkaufsabschluss bestehen würde, fragte er zurück, ob ich denn vorhabe, gerichtlich gegen ihn vorzugehen. Das sicher nicht, entgegnete ich, aber eine E-Mail an den Ricardo-Kundendienst wäre mir die Sache dann schon noch wert.

Sein Entgegenkommens-Angebot bestand schliesslich darin, als er sich bereit erklärte, meine Abschlussgebühren zu übernehmen, die mir von Ricardo verrechnet werden, wobei er vermutlich nicht wusste, dass diese rund einen Franken betragen. Ich entgegnete darauf, dass ich bei einer Überweisung von 100 Fr. auf mein Konto einverstanden wäre, die Sache zu belassen. Damit war er dann einverstanden. Die 100 Fr. habe ich heute erhalten, worauf ich mich anständig bedankt und ihm dabei auch ein gutes neues Jahr gewünscht habe (was ich ehrlich meinte).

Hoffentlich gehen meine künftigen Auktionen auf Ricardo runder über die Bühne. Zur Zeit im Angebot:

Falls jemand Interesse hat: Die Auktion läuft.

tl;dr – Auktionen auf Ricardo können mitunter auch anstrengend sein. Und braucht jemand zufälligerweise noch eine Tonne Steinkohle?

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Kinder-Überwachung: Die letzte Meile ist geschlossen

Auf ihrem Schulweg noch garantiert unüberwacht: Schulkinder 1957. – Bild: CC Die Puppenstubensammlerin (Flickr)

Auf ihrem Schulweg noch garantiert unüberwacht: Schulkinder 1957.
Bild: CC Die Puppenstubensammlerin (Flickr)

„Es kommt zur Machtumkehr“, titelte der Tagesanzeiger in einem Artikel, der uns von unserem Schulleiter zugespielt wurde. Untertitel: „Der Kinderpsychiater Michael Winterhoff schlägt in seinem neuen Buch Alarm: Eltern zögen eine Generation von Narzissten und Egomanen heran.“

Michael Winterhoff macht sich darin ernsthafte Sorgen um die nachfolgende Generation: „Es ist so schlimm, glauben Sie mir. Ich arbeite jetzt seit 28 Jahren als Kinder- und Jugendpsychiater. Was ich seit 1995 täglich in meiner Praxis sehe, gab es zuvor nicht.“ Grund für seine Besorgnis: Eltern hielten Spannungen mit ihren Kindern nicht aus, weshalb sie ihnen jeden Wunsch von den Augen ablesen würden. Immer mehr Kinder hätten „keine Frustrationstoleranz, kein Unrechtsbewusstsein, keine Empathie oder sehen sich dauernd als Opfer“. Sie „leben lustorientiert im Moment und meiden jegliche Anstrengung“. Mit schuldig sei auch die technische Entwicklung, seitdem der Computer in jeden Haushalt Einzug gehalten hat und der die Erwachsene überfordere: „Sie wissen nicht mehr, was sie wollen im Leben, sind nicht in der Lage, Freude oder Zufriedenheit zu empfinden. Als Eltern machen sie dann die Freude und die Zufriedenheit des Kindes zu ihrer eigenen. Sie denken, fühlen, spüren durch das Kind.“ 

Auch wenn ich letztere These für eher gewagt halte und ich auch grundsätzlich kein Kulturpessimismus bin: Gewisse Tendenzen, die Winterhoff anspricht, sind auch in unseren Schulzimmern unübersehbar. Daher möchte ich noch auf einen Punkt speziell eingehen: Winterhoff spricht von einer Symbiose, welche (gewisse) Eltern mit ihrem Kind eingehen: „Das Kind ist ein Teil von ihnen, so wie ein Körperteil, wie ein Arm. Wenn der Arm juckt, müssen sie sich kratzen, wenn er schmerzt, müssen sie ihn halten.“

Total sicher überwacht mir Synagram.

Total sicher überwacht mir Synagram.

Solchen Eltern kann geholfen werden, denn für sie gibts auch eine App: Sie heisst Synagram und ist für Windows Phones, Andriod-Handys und bald auch für iPhones erhältlich. Synagram bewirbt sich selber als kleiner Schutzengel für große Entdecker und als App, welche die Welt ein Stück sicherer macht. Dank Synagram wissen Eltern stets, wo sich ihr Kind befindet. Synagram befindet sich auf dem Handy der Eltern sowohl auch des Kindes. Letzteres wird durch Synagram auf Schritt und Tritt mit GPS geortet, so dass die Eltern jederzeit metergenau wissen, wo sich ihr Kind gerade aufhält.

Das Geschäft mit der Angst ist außerordentlich lukrativ, stellt auch die Süddeutsche Zeitung fest. Ich kann mir schon vorstellen, dass es gewisse Situationen gibt, in denen eine solche Möglichkeit tatsächlich der Sicherheit dienen kann. Über alles gesehen sehe ich in Überwachungs-Apps wie Synagram aber deutlich mehr Gefahren als Chancen. Schon jetzt gibt es Kinder, die kaum mehr Zeit verbringen können, die nicht von ihren Eltern verplant wird. Sie werden von ihren Helikopter-Eltern täglich zur Schule gefahren und von dort auch wieder abgeholt (wobei oftmals sämtliche Aspekte der Verkehrssicherheit von eigenen und fremden Kindern ignoriert werden), ihre schulfreien Nachmittage sind verplant mit Ballettunterricht, Kunstturnen oder Musikunterricht (wogegen selbstverständlich überhaupt nichts einzuwenden ist, sofern diese Tätigkeiten auch einem inneren Wunsch der Kinder entsprechen und sie von der Gesamtheit ihres Schul-und-Freizeit-Programms nicht überfordert werden). Und sollten die Kinder wieder mal den Wunsch verspüren, ihre X-Box für eine Weile zu verlassen, um zum Beispiel in den Wald zum Spielen zu gehen, dürfen manche Kinder dies nicht, weil ihre Eltern es zu gefährlich finden.

Ich sage nicht, dass alle Eltern so seien. In meinem Schulalltag erlebe ich sehr viele Eltern ganz anders. Aber der Trend ist nicht zu übersehen.

Nun gibts also auch noch Synagram. Für Kinder überfürsorglicher Eltern ist nun auch noch die letzte Meile der totalen Überwachung geschlossen. Keine Fussballspiele mehr mit Kollegen, keine Fasnachtstouren mehr durchs Dorf, ohne dass Mami und Papi nicht jederzeit ganz genau wissen, was ich wo gerade mache. Ich persönlich schätze mich glücklich, dass es in meiner Kindheit noch kein Synagram gab.

Religion im Schulzimmer – ernsthaft?

Religionen

Dass wir es in der Schweiz mit der Trennung von Religion und Staat nicht so genau nehmen ist nichts Neues. Bislang ging ich davon aus, dass diese Trennung wenigstens an Thurgauer Schulen einigermassen konsequent erfolgt. Wohl sind Thurgauer Schulen verpflichtet, den Landeskirchen unentgeltlich Räume für deren Religionsunterricht zur Verfügung zu stellen, und im Lehrplan gibt im Bereich „Realien“ den Unterbereich „Biblische Geschichte, Religion und Kultur“, dessen Bezeichnung allein an der Neutralität des Staates in Sachen Religion zweifeln lässt. Da für Lehrpersonen aber keinerlei konkrete Verpflichtung besteht, diese Themen auch in den Unterricht einfliessen zu lassen, kann man das Thema Religion bislang ohne Konsequenzen aus dem Schulzimmer raushalten.

Trotzdem schadet es nicht, mal nachzulesen, was im Thurgauer Lehrplan unter „Biblische Geschichte, Religion und Kultur“ eigentlich verstanden wird. Unter dem Punkt „Allgemeines“ heisst es dort:

Das Gedankengut des Christen- und Judentums hat die abendländische Kultur und Lebensweise wesentlich mitgeprägt. Insbesondere beeinflusst es massgeblich Wertvorstellungen, Sitten und Normen unserer Kultur. Die Kenntnis wesentlicher Inhalte der Bibel und deren Wirkungsgeschichte gehört daher zum Bildungsgut. Sie ermöglicht es, grosse Bereiche der Literatur, Musik, bildenden Kunst und Architektur insbesondere Europas besser zu verstehen.

Es gibt säkular denkende, sich der Aufklärung verpflichtet fühlende Lehrpersonen und ganz sicher auch Eltern, für die solche staatlich verordnete Hypothesen nicht einfach zu verdauen sind. Natürlich lässt es sich endlos streiten, ob die Aufklärung nun trotz oder wegen der christlichen Kultur hat stattfinden können. Dass aber unser moderner Bundesstaat mit basisdemokratischer Mitbestimmung, Gewaltentrennung, Minderheitenschutz, Menschenrechten und Religionsfreiheit (was man auch wörtlich verstehen darf: religions-frei) harmonisch und übergangslos aus den „christlichen Werten“ entstanden sein soll, ist wohl auch für kirchennahe Personen schwer vorstellbar.

Wenn also schon davon die Rede ist, dass „Christen und Judentum massgeblich“ die „Wertvorstellungen, Sitten und Normen unserer Kultur“ beeinflussen, dann sollte auch der Beitrag derjenigen nicht vergessen werden, welche unsere heute gültigen westlichen Werte erdacht und erkämpft haben. Rechte, die für uns in der Schweiz heute nicht mehr wegzudenken sind wie die Persönlichkeitsrechte, das Recht auf Meinungsfreiheit, das Recht auf Gewissensfreiheit, das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Bildung und viele andere heute bei uns als selbstverständlich geltende Rechte, die nicht unbedingt dem ideologischen Hintergrund von Religion und Kirchen entwachsen, sondern Errungenschaften der Aufklärung sind.

Thugauer Schulblatt 6

Ich hätte diesen Blogbeitrag nicht geschrieben, wäre nicht dieser Tage das Thurgauer Schulblatt unter dem Titel „Von und über Religionen lernen“ erschienen.

Viel ist darin die Rede von der „christlichen Tradition als Erbe der Schweiz“ und vom „Lernen von Religion“ als „Lernen über sich selbst„. Es kommen Katechetinnen und Religionspädagoginnen zu Wort, Vertreter der jüdlischen und islamischen Religion, christliche und mormonische Pastoren und auch eine Sektenberaterin. Das Interview mit Letzterer ist lesenswert, zumal sie sich vom theologischen Sektenbegriff distanziert, der unter Sekten Gemeinschaften versteht, die neben der Bibel zusätzlich ausserbiblische Wahrheiten und Offenbarungen beiziehen oder die heilige Schrift umdeuten.

Dennoch habe ich mich beim Überfliegen des Schulblattes, das zu lesen ich als Thurgauer Lehrperson verpflichtet bin, gefragt, was mir mein Kanton mit dieser Religionspropaganda (man kann es durchaus als solche bezeichnen) sagen will. Ist es ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass ich als einer, der bislang Religion und Schule bewusst strikt getrennt hat, mich mit den mir anvertrauten Kindern nun in Teaching About Religion üben soll, wie es bereits in anderen Kantonen der Fall ist?

Ich fühle mich von solchen Aufforderungen jedenfalls reflexartig abgestossen. Religion gehört nicht ins Schulzimmer – in diesem Punkt bin ich ganz fundamentalistisch. Und sollte mich mein Staat und Arbeitgeber je nötigen, gegen meine Überzeugung die Religion in mein Schulzimmer reinzulassen, dann werde ich den Fokus auf eine Epoche legen, die sich sehr stark mit Religionen auseinandergesetzt hat: die Aufklärung.

Richtig doodeln

DoodleLogo

Sehr viele Dinge im Internet sind gratis, was schön ist. Viele dieser Dinge werden kostenpflichtig, wenn man ein bisschen mehr als nur die Grundfunktionen brauchen will, was verständlich ist. Ein Angebot, das ich mir in der Premium-Version leiste, ist Doodle. Dafür zahle ich im Jahr 39 Franken.

Der Hauptgrund, dass ich mir diesen Luxus leiste (so wahnsinnig viele Termine muss nämlich gar nicht über Doodle organisieren) liegt in der vollständigen Integration der Google-Kalender. Ich nutze intensiv verschiedene Google-Kalender, weil ich mindestens drei getrennte Arbeitsbereiche habe, in denen ich separate Kalender führe. Wenn ich nun einen Termin via Doodle organisieren muss, sei er von mir selber erstellt oder von jemand anderem – kann ich diesen dem jeweiligen Kalender zuordnen. Doodle reserviert mir dann dort vorsorglich alle möglichen Termine, bei denen ich selber „Ja“ angewählt habe. Eine äusserst praktische Sache, die mir auch ein bisschen Geld wert ist.

