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Adapter für Nano-SIM: Schlecht beraten vom Swisscom-Telefonsupport

Nach vielen Jahren der Treue wechsle ich mein Handy-Abo von der Swisscom zu Salt. Nein, ich bin kein Schnäppchenjäger. Jahrelang bin ich der Swisscom trotz gegenüber der Konkurrenz wesentlich teureren Tarifen treu geblieben; auch aufgrund des guten Supports, den ich bei der Swisscom immer schätzte. Doch 100 oder 40 Franken im Monat sind doch mehr als ein kleiner ein Unterschied, weshalb ich Salt eine Chance gebe.

Nano- und Micro-SIM

Nano- und Micro-SIM

Doch Thema dieses Blogposts soll benannter Swisscom-Support sein: Da ich meine gegenwärtige Swisscom-Nummer weiterhin behalten, diese fortan aber auf meinem alten iPhone 4 mit einem Prepaid-Abo nutzen möchte, benötige ich dazu eine Micro-SIM, im Gegensatz zu meinem aktuellen Gerät, das mit einer Nano-SIM läuft.

Beim Telefonsupport von Swisscom möchte ich also eine Micro-SIM bestellen. Davon wird mir abgeraten; stattdessen empfiehlt mir die durchaus nette Mitarbeiterin, im Swisscom-Shop vorbeizugehen und einen Adapter für meine Nano-SIM zu holen. Den genauen Wortlaut des Gesprächs weiss ich nicht mehr, doch beendete ich das Gespräch im Glauben, dass mir eine neue SIM-Karte in Rechnung gestellt würde. Ich hatte jedoch auch nicht explizit nachgefragt.

Gestern Nachmittag stand ich also im Swisscom-Shop und bat die Verkäuferin um den gewünschten Adapter. Diesen hatte sie denn auch schnell zur Hand (Verkaufspreis: 4.90 Franken; geschätzter Wert: höchstens 30 Rp.). Ins Gerät einsetzen musste ich ihn allerdings selber, denn die Verkäufern sagte mir, dass es ihnen ausdrücklich untersagt sei, solches selbst zu tun. Grund: Die Nano-SIM in den Adapter zu legen ist schon eine ziemliche Frickelei. Zudem fällt die Nano-SIM auch bei minimalsten Erschütterungen sehr leicht wieder aus dem kleinen Rahmen heraus. Wenns dumm läuft, kann es passieren, dass sie dies innerhalb des Geräts tut. Die Folge in einem solchen Fall: Es ist nicht mehr möglich, die SIM aus dem Gerät zu entfernen, ohne dieses auseinanderzunehmen, was bei iPhones bekanntlich nicht so einfach geht. Das Gerät wird somit für die Telefonie unbrauchbar, und weder von Apple noch von Swisscom kann der Kunde mit Support rechnen, wenn ihm dies passiert.

Ob ich denn nicht besser doch eine neue Micro-SIM beziehe, fragte ich daraufhin. Ja klar!, meinte die Verkäuferin. Kostenpunkt: 0 Franken.

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Adapter für die Nano-SIM: Vom Swisscom-Telefonsupport empfohlen, im Swisscom-Shop verkauft. Kann schlimmstenfalls das Gerät zum Telefonieren unbrauchbar machen.

Das fand ich nun aber doch interessant! Weshalb empfiehlt mir der Swisscom-Telefonsupport denn eine solche Lösung, mit der ich mein Gerät kaputtmachen kann und die vom Gerätehersteller nicht unterstützt wird? Die Leute vom Telefonsupport stünden halt nicht selber im Laden, wenn ein Gerät kaputtgeht, antwortete die Verkäuferin sinngemäss, und liess durchblicken, dass sie sich nicht zum ersten Mal über diese Praxis ärgert.

Mein altes iPhone 4 läuft jetzt mit der neuen SIM wieder reibungslos (auf iOS 6, dafür aber noch mit einem Jailbreak, wie ich mit Freuden feststellte). Ich werde es in erster Linie als Dashcam im Auto verwenden, und ab und zu für Telefon und SMS, wenns denn unvermeidlich ist.

