realien

Gratis-Karten für den Schulunterricht bei d-maps.com

Für den Realien-Unterricht brauche ich immer wieder mal Karten. Bis anhin hab ich das meist so gemacht wie der gewöhnliche Internet-DAU: Auf Google und dann Bildersuche. Sicher, so findet man auch was, irgendwann vielleicht auch in akzeptabler Qualität und möglicherweise gar ohne Copyright.

Bei einem der so gefundenen Bilder war unten eine URL vermerkt: www.d-maps.com. Sie fiel mir schon länger auf, aber da ich an einen kommerziellen Anbieter dachte habe ich sie nie ausprobiert – bis heute. Ich hätte es schon viel früher tun sollen: Unter d-maps.com gibts Karten in bester Qualität und in Hülle und Fülle. Für mein aktuelles Realien-Thema Thurgau finde hier Thurgau-Karten mit Städten, Gemeinden, Bezirken, Flüssen und nach vielen weiteren Kriterien angepasst. Der Dienst beschränkt sich aber nicht auf die Schweiz, sondern bietet Karten von allen Weltgegenden.

Ich bin begeistert und wundere mich, dass ich nicht schon viel früher darauf gestossen bin.

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Ganz ohne Nutzungsrechte gehts allerdings auch bei d-maps nicht:

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Religion im Schulzimmer – ernsthaft?

Religionen

Dass wir es in der Schweiz mit der Trennung von Religion und Staat nicht so genau nehmen ist nichts Neues. Bislang ging ich davon aus, dass diese Trennung wenigstens an Thurgauer Schulen einigermassen konsequent erfolgt. Wohl sind Thurgauer Schulen verpflichtet, den Landeskirchen unentgeltlich Räume für deren Religionsunterricht zur Verfügung zu stellen, und im Lehrplan gibt im Bereich „Realien“ den Unterbereich „Biblische Geschichte, Religion und Kultur“, dessen Bezeichnung allein an der Neutralität des Staates in Sachen Religion zweifeln lässt. Da für Lehrpersonen aber keinerlei konkrete Verpflichtung besteht, diese Themen auch in den Unterricht einfliessen zu lassen, kann man das Thema Religion bislang ohne Konsequenzen aus dem Schulzimmer raushalten.

Trotzdem schadet es nicht, mal nachzulesen, was im Thurgauer Lehrplan unter „Biblische Geschichte, Religion und Kultur“ eigentlich verstanden wird. Unter dem Punkt „Allgemeines“ heisst es dort:

Das Gedankengut des Christen- und Judentums hat die abendländische Kultur und Lebensweise wesentlich mitgeprägt. Insbesondere beeinflusst es massgeblich Wertvorstellungen, Sitten und Normen unserer Kultur. Die Kenntnis wesentlicher Inhalte der Bibel und deren Wirkungsgeschichte gehört daher zum Bildungsgut. Sie ermöglicht es, grosse Bereiche der Literatur, Musik, bildenden Kunst und Architektur insbesondere Europas besser zu verstehen.

Es gibt säkular denkende, sich der Aufklärung verpflichtet fühlende Lehrpersonen und ganz sicher auch Eltern, für die solche staatlich verordnete Hypothesen nicht einfach zu verdauen sind. Natürlich lässt es sich endlos streiten, ob die Aufklärung nun trotz oder wegen der christlichen Kultur hat stattfinden können. Dass aber unser moderner Bundesstaat mit basisdemokratischer Mitbestimmung, Gewaltentrennung, Minderheitenschutz, Menschenrechten und Religionsfreiheit (was man auch wörtlich verstehen darf: religions-frei) harmonisch und übergangslos aus den „christlichen Werten“ entstanden sein soll, ist wohl auch für kirchennahe Personen schwer vorstellbar.

Wenn also schon davon die Rede ist, dass „Christen und Judentum massgeblich“ die „Wertvorstellungen, Sitten und Normen unserer Kultur“ beeinflussen, dann sollte auch der Beitrag derjenigen nicht vergessen werden, welche unsere heute gültigen westlichen Werte erdacht und erkämpft haben. Rechte, die für uns in der Schweiz heute nicht mehr wegzudenken sind wie die Persönlichkeitsrechte, das Recht auf Meinungsfreiheit, das Recht auf Gewissensfreiheit, das Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Bildung und viele andere heute bei uns als selbstverständlich geltende Rechte, die nicht unbedingt dem ideologischen Hintergrund von Religion und Kirchen entwachsen, sondern Errungenschaften der Aufklärung sind.

Thugauer Schulblatt 6

Ich hätte diesen Blogbeitrag nicht geschrieben, wäre nicht dieser Tage das Thurgauer Schulblatt unter dem Titel „Von und über Religionen lernen“ erschienen.

Viel ist darin die Rede von der „christlichen Tradition als Erbe der Schweiz“ und vom „Lernen von Religion“ als „Lernen über sich selbst„. Es kommen Katechetinnen und Religionspädagoginnen zu Wort, Vertreter der jüdlischen und islamischen Religion, christliche und mormonische Pastoren und auch eine Sektenberaterin. Das Interview mit Letzterer ist lesenswert, zumal sie sich vom theologischen Sektenbegriff distanziert, der unter Sekten Gemeinschaften versteht, die neben der Bibel zusätzlich ausserbiblische Wahrheiten und Offenbarungen beiziehen oder die heilige Schrift umdeuten.

Dennoch habe ich mich beim Überfliegen des Schulblattes, das zu lesen ich als Thurgauer Lehrperson verpflichtet bin, gefragt, was mir mein Kanton mit dieser Religionspropaganda (man kann es durchaus als solche bezeichnen) sagen will. Ist es ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass ich als einer, der bislang Religion und Schule bewusst strikt getrennt hat, mich mit den mir anvertrauten Kindern nun in Teaching About Religion üben soll, wie es bereits in anderen Kantonen der Fall ist?

Ich fühle mich von solchen Aufforderungen jedenfalls reflexartig abgestossen. Religion gehört nicht ins Schulzimmer – in diesem Punkt bin ich ganz fundamentalistisch. Und sollte mich mein Staat und Arbeitgeber je nötigen, gegen meine Überzeugung die Religion in mein Schulzimmer reinzulassen, dann werde ich den Fokus auf eine Epoche legen, die sich sehr stark mit Religionen auseinandergesetzt hat: die Aufklärung.