Die Integration in den Google-Kalender funktioniert auch ohne Premium-Konto. Die Einschränkung liegt darin, dass Doodle-Termine nur in den Hauptkalender eingetragen werden können. Und natürlich werden neben dem Google-Kalender auch noch andere unterstützt.

1. Bei der Terminfindung kann meine Google-Kalender direkt ein- oder ausblenden, und so habe ich die direkte Übersicht, wann ein Termin frei ist oder nicht.

 

Doodle1

2. Daraufhin erscheinen sämtliche Termine, die ich bei Doodle mit „Ja“ angegeben habe, direkt im Google-Kalender.

Doodle2

Nun gibt es immer wieder unwissende Doodle-Administratoren, die beschränken sich darauf, den Termin zu bestimmen und dann alle Eingeladenen mit einer einfachen E-Mail zu benachrichtigen. Für sie ist die Sache nachher abgeschlossen. Für mich nicht. Denn während die immer noch offene Umfrage auf Ewigkeit im Doodle-Nirwana ihre Nichtexistenz fristet, darf ich nun alle Termine, welche mir Doodle netterweise in den Kalender eingetragen hat und im Namen den Anhang „[Doodle-provisorisch]“ tragen, von Hand löschen und den festgesetzten Termin ebenfalls von Hand noch anständig benennen. Ich gebe zu, dass ich mich dann jeweils ein bisschen aufrege.

Denn eigentlich hat man bei Doodle die Sache gut durchdacht: Der endgültige Termin lässt sich vom Administrator mittels Häkchen festlegen, worauf Doodle dann automatisch alle überflüssigen Terminreservationen löscht und den festgesetzten Termin richtig benennt.

Doodle5

3. Nachdem Doodle aufgeräumt hat, sieht auch mein Google-Kalender wieder übersichtlich aus.

Doodle3

Bitte, liebe Doodle-Gelegenheitsadminstratoren, schliesst doch eröffnete Umfragen jeweils auch noch korrekt ab. Ich bin sicher nicht der einzige, der euch dafür dankbar ist. 🙂

Geocaching mit einer Schulklasse

Geocaching_logo

Dass Geocaching auch für Schulklassen geeignet sein kann, wird derzeit in verschiedenen Lehrerfortbildungskursen angepriesen. Vor zwei Jahren habe ich selber mal mit einer 6. Klasse eine Geocaching-Exkursion durchgeführt.

Die ganze Technik, die hinter Geocaching steckt, bietet schon viel Stoff zum Vermitteln im Voraus. Die meisten Kinder kennen das Navigationsgerät im Auto ihrer Eltern, doch die Technik dahinter dürften die wenigsten verstehen. Natürlich ist es ein hochkomplexer Vorgang, bis die Position des Autos über das GPS ermittelt und auf dem Navi-Bildschirm dargestellt wird, doch die Prinzipien dahinter sind verhältnismässig einfach und auch einer Mittelstufenklasse zu vermitteln. Zum Ermitteln der Position im freien Feld verwendet die Geocaching-Software bzw. das Gerät, auf dem sie installiert ist (ob ein gewöhnliches Smartphone oder ein spezielles GPS-Gerät) das Prinzip der Triangulation – das selbe geometrische Prinzip, mit dem seit Jahrhunderten Landkarten erstellt werden.

Wie Triangulation funktioniert, wird in einem knapp zehnminütigen Film der „Sendung mit der Maus“ kindgerecht erklärt:

Wer statt einen Film zu zeigen lieber die Kinder selber Hand anlegt, kann auch auf die Wiese gehen und mit Stecken und Schnur dem Prinzip der Triangulation auf den Grund gehen.

Worauf man bei der Umsetzung achten muss

Hat man die theoretischen Grundlagen erarbeitet, gehts an die Praxis, und da gilt es einige Dinge zu berücksichtigen:

Rein theoretisch braucht man kein GPS-Gerät, um einen Geocache zu loggen. Für jeden Geocache finden sich im Internet die exakten Koordinaten, und diese könnte man nun auf herkömmliche Weise auf einer (sehr genauen!) Landkarte eintragen. Ist der Cache gefunden, trägt man sich von Hand dort ein; geloggt werden kann der Cache auch zu Hause wieder am Computer. Aber so macht die Sache ja irgendwie nicht richtig Spass. 😉

Richtig Spass macht die Suche, wenn man mit dem GPS-Gerät raus aufs Feld geht und sich so dem Cache nähert – und da fängt das erste Problem an: Geocaching ist im Prinzip gratis, doch wer die Geocaching-App auf seinem Smartphone installieren will, muss dafür 10 Franken hinblättern. Natürlich wollen dann alle Kinder diese App haben – hier gilt es deutlich darauf hinzuweisen, dass kein Kind verpflichtet ist, diese App zu kaufen und jedes Kind den Cache ohne diese App loggen kann. Wie es letztlich organisiert wird, dass die Kinder zumindest in Gruppen auch mit einem eigenen Gerät einen Cache finden können, darin liegt somit eine Schwierigkeit.

In meinem Geocaching-Ausflug gingen wir gemeinsam auf Wanderung, auf der wir fünf Caches in meiner Wohnumgebung hoben, die ich alle bestens kannte. Ich teilte die Klasse in fünf Gruppen ein, wobei jede mit mindestens einem GPS-fähigen Gerät (in unserem Fall allesamt Smartphones mit der Geocaching-App) ausgerüstet war. So konnte ich die Gruppen so einteilen, dass in fast jeder bereits ein Gerät vorhanden war, und wo nicht, vertraute ich der Gruppe zum Finden des Caches mein persönliches Handy an. Bei jedem Cache durfte eine andere Gruppe vorausgehen, um den versteckten Cache zu finden.

Welche und wie viele Caches an einer Exkursion gehoben werden sollen, gilt es zu rekognoszieren. Wichtig scheint mir, dass man neben den üblichen Exkursionsvorbereitungen die Caches auch im Vorfeld selber hebt, denn manchmal ist ein Cache auch unauffindbar oder nicht zu heben, etwa weil er z.B. auf einem hohen Baum versteckt ist oder grad wieder mal von nichtwissenden Muggles entfernt wurde.

Ist dies getan und die Route ausgearbeitet, steht einer schönen Wanderung oder einem interessanten Ausflug in eine Stadt nichts mehr im Weg.

Geocaches sind oft an sehr originellen Orten versteckt, wobei einige Cacher versuchen, sich an Originalität gegenseitig zu überbieten. Ein zweifellos sehr phantasievolles Versteck hatte ein deutscher Geocacher gefunden, der seinen Cache in einer Schleuse versteckt und damit einen Bombenalarm ausgelöst hatte.

ICT-Standards und Lehrplan 21: Eine Gegenüberstellung

Lehrplan 21Grosses Thema im deutschschweizer Bildungsbereich ist gegenwärtig der Lehrplan 21, bei dem auch der Bereich ICT und Medien ausreichend berücksichtig wird.

Aktuell gelten im Kanton Thurgau die so genannten ICT-Standards, die sich auf die Unter-, Mittel- und Sekundarstufe aufteilen. Dem gegenüber stehen im Lehrplan 21 Kompetenzbereiche, die von der Unter- bis zur Sekundarstufe erarbeitet werden sollen (wobei sich nicht alle Kompetenzbereiche über alle Stufen erstrecken).

Hier eine kommentarlose Gegenüberstellung der ICT-Standards und der Kompetenzbereiche des Lehrplan 21, auch zum Download als PDF.

ICT-Standards - Lehrplan 21 | S1

ICT-Standards - Lehrplan 21 | S2

ICT-Standards - Lehrplan 21 | S3

Ein Nachruf auf das Europäische Sprachenportfolio

ESP

Nutzlos geworden: Schülermaterial für das Europäische Sprachenportfolio

Soll niemand sagen, man habe es nicht vorher gewusst, oder es habe niemand die Entscheidungsträger darauf aufmerksam gemacht.

Immer wieder erlebt die Primarschule Hypes, die kommen und gehen, ohne wesentliche Spuren zu hinterlassen. Einige dieser Hypes tun dies einigermassen kostenneutral – etwa der Hype „Konsequentes Hochdeutsch“ –, andere kosten so richtig viel Geld.

Unserem scheidenden Regierungsrat Bernhard Koch, der während seiner Zeit als Vorsteher des Bildungsdepartements im Fahrwasser seines Zürcher Amtskollegen Ernst Buschor zahlreiche grössere Schulreformen gleichzeitig einführte, haben wir die Einführung des Europäischen Sprachenportfolio (ESP) zu verdanken. Mit viel bürokratischem und propagandistischem Aufwand wurden für die gesamte Lehrerschaft obligatorische Weiterbildungskurse organisiert, in denen der korrekte Einsatz des ESP erlernt wurde. Nichts gegen diese Kurse! Sie wurden von den Leitenden mit viel Herzblut einer – gelinde gesagt – nicht allzu motivierten Kursteilnehmerschaft vermittelt, und wer mit der richtigen Einstellung kommt, der lernt immer und überall etwas. Ich lernte an dem Kurs viel über Sprachkompetenzen. Das ESP selber aber kam in meinem Schulzimmer (wie in sehr vielen anderen) kaum je richtig zur Anwendung.

Das Problem lag in einer ohnehin bereits überladenen Stundentafel. Als ob die zeitlichen Ressourcen für das Französisch in der 5. und 6. Klasse nicht ohnehin schon viel zu knapp bemessen waren, durften wir nun also zusätzlich in die zwei Wochenlektionen auch noch das ESP reinpacken. Wenn man sich an das von den Kursleitern vorgeschlagene Minimum hielt, war das auch ganz knapp realistisch, wobei man sich dann auch fragen musste, was der Sache überhaupt noch bringt. Gewissenhaft und mit einiger Anstrengung füllte ich mit meiner Klasse im ersten Jahr dann auch die ESP-Ordner aus.

Mit der Realität wurde ich dann am Ende des Schuljahres konfrontiert, als der Schulleiter der abnehmenden Oberstufe an meinem damaligen Schulort uns abgebenden Primarlehrpersonen an einer Sitzung beiläufig mitteilte:

Wir haben beschlossen, dass wir das ESP bei uns an der Oberstufe vorläufig nicht machen.

Wir wussten alle, dass sowas früher oder später passieren würde, aber gleich im ersten Jahr der notabene obligatorischen Umsetzung, das war schon ein bisschen überraschend.

Das war vor rund fünf Jahren. Heute habe ich die letzten ESP-Unterlagen entsorgt, die an meinem neuen Schulort seit Jahren nutzlos rumliegen.

Was das ESP kostete:

Europ. Sprachenportfolio I Handreichung ohne Ordner 2.-5. Sj.
Fr. 44.00 (pro Lehrperson)

Europ. Sprachenportfolio I, Schülerunterlagen, ohne Ordner 2.-5.Sj.
Fr. 9.60 (pro Schulkind)

Ordner zu allen Europ. Sprachenportfolio
Fr. 5.00 (pro Schulkind)

Lingualevel – CDs und Software zur Evaluation von Fremdsprachenkompetenzen
Französisch und Englisch
Fr. 180.00 (Laufzeit der Lizenz: 2 Jahre)

 

Nachtrag

Ich will nicht sagen, dass das ESP aus den Schulstuben grundsätzlich verschwunden ist. Jedenfalls nicht überall. Wo mit dem ESP gearbeitet, geschieht dies aber oft in reduziertem Umfang und ohne das dazugehörende Material zu verwenden; so auch bei uns. Für die Ordner und Unterlagen, die ich heute aus meinem Zimmer entfernt habe, ist hier jedenfalls kein Bedarf mehr.

Mancherorts wird das ESP nach wie vor im Sinne des Erfinders angewendet (s. Kommentar von Regula). Grundsätzlich ist das ESP ja auch eine gute Sache: Es ist ein sehr präzises Instrument zur Erfassung der Sprachkompetenzen der Kinder. Allerdings ist es damit in der Umsetzung auch sehr zeitaufwendig – Zeit, die in den meisten Fächern ohnehin schon (zu) knapp bemessen ist und zwangsläufig woanders eingespart werden muss. So ist es letztlich eine Abwägung und ein Entscheid, wo die zur Verfügung stehenden Ressourcen ab besten eingesetzt werden.

