Apple

Nach vier Jahren schon zu alt

Ein Grund, warum ich office-seitig nicht mehr auf Apple-Lösungen setze: Man weiss nie, ob und wie lange ein Format oder gar eine Anwendung überhaupt noch unterstützt wird.

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AppStore: Bei Missbrauch ist fertig mit Rückgaberecht

Vor gut zwei Wochen habe ich noch geschrieben, wie erstaunlich einfach es ist, im AppStore eine App wieder zurückzugeben. Dass dies manche Zeitgenossen auch zu missbräuchlichen Rückgaben einlädt – z.B. ein Spiel kaufen, zwei Wochen lang spielen und dann wieder rückerstatten lassen – hat man auch bei Apple mit einkalkuliert, wie ich auf Caschys Blog erfuhr. Wer zu viele Apps zurückgibt, wird eines Tages bei einem App-Kauf darauf hingewiesen, dass er die App nur kaufen und runterladen kann, wenn er auf sein Rückgaberecht – das er der EU-Gesetzgebung zu verdanken hat – ausdrücklich verzichtet.

No refunds beyond this point

No refunds beyond this point! (Bild: CC Ben Husmann / Flickr)

 

Versehentlich eingekauft

Problem meldenKürzlich habe ich in Apples Appstore wieder mal eingekauft. Kaum hatte ich auf „Kaufen“ geklickt und mein Passwort eingegeben fiel mir ein dass ich die gleiche Software vor einiger Zeit schon mal beim Hersteller direkt bezogen hatte. Mist – 15 Franken doppelt ausgegeben.

Es war reiner Zufall, dass ich wenige Tage später auf diesen Artikel im ipboneblog.de stiess. Gekaufte Apps kann man also zurückgeben? Wusste ich gar nicht.

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Unter der URL https://reportaproblem.apple.com erscheinen nach Anmeldung sämtliche Käufe, die man je bei Apple getätigt hat. Drückt man rechts neben den Kauf auf „Problem melden“, kann man dieses im Menu „Problem auswählen“ angeben. In meinem Fall wählte ich „Artikel versehentlich gekauft“. Apple will dann noch, dass man selber einige Worte dazu schreibt, was ich brav tat.

Dann ging alles sehr schnell: Ich kriegte eine Bestätigung, dass die Rücknahme erfolgt sei und mir den Kaufbetrag zurückerstattet werde. Voilà! Kundenservice vom Feinsten (den ich mir von Apple nicht immer gewohnt bin).

Update 18.1.15: Grenzenlos ist Apples Geduld mit missbräuchlichen Rückgaben allerdings nicht.

 

90 Minuten Autofahrt für fünf Minuten Problemlösung

Weil der Dock-Connector an meinem iPhone kaum mehr Kontakt herstellte und ich Gefahr lief, mein iPhone irgendwann gar nicht mehr aufladen zu können, besuchte ich heute den Apple Store im Glatt-Zentrum in Wallisellen.

Apple Store im Glatt-Zentum

Gemütlicher Samstag-Vormittag-Kaffee vor dem Apple Store im Glatt-Zentrum.

Pünktlich zur Ladenöffnung um 9 Uhr war ich dort. Um 9:02 kam dann eine nette Apple-Store-Mitarbeiterin, fremdsprachiger Akzent (östlich?), wohl etwa 30 Jahre alt. Nicht die Art Person, der man auf Anhieb sein iPhone in Reparatur geben würde, aber das ist natürlich ein übles Klischee. Da ich meinen Besuch via Internet angemeldet und dabei auch mein Problem kurz geschildert hatte, brachte sie auch schon ein Dock-Kabel mit und stellte auf Anhieb fest, dass es gar nicht ganz ins Dock reinpasste, was mir selber gar nicht aufgefallen war. Sie hatte auch schon ein kleines Tool dabei, mit dem sie sogleich eine rund 1 Zentimeter lange Staubmaus aus dem kleinen Dock-Anschluss herauszog.