Meine neue Nummer von Salt bleibt streng geheim, und ich werde sie lediglich für Logins verwenden, die ein SMS benötigen. Denn ich habe das Abo nicht wegen des Telefonierens gelöst; ein reines Datenabo hätte mir durchaus ausgereicht. Ein solches habe ich nun, mit unlimitiertem Datenvolumen und jederzeit maximal verfügbarer Geschwindigkeit, für 40 Fr. im Monat (man vergleiche das mal mit den Swisscom-Tarifen).

Zu Hause ist der Salt-Empfang zwar reichlich dürftig, aber das macht nichts, da ich WLAN habe und ohnehin nicht mit dem Handy telefonieren will. Dafür jedoch: Kann ich mit 4G ins Salt-Netz, schlägt die Geschwindigkeit jene unseres Swisscom-Festnetzanschlusses, die max. 2.4 Mbit/s aufweist, um Welten.

Danke fürs Vertrauen

Ich habs gern, wenn die Arbeit unbürokratisch vonstatten geht. Doch manche „Supportanfragen“ lassen mich hin und wieder doch über ein Fehlermeldeformular nachdenken.

MacBook mit Fehlermeldung: «Bitte mal anschauen».

MacBook mit Fehlermeldung: «Bitte mal anschauen».

Da das MacBook normal startete und keinerlei auf den ersten Blick ersichtlichen Probleme aufwies, sage ich nur: Danke für das leider ungerechtfertigte Vertrauen in meine hellseherischen Fähigkeiten. 🙂

Apple: Kulanz ersetzt keine Garantieleistung

Mac, it just works – von wegen. Natürlich haben auch Macs hin und wieder mal Macken.

Eine ziemlich ärgerliche habe ich vor ein paar Wochen erlebt: Mein relativ neuer, noch unter Garantie stehender iMac legte beim Aufstarten immer mal wieder eine Pause ein. Erst waren es rund 5 Minuten, das nächste Mal bereits gestoppte 18 Minuten, später dann locker eine dreiviertel Stunde. Während dieser Zeit erschien beim Start im Verbose Mode die Meldung

 pci pause: SDXC

"pci pause" beim Aufstarten

Anschliessend setzte der Mac den Bootvorgang fort als ob nichts weiter passiert wäre. Bei Apple User Deutschland auf Google+ habe ich mein Problem geschildert. Dort wies mich Kai Thomford darauf hin, dass das Problem vermutlich mit dem SD-Karten-Slot zu tun hat; weiterhelfen konnte mir aber leider trotzdem niemand. Also brachte ich den Mac in die Reparatur, denn schliesslich hatte ich ja noch Garantie auf das Gerät. Beim Apple Reseller wurde dann das Mac OS neu installiert. (Dies hätte ich zwar auch selber tun können, doch bis zu jenem Zeitpunkt hoffte ich noch, ich würde um diese Massnahme herumkommen.)

Was die Ursache für diesen Fehler war konnten auch die Techniker beim Apple Reseller nicht herausfinden. Damit habe ich kein Problem. Weniger Verständnis habe ich allerdings für den Standpunkt von Apple: Wenn ein Fehler mit den Apple Servicetools nicht eruiert werden kann, hat der Kunde auch keinen Anspruch auf Garantie. 

344.jpgWie bitte?!

Dass ich die (teure) Neuinstallation des Betriebssystems nicht selber berappen musste habe ich nicht Apple zu verdanken, sondern meinem Apple Reseller, der mir die Reparatur trotzdem kostenfrei ausgeführt hat (ohne von Apple dafür entschädigt zu werden). Der Techniker meinte zwar, dass Apple sich vermutlich ebenfalls kulant gezeigt hätte, wenn ich das Gerät in einem Apple Store vorbeigebracht hätte.

Doch das reicht nicht: Der nächste Apple Store ist für mich in Wallisellen oder Zürich, also im besten Fall 45 Minuten mit dem Auto oder fast 90 Minuten mit Auto und Zug. Ich habe nie in Zürich zu tun, also hätte mich alleine das Erscheinen im Apple Store erneut Stunden gekostet. Und Kulanz ist zwar nett, allerdings hat man auch keinen Anspruch darauf. Ich bin aber klar der Meinung, dass ich Anspruch auf eine kostenlose Reparatur habe, wenn mein Apple-Gerät innerhalb der Garantiefrist von sich aus kaputt geht. Ob Apple die Ursache für den Fehler eruieren kann oder nicht, ist dabei vollkommen irrelevant.