Thurgauer Schulen: Paradigmenwechsel in Sachen ICT

Diesen Freitag besuchte ich das Bildungsforum Romanshorn. Es war in vieler Hinsicht eine sehr aufschlussreiche Veranstaltung, an der grösstenteils die „Neuen Medien“ im Vordergrund standen. Da ich zu diesem Thema in letzter Zeit doch ziemlich viele Referate gehört habe und mich auch persönlich auf dem Laufenden halte, erwartete ich nicht, allzu viel Neues zu erfahren, doch da sollte ich mich täuschen. Nachträglichen Eindruck gemacht haben mir das Referat des Zukunftsforschers Georges T. Roos und der Auftritt von André Stern, der, in Frankreich aufgewachsen, Zeit seines Lebens nie eine Schule besucht hat und von seinen Eltern auch nicht beschult wurde, deswegen aber trotzdem ganz und gar nicht auf den Kopf gefallen ist. (Und während man so dachte, dass sowas in der Schweiz sicher nicht möglich sei, holte Moderator Kurt Aeschbacher noch eine im Saal anwesende Schweizer Jugendliche auf die Bühne, die bis vor kurzem weder eine Volksschule besuchte noch beschult wurde, nun aber ans Euregio Gymnasium in Romanshorn geht und gegenwärtig noch nicht weiss, ob sie danach Physik studieren oder Blumenbinderin werden soll).

ICT an der Schule

Bildbearbeitung mit einer Primarschulklasse: Der Thurgau vertritt nun die Position, dass der bisher vertretene rein integrative Ansatz nicht für alle ICT-Ziele ausreicht.

An dieser Stelle aber den Inhalt des Bildungsforums zu besprechen führte zu weit. Ich möchte hier vor allem noch eine weitere Aussage erwähnen, die eher nebenbei fiel, die jedoch für unseren Schulalltag in den nächsten Jahren Konsequenzen haben wird.

Abschied vom rein integrativen Ansatz

So erklärte der Amtschef des Thurgauer Amtes für Volksschule Walter Berger, dass es zu überlegen gilt, was in der ICT integrativ eingeführt werden kann und in welchen Bereichen spezielle Gefässe geschaffen werden müssen. Und an anderer Stelle plädierte Thomas Merz, Medienexperte und Prorektor der PH Thurgau, dafür, künftig ICT durch speziell dafür ausgebildete Lehrpersonen unterrichten zu lassen.

Ich weiss nicht, ob dies schon zuvor kommuniziert wurde, doch ich jedenfalls habe eine solche Aussage Seitens des Thurgauer Amtes für Volksschule gestern zum ersten Mal gehört, denn bislang lautete die Position des AV: „Es gibt kein neues Fach ICT“.  Nun bedeutet „Gefässe schaffen“ noch nicht zwingend, damit auch gleich ein neues Fach in die Stundentafel einzuführen, doch man räumt ein, dass es nicht genügt, die Kinder im Regelunterricht nebenbei auch noch etwas am PC arbeiten zu lassen. Über die überfällige Erkenntnis kann man sich freuen oder sich andererseits daran stören, dass nun wieder mal mit Salamitaktik nach anfänglicher Beschwichtigung der Lehrerschaft durch die Hintertür ein neues Fach eingeführt wird, wobei jedoch solche Diskussionen hinsichtlich des Lehrplans 21 müssig sind.

Persönlich habe ich mich über die Aussage gefreut, weil sie meine Position bestätigt. Wenn man bisher mit Kantonsverantwortlichen über die Problematik gesprochen hat, dass gewisse Bereiche den Schulkindern einfach nicht rein integrativ zu vermitteln sind, erntete man bislang nur ein vielsagendes Lächeln. Man wusste das natürlich sehr wohl, durfte aber aufgrund des kantonalen Paradigmas nichts anderes sagen. Nun ist man also im Thurgau in der Realität angekommen.

P.S. Die Schaffung eines eigenen Fachs ICT ist erst recht unumgänglich, sollten die viel zu hoch gegriffenen ICT-Ziele im Lehrplan 21 auch tatsächlich umgesetzt probiert werden.

Präsentationen mit Prezi

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PowerPoint habe ich schon viele Jahre nicht mehr gebraucht – als Macianer verwendete ich dafür Keynote. Bisher. Doch das könnte sich ändern, seit ich Prezi entdeckt habe. Darauf gestossen bin ich durch einen Digital-Podcast von Radio Stadtfilter. Dass es ein Tool wie Prezi gibt war mir schon länger bekannt, doch der Podcast machte mich gwundrig, es einmal auszuprobieren, und ich habe es nicht bereut.

Prezi ändert die Art und Weise, wie man sich Präsentationen gewohnt ist, von Grund auf. Anstatt Folien zu erstellen, die meistens aus Auflistungen bestehen und hin und wieder mal aus ein bisschen Text, gestaltet man mit Prezi im Prinzip ein Plakat, durch das sich der Betrachter dann durch Zoomen und Drehen hindurchbewegt. Der Effekt ist verblüffend (vermutlich auch deswegen, weil er noch recht ungewohnt ist), und das Erstellen einer „Prezi“ erstaunlich einfach – so einfach, dass es durchaus auch Kindern im Mittelstufen-Alter zugemutet werden kann.

Ein kleines Ärgernis habe ich jedoch beim Schreiben dieses Blogposts entdeckt: Prezis sollten sich im Prinzip – so wie z.B. Youtube-Filme – in Webseiten einbinden lassen. Funktioniert aber bei Word press nicht so ohne weiteres. Schade! Habe deshalb von meiner ersten Prezi ein Bildschirmfoto gemacht und dieses direkt mit der Prezi-Website verlinkt.

Zeitumstellung: Es ist kompliziert

zeit-gadgetIch hoffe, dass nun alle die Zeit wieder umgestellt haben.

Damit meine ich nicht nur die Leser dieses Beitrags, sondern auch die von mir betreuten PCs in den Schulhäusern. Dies sollte allerdings reibungslos geschehen, den deren Systemzeit wird permanent über einen Timeserver abgeglichen. Dies klappt dann auch gut und zuverlässig – meistens.

Nun hatten wir in einem Schulhaus auf einen Timeserver zurückgegriffen, der vor einigen Monaten abgestellt wurde. Am Anfang merkt man davon als Anwender noch gar nichts, schliesslich läuft die Uhr des PCs ja auch von selber weiter, einfach nicht mehr so genau. Die Systemzeit der betreffenden PCs wird durch den Server abgeglichen, und da der Server selber nicht mehr auf eine genaue Zeitangabe zurückgreifen kann, gingen in dem Schulhaus die Zeiten sämtlicher PCs nach ein paar Monaten fast 15 Minuten nach. Das ist an sich für den Anwender in der Regel noch kein richtiges Problem; höchstens etwas lästig.

Zum echten Problem wird es dann, wenn man ein Programm starten will, das partout auf eine korrekte Systemzeit insistiert, ansonsten es sich weigert zu starten. Ein solches Programm ist zum Beispiel Dybuster. Dybuster speichert die Daten der Anwender auf einem zentralen Server im Internet. Wenn die lokale Systemzeit nicht mehr genau stimmt, wird die Software davon offenbar so irritiert, dass sie mit dem Problem nicht mehr umgehen kann. Jedenfalls verweigert Dybuster in einem solchen Fall rundweg den Start und bricht nach einer entsprechenden Fehlermeldung ab. Arbeitet der Anwender auf einem PC, dessen Zeit von einem lokalen Server abgeglichen wird (eben zum Beispiel von einem Schulhaus-Server), kann er nur noch den Administrator benachrichtigen.

Die Antwort des zu Hilfe gerufenen Technikers:

Der Server sollte so eingerichtet sein, dass er sich die Zeit über das Internet von einem Timeserver holt (NTP). Das lässt sich in der Registry bewerkstelligen. Gleichzeitig kommen und gehen die Timeserver – einem, den ich lange Zeit vertraut hatte, war der der ETH Zürich.
Wenn nun euer Server die Zeit hier abholt – schlecht. Wenn die Uhrzeit zwischen Server und Clients zu stark auseinandergeht, können sich die Clients gar nicht mehr am Server anmelden (Kerberos) – ich glaube die Differenz liegt um die 300 Sekunden.
Im Login-Skript der Clients ist üblicherweise ein Befehl enthalten, die Zeit des Servers zu übernehmen (#set time), gerade um die Kerberos-Geschichte in den Griff zu kriegen. Doch sollte der Server tatsächlich über eine falsche Zeit verfügen, wird diese tatsächlich von den Clients übernommen.
Der kurzer Rede langer Sinn – ich muss mir das vor Ort ansehen können.

Oder zusammengefasst: „Es ist kompliziert“. Danke Remo fürs Flicken! 😉

Kinderleichte Wetten zum Nachmachen

Richard Wiseman ist Leiter der Psychologie-Abteilung an einer englischen Universität, der sich unter anderem dem Paranormalen verschrieben hat. Zu weltweiter Bekanntheit gebracht hat es der ehemalige professionelle Zauberkünstler durch seinen Blog, in dem er auf interessante Phänomene hinweist oder knifflige Rätsel stellt.

Regelmässig veröffentlicht Wiseman auch Kurzvideos unter dem Titel 10 bets you will always win. Diese sind gespickt von Schalk, Raffinesse und britischem Humor. Und: Die Wetten sind so kinderleicht nachzumachen, dass sie sich auch für für die Primarschule eignen. Wie amerikanische Kinder auf Wisemans nicht immer ganz redliche Tricks reagierten, wird in diesem unterhaltsamen Video gezeigt:

Wisemans Videos bieten also Stoff für die Primarschule; neben Englisch und Physik (Realien) gerade auch im Bereich ICT. Die Filme sind so einfach gemacht, dass sie sich in einem Projekt gut auch von Kindern nachfilmen lassen sollten.

 

Schweizer Landeskarten: Schön, dass es sie auch online gibt

Wer auf dem Strassenweg möglichst komfortabel und effizient nach – sagen wir – Bern fahren muss und dabei einen Traktor oder einen Mercedes zur Verfügung hat, der nimmt in aller Regel den Mercedes. Wenn es darum geht, online auf Karten eine Gegend zu erkundschaften – etwa für eine Klassenwanderung – und dabei auf hochwertiges Kartenmaterial angewiesen ist, so nehmen viele das Äquivalent des Traktors – sie nehmen Google Maps.

Google Maps oder die Karten von Swisstopo – wenns ums Detail geht, ist der Sieger klar.

Google Maps oder die Karten von Swisstopo – wenns ums Detail geht, ist der Sieger klar.

Nichts gegen Google Maps. Ich verwende es auch oft und gerne, zum Beispiel wenn ich via Street View eine fremde Stadt auskundschafte oder die Distanz von hier nach Murmansk wissen möchte. Wenn es aber um Feld- und Wanderwege in der Region geht, sprich um die Planung einer Schulwanderung, ist Google Maps so untauglich wie ein Traktor für eine Autofahrt quer durch die Schweiz.

Selbst viele Schweizer Lehrpersonen scheinen nicht mehr zu wissen, dass die Karten der Schweizer Landestopografie, auf neudeutsch Swisstopo, weltweit einen erstklassigen Ruf geniessen, seit die «Dufourkarte» 1855 an der Weltausstellung in Paris mit der goldenen Ehrenmedaille ausgezeichnet wurde. Ihre Präzision, aber auch ihre Ästhetik waren für die damaligen Verhältnisse einzigartig. Ihre Qualität und ihren Weltruf konnten die Schweizer Landeskarten bis zum heutigen Tag erhalten. Und das beste: Sie sind auch online gratis abrufbar.

In die Karten von Swisstopo habe ich volles Vertrauen und plane, wenn es nicht gerade im Hochgebirge ist, ohne rekognoszieren vor Ort auch einen Klassenwanderung ohne Weiters allein mit dieser Karte, in der selbst jeder freistehende Baum punktgenau eingezeichnet ist. Die Landeskarten sind für mich (Jg. 1968) so urtümlich schweizerisch wie der Gotthard, Bundeshaus und SBB. Kein Ausflug in die Berge mit der Grossmutter, keine Schulwanderung, in der die örtliche 1:25’000er-Landeskarte nicht dabei gewesen wäre. Schön, dass es sie heute auch online gibt!

Ausschnitt aus der Dufourkarte, ca. 1860 (Bild: ETHeritage – blogs.ethz.ch)

………

Wir würfeln uns ein Passwort

Darüber, was ein sicheres Passwort ist, gibt es im Internet ausreichend Hinweise und Tipps. Die wichtigsten:

  • Ein sicheres Passwort besteht nicht nur aus Zahlen oder nur aus Buchstaben, sondern aus einer Kombination von Zahlen sowie Gross- und Kleinbuchstaben. Können auch noch Sonderzeichen hinzugefügt werden, wird das Passwort dadurch noch einmal deutlich sicherer.
  • Eine Länge von acht Zeichen ist das Minimum für ein einigermassen sicheres Passwort.
Zumindest die wichtigsten Kennwörter – etwa das Passwort für das E-Mail-Konto oder für 1Password sollten sicher und gut merkbar sein.

Zumindest die wichtigsten Kennwörter – etwa das Passwort für das E-Mail-Konto oder für 1Password – sollten sicher und gut merkbar sein.