Ich ärgerte mich über mich selber: Dass Verunreinigungen im Dock-Anschluss der Grund des Problems sein könnten, hätte ich auch selber in Erwägung ziehen können, aber da ich das Problem fälschlicherweise an einem anderen Ort vermutet hatte, dachte ich überhaupt nicht an sowas. Die Apple-Mitarbeiterin tröstete mich und meinte, ich hätte dies nicht unbedingt selber erkennen können. Das Problem sei übrigens ein relativ häufiges: Wird der Dock Connector aus irgend einem Grund etwas feucht – beispielsweise, weil man das Gerät im Regen benutzt – sammelt sich dort Staub an und verstopft nach und nach die Anschlussbuchse. Dann testete sie noch kurz, ob sich das iPhone wieder aufladen lässt, was es problemlos tat.

Um 9:07 Uhr verliess ich den Apfel-Laden auch schon wieder. 90 Minuten Auto fahren für eine fünfminütige «Reparatur». Aber mit Babajeza im Glatt-Zentrum anschliessend einen Kaffee zu trinken war auch schön. Ausserdem machten wir auf dem Heimweg noch einen gemütlichen Verwandtschafts-Überraschungsbesuch in Brütten. Auch eine Möglichkeit, einen freien Samstag Vormittag zu verbringen – gar nicht mal die schlechteste. Und das Ziel dieses Vormittags, nämlich am Mittag wieder ein funktionierendes iPhone in der Tasche zu haben, habe ich ja schliesslich auch erreicht.

Zufrieden mit Apple – aus Gründen

Apple-Kunden

Über diese Karikatur, die anlässlich des Verkaufsstarts des iPhone 6 die Runde machte, musste ich lachen. Denn auch als an sich sehr zufriedener Apple-Kunde ist mir das sektenartige Gebaren des Konzerns zuweilen auch zuwider. Allerdings kann man auch alles übertreiben – auch den irrationalen Hass auf eine Firma.

Die legendären Apple-Keynotes, welche ich seit vielen Jahren gespannt und wenn möglich live verfolge, polarisieren. Wie viel Apple mit seinen übersteigert euphorischen Auftritten, das uns Europäern grundsätzlich suspekt ist, selber dazu beiträgt, sei dahingestellt. Jedenfalls scheint es keine neutralen Meinungen zu Apple zu geben: Entweder man liebt Apple (oder wenigstens seine Produkte), oder man hasst diesen Konzern abgrundtief – dies fiel mir in der letzten Keynote von Cook & Co besonders auf. Während man die rituellen Apple-Keynotes jahrelang ungestört mit Gleichgesinnten in den Sozialen Medien verfolgen und sich gegenseitig austauschen konnte, war ich diesmal vor allem damit beschäftigt, die vielen Hater-Posts zu überlesen. Wie können sich Leute so über Produkte aufregen, die sie ohnehin nicht kaufen wollen? Ich bin noch daran, dies zu verstehen zu versuchen.

Ich werde in den nächsten Monaten nicht in den Apple Store pilgern; weder für das iPhone 6 noch für die Apple Watch. Mit meinem iPhone 5S bin ich noch immer mehr als zufrieden, und das Nachfolgemodell bietet mir keine Verbesserungen, für die sich der Kauf eines so teuren Produktes lohnen würde. Am interessantesten wäre allenfalls der NFC-Chip, doch auch erst dann, wenn auch in Läden und Warenhäusern die entsprechende Infrastruktur ausreichend zur Verfügung steht. Hinsichtlich des grösseren Bildschirms des iPhone 6 bin ich noch skeptisch, und ein 6 Plus kommt für mich ohnehin nicht in Frage. Was die Apple Watch betrifft, finde ich das Design langweilig und das Produkt interessant, weiss aber als alter Apple-Hase vor allem auch, dass man nie die erste Generation eines Apple-Produkts kaufen sollte.

Was das iPhone und auch den Mac betrifft, werde ich Apple für absehbare Zeit treu bleiben. Auch wenn ich mich hin und wieder mal über einen nicht funktionierenden Mac ärgern muss, kenne ich keine Produkte, die so rund und aufeinander abgestimmt laufen. Die gegenseitige Abgestimmtheit der Apple-Geräte (das Konzept heisst „Continuity“) finde ich denn auch die weitaus interessanteste Neuerung, die Apple in den letzten Monaten vorgestellt hat. Als Beta-Tester von OS X Yosemite schätze ich die Magie, auf einem iPhone eine E-Mail beginnen und auf dem Mac nahtlos weiter schreiben zu können, bereits jetzt. Auch wenn mir auf dem iPhone eine Seite zu klein wird, kann ich schnell zum Mac wechseln und dort die geöffnete Website praktisch mit einem Tastendruck (cmd-Tab) öffnen.