Doch ein sehr wichtiger Punkt geht oft vergessen: Ein Passwort ist nur dann sicher, wenn ich es mir auch merken kann. So wäre etwa xeWq)&F7p!( nach den oben genannten Kriterien eine gute Wahl, doch da es sich sehr schlecht einprägen lässt und die Gefahr gross ist, dass ich es nicht mehr reproduzieren kann (ein Passwort sollte ja schliesslich auch nicht unverschlüsselt auf der Festplatte gespeichert werden), ist es als Passwort dennoch ungeeignet.

Von Agile Bits, dem Hersteller von 1Password, gibt es einen Artikel, in dem die wichtigsten Kriterien für ein sicheres, aber doch relativ gut merkbares Passwort erklärt werden.

In dem Blogpost wird daran erinnert, dass ein Passwort zudem auch eine zufällige Abfolge Zeichen oder Wörtern darstellen muss, da es sonst von Hacker-Software schnell geknackt werden kann. So kann ich zum Beispiel aus folgendem gut merkbaren Satz Meine 2 Katzen heissen Miezi und Fredi das Passwort M2KhM&F erstellen. Scheint auf den ersten Blick ein sehr sicheres Passwort zu sein, doch da die Programmierer von Hacker-Software auch die Entstehung solcher Passwörter mit einkalkulieren und auf entsprechende Kombinationen vorbereitet sind, wäre es vermutlich ebenfalls schnell geknackt.

Die Buchstabenreihenfolge muss also rein zufällig sein – und damit kommt Diceware ins Spiel: Diceware sind Listen von hunderten beliebiger Wörter, denen ein kurzer Zahlencode vorangeht, der ausschliesslich die Ziffern von 1-6 enthält. Ein Auszug aus der deutschen Diceware-Liste sieht zum Beispiel so aus:

63553 vor
63554 vorab
63555 voran
63556 voraus
63561 vorbau
63562 vordem
63563 vorfall
63564 vorher

Der Trick ist nun, dass ich mir eine Reihenfolge von Wörtern würfle. Gemäss obiger Liste entspräche also die Würfelreihenfolge 6-3-5-6-1 dem Wort vorbau. Nun „erwürfle“ ich mir also fünf oder sechs Wörter aus der Diceware-Liste. Daraus könnte dann zum Beispiel die Wortreihenfolge woelbt-Chaos-Pfund-jung-sofern entstehen. Macht absolut keinen Sinn – und soll es ja auch nicht. Was ich erhalten habe ist jedoch eine auf rein zufälliger Grundlage generierte Liste von Wörtern, die ich relativ gut auswendig lernen kann.

Dennoch erscheint das Passwort immer noch nicht allzu sicher, da es ja keine Sonderzeichen enthält. Nun kann ich aber ohne Weiteres noch das Passwort mit meinen beiden Katzen vorne anhängen, und mein Passwort würde lauten: M2KhM&Fwoelbt-Chaos-Pfund-jung-sofern.

Doch auch bei einem solchen Passwort besteht die Gefahr, dass es vergessen wird; insbesondere wenn man es in der Anfangsphase nicht oft verwenden muss. Unter Voraussetzung der Verhältnismässigkeit sieht Agile Bits ein relativ geringes Sicherheitsrisiko, wenn man das Passwort von Hand auf einen Zettel schreibt und diesen z.B. im Portemonnaie aufbewahrt, bis man das Passwort genügende Male auf dem Computer eingegeben hat, dass man es sich sicher einprägen konnte. Dann kann man den Zettel vernichten.

Und schliesslich noch ein Tipp speziell für Deutschschweizer: Beim Diceware-Prinzip könnte sich unser Dialekt noch als zusätzlicher Vorteil erweisen, da unsere Dialektwörter wohl kaum je auf irgend einer Diceware-Liste auftauchen werden. Ich würfle also so lange, bis ich ausschliesslich Wörter habe, welche im Dialekt anders geschrieben werden als auf Hochdeutsch. Kommt also beim Würfeln die Wortkombination Tausch-Laune-gewinnt-schade-Biene heraus, so verwende ich für mein Passwort Tuusch-Luune-gwuennt-schaad-Bienli. Unschlagbar.

Teer aus 400 Zigaretten, veranschaulicht

Wie viel Teer 400 Zigaretten enthalten, wird in einem Experiment in diesem Youtube-Video sehr schön demonstriert:

Screenshot aus dem gelinkten Video.

Screenshot aus dem gelinkten Video.

Wer pro Tag ein Päckli Zigaretten raucht, hat diese eklige Masse an Teer schon in knapp drei Wochen inhaliert.

Oder in einem anderen, aktuellen Vergleich: Diese Menge Teer zu inhalieren kostet heute in der Schweiz 164 Franken – kommt der Bund mit seinen Preiserhöhungsplänen durch, könnte es in ein paar Jahren bis zu 220 Franken teuer sein.

Screenshot aus dem gelinkten Video.

Screenshot aus dem gelinkten Video.

Screenshot aus dem gelinkten Video.

Screenshot aus dem gelinkten Video.

Computerkenntnisse von Kindern werden überschätzt

Wenn vor 20 Jahren 5 Prozent der Leute einen Computer zu Hause hatten, waren 95 Prozent von ihnen auch technisch versiert. Wenn heute 95 Prozent einen Computer haben, sind wohl noch rund 5 Prozent von ihnen technisch versiert.

Marc Scott

Computer werden immer anwenderfreundlicher. Spätestens als Apple im Januar 2007 das erste iPhone vorstellte brach die Zeit an, in der hochkomplexe Computer auch von Kindergärtnern bedient werden können. Das war nicht immer so: Zu meiner Jugendzeit brauchte ich noch rudimentäre Basic-Kenntnisse, um auf dem Commodore 64 meines Bruders ein Programm überhaupt zum Laufen zu bringen.

C64SuperspieleCover

Bild: Wikipedia

Es gehörte zur Selbstverständlichkeit, dass man sich zwischen den Spielen auch etwas näher mit Basic beschäftigte. Ein Höhepunkt war es, das selber geschriebene Programm fehlerfrei zum Laufen gebracht zu haben, und bestand dies nur darin, einen Punkt über den Bildschirm wandern zu lassen oder sogar eine einfache, selbstkreierte Pixelfigur. Basic lernen konnte man auch, indem man für einmal keine Raubkopien von Spielen laufen liess, sondern ganz legal in der Buchhandlung einen Wälzer von Data Becker kaufte und an regnerischen Sonntag Nachmittagen Spiele im Basic-Quellcode abtippte. Wenn nach ungezählten Stunden die Tipparbeit zu Ende war, kam, bevor das Programm endlich lief, die unvermeidliche Fehlersuche (auch genannt Troubleshooting), was fast noch einmal so lange dauerte.

Soviel zur Computer-Nostalgie.

eudora-mail-warningWeitere Generationen von Jugendlichen folgten. Die Kinder meiner Frau machten später die Erfahrung, dass es höchstes drei Wochen dauerte, bis ein Windows 95 hoffnungslos hinüber war, wenn man keinen Virenscanner installiert hatte und jeden Systemhinweis, jede Warnung ungesehen mit „OK“ quittierte, nur damit das sich auf welchen Wegen auch immer beschaffte Spiel möglichst schnell lief. Doch das machte nichts, weil schon irgend ein Erwachsener in der Nähe war, der für sie das Windows wieder neu aufsetzte. Aus pädagogischer Sicht ein klarer Fehler, weil ich die Kinder so um die wertvolle Erfahrung brachte, sich selber mit der die Installation des Windows-Betriebssystem auseinandersetzen zu müssen, und weil sie nicht damit konfrontiert waren, die Konsequenzen ihres Tuns selber zu tragen.

„Kinder sind am Computer sehr versiert“ – Wirklich?

In einem langen, sehr lesenswerten Artikel schreibt Marc Scott, wie die Computer-Skills von Kindern überschätzt werden von Erwachsenen, denen es ebenfalls an Computer-Skills fehlt.

Kinder und Jugendliche sind in der Handhabung am Computer sehr schnell, wodurch es scheint, dass sie sehr versiert mit einem Computer umgehen können. Das ist aber nur auf den ersten Blick so: Wenn man genauer hinschaut, so sieht man: Fehlermeldungen und Warnungen werden ungelesen weggeklickt. Oft haben sie keine Ahnung von Dateistruktur. Sie speichern in wochenlanger Arbeit erstellte Dokumente ausschliesslich auf einem Memory Stick ab und ziehen diesen furchtlos aus dem Computer aus, ohne ihn vorher auszuwerfen. Wenn jemand am Computer das LAN-Kabel ausgesteckt hat heisst es „Das Internet geht nicht mehr“.

Kinder sind aber auch sehr gut am Computer. Sie lernen am Computer das, was sie wirklich wollen und brauchen, auf effiziente Weise, indem sie ohne Hemmungen einfach ausprobieren – gar nicht anders, wie sie in der physischen Welt lernen. Was sie am Computer effektiv tun wollen, erreichen sie zielorientiert, indem sie nicht nur einfach ausprobieren, sondern auch wissen, wo sie nachfragen können, sei es bei ihren Kollegen – natürlich via Internet – oder bei Freund Google.

Nicht technik-, aber ziemlich medienkompetent

Kinder wissen zwar nicht, wie ein Computer funktioniert oder wie das Internet aufgebaut ist, doch sie finden sich darin bestens zurecht, genauso wie viele Erwachsene auch nicht wissen, wie ein Otto-Motor funktioniert, aber trotzdem Auto fahren können. Kindern muss man nicht erklären, was ein Link im Internet ist. Ihnen ist bekannt, dass ein Facebook-Konto erst ab dem Alter von 13 Jahren eröffnet werden darf, sie wissen aber auch, dass diese Einschränkung auf lächerlich einfache Weise zu umgehen ist. Sie können auf Facebook problemlos ein Youtube-Video posten. Sie können auch recht bald selbständig PowerPoint-Präsentationen erstellen. Als Jugendliche wissen sie, wie sich gewisse Einschränkungen des Betriebssystems auch ohne Admin-Rechte umgehen lassen, und sie können über Filesharing Dateien austauschen.

Das alles hat unbestritten eine Qualität: Sie heisst Medienkompetenz. Diese ist durchaus teilweise vorhanden, aber definitiv auch noch entwicklungsbedürftig. Und hier sind wir Erwachsenen gefragt; Lehrpersonen und Eltern gleichermassen. Voraussetzung ist allerdings, dass wir selber diese Kompetenz mitbringen.

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WLAN-Router von Apple: Muss ich wissen, was das ist? (Bild: Wikipedia)

Marc Scott beklagt nicht nur die überschätzten Computerfähigkeiten von Kindern, sondern ist auch besorgt über jene vieler Erwachsener. Als iScout kann ich davon manchmal ein Liedchen singen. Kürzlich war in einem Bereich eines Schulhauses das WLAN ausgefallen. Ich fragte eine betroffene Kollegin, wo in ihrem Zimmer der Router stehe. „Ach, ich weiss nicht, was ein Router ist“, sagte sie mit einem Unterton, der signalisierte, dass es sie auch nicht interessierte, was ein Router ist. Sie wollte einfach wieder Internet haben.

Ich brauchte nicht lange, um den Router zu finden und wieder einzustecken.

***

Auf Google+ hat Stefan Werner einen Kommentar hinterlassen, den ich gerne hier anfügen möchte:

Genau das, was ich bei meinen Kindern auch feststelle. „Ihre“ Anwendungen bedienen sie so schnell, dass ich keine Chance habe, mitzuhalten. Bei Rennspielen und so hängen sie mich problemlos ab. Bei Minecraft verstehe ich nichtmal genau, was sie machen.

Aber wenn sie einen Minecraft-Mod installieren wollen, dann muss Papa wieder ran. Und meine zaghaften Versuche, ihnen mit „AntMe“ oder einfachen Basic-Dialekten irgendeine Programmierbegeisterung beizubringen, waren nie so erfolgreich.

Ich glaube, die Computer sind einfach zu komplex geworden. Man muss eine extrem steile Lernkurve bewältigen, um von Null auf ein heutiges System zu kommen. Damit ist ein Kind einfach überfordert. Wir hatten es damals einfacher: Beim C64 kannte ich jedes Byte mit Vornamen und es gab die berühmten kommentierten ROM-Listings von DataBecker. Es war wirklich möglich, dem Computer beim Arbeiten zuzusehen, und man verstand, was er warum tat.

Heute tut er einfach magische Dinge, die nicht unbedingt logisch oder nachvollziehbar sind.

Viel mehr Leistung für viel weniger Geld

Swisscom: Ein bisschen jammern und mit der Kündigung drohen lohnt sich.

Swisscom: Ein bisschen jammern und mit der Kündigung drohen lohnt sich.

Ich war nie ein Schnäppchenjäger. Zwar lebe ich preisbewusst, aber immer nach Aktionen rumzuschauen oder nach dem günstigsten Angebot, ist mir wesensfremd. Aus diesem Grund bin ich seit Jahren zufriedener Swisscom-Kunde. Auch wenn andere Anbieter zuweilen etwas günstigere Angebote haben mögen, haben mich ein paar Franken im Monat nie zu einem Wechsel veranlasst. Dies auch deswegen, weil ich mit dem Swisscom-Kundendienst sehr zufrieden bin und man von Kunden der Konkurrenz zuweilen andere Geschichten hört.

Letzte Woche ist es mir aber doch passiert: Ich ging an einem Orange-Shop vorbei und wurde auf ein zeitlich beschränktes Angebot aufmerksam: Dieses beinhaltete unter anderem unbegrenzte Gratis-SMS (was mich noch kalt liess, weil ich so gut wie nie SMS schreibe), vor allem aber 1 GB Internet-Daten pro Monat, und das alles für eine Monatsgebühr von 25 Franken. (Oder warens sogar 20 Franken? Ich weiss es nicht mehr sicher. ) Zum damaligen Zeitpunkt bezahlte ich bei Swisscom monatlich 25 Fr. für eine Datenmenge von 100 MB.

Das überzeugte mich dann doch. Als Kunde, der mit seinem Handy nicht nur keine SMS schreibt, sondern auch fast nie telefoniert, dafür aber gerne grössere Mengen von Daten transferiert, gibt es für mich bei Swisscom kein wirklich geeignetes Abonnement. Das Angebot von Orange veranlasste mich tatsächlich, mich für einen Anbieterwechsel zu entscheiden.

Ich ging am nächsten Tag ins Orange-Geschäft. Dazu ein kleiner Tipp für angehende Lehrlinge: Nachdem man sich im Laden vermeintlich klar ausgedrückt hat, die Verkäuferin dann aber widerspricht, um dann meine Aussagen inhaltlich fast exakt zu wiederholen, fördern Sätze wie „Also jetzt weiss ich auch nicht mehr, was sie eigentlich wollen“ nicht gerade die Kundenbindung. Trotzdem war ich bereit, mein neues Orange-Abo abzuschliessen. Dann kam mir aber noch die Frage in den Sinn, ob ich meinen SIM-Lock bei meinem aktuellen, mit dem Swisscom-Abo vergünstigt bezogenen iPhone so einfach aufheben kann. (Ja, kann ich, wie ich mittlerweile weiss).

Da die Motivation der Verkäuferin, mit mir dieses Abo abzuschliessen, nicht gerade enthusiastisch war, erklärte ich, dass ich erst mal mit dem Swisscom-Support diese noch nicht ganz unbedeutende Frage kläre und dann wieder komme, um das Abo fertig abzuschliessen. Das hatte ich auch vor, ehrlich, dann aber das:

Wer nicht feilscht, ist blöd

Die sehr freundliche Mitarbeiterin beim Swisscom-Kundendienst beantwortete zunächst meine Frage nach dem SIM-Lock dahingehend, dass dies problemlos gehe. Als ich dann zur Kündigung des Swisscom-Abos schreitete, wollte sie von mir noch meine Beweggründe wissen. Ich sagte, dass ich mit Swisscom sehr zufrieden sei, die Swisscom aber leider nicht das passende Abo für mich habe, im Gegensatz zur Konkurrenz. Und jetzt kommts:

Zahlte ich bislang 25 Fr. monatlich für 100 MB Daten (wobei ein SMS 20 Rp. kostete und ein Anruf 70 Rp.), so wurden mir von Swisscom 250 MB Daten mit 50 Gratis-SMS pro Monat angeboten, und zwar für 19 Fr. im Monat. Oder anders gesagt: Ich krieg jetzt das Swisscom „liberty primo“ zu einem Drittel des normalerweise angebotenen Preises, und das mindestens auf zwei Jahre hinaus. Unter Androhung der Abo-Kündigung erhalte ich nun also plötzlich wesentlich mehr Leistung für wesentlich weniger Geld.

Ich weiss nicht so recht, wie schrecklich ich mich nun über meinen neuen Swisscom-Vertrag freuen soll. Letztich bedeutet es ja vor allem, dass ich in all den Jahren zuvor für mein Abo viel zu viel bezahlt habe.

Erfolgreiche Kündigungsdrohung: Das "liberty primo" erhalte ich nun für 19 Franken statt für 29.

Erfolgreiche Kündigungsdrohung: Das „liberty primo“ erhalte ich nun für 19 Franken statt für 29.

Ab welchem Alter ist ein Passwort sinnvoll?

Sicherheit und Datenschutz ist ein Thema, um das wir nicht herumkommen, wenn wir in der Schule ICT vermitteln sollen. So heisst ein ICT-Standard des Kantons Thurgau für die Unterstufe: Die Schülerinnen und Schüler gehen mit Passwörtern verantwortungsvoll um.

Doch ist es überhaupt sinnvoll, dieses Thema bereits in der Unterstufe aufzugreifen? Denn…

In der Praxis sieht der Umgang mit Passwörtern an Schulen in etwa so aus:

An vielen Schulen arbeiten die Kinder bereits ab der 1. Klasse gelegentlich an Computern. Dazu müssen sie sich am Computer vorher einloggen. Die wenigsten Kinder können in diesem Alter nur schon ihren Namen korrekt eintippen. Ein Passwort überfordert sie total. Da somit die Lehrperson die Kinder am Computer einloggt, braucht es „Passwörter“, welche sich diese sich merken kann, ohne für jedes Kind einzeln in einer Liste nachschauen zu müssen. Warum also nicht gleich den Vornamen oder die Initialen als Passwort nehmen? Ist doch praktisch – und vor allem praktikabel. Irgendwann ab der 2. Klasse ist das Eintippen des eigenen Namens für die meisten kein Problem mehr – ein Passwort, dass diesen Namen verdient, aber schon, und zwar noch für eine ganze Weile. Darum bleibt man vorerst bei dem Passwort, dass sich die Lehrperson für jedes Kind merken kann

Doch mit einem „Passwort“, das nicht nur die Lehrperson weiss, sondern auch von sämtlichen Mitschülern leicht erraten werden kann, führt man das Prinzip des Passworts ad absurdum und vermittelt ein völlig falsches Konzept von dem, was ein Passwort eigentlich sein sollte.

Dabei lässt sich fragen, ob Kinder bis zur Unterstufe überhaupt Daten auf einem Schulcomputer haben, die passwortgeschützt sein müssen. Auch mit Datenvandalismus seitens von Mitschülern ist in diesem Alter noch kaum zu rechnen. Ganz abgesehen davon, ob es überhaupt stufengerecht ist, in der Unterstufe bereits Konzept und Sicherheit von Passwörtern zu diskutieren. Sowas ist meines Erachtens erst etwa ab der 4. oder 5. Klasse sinnvoll (und spätestens ab der 6. Klasse auch notwendig).

Aus diesem Grund habe ich an der Schule, an der ich als iScout tätig bin, die Anmeldepasswörter für die Unterstüfler abgeschafft. Weil die Serversoftware für die Anmeldung zwingend ein Passwort verlangt, sich aber bereits mit einem einstelligen zufrieden gibt, habe ich bei allen Erst- und Zweitklässlern einen Leerschlag als Passwort eingerichtet. Auf diese Weise werden die Nerven von Lehrperson und Kindern geschont, und ausserdem wird so weit als möglich vermieden, ein falsches Passwort-Konzept zu vermitteln. Wenn dann ein paar Schuljahre später sich die Mittelstufen-Lehrperson dem Thema annimmt und mit der Klasse über den Zweck und die Sicherheit von Passwörtern spricht, können sich die Kinder selber ihr eigenes Passwort geben. Auch auf die Gefahr hin, dass sie dieses am nächsten Tag schon wieder vergessen haben.

Darf eine Lehrperson politisch sein?

Um meine persönliche Antwort auf diese Frage gleich vorwegzunehmen: Ich meine ganz klar ja!

Soziale Netzwerke: Darf sich eine Lehrperson im Internet noch politisch äussern?

Soziale Netzwerke: Darf sich eine Lehrperson im Internet politisch äussern?

Doch das sehen nicht alle so. An einem Referat am diesjährlgen Kadervernetzungstag in Wil empfahl ein Mitarbeiter des Thurgauer Amts für Volksschule uns Lehrpersonen, sich auch privat im Internet möglichst nicht politisch zu äussern. Diese Aussage hat mich damals sehr gestört. Kann es wirklich sein, dass ich als Bürger meine politische Meinung nicht mehr kundtun soll, nur weil mein Arbeitgeber zufällig eine Primarschule ist?

Andreas von Gunten widmet sich auf seinem Blog ebendieser Frage. Ausgehend von einer Rüge, die ein SRF-Journalist von seinem Chefredaktor für eine private politische Äusserung auf Twitter erhielt, hinterfragt von Gunten diese Vorgehensweise kritisch und weitet sie gleichzeitig auf weitere Berufsfelder wie Behördenmitarbeiter, Angestellte von grösseren Unternehmen, die unter einer gewissen öffentlichen Beobachtung stehen, und eben auch Lehrpersonen aus. → Eine Rüge wegen Twitter, die nicht nur Journalisten betrifft

Keine „Maske des Haltungslosen“

Andreas von Gunten kommt dabei zum Schluss:

Ich bin der Meinung, (…) dass es zur moralischen Bildung des Menschen gehört, möglichst oft mit anderen Meinungen auch zu kontroversen Themen konfrontiert zu werden. Weiterhin muss es so sein, dass Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Ansichten zusammenarbeiten und zusammenleben können müssen. Dass sollte aber nicht dadurch erreicht werden, indem der eigentliche Mensch, hinter einer „Maske des Haltungslosen“ verschwindet, sondern dadurch, dass gegenseitiger Respekt bei gleichzeitiger Kritikfähigkeit gelebt wird.

Nur weil ich Lehrer bin, brauche ich deswegen nicht gleich meine politischen Einstellungen unter den Tisch zu kehren. Klar ist, dass ich mich mit politischen Äusserungen zurückzuhalten habe, wenn ich in meiner Funktion als Lehrperson auftrete. Doch auch wenn es zuweilen heisst, Primarlehrer sei ein Beruf, an dem es keinen Feierabend gebe: Wenn ich am Abend das Schulzimmer abschliesse und nach Hause gehe, bin ich nicht mehr in erster Linie Lehrer, sondern Privatmensch mit staatsbürgerlichen Rechten. Und zu diesen gehört selbstverständlich auch die Meinungsäusserungsfreiheit.

ICT in der Schule: Integrativ alleine reicht nicht

Primarlehrer sein ist ein Beruf, in dem man nicht selten vor Widersprüche gestellt wird. So wird beispielsweise von uns gefordert, dass wir den Unterricht individualisieren und jedes Kind nach seinen gegebenen Fähigkeiten und Entwicklungsstand fördern, gleichzeitig aber müssen wir Lernziele erreichen, die für alle Kinder in der ganzen Klasse genau die gleichen sind. Wie Remo Largo im Buch Schülerjahre feststellt, sind das zwei Forderungen, die sich fundamental widersprechen. Man kann nur eines haben; beides zusammen geht nicht. (Wobei Remo Largo die Auffassung vertritt, dass es allein schon eine Illusion ist, Klassenlernziele umfassend zu erfüllen, und deshalb vehement für eine Individualisierung des Unterrichts plädiert, aber das ist ein anderes Thema.)

„Es gibt kein Fach ICT“

Für den…

Für die Vermittlung von ICT gibt es sehr gute Lehrmittel, sowohl für den integrativen Ansatz…

Ein anderer Widerspruch, mit dem wir Lehrpersonen in der Primarschule konfrontiert sind, betrifft das Thema ICT: Zu recht wird von der Schule verlangt, dass sie sich technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen nicht verschliesst, und so sollen wir unseren Primarschülern auch Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien, eben IKT oder ICT, beibringen. Weil der Stundenplan jedoch eine heilige Kuh ist, bei dem den geringsten Änderungen und Anpassungen jahrelange politische Diskussionen vorausgehen, gibt es im Kanton Thurgau laut dem Amt für Volksschule kein Fach ICT, was bedeutet, dass die gesamte Vermittlung von ICT integrativ in den gewöhnlichen Regelunterricht eingebettet werden soll.