Während Windows es allmählich geschafft hat, sich nach jahrelangen Versuchen krampfhaft von XP zu entledigen (XP 2001 erschienen 2001 und wird von vielen Windows-Usern immer noch für das beste Windows aller Zeiten gehalten), entwickelt Apple sein OS X und iOS kontinuierlich weiter und bringt im Jahreszyklus Updates des Betriebssystems, die oftmals weit mehr sind als ein bisschen Produktpflege. Für mich ist Apples Innovationskraft ungebrochen.

Apple: Kulanz ersetzt keine Garantieleistung

Mac, it just works – von wegen. Natürlich haben auch Macs hin und wieder mal Macken.

Eine ziemlich ärgerliche habe ich vor ein paar Wochen erlebt: Mein relativ neuer, noch unter Garantie stehender iMac legte beim Aufstarten immer mal wieder eine Pause ein. Erst waren es rund 5 Minuten, das nächste Mal bereits gestoppte 18 Minuten, später dann locker eine dreiviertel Stunde. Während dieser Zeit erschien beim Start im Verbose Mode die Meldung

 pci pause: SDXC

"pci pause" beim Aufstarten

Anschliessend setzte der Mac den Bootvorgang fort als ob nichts weiter passiert wäre. Bei Apple User Deutschland auf Google+ habe ich mein Problem geschildert. Dort wies mich Kai Thomford darauf hin, dass das Problem vermutlich mit dem SD-Karten-Slot zu tun hat; weiterhelfen konnte mir aber leider trotzdem niemand. Also brachte ich den Mac in die Reparatur, denn schliesslich hatte ich ja noch Garantie auf das Gerät. Beim Apple Reseller wurde dann das Mac OS neu installiert. (Dies hätte ich zwar auch selber tun können, doch bis zu jenem Zeitpunkt hoffte ich noch, ich würde um diese Massnahme herumkommen.)

Was die Ursache für diesen Fehler war konnten auch die Techniker beim Apple Reseller nicht herausfinden. Damit habe ich kein Problem. Weniger Verständnis habe ich allerdings für den Standpunkt von Apple: Wenn ein Fehler mit den Apple Servicetools nicht eruiert werden kann, hat der Kunde auch keinen Anspruch auf Garantie. 

344.jpgWie bitte?!

Dass ich die (teure) Neuinstallation des Betriebssystems nicht selber berappen musste habe ich nicht Apple zu verdanken, sondern meinem Apple Reseller, der mir die Reparatur trotzdem kostenfrei ausgeführt hat (ohne von Apple dafür entschädigt zu werden). Der Techniker meinte zwar, dass Apple sich vermutlich ebenfalls kulant gezeigt hätte, wenn ich das Gerät in einem Apple Store vorbeigebracht hätte.

Doch das reicht nicht: Der nächste Apple Store ist für mich in Wallisellen oder Zürich, also im besten Fall 45 Minuten mit dem Auto oder fast 90 Minuten mit Auto und Zug. Ich habe nie in Zürich zu tun, also hätte mich alleine das Erscheinen im Apple Store erneut Stunden gekostet. Und Kulanz ist zwar nett, allerdings hat man auch keinen Anspruch darauf. Ich bin aber klar der Meinung, dass ich Anspruch auf eine kostenlose Reparatur habe, wenn mein Apple-Gerät innerhalb der Garantiefrist von sich aus kaputt geht. Ob Apple die Ursache für den Fehler eruieren kann oder nicht, ist dabei vollkommen irrelevant.

Apple? Das waren doch früher mal die Guten…

Wenn Apple so weitermacht, werden sie in 5 Jahren das Image haben, das Microsoft vor 10 Jahren hatte (was ich bedauern würde, da ich meinen Mac nach wie vor mit nichts anderem tauschen möchte).

Und wiederum… wer Steve Jobs‘ Biografie ein wenig kennt, weiss, dass sich auch diese Geschichte nahtlos darin einfügen lässt.