Wenn ich hier stutzig werde, kann ich mich auch hier auf Aussagen anderer Leute aus der Bildungslandschaft berufen, so etwa auf Thomas Merz, Prorektor für Forschung und Wissensmanagement und Fachbeauftragter für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Thurgau, der hinsichtlich der integrativen ICT-Kompetenzvermittlung auf Zeit online sagte:

«Das integrative Konzept macht zwar theoretisch Sinn, aber in der Umsetzung funktioniert es offensichtlich nicht.»

Meiner Meinung kommt es sehr darauf an, von welchen Bereichen in der ICT wir sprechen. Geht es darum, zu lernen, wie man ein Word-Dokument formatiert oder Massnahmen gegen Datenverlust trifft, so kann solches durchaus integrativ zum Regelunterricht vermittelt werden, indem man die Kinder am Computer arbeiten lässt, ihnen wo nötig entscheidende Tipps gibt, jedoch auch den Raum zum Ausprobieren und für Selbsterfahrungen lässt.

Gerade in den wichtigen Bereichen sind wir besonders gefordert

… als auch für die vertiefende Vermittlung spezifischer Themen in Lektionsreihen.

… als auch für die vertiefende Vermittlung spezifischer Themen in Lektionsreihen.

Geht es hingegen um Kompetenzen wie den Umgang mit persönlichen Daten (eigenen oder fremden) im Internet, Verhaltensregeln zur sicheren Online-Kommunikation oder virtuelle Identitäten, greift der integrative Ansatz klar zu kurz. Dabei sind gerade dies nicht nur die wichtigen, sondern auch die interessanten und herausfordernden Bereiche. Hier sind wir Lehrpersonen als Pädagogen gefragt, und hier können wir den Kindern durchaus auch einiges vermitteln – sofern wir selber die entsprechenden Kompetenzen mitbringen. Eine anspruchsvolle Aufgabe!

Das mit dem integrativen Ansatz halte ich trotzdem nicht für falsch. Um die von uns geforderten ICT-Standards zu vermitteln braucht kein eigenes Fach ICT. Wo wir meiner Meinung nach jedoch nicht herumkommen, wenn wir das Vermitteln von sozialen und kommunikativen Aspekten der ICT gewissenhaft machen wollen, sind Gefässe von ein paar wenigen Lektionen im Jahr, in denen wir diese Kompetenzen gezielt vermitteln. Dies müssen wir uns jedoch nicht alles selber aus den Fingern saugen; es gibt hierzu bereits sehr gute Lehrmittel, die uns dabei unterstützen. Mehr davon im nächsten in einem späteren Blogpost.

Jugendliche und Soziale Medien – kein Grund zur Panik

Von Eltern- und Erzieherseite (zu letzteren darf man wohl auch Lehrpersonen zählen) herrscht nach wie vor viel Unsicherheit darüber, wie Kinder und Jugendliche mit den so genannten Neuen Medien umgehen, welche Grenzen man von Erzieherseite setzen soll, ob und wie gewisse Themen thematisiert werden sollen, wo man den Nachwuchs bei seinen Erkundigungen ungestört lassen soll und wo klar elterliche bzw. pädagogische Führung gefragt ist.

NetzgemüseAn dieser Stelle möchte ich das Buch Netzgemüse von Johnny und Tanja Häusler beliebt machen. Man kann es in Fragen „Aufzucht und Pflege der Generation Internet“ (so der Untertitel des Buches) wohl mittlerweile zu den Standardwerken zählen – meines Erachtens völlig zu Recht. Selber Eltern von zwei Jungs im Teenager-Alter spricht das Autoren-Paar aus Erfahrung. Es nähert sich dem Thema mit der nötigen Coolness, ohne dabei die real bestehenden problematischen Seiten zu verharmlosen. Grundsätzlich anerkennen sie die technische Entwicklung der Medien aber nicht nur als Fakt („Nein, das Internet wird nicht abgestellt!“), sondern vor allem auch als Chance.

Die erzieherische Grundhaltung des Buches lässt sich in folgender Analogie beschreiben: Das Internet ist wie eine Stadt, in der die Kinder aufwachsen. Grundsätzlich können und sollen sich die Kinder ab einem gewissen Alter durchaus auch mal unbeaufsichtigt in dieser Stadt bewegen dürfen. Allerdings nicht immer und auch nicht überall. In der Stadt gibt es nicht nur Spielplätze und Eisdielen, sondern auch Viertel, in dem sich die Kinder lieber nicht aufhalten sollen. Hier sind nun die Erzieher gefragt, welche den Kindern aber ihre selbständigen Stadterkundungen nicht gleich grundsätzlich verbieten sollen, deren erzieherische Pflicht es aber ist, die Kinder auf problematische Gegenden hinzuweisen und sie über mögliche Gefahren aufzuklären.

Jugendliche kennen durchaus eine Privatsphäre in der Netzöffentlichkeit, die aber von Eltern nicht wahrgenommen oder gar übertreten wird.

Aus Erwachsenensicht verhalten sich Kinder und Jugendliche im Internet oft vermeintlich sorglos. Manchmal kann der Eindruck aber auch täuschen: Wie im richtigen Leben stellt der Nachwuchs manchmal ganz ohne Einfluss der Eltern seine eigenen Anstandsregeln auf, die von den Erwachsenen aber nicht immer gleich verstanden werden. Teenager haben für den Aufenthalt bei Facebook & Co. offenbar durchaus soziale Codes entwickelt. So gibt es unter Jugendlichen im Internet offenbar „eine Privatsphäre in dieser Netzöffentlichkeit, die aber von Eltern nicht wahrgenommen oder gar übertreten wird“, wie auf Telepolis nachzulesen ist.

SRF-Musikpodcasts nur für die Schweiz

SRF PodcastDa tuckert man also gemütlich durch Südengland, vorbei an Kornkreisen und jungsteinzeitlichen Dolmen, und als die Gegend nach ein paar Stunden etwas eintöniger wird und man sich allmählich auch an den Linksverkehr gewöhnt hat, möchte man gerne via Smartphone ein paar Musik-Podcasts anhören, die man sich extra für die Autoferien aufgespart hat. Aber nix da! Die Dauer des Podcasts beträgt nicht wie gewohnt etwa 56:21 Minuten, sondern exakt 13 Sekunden. Gerade lange genug für den SRF-Podcast-Jingle und den Satz: „Dieser Podcast von Schweizer Radio und Fernsehen ist aus urheberrechtlichen Gründen nur in der Schweiz verfügbar“. (Für eine Entschuldigung ist in den 13 Sekunden leider kein Platz mehr.) Das Erstaunen, wie man das bei SRF technisch wieder hingekriegt hat, weicht nach 0,1 Sekunden dem Ärger darüber.

Wer kennt nicht die ermüdenden Rechtshinweise nach jedem Einlegen einer Film-DVD oder ist auf Youtube noch nie auf den Satz gestossen: „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar“ – die Ausgeburten einer auf maximalen Profit ausgelegten Content-Industrie. Ein neuartiges Erlebnis ist für mich, dass auch Podcasts nicht davon ausgenommen sind.

Nachtrag 23. Juli

Um es genauer zu wissen, habe ich beim SRF-Kundendienst via Kontaktformular nachgefragt, wo ich folgende Antwort erhielt:

«Neuerdings können unsere Sendungen im Ausland nicht mehr herunterladen und nachgehört werden. Dazu haben wir die folgende Erklärung: SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) hat einen Vertrag mit der IFPI (IFPI Schweiz ist der Dachverband der Ton- und Tonbildträgerhersteller in der Schweiz) der vorschreibt, dass Musiksendungen zum Nachhören und auch als Podcast nur noch in der Schweiz abrufbar sein dürfen. Es gab bisher eine mit der IFPI vereinbarte Pilotphase, in der Musiksendungen zum Nachhören als Stream verfügbar waren und Musikpodcasts wurden während 28 Tagen weltweit zum Download angeboten.»

Die Einschränkung betrifft also offenbar nur Musik-, nicht aber Nachrichtensendungen. Auf meine Rückfrage, auf welche Weise SRF meinen Standort ermittelt, hiess es:

«Wenn Sie eine Sendung auf Ihrem Gerät speichern, so wird zu diesem Zeitpunkt die IP-Adresse überprüft. Somit können Sie Sendungen, wenn Sie in der Schweiz sind, herunterladen und später im Ausland hören.»

Das deckt sich mit meiner Erfahrung: Nur ein SRF-Podcasts ist bei mir nicht vorhanden. Zum Zeitpunkt des Downloads dieses Podcasts muss ich mich gerade in Deutschland aufgehalten haben.

Social Networks – wie social darf es sein?

Ich glaube, mich zu Recht zu den Early Adoptern im Internet zählen zu dürfen – auch was Social Networks betrifft. Kaum hatte zu Hause mein Analog-Modem, das mir Zugang ins Internet verschaffte, trieb ich mich auch schon im Usenet rum. Das Usenet ist älter als das www (World Wide Web), was aber nicht mehr als ein interessanter Fakt für Netzhistoriker ist, denn im Zeitalter von Facebook und Twitter spielt es heute für die meisten Leute kaum mehr eine Rolle. Dabei kann man es aus gewissen Gesichtspunkten durchaus als einen Urahn der heutigen Social Networks bezeichnen.

Als ich mich also damals, 1999, vermehrt in diesem Usenet rumtrieb (bevorzugt in ch.talk, später auch öfter in ch.soc.politics) und dort auch etliche durchaus interessante Bekanntschaften machte, tönte es aus dem Umfeld in meinem sogenannten Real Life: „Aber was verbringst du da auch so viel Zeit – das sind doch alles keine echten Bekanntschaften!“ Falsch!, wusste und entgegnete ich schon damals. Allein schon die Diskussionen, die wir führten, waren wie im echten Leben: Manchmal spassig, es wurde auch viel geblödelt, aber auch viel politisiert, gestritten und wieder versöhnt (oder auch nicht), verbündet – und man traf sich auch in eben diesem Real Life in mehreren ct-Treffs. (Historisch für alle, die dabei waren: der ct-Treff 1 in der Pizzeria Molino in Winterthur, von dem leider keine Bilder mehr online sind.)

Irgendwann im Laufe der Zeit hatten Neonazis und andere Trolls mit zweifelhafter Motivation die Oberhand über ch.talk gewonnen. Ein Versuch mit einer moderierten Gruppe namens ch.talk.moderated gelang nur halbwegs – die Gruppe dümpelt mit wenig Teilnahme vor sich hin. Gewisse Bereiche des Usenet sind aber bis heute durchaus rege belebt, oder es finden dort zumindest bereichernde Diskussionen statt. Es sind dies jedoch vor allem Gruppen in spezifischen Fachbereichen wie etwa ch.soc.law, de.comp.sys.mac.misc etc. Was ch.talk betrifft, waren aber schon vorher die meisten der alten ch-Talker in die bekannten Social Networks wie Twitter, Facebook, Google+ emigriert – oder auch nach Instagram.

social-networksAuf Instagram traf ich auch rookie74 (Name geändert). Sie lebt in einer wunderschönen Gegend Nordenglands, die wir in unseren Ferien vor zwei Jahren selber bereist haben. Auf der Suche nach Bildern von dort traf ich eben auch Rookie74. Eine sympathische Frau mit Familie, leicht hippiemässiger Lebensstil, viele schöne Landschaftsaufnahmen und Bilder ihrer Kinder. Mir gefielen ihre Aufnahmen immer sehr gut. Wir kommentierten auch ein paarmal gegenseitig unsere Bilder, wie mans auf Instagram halt so macht.

Nun fahre ich diesen Sommer mit dem Auto nach Schottland. Eine gute Gelegenheit, die Swaledales wieder zu besuchen, und warum bei dieser Gelegenheit nicht auch gleich einen Abstecher bei Rookie machen? So schrieb ich in das damals aktuellste Bild ihres Fotostreams: „I’m driving to Scotland this summer some time end of July Any chance of visiting you on the way…?“

Da hab ich wohl irgend etwas falsch gemacht. Rookie74s Reaktion war jedenfalls, dass sie mich – nein, nicht einfach nur entfolgte, sondern blockierte. Das hinterlässt nun doch ein komisches Gefühl. Hält sie mich nun für einen Stalker? Ich muss es fast annehmen. Wirklich wissen werde ich es wohl nie. Ich werde in ein paar Tagen zwar wie geplant in die Swaledales fahren, aber dort sicher nicht Rookie74 aufsuchen, um sie das zu fragen.

Gelernt habe ich aber Folgendes: So nett eine Bekanntschaft in einem Social Network auch sein mag – ein Treffen im „Real Life“ muss deshalb nicht unbedingt erwünscht sein.

Jetzt wird wieder eisern gebloggt

Schlafen im BüroBei Spiegel online habe ich zum ersten Mal von Ironblogging gehört – offenbar ein relativ neuer Trend, da noch nicht einmal ein Wikipedia-Artikel dazu existiert. Die Grundregeln einfach: Ironblogger verpflichten sich, jede Woche mindestens einen Blogbeitrag zu veröffentlichen, und wers versäumt, der zahlt einen kleinen Beitrag in eine gemeinsame Kasse, die einmal im Jahr bei einem Treffen geleert wird. So sind Ironblogging-Gruppen auch regional organisiert, denn man will ja selbst für einen gemütlichen Abend nicht unbedingt ans andere Ende Europas fahren.

Jedenfalls wurde mir sogleich bewusst, dass ich nebst dem iscoutblog ja noch den einen oder anderen weiteren Blog in die Welt gesetzt habe, der nun vor sich hindämmert.

Auf der Suche nach Ironbloggern in meiner Region bin ich bald einmal auf IronBlogging Bodensee gestossen. Zur Zeit meiner Anmeldung am 3. Juli noch ein überschaubares Grüppchen von 13 Boggern aus der Bodensee-Gegend, allesamt von der deutschen Seite. Eine gute Gelegenheit, auch mal Kontakte jenseits der Grenze kennenzulernen, die wir ja trotz längst offenen und kaum mehr sichtbaren Grenzen viel zu wenig pflegen.

So habe ich hiermit meinen ersten Ironblogging-Beitrag veröffentlicht. Obwohl mir schon noch zwei oder drei iScout-Themen in den Sinn kommen, über die es sich zu bloggen lohnt, könnte die nächste Zeit wohl anstrengend werden, denn in knapp zwei Wochen gehts erst mal für eine Weile nach Schottland (nein, nicht nach Russland und ans Nordkap). Mal sehen, wie viele der vier Ferienwochen, die mir IronBlogging Bodensee zur Verfügung stellt, ich für diese Zeit einsetzen werde.

Gratis surfen im Schulnetz

An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.

Erich Kästner

Stell dir vor, du bist der Verwalter eines Schulhauses. Im oberen Stock des Schulhauses gibt es eine Wohnung, die während einigen Monaten leer gestanden ist, nun aber einen neuen Mieter hat. Leider ist in der Wohnung die Dusche kaputt. Weil die Reparatur der Dusche ein bisschen Geld kosten würde, hat jemand auf dem Schulbüro die glorreiche Idee, dass der neue Mieter ja einfach die Duschen der Turnhallengarderobe benutzen kann. Dazu braucht er natürlich einen Schulhausschlüssel.

Doch in dem fiktiven Schulhaus gibt es nicht nur sanitäre Installationen, sondern es stehen und liegen auch Dinge rum wie teure Computer oder vertrauliche Schüler- und Personalakten, vielleicht auch mal private Wertgegenstände einer Lehrperson. Diese sind zwar in Schulzimmern eingeschlossen, welche aber mit einfachen Türschlössern versehen sind, die mit einem simplen Dietrich, den sich jeder technisch halbwegs Begabte in wenigen Minuten selber zusammenbiegen kann, geöffnet werden können. Doch nicht nur das: Es stellt sich heraus, dass der Schulhausschlüssel, den dem Mieter überreicht werden soll, auch noch zu anderen Schulhäusern im ganzen Kanton passt.

Nun sollst du, auf Auftrag von oben, dem neuen, völlig unbekannten Mieter also den Schulhausschlüssel überreichen. Weil du ein ernsthaftes Sicherheitsproblem erkennst, welches nicht nur das eigene Schulhaus betrifft, willst du das nicht tun. Von „oben“ heisst es: „Wir übernehmen die Verantwortung“. Doch weil schliesslich noch andere Schulhäuser ein potentielles Sicherheitsproblem haben, weigerst du dich weiterhin standhaft, so lange, bis es ultimativ heisst: „Bis heute Mittag hast du dem Mieter den Schlüssel überreicht“.

Würdest du also dem Mieter den Schlüssel geben?

Genau mit einer solchen Forderung sah ich mich letzte Woche konfrontiert. Natürlich nicht exakt der gleichen, sondern auf einer anderen Ebene: In die Schulhauswohnung war ein neuer Mieter eingezogen. Leider hatte die Wohnung keinen Internet-Anschluss eingerichtet. Nun sollte ich dem Mieter das WLAN-Passwort mitteilen, damit er über unser Schulnetz einen Internetzugang hat.

Was den Leuten auf der Schulbüro nicht klar war (und auch nach eingehenden Erläuterungen nicht einleuchten wollte): Unser Schulhaus hat, wie die meisten anderen, keinen Internetzugang wie ein gewöhnlicher Haushalt, sondern ist in das Wide Area Network des kantonalen Schulnetzes eingebunden. Die Chefs dieses Netzwerkes sitzen also nicht in meiner Schulgemeinde, sondern beim Kanton. Niemand in meiner Schulverwaltung ist berechtigt, mich zu beauftragen, einem Unbefugten Zugang ins Schulnetz zu verschaffen. So habe ich die Weitergabe des WLAN-Passwortes rundweg verweigert, was in einen relativ heftigen Streit mit einer Vorgesetzten mündete. Erst nach folgender Antwort von kantonaler Seite hatte ich Ruhe:

An der Freigabe eines WLAN-Passworts kann euch grundsätzlich niemand hindern, so lange es nicht um das Schulnetz geht – alle Risiken für euch als Schule inklusive.
Was aber nicht geht und von Swisscom klar kommuniziert wird – PPPSiN ist ein Angebot ausschliesslich für Schulen und die schulische Nutzung. Eine Nutzung für Privatpersonen ist nicht erlaubt.

Das Problem liegt meines Erachtens darin, dass es an unseren Schulen im IT-Bereich sehr wenige wirklich qualifizierte Leute gibt, sprich Informatiker mit einer entsprechenden grundlegenden Ausbildung. Dafür gibt es viele Freaks und Power-User, die auch ein bisschen was von der Computern und Netzwerken verstehen, deren Wissen allerdings an Grenzen stösst (also solche wie mich). Manche sind sich der Begrenztheit ihres technischen Horizontes bewusst, andere offenbar weniger (wobei ich mich natürlich zu ersteren zähle 😉 ). Und dann gibt es auch noch die, welche überhaupt keine Ahnung davon haben, sich aber manchmal schulintern an vorgesetzter Stelle befinden.

Natürlich hätte ich das WLAN-Passwort auch einfach weitergeben können. Ich hätte mir so wieder mal einigen Ärger erspart, und passiert wäre wahrscheinlich überhaupt nichts. Genauso wie wahrscheinlich überhaupt nichts passieren würde, wenn man einem Wohnungsmieter den Schulhausschlüssel in die Hand drückt, damit er in der Turnhallengarderobe duschen kann. Aber eben, nur „wahrscheinlich“: Denn wer weiss denn schon so genau, ob der Mieter vielleicht nicht auch noch ein paar Kollegen die Schulhaus-Infrastruktur mitbenützen lässt, oder ob womöglich ohne Wissen des Mieters Unbekannte ins Schulhaus reingehen, während die Türe offen steht…?

Ob „Befehl von oben“ oder nicht: Welcher Schulhausverwalter, der noch ganz bei Trost ist, würde bei so einem Unfug mitmachen?

Das iPad – ein Fun-Tool


Da mein Bruder sich aus den USA zwei iPads hat zukommen lassen, gehöre ich nun zu den Privilegierten, die dieses Gerät schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in der Schweiz haben ausprobieren können. Obwohl ich selber privat als auch beruflich nur auf Apple-Geräten arbeite, war ich im Vorfeld des ganzen Hypes um dieses neue Produkt eher skeptisch: Ein Fun-Tool, aber nicht zum Arbeiten geeignet, sagte ich mir. Viele teilten im Vorfeld diese Meinung, doch nach den ersten Testberichten wurden viele iPad-Skeptiker bekehrt und waren voll des Lobes für das Produkt. Ich war also gespannt.

Nun, nach ein paar wenigen Tagen des Ausprobierens sehe ich mich bestätigt: Das iPad ist ein Fun-Tool.

Bestechend und ganz Apple-like ist die Technik: Überwältigend toll; ein Erlebnis. Erstaunlich schnell, zuverlässig, auf das Notwendige beschränkt (nein, auf weniger als das Notwendige, aber das ist ein anderes Thema), einfach schön, ihn in der Hand zu halten.

Geradezu ideal ist das iPad um im Web zu surfen. Den Google Reader durchzuarbeiten hat noch nie so viel Spass gemacht. Ein nicht zu bestreitender Nachteil ist gegenwärtig das Fehlen von Flash: Persönlich habe ich Flash noch nie gemocht, doch viele Angebote sind einfach noch nicht bereit für das iPad, weil sie nach wie vor auf Flash setzen. So habe ich zum Beispiel Jon Stewarts Daily Show schmerzlich vermisst. Da davon auszugehen ist, dass – nicht zuletzt wegen des iPads – letztlich mehr oder weniger alle Anbieter von Web-Inhalten auf HTML5 setzen werden, wird sich das Problem von selber erledigen. Bis das soweit ist, wird man beim Surfen mit dem iPad aber immer wieder auf Grenzen stossen.

Wenn ich mit dem iPad arbeiten will, ist es schnell vorbei mit meiner Begeisterung. Ich brauche nicht lange um merken, dass meine Skepsis vollumfänglich berechtigt war. Punkto Bedienung überzeugt das Mailprogramm zwar absolut, und auch mit der virtuellen Tastatur habe ich wesentlich weniger Mühe als befürchtet, und die weitaus mehr hinderliche als nützliche Autokorrektur lässt sich ja zum Glück ausschalten. Dann aber ist es fertig mit praktisch: Ich kriege ein Mail mit einem Anhang, den ich gerne auf meiner Dropbox ablegen würde – Fehlanzeige. Was bedeutet, dass ich das Mail später auf dem MacBook wieder werde aufmachen müssen. Zum Lesen von Mails genügt das iPad, doch danach ist Schluss. Das gleiche Problem auch bei der Handhabung von Dokumenten: Zwar bietet Apple iWork-Programme auch für den iPad an, doch was bringt es, wenn es danach so umständlich ist, die Dokumente sinnvoll auf einem Dateisystem abzulegen? Für die einen mag dies eine vernachlässigbare Komforteinbusse sein; für mich ist es ein ausschlaggebender Grund, weshalb für mich das iPad als Arbeitsgerät nicht in Frage kommt.

Dennoch habe ich in den letzten Tagen sehr viel Zeit mit dem iPad verbracht: Das Ding ist schlicht zu schön, um es einfach so auf dem Tisch liegen zu lassen. Eine freie Minute, und ich surfe wieder mit dem iPad, checke meine RSS-Feeds, gehe auf Nachrichtenseiten, die ich vor eben gerade 15 Minuten abgegrast habe, spiele ein bisschen Solitaire, wer kennt das nicht. Fazit: Mein ohnehin schon grosses Zeitpensum, das ich dem Computer widme, erhöht sich noch einmal drastisch, jedoch ohne dass ein effektiver Nutzen daraus entsteht. Der Suchtfaktor beim iPad ist enorm, und ich bin in unserem Haus nicht der einzige, dem das nicht gefällt. 😉

Darum fliegt das iPad wieder aus meiner Wohnung raus. Danke Dani, dass ich es mal testen durfte. 🙂

Nachtrag:
Das war vor neun Monaten. Ich gebe es zu: Mittlerweile hat das iPad wieder Einzug gehalten. Um abends noch kurz via Reeder den Newsfeed durchzuklicken, schnell Facebook und allenfalls Twitter zu checken und für die rudimentäre Bearbeitung von E-Mails ist es tatsächlich sehr gut zu gebrauchen. Ich warte aber noch immer auf ein Tablett, dass sich auch für kleinere Büroarbeiten eignet und ein Minimum an Dateiverwaltung bietet.

Apple? Das waren doch früher mal die Guten…

Wenn Apple so weitermacht, werden sie in 5 Jahren das Image haben, das Microsoft vor 10 Jahren hatte (was ich bedauern würde, da ich meinen Mac nach wie vor mit nichts anderem tauschen möchte).

Und wiederum… wer Steve Jobs‘ Biografie ein wenig kennt, weiss, dass sich auch diese Geschichte nahtlos darin einfügen lässt.

Wir faulen Lehrer

Immer mal wieder wird der Vergleich der Schule mit der Privatwirtschaft bemüht. Jeder Politiker, der zeigen will, dass er tief im Innern schon auch irgendwie ein harter Kerl ist, bemüht in der Bildungspolitik den Vergleich mit den Lehrern und den angeblich weniger verwöhnten Angestellten aus der Privatwirtschaft.

Vor drei Jahren bin ich als Spätzünder in den Lehrerberuf umgestiegen. Zuvor habe ich sie 20 Jahre lang kennengelernt, die Privatwirtschaft. Nach einer Mechanikerlehre habe ich vier Jahre lang in meinem angelernten Beruf gearbeitet; hauptsächlich im Werkzeugbau meines Vaters, dazwischen ein halbes Jahr in Kanada. Dann beschritt ich die klassische Karriere von einem, der den Beruf verfehlt hatte (die Oberstufe fühlte sich zu meiner Zeit noch nicht wirklich für die Berufswahl ihrer Schüler zuständig): Ich schob im Tessin in einer Grossbäckerei während der Nachtschicht Brötchen aufs Fliessband. Längere Zeit fuhr ich Taxi und lernte so Weinfelden und Winterthur zu allen Tag- und Nachtzeiten kennen. Später stieg ich in den lokalen Journalismus ein und arbeitete während sieben Jahren in den Redaktionen verschiedener Zeitungen in der damals noch vielfältigen Thurgauer Zeitungslandschaft, doch die meiste Zeit war ich freischaffend tätig (also selbständig) und bot meine Schreibdienste eben diesen Redaktionen an.

Kurz: Wenn es um die Privatwirtschaft geht, kann ich auch ein bisschen mitreden. Und wenn ich heute zurückblicke, merke ich vor allem: Zeit meines Lebens habe ich wohl nie so intensiv gearbeitet wie heute als Primarlehrer in einer Mittelstufenabteilung. Und rund um mich herum sehe ich in erster Linie Kolleginnen und Kollegen, die ihre Arbeit mit vorbildlichem Fleiss, Integrität und viel Idealismus erledigen. Angestellte, die sich mit ihrem Betrieb, der Schule, identifizieren und mitdenken. Die Lehrerschaft hätte es längst verdient, endlich von den längst überholten Vorurteilen der „faulen Lehrer“ mit all ihren Beigaben („13 Wochen Ferien“, „freie Nachmittage“, „nur 29 Lektionen pro Woche“, „was machst du eigentlich, wenn die Schule fertig ist?“) befreit und laut und deutlich rehabilitiert zu werden. Vor einem grossen Teil der Leute, die in der Privatwirtschaft tätig sind, brauchen wir uns punkto Arbeitsleistung jedenfalls nicht zu verstecken. Dennoch sind die alten Klischees kaum totzukriegen. Doch an diesem Umstand wirklich nur die anderen schuld?

Ein Beispiel: Als ich bei einer Wochenzeitung arbeitete, hatten wir jeden Mittwoch Redaktionsschluss. Diese Tage waren jeweils recht intensiv. Kein Mensch im Verlag wäre auf die Idee gekommen, einem Redaktionsmitglied an einem Mittwoch einen Termin aufzubürden. Am Mittwoch? Bei Redaktionsschluss? Unmöglich!

So etwas wie eine Art „Redaktionsschluss“ habe ich an meiner gegenwärtigen Stelle auch: Den Abschluss meiner Wochenplanung, den ich jeden Dienstag Nachmittag erledige. Um 12 Uhr, nach einem vollen Schulmorgen mit fünf Lektionen, gibts eine kurze Mittagsverpflegung. Danach wird zwischen 30 und 60 Minuten lang die Tagesration Schüleraufgaben korrigiert (im Dreiklassensystem ist dies während des Unterrichts nur selten möglich), und dann gehts los. Abhängig von Arbeitspensum und persönlicher Tagesform ist mein Tagwerk irgendwann zwischen 17 und 19 Uhr vollbracht.

Kürzlich sollte ich an eben einem solchen Dienstag einen Termin für ein Elterngespräch einschieben. „Geht nicht“, sagte ich, „dann arbeite ich an meiner Wochenplanung.“ – „Aber du bist doch da. Dann kannst du ja auch einen Termin abmachen.“ – „Nein, kann ich eben nicht.“ – „Aber wenn du doch da bist…!“ – „Ja, ich bin schon da. Aber ich habe keine Zeit! Ich arbeite an der Wochenplanung!“. Als es darauf hiess „Also manchmal ist es schon ein wenig schwierig mit dir…!“, sagte ich erst mal nichts mehr.

Da wären sie wieder, die alten Klischees: „Was machst du eigentlich, wenn die Schule fertig ist?“ Antwort: Ich arbeite! Und ganz besonders am Dienstag Nachmittag intensiv und konzentriert, mehrere Stunden hintereinander praktisch ohne Unterbruch. Da ist nicht unbedingt Zeit, noch kurzfristig einen Termin reinzuschieben. Warum ist das eigentlich so schwierig zu vermitteln?

Das nächste Mal könnte ich ja was über die Wichtigkeit eines reibungslosen Workflow schreiben und dessen positive Auswirkungen auf die Effizienz, Schonung der Ressourcen und die Steigerung der allgemeinen Mitarbeiterzufriedenheit. Ganz zu schweigen vom vielleicht noch wichtigeren Flow, den die Psychologie definiert hat. Grundlegende Dinge, deren Wichtigkeit man in der Privatwirtschaft längst erkannt hat – jedenfalls in den guten Firmen.

P.S. Und was mache ich eigentlich an den übrigen unterrichtsfreien Nachmittagen? Dazu vielleicht das übernächste Mal mehr.

Kleider machen Lehrer? Wenns so einfach wäre…

hippieIn ihrer heutigen Online-Ausgabe behauptet die NZZ, dass gut gekleidete Lehrer die besseren Lehrer seien. Um dem Artikel einen Anstrich von Seriosität zu verleihen, wurden auch noch ein paar Didaktikerinnen sowie der Präsident des LCH befragt.

Schon einmal erzählte das Schwesterblatt der NZZ, die NZZ am Sonntag, ihren Lesern einen ähnlichen Unsinn. Diese tat es wenigstens an dem Ort, wo ein solcher Artikel hingehört: In der Rubrik „Stil“. Denn um nichts anderes als um Stilfragen geht es bei dieser Thematik, und die erwähnten Artikel können keine ernstzunehmenden Beiträge für die Bildungsdebatte sein. Mir sind jedenfalls keine wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt, welche belegen, dass die Kleidung einer Lehrperson den Lernerfolg ihrer Schüler beeinflusst (und falls es sie doch gibt, bitte darauf hinweisen; danke.)

Was auffällt ist, dass in beiden Artikeln einfach mal frisch drauflos behauptet wird, ohne Belege zu liefern. Was jedoch nachweislich den Lernerfolg positiv beeinflusst, sind in erster Linie die Fähigkeit eines Lehrers, zu seinen Schülern eine Beziehung aufzubauen, sowie dessen Authentizität. Fehlt letztere, wird dies von den Schülern sehr schnell bemerkt. Besitzt eine Lehrperson eine natürliche Autorität wird sie von den Kindern auch respektiert; Kleidung hin oder her.

Natürlich soll für eine Lehrperson auch gelten, was für die Schüler gilt. In erster Linie soll die Kleidung nicht sexuell anzüglich sein. Doch wenn eine Lehrperson sich im „Schlabberlook“ am wohlsten fühlt, ist sie womöglich erfolgreicher als wenn man sie gegen ihren Willen einem Konformitätszwang unterwirft.

Fazit: Man kann an Schulen schon Dresscodes für Lehrpersonen einführen. Aber wenn, sollte man dies nicht unter dem Aspekt des Lernens verkaufen.

Kinder im Medienzeitalter – Beitrag von Radio DRS

SRDRSJe länger je mehr werden Lehrpersonen – und nicht nur iScouts – mit der Frage „Kinder und Medien“ konfrontiert. Vor allem, wer in der Primarschule etwas intensiver mit Computern im Schulzimmer arbeitet, vielleicht sogar im Internet, hat bei manchen Eltern schnell Erklärungsbedarf.

Antworten auf viele Fragen liefert dieser Beitrag von Radio DRS.

Geniale Time Machine

timemachine

Manchmal hat man auch viel Glück im Leben. Etliche Wochen lang hatte ich mein MacBook nicht mehr an die externe Festplatte angeschlossen und somit auch kein Time-Machine-Backup gemacht. (Fahrlässig, ich weiss.) Gestern Vormittag dachte ich, es sei wieder mal Zeit, und die Festplatte ratterte dann doch einige Stunden, bis das Backup fertiggestellt war.

Ein paar Stunden später dann der totale Absturz des Betriebssystems. Selbstverursacht, ganz klar. Man sollte eben nicht in Systemdateien rumfummeln, wenn man nicht genau weiss, was man tut. Es begann damit, dass alle geöffneten Programme noch normal funktionierten, doch konnte ich kein einziges neues Programm mehr aufstarten – nicht einmal die Softwareaktualisierung. Da blieb nur ein Neustart, doch beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass nach so einem Fehler möglicherweise das ganze System nicht mehr aufstartet, und genau so war es dann.

Zu Glück hatte ich ja mein taufrisches Backup: Also System-DVD rein, Festplatte mit Time-Machine-Backup anstöpseln, und mit drei oder vier Mausklicks das Backup aufspielen. Dauerte höchstens fünf Minuten, um den Prozess in Gang zu setzen. Danach meldete mir das System, dass es nun viereinhalb Stunden alleine arbeiten werde, und ich ging ins Bett. Am nächsten Morgen war alles wieder da, genau so wie vorher.

Alles? Alles!

Hat mich nicht kürzlich wieder mal jemand gefragt, warum ich schon vor vielen Jahren auf Mac umgestiegen bin? 😀

Google Wave: Müssen wir das kennen?

Mal ehrlich: Wer von uns hat gewusst, dass es E-Mails schon seit bald 40 Jahren gibt?

Bei Google hat man sich die Frage gestellt: Wie würde E-Mail aussehen, wenn es heute erfunden würde?, und präsentiert nun Google Wave. Richtige Begeisterungsstürme sind unter den 100’000 glücklichen Testusern aber noch nicht ausgebrochen.

Müssen wir uns als Anwender im Allgemeinen und als iScouts im Besonderen schon mal etwas näher mit Google Wave befassen, oder ist diese Idee zum Scheitern verurteilt, einfach weil das menschliche Hirn im Gegensatz zum Computer nur ein begrenztes Mass an Informationen aufnehmen kann?

Wie Google Wave aussieht und wie es funktionieren soll, ist hier in einem kleine Werbefilmchen von Google dargestellt:

Und wo die Grenzen von Google Wave liegen könnten, sehen wir hier:

Spiele für den Unterricht

Bin beim Suchen auf diesen empfehlenswerten Link gestossen:

www.gruppenspiele-hits.de

Spiele für den Unterricht

Spiele für den Unterricht

Die Seite enthält eine umfangreiche und sehr gut strukturierte und dokumentierte Spielesammlung für alle möglichen Situationen in und ausserhalb der Schule: fürs Schulzimmer, die Turnhalle oder Feld und Wald, Kennenlernspiele oder Spiele für Mobbing-Interventionen oder einfach nur zum Überbrücken von Zeit.

Twitter: Massenhaft Belangloses, aber auch sehr Ernsthaftes

So weit wie in den USA sind wir bei uns noch nicht, doch eine konservative Partei aus Übersee ist offenbar dran, in Sachen moderne Kommunikationsmittel den Anschluss zu verlieren. Fast alle – bis auf einen Senator älteren Kalibers aus Iowa.

Doch ich muss zugeben, dass sich mir der Sinn von Twitter bislang auch noch nicht ganz erschlossen hat. Auf hundert belanglose Tweets kommt vielleicht mal einer, der mich wirklich interessiert, doch in der Regel ist es dann etwas, worauf ich kurze Zeit später in einem Blog sowieso gestossen wäre.

Doch bei einem ganz aktuellen Anlass spielt Twitter offenbar eine wichtige Rolle: Bei http://twitter.com/IranElection findet man quasi in Echtzeit Nachrichten aus dem Iran; die Twits tropfen da dieser Tage im Sekundentakt rein. Gestern Abend vor einer erneuten grossen Demonstration in Teheran überboten sich die Nachrichten an Dramatik. Allerdings sind diese Beiträge mit Vorsicht zu geniessen, denn es ist davon auszugehen, dass auch die Staatspropaganda mittwittert.

Politiker und das Problem Internet

Der obige kurze Film bezieht sich zwar auf Deutschland, dennoch ist es erschreckend, wie wenig Entscheidungsträger über die Sache, über die sie Gesetze verabschieden, überhaupt wissen. (Brigitte Zypries zum Beispiel, die nicht weiss, was ein Browser ist, ist derzeit an der Ausarbeitung eines Gesetzes beteiligt, mit dem die Vorratsdatenspeicherung von persönlichen Daten unbescholtener Bürger eingeführt werden soll.)

Vielleicht dreht ja jemand von uns mal mit seiner Klasse einen solchen Film über unsere eigenen Volksvertreter? Damit es nicht auch bei uns noch so weit kommt: 🙂